Es soll leichter werden

Hallo zusammen…

Vor einem halben Jahr hab ich mir ein neues Fahrrad gekauft.
Und zwar das „Dakar“ von Winora. Wiegt im Lieferzustand 13,4 kg
Hinten noch ein Gepäckträger (so in etwa 500g) dran, Beleuchtung dazu und ich war erstmal glücklich.
Mein einziges Problem mit dem Teil ist, dass ich es im Alltag doch so manches Mal Treppen hoch und runter tragen muss. Und das würd ich mir gerne erleichtern. Das ganze bis auf eine 12 vor dem Komma abzuspecken wäre schön.
Und das ganze sollte nicht teurer werden, als ein neues Fahrrad
Was für Möglichkeiten hätte ich da denn so?

Erster Gedanke: Federgabel raus und stattdessen eine starre Gabel rein. Schließlich fahr ich zu 95% auf asphaltierten Straßen.
Gibts da Erfahrungswerte, wieviel man dabei einspart?
Um wiefiel ist ´ne gefederte Sattelstütze schwerer als eine normale?

Zweiter Gedanke: Andere Laufräder. vielleicht nur mit 24 Speichen statt 36. Aber gibts da Möglichkeiten, die halbwegs bezahlbar sind? Es macht für mich keinen Sinn ´nen 300-Euro-Laufradsatz an ein 600-Euro-Fahrrad zu schrauben, um am Ende 200 Gramm leichter zu sein…
Könnte man vielleicht einfach schmalere Reifen nehmen? Aktuell: Schwalbe Silento 40-622 Reflex
Würden Rennrad-Felgen in den Hinterbau passen oder haben Rennräder generell andere Maße als Trekkingbikes?

Und zum Abschluss noch ´ne Frage, die eher wegen der Ästhetik gestellt wird: Gibt es auch Brems/Schalthebel-Kombinationen für 27-Gang-Schaltungen? Also, nicht Brems- und Schalthebel getrennt, sondern 2-in-1?
Bei meinem alten 21-Gang-Nishiki (das man mir geklaut hat) gabs das…

KB

Hi

Erster Gedanke: Federgabel raus und stattdessen eine starre
Gabel rein. Schließlich fahr ich zu 95% auf asphaltierten
Straßen.

guter Gedanke, aber ich hab mich so dran gewöhnt, über Bordsteinkanten einfach drüber zu bügeln, das möcht ich nicht mehr missen. mit Stahlgabel müsst ich andauern das Rad hochreissen und meine Handgelenke waren auch sehr angetan von der Federgabel.

Gibts da Erfahrungswerte, wieviel man dabei einspart?

könnten je nach Gabel 1-2 KG sein.

Um wieviel ist ´ne gefederte Sattelstütze schwerer als eine
normale?

hängt auch von der Stütze ab. Die 30€dinger kann man aber nicht wirklich empfehlen. ich bin normalgewichtig und mir ist schon eione weggebrochen.

Zweiter Gedanke: Andere Laufräder. vielleicht nur mit 24
Speichen statt 36. Aber gibts da Möglichkeiten, die halbwegs
bezahlbar sind? Es macht für mich keinen Sinn ´nen
300-Euro-Laufradsatz an ein 600-Euro-Fahrrad zu schrauben, um
am Ende 200 Gramm leichter zu sein…

nun, dass ist es aber was teurere Räder teurer macht…

Und zum Abschluss noch ´ne Frage, die eher wegen der Ästhetik
gestellt wird: Gibt es auch Brems/Schalthebel-Kombinationen
für 27-Gang-Schaltungen? Also, nicht Brems- und Schalthebel
getrennt, sondern 2-in-1?

ich meine ja, aber würd ich nicht nehmen, weil beides wegmuss wenn eins kaputt geht…

HH

Hallo.
Ein Teil dass immer im Gewicht unterschätzt wird sind die Lenkergriffe. Leichte Moosgummi oder Korkgriffe wiegen nicht mehr als 50 Gramm. Die dicken Gummikloben die teilweise montiert sind manchmal 150 Gramm.
Wenn Du jetzt noch einrechnest dass beim Gewichtsparen dich normalerweise das gesparte Gramm einen Euro kostet, sind 100 gesparte Gramm für 8 Euro richtig billig. Und - Kleinvieh macht auch Mist!
Beispiel von Ritchey oder ProCraft gibts diese Griffe.
Bei den Laufrädern rate ich dringend ab, erstens bringen die paar Speichen nicht so viel wie zum Beispiel die Griffe, außerdem verlierst Du pro 4 Speichen über 10 Prozent Stabilität.
Wiege eher mal Deine Reifen. Die Orginalbereifung ist meist erdenschwer und da läßt sich viel machen.
Sattelstütze kannst Du mit einer einigermaßen leichte gut noch mal 100 Gramm sparen. Leichte Schläuche nochmal 100 Gramm.

