Es lebe die Armee

Schaffung einer perfekten Gesellschaft - notfalls mit Mitteln
der Gewalt.

Neu scheint mir der Gedanke nicht zu sein.

Das wäre so eine Art von militantem Kommunismus. Das ist aber falsch. Vielleicht habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt.

Zunächst muß man sich den Unterschied zwischen politischen Handeln aus ethischer Rechtfertigung, wie es der Kommunismus darstellt, klar machen und dem Handeln aus spirituellen Motiven.

Dazu hilft dieser folgende Artikel, den ich vor wenigen Wochen ins Netz gestellt habe.

http://www.rolf-helmecke.privat.t-online.de/literatu…

Ich weiß es ist nicht einfach zu verstehen. Aber wenn man es einmal begriffen hat, ist viel gewonnen.

gruß
rolf

Wer für sich persönlich aus ethischen Erwägungen heraus das
Töten eines Menschen ablehnt, es aber befürwortet, wenn zu
seinem Schutz eine Armee aufgestellt wird, erweckt bei mir
eher den bigotten Eindruck, dass er andere die Drecksarbeit
für sich machen lässt.

Hallo Marion

Kriegsdienstverweigerer tun nichts anders als das und sie müssen eben gerade deshalb, als Ausgleich einen zivilen Beitrag dafür leisten. Wie sie persönlich mit diesem Dilemma umgehen, bleibt ihnen überlassen.

Ich meine aber auch, daß Soldaten, die ihr Leben für die Nation auf’s Spiel setzen, entsprechenden Respekt verdienen.

Gewaltlosigkeit ist und bleibt ein Ideal, an dem man nur für sich arbeiten kann. Es der Gesellschaft aufzuerlegen, heißt die Augen zu verschließen und landet bei unserem Tibeter-Problem.

gruß
rolf

1 „Gefällt mir“

Wer für sich persönlich aus ethischen Erwägungen heraus das
Töten eines Menschen ablehnt, es aber befürwortet, wenn zu
seinem Schutz eine Armee aufgestellt wird, erweckt bei mir
eher den bigotten Eindruck, dass er andere die Drecksarbeit
für sich machen lässt.

Kriegsdienstverweigerer tun nichts anders als das und sie
müssen eben gerade deshalb, als Ausgleich einen zivilen
Beitrag dafür leisten. Wie sie persönlich mit diesem Dilemma
umgehen, bleibt ihnen überlassen.

Mein lieber Rolf,
ich bin Kriegsdienstverweigerer - keiner, der per Postkarte verweigert hat, sondern einer, der seine Gründe noch einer Kommission wichtigtuerischer alter Säcke darlegen musste.

Ich habe 18 Monate Zivildienst geleistet - ein Vierteljahr länger als meine Altersgenossen Wehrdienst geleistet haben - und ich habe ihn als ausgebildeter Pflegediensthelfer auf der Pflegestation eines Altenheimes (Schwerstpflegefälle) abgeleistet. Es war eine sinnvolle, gesellschaftlich wertvolle und mies bezahlte Arbeit - eine Arbeit, die viele meiner Altersgenossen, die nach drei Monaten Grundausbildung beim ‚Bund‘ ein Jahr Gammeldienst schoben, als ‚Drecksarbeit‘ angesehen haben.

Ich habe nie erwartet oder gar verlangt, dass andere Menschen sich zu meinen ‚Verteidigern‘ aufwerfen und andere Menschen in meinem ‚wohlverstandenen Interesse‘ umbringen. Wenn ich ein Dilemma habe, dann das, dass ich - durchaus nicht freiwillig - die Herstellung und Aufrechterhaltung dieser Fähigkeit mitfinanziere. Ich sähe es äußerst gerne, wenn dieser Teil meiner Steuern für sinnvollere Zwecke verwendet würde, statt in den Bilanzen der Rüstungskonzerne aufzutauchen.

Ich meine aber auch, daß Soldaten, die ihr Leben für die
Nation auf’s Spiel setzen, entsprechenden Respekt verdienen.

Einmal davon abgesehen, dass jeder Mensch Respekt verdient, ganz gleich wie idiotisch nach meiner Meinung auch seine Überzeugung oder sein Tun ist -
dass Soldaten ihr Leben „für die Nation“ aufs Spiel setzen, solche Märchen zu glauben, war ich nie naiv genug. Glaubst Du ernsthaft, die GI’s im Irak setzen ihr Leben „für die Nation“ aufs Spiel? Sie tun es für Konzerne wie Halliburton, Bechtel und Enron. Glaubst Du ernsthaft, am Hindukusch wird die deutsche Nation verteidigt?

