Es war einmal

Hi!

Radikale Umstrukturierung des Gesundheitswesens nach dem Vorbild der privaten Krankenversicherung,

Benachteiligung von Familien, wenn nicht beruftstätige Familienmitglieder vorhanden (Erziehung, Kinder), da für jede Person eine eigene Versicherung abgeschlossen werden muss,
ferner Benachtteiligung von chronisch Kranken, da der Versicherungstarif abhängig vom persönlichen Gesundheitszustand

langfristig angelegter Umbau der Rentenversicherung auf ein anlagefinanziertes System,

Durch Verlust der Umlagefinanzierung muss der Staat langfristig enorme Summe aus den Steuereinnahmen für Rentenzahlungen zuschießen, die weit über das hinaus gehen, was heute bereits gezahlt wird
Die Renten aus einem anlagefinanzierten System sind abhängig vom wirtschaftlichen Erfolg des Versicherers. Erwirtschaftet der Versicherer keinen ausreichenden Ertrag, liegt die Rente unter dem Existenzminimum

Übertragung der Sozialhilfe von den Gemeinden auf den Bund (verhindert ständige Entlastung diverser Sozialsystem zu Lasten der Sozialhilfe und damit zugunsten des Bundes),

Akzeptiert

Abschaffung des Beamtentums außer bei hoheitlichen Aufgaben,

Im Jahr 2000 gab es in Deutschland im Öffentlichen Dienst 1,7 Mio Beamte, aber über 3 Mio Angestellte und Arbeiter .
Abschaffung bedeutet Verzicht auf die Weisungsbefugnis, Beamte auch an unbequemen Arbeitsplätzen einzusetzen;
Verzicht auf eine Bindung zwischen Arbeitgeber „Staat“ und Arbeinehmer; Verzicht auf Entfernung des Arbeitnehmers aus seiner Position etwa bei Regierungswechseln, um eine reogungslose Zusammenarbeit zwischen Staatsorgan und Mitarbeiter zu gewährleisten; Verzicht auf das Streikverbot für Beamte;

radikale Entschlackung und ebenso radikale Umstellung auf das Leistungsprinzip bei der öffentlichen Verwaltung

Wird bereits seit einigen Jahren so gefahren

generelle Vereinfachung der Genehmigungsprozesse,

Allgemeinplatz; müsste konkretisiert werden. Vermutlich ist nicht der Prozess gemeint, sondern die Vielzahl der zu beachtenden Verordnungen.

radikale Vereinfachung des Steuersystems,

auch ein Allgemeinplatz; Linear- oder Stufentarife? Grenzwerte? Generelle Abschaffung aller Steuervergünstigungen?

Streichung von Bagatellsteuern,

Welche sind das? Nach Aufkommen für den Staat, nach Höhe für den Bürger, nach Anzahl der Steuerpflichtigen? Wie soll die Gegenfinanzierung aussehen?

Erhöhung der Mineralölsteuer auf ein Niveau, das den Folgekosten entspricht,

Einseitige Bevorzugung ausländischer Transportunternehmen sowie der grenznahen Regionen; Benachteiligung der deutschen Autoindustrie, deren Produktion auf Geschwindigkeit und Leistung ausgerichtet ist.; maßgeblich negativer Einfluss auf die geforderte Flexibilität im Berufsleben (Fahrten von bis zu 2 Stunden zwischen Wohnung und Arbeitsplatz gelten als zumutbar)

Streichung der weitgehenden Steuerbefreiung auf Kerosin (Europaweit)

Wie schon gesagt, lässt sich nur auf Europaebene realisieren und hat daher – insbesondere nach der Erweiterung am 1.Mai 2004 – keine Chance

Streichung der Steuererleichterung für Diesel (Europaweit)

s.o.

Verlängerung der Legislaturperioden auf 5 oder 6 Jahre,

Ist auf Länderebene teilweise bereits umgesetzt;

persönliche Haftung für Verschwendung von Steuergeldern,

kaum machbar, da die Beweisführung der Verantwortlichkeit höchst schwierig ist. Für eine Übergangszeit wurde nach Verlegung des Regierungssitzes von Bonn nach Berlin Beamten zwei Jahre lang Heimflüge bezahlt. Das gilt als Steuerverschwendung. Wer soll persönlich haftbar gemacht werden? Der Nutzer der Regelung? Der Ausschuss, der diese Regelung erarbeitet hat? Das Parlament, das darüber abgestimmt hat? Gleiches gilt für die „Buschzulage“, also die Zulage für West-Beamte in den neuen Bundesländern. Steuerverschwendung, aber wer ist persönlich haftbar? Was ist mit Steuerverschwendung wie vertrag geregelte Abfindungen (siehe Florian Gerster)? Ökonomisch und ökologisch fragwürdiger Straßenbau? Kapitalverluste aus Schuldenerlass wie aktuell beim Irak? Steuerverschwendung mangels effizienter Steuerfahndung? Steuerverluste durch Gesetzeslücken?

verstärkte Haftung von Exekutiv- und Kontrollorganen in Unternehmen,

auch hier gilt das Problem der Beweisführung, s.o.

vollständige Abschaffung bzw. Verbot des Depotstimmrechts,

akzeptiert

Bildungsinitiative (Änderungen bei der Lehrerausbldung z.B. Praxispflicht vor Berufsstart, Lehrplananpassungen, frühzeitige Trennung der Schüler nach Leistungsfähigkeit, Ganztagssschulen mit Schuluniform, Umkrempelung der Universitäten, d.h. eigene Auswahl der Studenten, faule und schlechte Profs fliegen raus usw.),

akzeptiert

Wiedereinführung von Karenztagen (falls der Krankenstand zukünftig wieder ansteigt),