Gruß´
Gerald

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hallo,

mit anbauten hat dein rad schätzungsweise ein gewicht von 14kg. 2kg sparen kostet schnell mal soviel wie das rad, wenn z.b. ein paar leichte laufräder verbaut werden sollen. es gibt aber ein paar teile, die in dieser preisklasse gerne extremes übergewicht haben:

  • reifen und schläuche: meistens gilt leider auch weniger gewicht = weniger pannenschutz, aber bei umsichtiger fahrweise und genügend druck kann man hier für relativ wenig geld unter umständen ein halbes kg rausholen, vielleicht sogar mehr. das fahrverhalten wird viel wendiger und spritziger, wenn die rotierende masse geringer wird. hier merkt man die ersparnis beim fahren am deutlichsten.

  • sattel: oft schleppt man hundertgrammweise gel mit sich herum, das den sattel auch nicht bequemer macht. relativ günstig und leicht sind der klassiker „flite“ oder der „slr“ ( beide von selle italia, beide in der tt-version mit dem besten preis-gewichts-verhältnis), die sich auch gut wiederverkaufen lassen, falls der hintern doch nicht drauf passt :wink:

  • gabel: für die federgabel habe ich eine herstellerangabe von 2,1kg gefunden. eine billige starrgabel aus stahl kann durchaus ein kg leichter sein, wobei ich da jetzt kein gewichtsangabe gefunden habe. je teurer, umso leichter: habe grade bei ebay eine kinesis alu-gabel für 109 euro gesehen, die mit ungekürztem schaft 750g wiegen soll.

  • anbauteile: vorbau, lenker und sattelstütze gibt es günstig und leicht von smica oder bbb.

nach möglichkeit solltest du das rad komplett zerlegen und alle einzelteile wiegen. zumindest die teile, die du unmittelbar planst auszutauschen, solltest du einzeln wiegen. dann kannst du vergleichen, wo du am meisten gramm pro euro sparen kannst.

bremsschalthebel gibt es von shimano in zwei varianten, die eine läuft meist unter dem begriff „sti-einheit“ und kombiniert einfach nur die bekannten schalt- und bremshebel von shimano an einer klemmschelle. hier kannst du eventuell ein schnäppchen machen, da dieses system in den gruppen mit 27 gängen nicht mehr gebaut wird. das neue system nennt sich „dual control“, hier schaltet man ähnlich wie am rennrad durch bewegung des bremshebels nach oben oder unten. daran scheiden sich allerdings die geister. deswegen gibt es (mittlerweile wieder) brems- und schalthebel auch einzeln, was wie schon geschrieben im defektfall billiger ist.

grüße

crazyeddie

Hallo!

  • reifen und schläuche: meistens gilt leider auch weniger
    gewicht = weniger pannenschutz…

Mit mangelhaftem Pannenschutz sind Reifen für den Alltagsbetrieb nach meinem Empfinden inakzeptabel. Was nützt das leichteste Laufrad mit Plattfuß?

…aber bei umsichtiger fahrweise und genügend druck…

Wie praxistauglich ist ein dünner und hart aufgepumpter Reifen abseits glatt gefegter Rennpisten? Auf Straßen und Radwegen liegen Split und Scherben, man holpert über Kopfsteinpflaster, Gullydeckel und schadhafte Wege. Der Alltagsbetrieb schreit eher nach Big Apple als nach Rennreifen.

Mit anderen Worten: Wenn man nicht gerade Geländeläufe mit geschultertem Fahrrad zu absolvieren hat, sind mir z. B. 18 kg Gewicht bei hoher Betriebssicherheit viel lieber, als abgespeckter Leichtbau, der in der erstbesten Fahrbahnrille zum Sturz und bei der ersten Scherbe auf der Straße zum Plattfuß führt. Die schwereren Laufräder mit dicken, pannensicheren Reifen muß man natürlich immer per Pedalkraft bewegen, aber das holt man mit einer Nabe mit gutem Wirkungsgrad (Rohloff) leicht wieder heraus. Die genannten dicken Reifen nehmen etliche Stöße auf, so daß man auf gefederte Gabel und gefederte Sattelstütze verzichten und Gewicht sparen kann. Auch im Vorderrad ist man mit einem schweren Nabendynamo besser bedient als mit einem altertümlichen Reibrad-Dingens, das spürbaren Fahrwiderstand bringt. Die Gewichtsparerei kann also dazu führen, daß sich das Fahrrad unkomfortabler, schwerer und unzuverlässiger bewegen läßt.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

  • reifen und schläuche: meistens gilt leider auch weniger
    gewicht = weniger pannenschutz…

Mit mangelhaftem Pannenschutz sind Reifen für den
Alltagsbetrieb nach meinem Empfinden inakzeptabel. Was nützt
das leichteste Laufrad mit Plattfuß?

richtig, darauf wollte ich mit diesem satz ja auch hinweisen. der laut winora-hp serienmäßig am winora dakar montierte silento wiegt laut schwalbe 680g bei 40mm breite, ist also schonmal gar nicht so schwer wie ich ursprünglich dachte. ein als unplattbar beworbener marathon plus atb in 42mm wiegt 970g. schön, aber dass will der fragesteller ja offensichtlich nicht, denn er fragt nach erleichterung und beklagt sich nicht über reifenpannen.
daher auch mein hinweis… damit er eben trotz aller bemühungen um gewichtsverlust pannenfrei bleibt.