Freundliche Grüße,
Ralf

4 „Gefällt mir“

Zunächst muß man sich den Unterschied zwischen politischen
Handeln aus ethischer Rechtfertigung, wie es der Kommunismus
darstellt, klar machen und dem Handeln aus spirituellen
Motiven.

Dazu hilft dieser folgende Artikel,

Hallo Rolf,
ein interessanter Artikel - aber eine von der Ethik abgetrennte Spiritualität halte ich für äußerst spitzfindig. Und da ich ein misstrauischer Mensch bin, frage ich mich, wozu diese Unterscheidung gut sein soll - was damit gerechtfertigt werden soll. Das kann ja dann logischerweise nur ethisch zweifelhaftes Handeln sein.

Spiritualität ist ein derart schwammiger Begriff, dass ich mich nicht gerne darauf einlasse - zu viel Unterschiedliches wird darunter verstanden. Für mich ist ethisches Handeln heilsames Handeln; Handeln, das geeignet ist, Leiden zu lindern und letzlich zu überwinden. Wenn dies Spiritualität ist - gut. Wenn nicht, interessiert mich Spiritualität nicht.

Freundliche Grüße,
Ralf

Hallo, Thorshammer,
vor allem wenn dann solche Statements dabei herauskommen:

„Actually, it’s a lot of fun to fight. You know, it’s a hell of a hoot. … It’s fun to shoot some people. I’ll be right upfront with you, I like brawling.“ (Wirklich, es macht Riesenspass zu kämpfen. Wissen Sie, es ist ein höllisches Gegröhle. … Es macht Spass, manche Leute zu erschießen. Ich bin mit Ihnen in der ersten Reihe, ich liebe Prügeleien.)
„You go into Afghanistan, you got guys who slap women around for five years because they didn’t wear a veil, You know, guys like that ain’t got no manhood left anyway. So it’s a hell of a lot of fun to shoot them.“
(Man geht nach Afghanistan, man hat da Leute, die Frauen fünf Jahre lang ohrfeigten, weil sie keinen Schleier tragen. Wissen Sie, Kerle wie diese haben sowieso nichts männliches an sich. Da ist es ein wahnsinniger Spass, sie abzuschießen.)
Wer so sprach, war kein kleiner Rambo, den man in eine Uniform gesteckt hat, kein einfältiger Tropf uns Stammtischbruder!
Es war Lt. Gen. James N. Mattis, Kommandeur der Camp Pendleton’s 1st Marine Division in Irak in einer Pressekonferenz.
( http://www.nbcsandiego.com/news/4160863/detail.html )

Wenn dies die ethischen Grundsätze sind, die der Landesverteidigung zugrunde liegen, dann tun mir die zwölf Jahre leid, die ich als Soldat der Bundeswehr verbracht habe.

Gruß
Eckard

Wenn dies die ethischen Grundsätze sind, die der
Landesverteidigung zugrunde liegen, dann tun mir die zwölf
Jahre leid, die ich als Soldat der Bundeswehr verbracht habe.

Hallo Eckhard

Größeren Blödsinn kann man nicht vonsichgeben. Und wenn dies ein amtierender Generalissimo tut, bestätigt das in mir die Gewissheit, daß die amerikanische Kultur pervertiert ist.

gruß
rolf

Hallo Rolf,
ein interessanter Artikel - aber eine von der Ethik
abgetrennte Spiritualität halte ich für äußerst spitzfindig.
Und da ich ein misstrauischer Mensch bin, frage ich mich, wozu
diese Unterscheidung gut sein soll - was damit gerechtfertigt
werden soll. Das kann ja dann logischerweise nur ethisch
zweifelhaftes Handeln sein.

Da tut sich eine Kluft auf, da muß ich Dir zustimmen, -aber ich sehe momentan auch keine Lösung, wie diese zu überwinden ist.

rolf

Moin,

Wer für sich persönlich aus ethischen Erwägungen heraus das
Töten eines Menschen ablehnt, es aber befürwortet, wenn zu
seinem Schutz eine Armee aufgestellt wird, erweckt bei mir
eher den bigotten Eindruck, dass er andere die Drecksarbeit
für sich machen lässt.

Kriegsdienstverweigerer tun nichts anders als das

Die meisten Kriegsdienstverweigerer sind für die Abschaffung der Armee, sie befürworten also keinesfalls deren Aufstellung. Somit sind sie auch nicht bigott. Sie können sich nur leider nicht durchsetzen.

und sie
müssen eben gerade deshalb, als Ausgleich einen zivilen
Beitrag dafür leisten.