Führt zu vermehrten Arztbesuchen und dadurch höheren Kosten im Gesundheitswesen sowie zu höherem Krankenstand im Unternehmen, da die Leute trotz Krankheit arbeiten gehen und andere Mitarbeiter infizieren (z.B. bei Erkältungen, Grippe usw.)

flächende Einführung von Arbeitszeitkonten,

akzeptiert, aber nur im Rahmen einer maximalen Arbeitszeit pro Tag, Woche und Monat

weitgehende Öffnungsklausel für die Tarifverträge,

ist in vielen Betrieben bereits längst Gegenwart; Regelungen über Arbeitszeit, Entlohnung, Arbeitsplatzbeschreibungen usw. laufen vielerorts längst unternehmensintern

Beschränkung des Streikrechts auf wesentliche Anlässe (Forderung nach 2% mehr Lohn ist kein wesentlicher Anlaß),

Bitte konkretisieren, was ein wesentlicher Anlass ist und welches Mittel dem Arbeitnehmer gestattet ist, Lohnforderungen nach Scheitern der Tarifverhandlungen durchzusetzen

Ausschluß von nicht betriebsangehörigen Gewerkschaftsmitgliedern von den Aufsichtsratswahlen,

Führt zu Druck des Arbeitgebers auf die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat bei kritischen Entscheidungen, von Androhung möglicher Konsequenzen für den einzelnen Arbeitnehmer-AR, Stimmungsmache unter der Belegschaft gegen die Kollegen im AR, geplantes und von oben gedecktes Mobbing. Ein AR mit Betriebszugehörigkeit steht viel massiver unter Druck als ein Betriebsfremder.

Vereinfachung der Wohnungsbauförderung (d.h. Abschaffung jeglicher Förderung für nicht selbstgenutzte Immobilien),

Verlust des Anreizes zum Bau von Mietwohnungen

Streichung aller Regulierungen des Wohnungsmarktes außer den direkten Mietzuschüssen (die allerdings u.U. auch höher ausfallen können als heute),

Ende des sozialen Wohnungsbaus; Unterbringung von Bedürftigen (Studenten, Alte, Arbeitslose, Großfamilien) wird ausschließlich über die Miete reguliert;

massive Erhöhung der Fehlbelegungsabgabe bei bestehenden Sozialwohnungen…

Ich dachte, Regulierungen des Wohnungsmarktes soll es nicht mehr geben (also auch keine Sozialwohnungen mehr). Wie kann es dann Fehlbelegungen geben?

Gesamtbetrachtung: Bei Umsetzung der Forderungen würde sich vieles in D verändern, aber nicht zwangsläufig zum Vorteil. Ich bin aber nicht davon überzeugt, dass die geschilderten Maßnahmen dazu führen, drei bis vier Millionen Menschen eine Arbeitsstelle zu beschaffen.

Grüße
Heinrich

heute (bei uns) so:
Hallo Vanic,
nein, ich hab mich zum ersten Mal, nicht durch nen Artikelbaum gekämpft.

Ich will dir mal darstellen, wie es uns in der Südwestpfalz geht:

Die wenigen Betriebe, die es sich erlauben könnten, hierzubleiben,
wandern in andere Regionen in Deutschland ab, die besser ans öffentliche Verkehrsnetz angebunden sind, als unsere Region.
Diejenigen Firmen, die es sich erlauben können, in Billiglohnländer abzuwandern, die gehen.
D. h. hier sind viele Firmen auf der Flucht.

Die Arbeitnehmer, die es sich erlauben können, bleiben hier (Heimweh/Kinder).
Die, die es sich nicht erlauben können, versuchen hier zu überleben.
Aber auch sie versuchen, ihren Wohnsitz ins Ausland zu verlagern.
Vor ca 2 Jahren wars noch so, dass Leute, die in Frankreich wohnen, hier in den Großmärkten einkauften.
Heute sieht man kaum noch ein franz. Autokennzeichen hier.
D. h. nicht nur wohnen (Miete/Grundstückspreise), überleben (Gesundheitszuzahlungen), sondern auch das Leben ansich (Lebensmittel/Kraftstoff) sind im nahegelegenen Frankreich billiger.
Außerdem bleibt beim Nettoverdienst mehr übrig, wenn man in D arbeitet, aber in F wohnt.

Wären mehr Schulen (mit deutschsprachigem Unterricht) auf der franz. Grenzregion hier, so wäre ich wahrscheinlich auch nicht mehr in D.
D. h. unsere Region blutet aus. Wenige Arbeitsplätze, die wegen der zu hohen Zahl an Arbeitssuchenden, zu schlecht bezahlt werden. Da muß der Arbeitnehmer auch überlegen, ob es sich für ihn noch rentiert, hierzubleiben. Ist schon krass, wenn eine Familie mit 2 Kindern und 2 Vollgehältern sich kein eigenes Haus mehr leisten kann oder sogar trotzdem Sozialhilfe bezieht.

Aber:
Was ist, wenn jetzt auch noch die restlichen Arbeitnehmer ihren Wohnsitz ins Ausland verlagern?
Wer zahlt dann die Gehälter unserer Politiker bzw kauft die Produkte, die „deutsche“ Firmen im Ausland billiger herstellen lassen, um sie an „Deutsche“ teurer zu verkaufen als z. b. an „Franzosen“?

