hallo,
heute morgen haben sich die Regierungsparteien und die Opposition geeinigt, sich aus der Gesundheitsversorgung Schritt für Schritt heraus zu schleichen: z.B. wird Zahnersatz ab 1.1.2005 nicht mehr bezahlt.
In Zukunft werden wir wohl auch viele Pflichtversicherte mit vielen Zahnlücken sehen… so wie in südlichen Ländern auch.
Wann werden die GKV-Versicherten 18 % bezahlen und nur die Ehre dafür bekommen, den Kassen den Hintern gut zu wärmen?
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
es wird aus dem System der GKV ausgegliedert. Gleichzeitig wird der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung aber obligatorisch. Von daher bleibt der Schutz der gleiche, nur dass man jetzt muss und der AG sich nicht mehr paritätisch beteiligt und gleichzeitig die Zahnärzte wieder etwas Geld verdienen.
Gruß
Marco
hallo Marco,
genau das sagte ich: der Staat schleicht sich aus der Verantwortung. Das hat schon Tradition: denke z.B. an die Riestermissgeburt.
Grüße
Raimund
Ich finde das alles gar nicht so schlecht! Es täte sehr gut, wenn jeder Bürger mehr Eigenverantwortung bekommt und nicht immer nur ein Briefchen ab „Papa Staat“ schreibt, der dann alles für ihn regelt!
Viele Grüße
Flo
genau, das problem liegt darin, dass die leute nur leistungen wollen und bisher auch kriegen ohne an den kosten beteiligt zu werden. ist doch sch§$ssegal ob ich zu 3 verschieden Ärzten 5 mal die Woche gehe wenn dies meinen KK-Beitrag und sonstige Kosten in keinster Weise erhöht - von den KK-Beiträgen für alle mal abgesehen - ab so weit sieht eh kaum einer - ende des satzes ohne punkt und komme…
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
auch hallo,
also so ganz erkenne ich die Sinnhaftigkeit auch noch nicht. Da wird eine Leistung aus der GKV rausgenommen frei nach dem Motto: Weg damit, ihr könnt das eh nicht… und im gleichen Atemzug wird den GKV der Einstieg in die private Krankenzusatzversicherung ermöglicht.
Mal von Kalkulationsgrundlagen (Umlage oder Kapitaldeckung?), Versicherungsaufsicht, Quersubventionierungen usw. abgesehen: wird hier nicht der Bock zum Gärtner gemacht?
Andreas
Leider Einspruch
Hallo,
Ich finde das alles gar nicht so schlecht!
Ich schon!
Es täte sehr gut,
wenn jeder Bürger mehr Eigenverantwortung bekommt und nicht
immer nur ein Briefchen ab „Papa Staat“ schreibt, der dann
alles für ihn regelt!
Leider liegst Du hier daneben. Es wird nur ein Teilbereich (der Zahnersatz) aus der einen Pflichtversicherung ausgegliedert und dafür eine neue eingeführt. Mit einem kleinen Unterschied: bisher hat der Arbeitgeber zugezahlt (die Hälfte, nämlich den Arbeitgeberanteil), jetzt zahlt man alles selber. Wo ist denn bitte da die Eigenverantwortung? Ich sehe nur, daß das eigene Portemonaie mehr Verantwortung erhält!
Axel
Arbeitgeberanteil entfällt! (o.w.T)
-nix-
Hallo Axel,
klar, der Arbeitgeber wird nicht mehr daran beteiligt. Gleichzeitig wird so mein Arbeitsplatz aber auch sicherer und der allgemeine Beitragssatz wieder geringer.
Ich habe damit also keine Probleme.
Gruß
Marco
PS: wo es evtl. Probleme geben könnte, sind die Rentner
hallo Marco,
…auch sicherer und
der allgemeine Beitragssatz wieder geringer.
Genau das ist nicht der Fall. Der Beitrag bleibt gleich! Und nach einer relativen Schamstrecke werden auch die Beiträge weiter erhöht.
Ich habe damit also keine Probleme.
Ich selber auch nicht (bin privat versichert!).
Doch sind hier noch weitere Probleme zu bewältigen: wenn der Versicherte nun privat versichert ist, dann wird der Zahnarzt natürlich Morgenluft wittern, der Zahnersatz wird teurer und die Behandlung? Wer zahlt die Beahndlung für ein Inlay? Oder anderer guten Leistungen, die die Privaten für selbstverständlich ansehen?
M.M wird der Gesamtbeitrag für die Gesundheitsvorsorge um ca 50 -70 € steigen: gleicher GKV-Beitrag + Zahnersatz-Beitrag + AG-Anteil + Zusatzkosten (wenn nicht extre abgesichert) für Spezialbehandlung.
Und wer hat uns das alles eingebrockt…?
Ich sollte ja stille sein: ich verdiene daran. Doch ich finde es trotzdem eine Sauerei. Den Politikern kann das alles gleichgültig sein: sie sind ja fast alle privat versichert.
Grüße
Raimund
Hallo Andreas
also so ganz erkenne ich die Sinnhaftigkeit auch noch nicht.