Wohl eher deshalb, weil sonst kaum noch jemand zur Armee gehen würde.

Wie sie persönlich mit diesem Dilemma
umgehen, bleibt ihnen überlassen.

Ich sehe das genau wie Ralf. Das Dilemma ist, dass man mit seinen Steuergeldern unfreiwillig den Militäretat und diese ganze Rüstung mitfinanziert.

Ich meine aber auch, daß Soldaten, die ihr Leben für die
Nation auf’s Spiel setzen, entsprechenden Respekt verdienen.

Der Begriff „Nation“ ist ein politischer Begriff. Unsere (NATO) Rüstungspolitik beruht auf Abschreckung in Kombination mit gezielten Angriffen, um die Kriegsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Bereits die Abschreckung führt zu unermesslichen Leid in anderen Ländern, die sich durch unsere Rüstungsmaschinerie bedroht sehen und meinen mithalten zu müssen, obwohl sich die Länder dies kaum leisten können. Die Interessen, die dadurch gewahrt werden sollen, sind in den meisten Fällen mehr als zweifelhaft. Ein Soldat ist innerhalb dieser Industrie nur ein kleines Rädchen im Getriebe.

Gewaltlosigkeit ist und bleibt ein Ideal, an dem man nur für
sich arbeiten kann.

Richtig. Nur das es viele Menschen schaffen, dieses „Ideal“ auch zu realisieren.

Es der Gesellschaft aufzuerlegen, heißt
die Augen zu verschließen und landet bei unserem
Tibeter-Problem.

In Tibet schlafen wenigstens die Chinesen gut. Das ist mir immer noch lieber, als wenn sowohl Tibeter, als auch Chinesen bedroht sind. Was wäre denn durch letzteres an Heilsammem gewonnen ? Nichts. Gewalt ist weder das Maß aller Dinge, noch ist es unbedingt zielführend.

Gruß
Marion

Das Kriterium der Zumutbarkeit schließt die gesetzliche
Verpflichtung, zur Gefahrenabwehr Menschen zu töten, aus.

das wußte ich nicht. ich dachte es gäbe die pflicht zur hilfeleistung.

(ich hoffe jedenfalls, daß, falls ich einmal in lebensgefahr sein sollte, ich von jemanden gerettet werde, dem mein leben wichtiger ist als irgendwelche paragraphen!)

gruß
dataf0x

vgl. http://www.oefre.unibe.ch/law/dfr/bv093266.html

das ist ja zum brüllen!

Der Beschwerdeführer zeigte sich darüber bestürzt und schrieb auf ein Bettuch mit roter Farbe den Text:

 "A SOLDIER IS A MURDER". 

besser kann man eigentlich nicht als vollkommen ungebildeter trottel und „amerikakritiker“ outen! LOL.

dataf0x

daß die amerikanische Kultur pervertiert ist.

das hat aber lang gedauert. auf diesen satz habe ich schon seit 10 postings gewartet!

(auf die perversionen und grausamkeiten im IRAQ kommt natürlich keiner!)

dataf0x

Moin,

(ich hoffe jedenfalls, daß, falls ich einmal in lebensgefahr
sein sollte, ich von jemanden gerettet werde, dem mein leben
wichtiger ist als irgendwelche paragraphen!)

Vermutlich hoffst du aber auch, dass du nicht gleich von der Straße geschossen wirst, weil du, z.B. wegen stark überhöhter Geschwindigkeit mit deinem Auto das Leben von anderen bedrohst.

(Eine der Hauptursachen für gewaltsamen Tod sind Verkehrsunfälle, herbeigeführt durch überhöhte Geschwindigkeit)

Gruß
Marion

Vermutlich hoffst du aber auch, dass du nicht gleich von der
Straße geschossen wirst, weil du, z.B. wegen stark überhöhter
Geschwindigkeit mit deinem Auto das Leben von anderen
bedrohst.

wenn ich auf jemanden zufahre, ist das versuchter mord. werde ich dabei erschossen, ist das u.u. gerechtfertigt.

„zu schnell fahren“ ist höchstens eine gefährdung des straßenverkehrs. weder absicht noch niedrige beweggründe sind da - höchstens fahrlässigkeit oder grobe fahrlässigkeit.