…aber bei umsichtiger fahrweise und genügend druck…

Wie praxistauglich ist ein dünner und hart aufgepumpter Reifen
abseits glatt gefegter Rennpisten? Auf Straßen und Radwegen
liegen Split und Scherben, man holpert über Kopfsteinpflaster,
Gullydeckel und schadhafte Wege. Der Alltagsbetrieb schreit
eher nach Big Apple als nach Rennreifen.

nanu, wieso plötzlich ein dünner und hart aufgepumpter rennreifen? wer kommt denn im alltagsbetrieb auf so ideen? ich jedenfalls nicht. einen marathon supreme mit 525g bei 42mm breite würde ich ausprobieren, der hat augenscheinlich ein ähnliches profil wie der originalreifen. und mit genügend druck meine ich genügend druck, und nicht zuviel *rolleyes*. aber eben auch nicht zuwenig. das ist selbstverständlich abhängig vom reifen, vom fahrergewicht und vom einsatzbereich.

Mit anderen Worten: Wenn man nicht gerade Geländeläufe mit
geschultertem Fahrrad zu absolvieren hat, sind mir z. B. 18 kg
Gewicht bei hoher Betriebssicherheit viel lieber, als
abgespeckter Leichtbau, der in der erstbesten Fahrbahnrille
zum Sturz und bei der ersten Scherbe auf der Straße zum
Plattfuß führt.

schön, dass wir drüber geredet haben. worum gings dem fragesteller nochmal? ach ja, er muss das rad oft treppen hoch- und runtertragen und ihn stört das gewicht.

Die schwereren Laufräder mit dicken,
pannensicheren Reifen muß man natürlich immer per Pedalkraft
bewegen, aber das holt man mit einer Nabe mit gutem
Wirkungsgrad (Rohloff) leicht wieder heraus.

das halte ich - eine rohloff in allen ehren, hätte am winterbike auch gern eine - für stark übertrieben. außerdem will der fragesteller gewicht sparen und nicht 700-800 euro drauflegen, um am ende ein noch schwereres rad zu haben.

Die genannten
dicken Reifen nehmen etliche Stöße auf, so daß man auf
gefederte Gabel und gefederte Sattelstütze verzichten und
Gewicht sparen kann.

dicke reifen können potenziell mit weniger druck gefahren werden, weil sie mehr luftvolumen haben. der niedrigere druck führt natürlich dazu, dass mehr unebenheiten geschluckt werden. allerdings können auch gute reifen keine federgabel ersetzen. eine federsattelstütze dagegen finde ich eher zwiespältig, schließlich erhöht sie nicht den bodenkontakt des rades wie eine echte hinterradfederung.

Auch im Vorderrad ist man mit einem
schweren Nabendynamo besser bedient als mit einem
altertümlichen Reibrad-Dingens, das spürbaren Fahrwiderstand
bringt.

ich rate mal so ins blaue, dass am genannten rad eher eine akku-/batteriebeleuchtung dran ist als eine mit dynamo. aber wenn man schonmal offtopic is… so ein nabendynamo is sicherlich was feines.

Die Gewichtsparerei kann also dazu führen, daß sich
das Fahrrad unkomfortabler, schwerer und unzuverlässiger
bewegen läßt.

genau, KANN. aber muss nicht, kann auch genau das gegenteil bewirken.
möglichkeit eins: alles was zu einem leichteren rad als 18kg führen könnte, sofort verteufeln.
möglichkeit zwei: analysieren, was man braucht, wo man sparen kann und dann gewicht sparen, wo es sinn macht und keine funktion eingebüßt wird.

möge der fragesteller entscheiden :wink:

grüße

crazyeddie

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die meisten Gewichtspartipps wurden ja schon genannt. Mir würde nur noch eine leichtere Kurbelgarnitur einfallen. Häufig sind dort schwerere Teile verbaut, da darauf beim Kauf weniger geachtet wird als beispielsweise ein Schaltwerk.
Viel Spaß beim Treppensteigen

Danke erstmal…
So, erstmal danke ich allen, die hier geantwortet haben.

Und jetzt schau ich mich in aller Ruhe nach ´ner neuen Gabel um. Über den Winter sollte man da was geeignetes finden…
Und wenn nicht, der Fahrradhändler meines Vertrauens kann bestimmt weiterhelfen.

Frohen Nikolaus, Geschenkreiche Weihnachten, ein unfallfreies neues Jahr und schöne Ostern wünsch ich noch…

KB