Außerdem:
Ich finds krass, wenn ich für eine Stunde, die ich für einen Kollegen zahlen müßte, wenn er mir mal hilft, das 5fache zahlen muß, das ich selbst als Nettolohn bekomme…

*Grübel*

Gruß *wink* Daggi

Hallo,

Benachteiligung von Familien, wenn nicht beruftstätige
Familienmitglieder vorhanden (Erziehung, Kinder), da für jede
Person eine eigene Versicherung abgeschlossen werden muss,

das stimmt so nicht. Auch private KVs bieten Familienversicherungen an.

ferner Benachtteiligung von chronisch Kranken, da der
Versicherungstarif abhängig vom persönlichen
Gesundheitszustand

andernfalls jedoch Benachteiligung der Gesunden, die trotz geringem Risiko eine überhöhte Prämie zahlen müssen.

Durch Verlust der Umlagefinanzierung muss der Staat
langfristig enorme Summe aus den Steuereinnahmen für
Rentenzahlungen zuschießen, die weit über das hinaus gehen,
was heute bereits gezahlt wird

Nein. Das wäre ein kurz- bis mittelfristiger Effekt, der solange anhalten würde bis das Rentensystem umgestellt ist. Schon jetzt ist es für die unter 30jährigen zwingend erforderlich, eine private Rentenvorsoge zu treffen, für die unter 40jährigen wird es dringend empfohlen. Und das ohne die Abgabenlast dieser Bevölkerungsgruppe (die Mehrheit!) an die gesetzliche Rentenversicherung um einen Cent zu senken.

Würde das Rentensystem umgestellt, so wäre eine Übergangszeit von etwa 20 Jahren zu überbrücken, bis die erste Generation in Rente geht, die ihre Altersversorgung zu einem erheblichen Teil aus eigener Tasche finanzieren kann (wenn sie von den Zahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung befreit ist). Hiervon ist aber nur 2/3 in Anrechnung zu bringen, da der Staat ohnehin 1/3 der Rentenzahlung aus Steuermitteln finanziert.

Bei einer gleichzeitigen Umstellung im Gesundheitswesen und dem Wegfall der staatlichen Zuzahlungen in dem Bereich, bleibe ein Restbetrag, der aus Schulden zu finanzieren wäre, deren Rückzahlung durch die dann bei vollständigen Rückzug des Staates aus dem Rentensystem (nach ca. 40 Jahren) freiwerdenden 1/3 Rentenzuzahlungen (s.o.) gewährleistet ist.

Die Renten aus einem anlagefinanzierten System sind abhängig
vom wirtschaftlichen Erfolg des Versicherers. Erwirtschaftet
der Versicherer keinen ausreichenden Ertrag, liegt die Rente
unter dem Existenzminimum

Dieses Argument ist keines, wie ich unten schon geschrieben hatte, da die staatliche Rentenversicherung mit leeren Kassen operiert und schon der Generation der heutigen Ersteinzahler eine negative Rendite garantiert. Dies unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung.

Bei einer privat organisierten Rente (die selbstverständlich nicht nur aus einem Vertrag mit einem Versicherer bestehen kann) ist mit einer negativen Rendite über einen so langen Zeitraum nur bei einer anhalten Wirtschaftskrise zu rechnen. In so einem (höchst unwahrscheinlichem) Fall ist aber auch davon auszugehen, daß der Staat bereits zahlungsfähig ist und überhaupt keine Rente mehr auszahlt.

Was die Renten unter dem Existenzminimum aufgrund der eigenen Arbeitsbiographie angeht, so gibt es die heute auch schon. In diesem Fall muß nach wie vor das Sozialamt eingereifen.

Im Jahr 2000 gab es in Deutschland im Öffentlichen Dienst 1,7
Mio Beamte, aber über 3 Mio Angestellte und Arbeiter .
Abschaffung bedeutet Verzicht auf die Weisungsbefugnis, Beamte
auch an unbequemen Arbeitsplätzen einzusetzen;
Verzicht auf eine Bindung zwischen Arbeitgeber „Staat“ und
Arbeinehmer; Verzicht auf Entfernung des Arbeitnehmers aus
seiner Position etwa bei Regierungswechseln, um eine
reogungslose Zusammenarbeit zwischen Staatsorgan und
Mitarbeiter zu gewährleisten; Verzicht auf das Streikverbot
für Beamte;

Hierbei noch ergänzend: Kürzungen im öffentlichen Dienst wie das Streichen von Weihnachts- und Urlaubsgeld betreffen ausschließlich Beamte und nicht die öffentlich Angestellten. Würde das Beamtentum abgeschafft, so wären die heutigen Beamten zu den selben Bedingungen wie die Angestellten in die öffentliche Verwaltung zu übernehmen (hierzu gehört auch die defacto Unkündbarkeit nach einiger Zugehörigkeit). Dadurch würde kein Cent gespart und keine Akte schneller bearbeitet.

viele Grüße,

Ralf

Hallo Heinrich,

Radikale Umstrukturierung des Gesundheitswesens nach dem Vorbild der privaten Krankenversicherung,

Benachteiligung von Familien, wenn nicht beruftstätige
Familienmitglieder vorhanden (Erziehung, Kinder), da für jede
Person eine eigene Versicherung abgeschlossen werden muss,
ferner Benachtteiligung von chronisch Kranken, da der
Versicherungstarif abhängig vom persönlichen
Gesundheitszustand

muß nicht sein. Es geht mir um die Übernahme wesentlicher Elemente aus der PKV, nicht um die Übernahme 1:1 des Systems. Wie schon einmal schrieb: Mein Beitrag zur PKV (d.h. der ambulanten und zahnärztlichen Versorgung) ist drei Jahre lang konstant geblieben. Wenn der Patient nur dann zum Arzt geht, wenn er wirklich einen Grund hat (Rückerstattungen bei geringer oder keiner Leistungsinanspruchnahme), der Arzt nur verschreibt, was gebraucht/behandelt wird (Rechnungen an den Patienten) und die Verwaltung effizient arbeiten muß (keine Anstalten des öff. Rechts sondern VVaG oder AG), funktioniert das System.