Da wird eine Leistung aus der GKV rausgenommen frei nach dem
Motto: Weg damit, ihr könnt das eh nicht… und im gleichen
Atemzug wird den GKV der Einstieg in die private
Krankenzusatzversicherung ermöglicht.Mal von Kalkulationsgrundlagen (Umlage oder Kapitaldeckung?),
Versicherungsaufsicht, Quersubventionierungen usw. abgesehen:
wird hier nicht der Bock zum Gärtner gemacht?
Genaus so sehe ich das auch. Dass der GKV der Privatversicherungsgedanke vollkommen fehlt, das sehe ich jetzt mal böserweise als gegeben an.
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
Genau das ist nicht der Fall. Der Beitrag bleibt gleich! Und
nach einer relativen Schamstrecke werden auch die Beiträge
weiter erhöht.
Gerechnet haben sie zunächst für das Jahr 2005 mit einem durchschnittlichen Beitragssatz von 12,15%. Das ist für mich nur unwesentlich weniger, als ich derzeit zahle, aber ich zahle jetzt auch schon 1,4% weniger, als der Durchschnitt. Von daher wäre selbst ein halten der Beiträge bei der derzeitigen Situation schon eine Erleichterung. Für alle! Wirtschaft und Private.
Doch sind hier noch weitere Probleme zu bewältigen: wenn der
Versicherte nun privat versichert ist, dann wird der Zahnarzt
natürlich Morgenluft wittern, der Zahnersatz wird teurer und
die Behandlung? Wer zahlt die Beahndlung für ein Inlay? Oder
anderer guten Leistungen, die die Privaten für
selbstverständlich ansehen?
Der Zahnersatz wird genauso viel kosten, wie vorher. Nur die Behandlung wird künftig höher abgerechnet werden können. Das ist ein entscheidender Unterschied in meinen Augen, denn diese Erhöhung kann kalkuliert werden, weil sie bei den privaten eh schon seit Jahrzehnten so erstattet wird. Nur die Verdienstspanne des Arztes erweitert sich. Aber das erwähnte ich ja bereits.
M.M wird der Gesamtbeitrag für die Gesundheitsvorsorge um ca
50 -70 € steigen: gleicher GKV-Beitrag + Zahnersatz-Beitrag +
AG-Anteil + Zusatzkosten (wenn nicht extre abgesichert) für
Spezialbehandlung.
Ich denke, max. 20 Euro kostet es im Monat. Du musst die Masse sehen. Bei ca. 60% Versicherungsdurchdringung in der PHV bekommst du die auch für max. 10 Euro im Monat. Und Schadenhöhe ist hier weit höher, als der normale Arztbesuch kostet. Und der Ersatz muss eben durch das Mittel ausgeglichen werden.
Und wer hat uns das alles eingebrockt…?
Die Politiker. Wer aber soll es sonst machen? Nur die können es machen. Klar… es ist sicherlich nicht immer angenehm und viele mögen stöhnen. Nur ist es aber auch so, wenn es nicht gemacht wird, funktioniert es bald gar nicht mehr. Und letztlich tritt nur das ein, was ich vor Jahren schonmal gesagt habe: Das Sozialsystem in Europa wird sich angleichen. Aber nicht die schlechteren an die besseren, sondern umgekehrt. Und nichts anderes passiert derzeit.
Gruß
Marco
hallo Marco,
Das Sozialsystem in Europa wird sich angleichen.
Aber nicht die schlechteren an die besseren, sondern
umgekehrt. Und nichts anderes passiert derzeit.
und genau das befürchte ich!
Es wird sich aber nicht auszahlen: die Kosten werden gerade deswegen steigen.
Grüße
Raimund
Hütchenspiel
H Marco,
klar, der Arbeitgeber wird nicht mehr daran beteiligt.
Gleichzeitig wird so mein Arbeitsplatz aber auch sicherer und
der allgemeine Beitragssatz wieder geringer.
Das wäre ja das erste mal. Ich garantiere Dir, das den Arbeitgebern jetzt eine andere Erhöhung irgendwelcher Beiträge schmackhaft gemacht wird und der Beitragssatz nach kurzer Zeit mit anderen fadenscheinigen Argumenten wieder erhöht wird.
Diese sog. Reform ist nichts anderes, als von einer Tasche in die andere zu verschieben. Überhaupt kann hier ja wohl nicht von Reform gesprochen werden. Das ist keine Reform, sondern eine Verlagerung. Dem Bürger wird so vorgegaukelt, das sich etwas grundlegendes ändert.
Genauso wie die Steuerreform. Das sind doch wirklich nur politische Taschenspielertricks. Ich frage mich ernsthaft, warum das Hütchenspiel (wo immer nur einer gewinnt) auf öffentlichen Strassen verboten ist, während unsere Politiker es im grossen Stil betreiben.
Gruss Sebastian
Hallo Raimund,
unterm Strich aber in meinen Augen weniger, als ohne die Eingriffe. 
Gruß
Marco
Hallo Sebastian,
hier allerdings gebe ich dir recht… nur der Weg ist in meinen Augen bereits erkennbar, wenn auch der Nebel noch dicht ist. 
Aber der Weg ist der richtige.
Gruß
Marco