(Eine der Hauptursachen für gewaltsamen Tod sind
Verkehrsunfälle, herbeigeführt durch überhöhte
Geschwindigkeit)

nicht jeder gewaltsame tod ist auch ein mord oder totschlag!

für notwehr/nothilfe muß gelten, daß ein ANGREIFER btw. potentieller und als solcher erkennbarer/bekannter angreifer vorhanden ist, der dann getötet wird, um ein leben zu retten. „ein leben für ein leben“ ist NICHT damit gemeint!

ich gehe davon aus, daß betrunkene und/oder raser, die einen unfall mit todesfall verursachen, wegen fahrlässiger tötung dran sein müßten.

gruß
dataf0x

Moin,

„zu schnell fahren“ ist höchstens eine gefährdung des
straßenverkehrs. weder absicht noch niedrige beweggründe sind
da - höchstens fahrlässigkeit oder grobe fahrlässigkeit.

Hier offenbarst du eines der größten Probleme bei deiner Argumentation, nämlich die Bewertung der „Absicht“. Fakt ist nunmal leider, dass man in den Kopf eines anderen nicht hineinschauen kann.

Ein Raser auf der Autobahn kann genau so mit dem Vorsatz, jemanden zu töten unterwegs sein, wie jemand anders, der dir eine Knarre vorhält, nie die Absicht hat, dich zu töten, sondern dich vielleicht nur etwas einschüchtern will.

(Eine der Hauptursachen für gewaltsamen Tod sind
Verkehrsunfälle, herbeigeführt durch überhöhte
Geschwindigkeit)

nicht jeder gewaltsame tod ist auch ein mord oder totschlag!

Richtig, aber die Absicht die hinter einer Handlung mit Todesfolge steht, offenbart sich eben immer erst im nachhinein. Erst wenn es einen Toten gibt, kann man von einer Tötung sprechen und erst wenn das Motiv für diese Tötung geklärt ist, von Absicht oder Fahrlässigkeit.

Dieses Konstrukt ist somit für die Prävention oder Abwehr von Gewalt völlig ungeeignet, da in dem Moment über mögliche Tötung und mögliche Motivation allerhöchstens Spekulationen angestellt werden können.

Aufgrund von solchen Spekulationen einen Menschen zu töten, ist mir allerdings zu gewagt, denn damit kann sich so ziemlich jeder Totschläger oder Mörder rausreden (Verkennung der tatsächlichen Lage, vermeintliche Bedrohung).

Gruß
Marion

Aufgrund von solchen Spekulationen einen Menschen zu töten,
ist mir allerdings zu gewagt, denn damit kann sich so ziemlich
jeder Totschläger oder Mörder rausreden (Verkennung der
tatsächlichen Lage, vermeintliche Bedrohung).

das stimmt schon. die beurteilung einer konkreten lage hängt dann einfach davon ab, auf welcher seite du grade stehst bzw. an wessen kopf sich die knarre befindet…

ps. die „absicht“ ist sehr wohl ein juristischer begriff.

gruß
dataf0x

Moin,

besser kann man eigentlich nicht als vollkommen ungebildeter
trottel und „amerikakritiker“ outen! LOL.

Das bei dir alles gleich dummer Antiamerikanismus ist, ist ja
eigentlich bekannt. Aber klär mich doch mal auf, wo hier der
ungebildete Trottel durchkommt. Es war ein Natomanöver und
es waren laut Bericht amerikanische Panzer stationiert.
Daraufhin hat er seinen Protest in Englisch formuliert.
Das er des Englischen ggfs. nicht 100% mächtig ist - was soll’s.
Wenn das schon zum Volltrottel genügt, na dann müssen aber etliche
Nobelpreisträger ob ihrer Fremdsprachenkenntnisse mal ganz schnell
den Preis wieder rausrücken, sich in die Trottelecke stellen
und sich schämen.
Grüße, René
PS: „Mein Antiamerikanismus ist übrigens gar nicht oberflächlich!“

1 „Gefällt mir“

ethisches Handeln

Für mich ist ethisches Handeln
heilsames Handeln; Handeln, das geeignet ist, Leiden zu
lindern und letzlich zu überwinden.

Hallo Ralf,

Deine Defnition des ‚ethischen Handelns‘, definiert doch nun aber eindeutig ‚das Führen von Kriegen‘ als ethisches Handeln.

Ob ich nun dabei an Ruanada oder das gegenwärtige (und gegenwärtig wieder vergessene Abschlachten) im Sudan denke.

http://www.ksta.de/html/artikel/1107881201180.shtml

Die Zahl der Toten beziffern die UN mit 70 000.

Gruss

Jacobias