Weiterhin gibt es Möglichkeiten, sich gegen Beitragssteigerungen abzusichern. Außerdem kann das System immer noch auf dem Solidaritätsprinzip beruhen, d.h chronisch Kranke und Sozialschwache erhalten die Unterstützung der Gemeinschaft. Bei besserer Versorgung ist mein Beitrag immer noch halb so hoch wie der Beitrag in der GKV. Mit der Differenz kann man sich noch einiges an sozialen Wohltätigkeiten erlauben. Weiterhin erfolgt bei der PKV eine personenbezogene Versicherung, d.h. es werden Altersrückstellungen gebildet, die den Beitragsanstieg dämpfen, eben analog zur anlagefinanzierten Rente.

langfristig angelegter Umbau der Rentenversicherung auf ein anlagefinanziertes System,

Durch Verlust der Umlagefinanzierung muss der Staat
langfristig enorme Summe aus den Steuereinnahmen für
Rentenzahlungen zuschießen, die weit über das hinaus gehen,
was heute bereits gezahlt wird

Das müßte man mal durchrechnen. Ohne Belastung für jeden wird es so oder so nicht gehen. Der Staat zahlt derzeit rd. 80 Mrd. pro Jahr in die Rentenversicherung, das sind überschlägig gerechnet 20-25% der Gesamtleistung.

Die Renten aus einem anlagefinanzierten System sind abhängig
vom wirtschaftlichen Erfolg des Versicherers. Erwirtschaftet
der Versicherer keinen ausreichenden Ertrag, liegt die Rente
unter dem Existenzminimum

Wieso hier dauernd Versicherer ins Spiel gebracht werden, ist mir schleierhaft. Für meine private Altersversorgung hab ich noch keinen Vresicherer oder anderen Finanzdienstleister gebraucht.

Abschaffung des Beamtentums außer bei hoheitlichen Aufgaben,

Im Jahr 2000 gab es in Deutschland im Öffentlichen Dienst 1,7
Mio Beamte, aber über 3 Mio Angestellte und Arbeiter .
Abschaffung bedeutet Verzicht auf die Weisungsbefugnis, Beamte
auch an unbequemen Arbeitsplätzen einzusetzen;
Verzicht auf eine Bindung zwischen Arbeitgeber „Staat“ und
Arbeinehmer; Verzicht auf Entfernung des Arbeitnehmers aus
seiner Position etwa bei Regierungswechseln, um eine
reogungslose Zusammenarbeit zwischen Staatsorgan und
Mitarbeiter zu gewährleisten; Verzicht auf das Streikverbot
für Beamte;

Über den Punkt kann man diskutieren, aber der Beamtenstatus bringt vor allem eines mit sich: Eine Einstellungsveränderung aufgrund der Unkündbarkeit.

radikale Entschlackung und ebenso radikale Umstellung auf das Leistungsprinzip bei der öffentlichen Verwaltung

Wird bereits seit einigen Jahren so gefahren

Auf dem Papier. Die Praxis läuft vielfach so ab, wie von mir beschrieben.

generelle Vereinfachung der Genehmigungsprozesse,

Allgemeinplatz; müsste konkretisiert werden. Vermutlich ist
nicht der Prozess gemeint, sondern die Vielzahl der zu
beachtenden Verordnungen.

Sowohl als auch. Verordungen und Einspruchsrechte müssen gestrichen (nicht alle, einige), die Anzahl der involvierten Behörden reduziert und verbindliche Fristen für die Antragsabwicklung gesetzt werden.

radikale Vereinfachung des Steuersystems,

auch ein Allgemeinplatz; Linear- oder Stufentarife?
Grenzwerte? Generelle Abschaffung aller Steuervergünstigungen?

Ich halte es da mit dem Vorbild Litauens: Absetzbarkeit von Vorsorgeaufwendungen und Spenden. Ende. Es sind im übrigen nicht nur die Vorschriften zur privaten Einkommenbesteuerung eine Katastrophe, sondern in allen Bereichen. Die Ausarbeitung unserer Rechtsabteilung und -berater zu den Änderungen bei der Unternehmensbesteuerung 2003/2004 ist rd. 30 Seiten lang und die Durchführungsbestimmungen sind da noch nicht drin, weil es die noch gar nicht gibt.

Streichung von Bagatellsteuern,

Welche sind das? Nach Aufkommen für den Staat, nach Höhe für
den Bürger, nach Anzahl der Steuerpflichtigen? Wie soll die
Gegenfinanzierung aussehen?

Als Beispiel sei die vor ein paar Jahren gestrichene Salzsteuer genannt, die pro Jahr TDM 200 einbrachte. Schaumwiensteuer € 500 Mio., Kaffeesteuer € 1,1 Mrd. Das sind die kleinsten Steuern, die noch in der Übersicht zum Bundeshaushalt aufgeführt werden. Es gibt noch etlliche mehr, mit einem Aufkommen von unter 100 Mio. Die Suche, welche das sind, spare ich mir jetzt.

Verlängerung der Legislaturperioden auf 5 oder 6 Jahre,

Ist auf Länderebene teilweise bereits umgesetzt;

Warum dann nicht auf Bundesebene?

persönliche Haftung für Verschwendung von Steuergeldern,

kaum machbar, da die Beweisführung der Verantwortlichkeit
höchst schwierig ist.

Wer ein Toilettenhäuschen für 100.000 Euro bestellt, ist nachvollziehbar. Eine Regelung läßt sich funden und wenn eine ganze Behörde den Hut rumgehen lassen muß.

verstärkte Haftung von Exekutiv- und Kontrollorganen in Unternehmen,

auch hier gilt das Problem der Beweisführung, s.o.

Die ist auch bei Mord nicht einfach. Deswegen einfach eine Bestrafung unterlassen, erscheint wenig sinnvoll.

Wiedereinführung von Karenztagen (falls der Krankenstand zukünftig wieder ansteigt),

Führt zu vermehrten Arztbesuchen und dadurch höheren Kosten im
Gesundheitswesen sowie zu höherem Krankenstand im Unternehmen,
da die Leute trotz Krankheit arbeiten gehen und andere
Mitarbeiter infizieren (z.B. bei Erkältungen, Grippe usw.)

Standardargument, was keines ist. Es ist eine Typfrage, ob man zum Arzt geht oder nicht. Auch heute rennen die Leute krank zur Arbeit und verschleppen Erkrankungen.

weitgehende Öffnungsklausel für die Tarifverträge,

ist in vielen Betrieben bereits längst Gegenwart; Regelungen
über Arbeitszeit, Entlohnung, Arbeitsplatzbeschreibungen usw.
laufen vielerorts längst unternehmensintern

Warum wird die Öffnungsklausel dann gefordert und warum treten so viele Unternehmen aus den Verbänden aus und warum hat mir noch kein Kunde erzählt, daß er eine Öffnungsklausel vereinbaren konnte, obwohl es viele wollten (und auch nötig hatten). Anpassungen sind regelmäßig erst dann möglich, wenn die Pleite so kurz vor der Tür steht, daß auch ein Gewerkschafter sie sieht. Die Betriebsräte, die das Unternehmen besser kennen als jeder Gewerkschafter, sind seltsamerweise deutlich kooperativer, wenn es um kurzfristige Maßnahmen geht. Wird erst der Gebietsgewerkschafter hinzugezogen, wird da regelmäßig eine Klassenkampfnummer draus.

Beschränkung des Streikrechts auf wesentliche Anlässe (Forderung nach 2% mehr Lohn ist kein wesentlicher Anlaß),

Bitte konkretisieren, was ein wesentlicher Anlass ist und
welches Mittel dem Arbeitnehmer gestattet ist, Lohnforderungen
nach Scheitern der Tarifverhandlungen durchzusetzen

Es gibt im Zivil-, Straf- und Verwaltungsrecht den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Eine Volkswirtschaft lahmzulegen, um 40 Euro pro Monat und Mitarbeiter rauszuschlagen, ist nicht verhältnismäßig. Das Streikrecht wurde zur Durchsetzung von essentiellen Verbesserungen der Arbeits-/Lebensqualität geschaffen und nicht zur Profilierung von Gewerkschaftern.

Ausschluß von nicht betriebsangehörigen Gewerkschaftsmitgliedern von den Aufsichtsratswahlen,

Führt zu Druck des Arbeitgebers auf die Arbeitnehmerseite im
Aufsichtsrat bei kritischen Entscheidungen, von Androhung
möglicher Konsequenzen für den einzelnen Arbeitnehmer-AR,
Stimmungsmache unter der Belegschaft gegen die Kollegen im AR,
geplantes und von oben gedecktes Mobbing. Ein AR mit
Betriebszugehörigkeit steht viel massiver unter Druck als ein
Betriebsfremder.

Komisch, bei uns werden Betriebsfremde traditionell nicht gewählt und nach dem, was man so hört, ist das eher die Regel als die Ausnahme. Ein Gewerkschafter, der nicht Mitarbeiter ist, taucht regelmäßig nur zu den Sitzungen auf, während die betriebszugehörigen AR-Mitglieder teilweise seit Jahrzehnten Mitarbeiter, Betriebsräte und insgesamt hochgeachtet sind.

Wenn kritische Entscheidungen mit der nötigen Intensität und Anschaulichkeit geschildert werden bzw. die Situationen, denen sie erwachsen, ist erstaunlicherweise das Verständnis relativ groß. Anfeindungen aus der Mitarbeiterschaft sind da eher die Ausnahme.

Was die Erpressbarkeit angeht: Die Arbeitnehmervertreter haben in 2002 zwei Vorstandsmitglieder aus dem Amt gekegelt. Es kommt halt nicht auf den Posten sondern auf die jeweiligen Personen an. Warum sollte ein externer Gewerkschafter sich auch groß einmischen: Er hat nichts zu verlieren und bekommt seine Aufwandsentschädigung so oder so. Ein Mitarbeiter im Aufsichtsrat kennt den Laden und die Menschen, die die Entscheidungen betreffen und wird sich daher idealerweise für die Arbeitnehmerbelange einsetzen.

Vereinfachung der Wohnungsbauförderung (d.h. Abschaffung jeglicher Förderung für nicht selbstgenutzte Immobilien),

Verlust des Anreizes zum Bau von Mietwohnungen

Der Wohnungsbau wird nicht durch die Eigenheimzulage gefördert, sondern durch Mietobergrenzen, Kündigungsfristen und gestärkte Mieterrechte behindert. Wegen der paar Kröten aus der Förderung fängt niemand an, Häuser zu bauen und wer es macht, macht einen Fehler.

Streichung aller Regulierungen des Wohnungsmarktes außer den direkten Mietzuschüssen (die allerdings u.U. auch höher ausfallen können als heute),

Ende des sozialen Wohnungsbaus; Unterbringung von Bedürftigen
(Studenten, Alte, Arbeitslose, Großfamilien) wird
ausschließlich über die Miete reguliert;

Wo ist das Problem?

massive Erhöhung der Fehlbelegungsabgabe bei bestehenden Sozialwohnungen…

Ich dachte, Regulierungen des Wohnungsmarktes soll es nicht
mehr geben (also auch keine Sozialwohnungen mehr). Wie kann es
dann Fehlbelegungen geben?

Wie ich schrieb: „bei bestehenden Sozialwohnungen“. Ich will die alten ja nicht sprengen.

Gesamtbetrachtung: Bei Umsetzung der Forderungen würde sich
vieles in D verändern, aber nicht zwangsläufig zum Vorteil.
Ich bin aber nicht davon überzeugt, dass die geschilderten
Maßnahmen dazu führen, drei bis vier Millionen Menschen eine
Arbeitsstelle zu beschaffen.

Also ändern wir nichts und laufen weiter munter auf die Klippe zu? Das ist die derzeitige Taktik, die ich persönlich für wenige erfolgversprechend halte.

Gegenvorschläge?

Gruß,
Christian

Hi!

Wieso hier dauernd Versicherer ins Spiel gebracht werden, ist
mir schleierhaft. Für meine private Altersversorgung hab ich
noch keinen Vresicherer oder anderen Finanzdienstleister
gebraucht.

Wie machst du das ohne Versicherer resp. Finanzdienstleister?
Legst du Euro für Euro aufs (unsinnige) Sparbuch? Oder spekulierst du an der Börse (wenn ja, glaubst du, eine Kassiererin bei Aldi oder der Kfz-Mechaniker einer Karosseriewerkstatt hat ausreichend Kenntnis, sein wenig Geld ertragreich an der Börse anzulegen)?

Private Altersvorsorge ist ein Synonym für Private Rentenversicherung bei den bekannten deutschen Versicherungsgesellschaften. Und die müssen mittlerweile so gewaltige Rückstellungen bilden für Rentenzahlungen bilden, dass die deutschen Versicherer über kurz oder lang in die Knie gehen werden.

Ich halte es da mit dem Vorbild Litauens: Absetzbarkeit von
Vorsorgeaufwendungen und Spenden. Ende.

Warte mal die nächsten Jahr ab. Wenn sich die EU-Mitgliedschaft in Litauen richtig bemerkbar macht, werden die eine Menge neuer Steuergesetze einführen. Hand drauf!

Wenn kritische Entscheidungen mit der nötigen Intensität und
Anschaulichkeit geschildert werden bzw. die Situationen, denen
sie erwachsen, ist erstaunlicherweise das Verständnis relativ
groß. Anfeindungen aus der Mitarbeiterschaft sind da eher die
Ausnahme.

Vermutlich haben wir zwei grundsätzlich unterschiedliche Erfahrungen im Berufsleben gemacht. in meinem jetzt 27 Jahre andauernden Berufsleben kann ich leider auf keine positiven Erfahrungen mit Unternehmensleitungen und Mitarbeitervertretungen zurückgreifen - dafür aber auf eine ganze Menge, wo man sehenden Auges das Unternehmen gegen die Wand gefahren hat.

Der Wohnungsbau wird nicht durch die Eigenheimzulage
gefördert, sondern durch Mietobergrenzen, Kündigungsfristen
und gestärkte Mieterrechte behindert. Wegen der paar Kröten
aus der Förderung fängt niemand an, Häuser zu bauen und wer es
macht, macht einen Fehler.

Ein Kollege (Ende 30) hat sich gerade die dritte Wohnung zugelegt (die erste bei Frankfurt/Main, die zweite in Hannover, die dritte in Düsseldorf nahe der Uni. Und finanziert mindestens die Düsseldorfer Wohnung ausschließlich über Steuergutschriften und Mieteinnahmen.

Wie ich schrieb: „bei bestehenden Sozialwohnungen“. Ich will
die alten ja nicht sprengen.

Man muß ja nicht sprengen. Der Verlust der Anerkennung als Sozialwohnung reicht doch schon.

Also ändern wir nichts und laufen weiter munter auf die Klippe
zu? Das ist die derzeitige Taktik, die ich persönlich für
wenige erfolgversprechend halte.

Gegenvorschläge?

Keine Gegenvorschläge, keine Änderungen. Weil ich der Auffassung bin, dass der aktuelle Prozess sich nicht mehr stoppen lässt.
Staatsbankrott und Gründung der Dritten Republik wäre vermutlich die einzige Möglichkeit.

Grüße
Heinrich

Hallo Daggi

Außerdem:
Ich finds krass, wenn ich für eine Stunde, die ich für einen
Kollegen zahlen müßte, wenn er mir mal hilft, das 5fache
zahlen muß, das ich selbst als Nettolohn bekomme…

das lieg daran, daß Du Dich mit der falschen Währung bezahlen lässt bzw. die Dir erbrachten Leistungen in der falschen Währung bezahlst!
bei

http://www.rhellbart.de/INDEX/chiemgau-regio2003.pdf

ist das Verhältnis nahezu wenn nicht exakt 1:1 .
OK das ist nicht die ganze Wahrheit. Aber es ist eine für Dich realisierbare Lösung. Gibts untersessan auch in der Oberlausitz da heisst es jedoch nicht Chiemgauer!

Hintergrund: Das Geld (Euro) verliert zusehens die ihm angedachte Funktion. Statt der Wirtschaft als Tauschmittel zu dienen, wir es als Sicherheit gehortet und vermehrt sich, oh Wunder, auf der Bank von ganz allein. Die Banken wiederum geben es Kreditsuchenden lange nicht mehr so heraus, wie noch vor sehr wenigen Jahren. Damit steht es dem Wirtschaftskreislauf nicht mehr zur Verfügung. Und falls doch mal einen Euro den Besitzer wechelst (z.B. bei Deinem Arbeitgeber zu Dir) hält der Staat die Hand kräftig auf, um all seine realistischen und erfundenen Kostenfallen damit füllen zu können. Beim Chiemgauer oder bei Tauschringen tut er dies noch nicht und beobachtet argwöhnisch die Entwicklung.
Wenn im Chiemgau irgendwann alle nur noch mit Chiemgauer bezahlen, wird der Staat logischerweise einschreiten und diesen ebenso mit Abgaben verauflagen wie den Euro. Bis dahin kannst Du jedoch die Vorteile nutzen. In der Schweiz gibt es nebenbei bemerkt ebenfalls seit etlichen Jahren eine stets genutzte Alternativwährung den „WIR“-Franken mit dem es offensichtlich leichter ist Waren und Dienstleistungen (im Inland) zu begleichen als mit der frei konvertierbaren Währung CHF wird jedoch eher auf Firmenebene statt auf Privatebene praktiziert.
Würdest Du also Deinen Arbeitgeber bitten dich in einer nicht konvertierbaren Währung zu bezahlen, denke ich gerade nach, gäbe es zwei Ergebnisse. Du bekommst wegen der fehlenden Abgaben, auf Chiemgauer zahlst Du nun mal keine Lohnsteuer, eine wesentlich höhere Kaufkraft. Für die erhälst Du dann jedoch im Wesentlichen im Inland produzierte Produkte, da in China einfach keiner was mit Chiemgauern anfangen kann. Absolut gesehen wird es mehr Geld als Waren geben und das hatten wir schon mal bis 1990 ab dem Thüringer Wald ostwärts.
Das das nicht das absolut Wahre gewesen ist, ist soweit klar. Aber für das tägliche Leben hatte jeder Geld weil jeder einen Arbeitsplatz hatte und wie das zu der Zeit aussehen soll, wenn alle Firmen weg sind und der Staat nicht mehr für Dich aufkommen kann oder will…ich weiss nicht, da ist die eben gedachte Version die bessere (um Himmelswillen wo haben wir uns nur hinentwickelt, schon nach DDR Verhältnissen streben zu müssen!). Die Alternative, den Firmen hier die Bedingungen mit fehlenden Umweltauflagen und niedrigen Löhnen derart schmackhaft zu machen, daß sie nicht abwandern, ist netto gesehen auch nichts anderes als DDR Verhältnisse, na dann prost Mahlzeit!
Mach Dich langsam mit dem Gedanken vertraut, daß die 1989er Revolution zufällig in die kapitalistische Richtung abkippte. Wo die Menschen damit hingeraten sind, erkennt heute der naivste und politisch Desinteressierteste, die Menschen suchen nach Alternativen.
Es gibt aber noch eine bessere, wenn nicht die einzigste Alternative, und auf die wirds unter dem Strich hinauslaufen, sollten wir nicht vorher durch einen Atomschlag vom Erdball verschwunden sein.
Diese findest Du im Archiv. Stichtag 11.06.2004 Thema: Silvio Gesell.
Gruß Torsten

Hi!

Die Renten aus einem anlagefinanzierten System sind abhängig
vom wirtschaftlichen Erfolg des Versicherers. Erwirtschaftet
der Versicherer keinen ausreichenden Ertrag, liegt die Rente
unter dem Existenzminimum

Dieses Argument ist keines, wie ich unten schon geschrieben
hatte, da die staatliche Rentenversicherung mit leeren Kassen
operiert und schon der Generation der heutigen Ersteinzahler
eine negative Rendite garantiert. Dies unabhängig von
der wirtschaftlichen Entwicklung.

Erstens soll der Staat sich mit Zuschüssen zu anlagefinanzierten Rente grundsätzlich heraushalten. Denn sonst ändert sich nichts zum Status Quo (anlagefinanzierte Rente geht in die Hose, also macht Papa Staat wie sonst auch das Staatssäckel weit auf - damit ist das Problem aber weiterhin ungelöst).

Zweitens:
Vielleicht kannst du als Befürworter der anlagefinanzierten Rente erläutern, wie das Verfahren der Kapitalanlage dafür aussieht.
Wer ist z.B. der Empfänger der monatlichen Beitragszahlungen, wenn es die „Umverteilungsanstalten“ BfA und LVA nicht mehr gibt? Bleiben BfA und LVA trotzdem erhalten und betätigen sich als Geldanleger auf dem freien Markt (analog zu den Versicherungsgesellschaften)? Oder sind BfA und LVA dann obsolet und längst abgeschafft und die Monatszahlungen für die Rente gehen an private Rentenversicherer, die im Rahmen ihrer üblichen Geschäfte das Geld entsprechend anlegen müssen?

Egal wie, ich verweise auf eine Pressemitteilung von Standard & Poor’s von gestern (via Reuters), in der eine weiter sinkende Rendite für die Versicherten prognostiziert wird. S&amp:stuck_out_tongue_winking_eye: bezweifelt sogar das Geschäftsmodell der deutschen Versicherer an sich und meint, dass die garantierte Verzinsung nicht zu halten ist, langfristige Sparprodukte (wie eben Rentenversicherungen) mangels ausreichender Verzinsung unverkäuflich werden (siehe: http://de.biz.yahoo.com/040310/71/3xe3i.html )

Wieso würde eine anlagefinanzierte Rente der BfA/LVA besser rentieren als eine Rentenversicherung eines Versicherungsunternehmens?

Deshalb meine Aussage zur Problematik eines nicht ausreichenden wirtschaftlichen Erfolges.

Grüße
Heinrich

Guten morgen,

Wie machst du das ohne Versicherer resp. Finanzdienstleister?

http://www.bwpv.de/

Warte mal die nächsten Jahr ab. Wenn sich die
EU-Mitgliedschaft in Litauen richtig bemerkbar macht, werden
die eine Menge neuer Steuergesetze einführen. Hand drauf!

Und das ist ein Argument dafür, daß Steuersystem nicht zu vereinfachen?

Vermutlich haben wir zwei grundsätzlich unterschiedliche
Erfahrungen im Berufsleben gemacht. in meinem jetzt 27 Jahre
andauernden Berufsleben kann ich leider auf keine positiven
Erfahrungen mit Unternehmensleitungen und
Mitarbeitervertretungen zurückgreifen - dafür aber auf eine
ganze Menge, wo man sehenden Auges das Unternehmen gegen die
Wand gefahren hat.

Dann sollten wir die betriebsfremden Gewerkschafter unbedingt im AR belassen. Die Argumente dafür sind überwältigend.

Der Wohnungsbau wird nicht durch die Eigenheimzulage
gefördert, sondern durch Mietobergrenzen, Kündigungsfristen
und gestärkte Mieterrechte behindert. Wegen der paar Kröten
aus der Förderung fängt niemand an, Häuser zu bauen und wer es
macht, macht einen Fehler.

Ein Kollege (Ende 30) hat sich gerade die dritte Wohnung
zugelegt (die erste bei Frankfurt/Main, die zweite in
Hannover, die dritte in Düsseldorf nahe der Uni. Und
finanziert mindestens die Düsseldorfer Wohnung ausschließlich
über Steuergutschriften und Mieteinnahmen.

Hat er auch erwähnt, wie hoch der Anteil der beiden Finanzierungswege ist?

Nebenbei, als kleiner Tip fürs Leben: Die Finanzierung über Mieteinnahmen geht in den allermeisten Fällen schief, weil nämlich die Mieteinnahmen auf lange Sicht nur die Investitionen in die Wohnung decken, nicht aber die Finanzierung. Das merkt man aber in der Regel nicht Ende 30 sondern Mitte 50, wenn die ersten Großreparaturen am Objekt anstehen. Dann kommt bei einigen dummerweise die Rentenplanung ins Wanken.

Wie ich schrieb: „bei bestehenden Sozialwohnungen“. Ich will
die alten ja nicht sprengen.

Man muß ja nicht sprengen. Der Verlust der Anerkennung als
Sozialwohnung reicht doch schon.

Warum schlägst Du jetzt diesen Haken? Ich schrieb, daß die Fehlbelegungsabgabe erhöht werden soll und Du bist bei der Umwidmung der Sozialwohnungen. Ich bin ein strikter Gegner des Eingriffs in bestehende Verträge und Befürworter des Bestandsschutzes. Im übrigen ganz im Gegensatz zu unserer Regierung.

Keine Gegenvorschläge, keine Änderungen. Weil ich der
Auffassung bin, dass der aktuelle Prozess sich nicht mehr
stoppen lässt.
Staatsbankrott und Gründung der Dritten Republik wäre
vermutlich die einzige Möglichkeit.

Also sind Dir Nichtstun und Staatsbankkrott mit den entsprechenden Folgen lieber, als schmerzhafte Änderungen? Auch ein Standpunkt

Gruß,
Christian

Man torsten,

wann begreifst du das endlich. ein zinsfreies Geld bringt rein garnix, weil:

  • wenn regional verwendet, freuen sich die Banken, da dadurch wieder Schwung in den Laden kommt, ohne dass sie Risiko haben
  • Währungsstatus kann es nie erreichen
  • die Weltökonomie entwickelt sich nach dialektischen Gesetzen. der Zins als rein formal wirkende Größe stört darin überhaupt nicht. guggst zum Verständnis: http://kds-nano.de/physik-live/physik/logik.htm
  • die Ausbeutung beseitigst du damit nicht, du verschärfst sie nur. wie soll zinsfreies Geld die Austausch- und Aneignungsweise ändern?
  • lass Daggi zufrieden mit dem Unsinn

fragt:
Frank

Hi!

Hat er auch erwähnt, wie hoch der Anteil der beiden
Finanzierungswege ist?

Nebenbei, als kleiner Tip fürs Leben: Die Finanzierung über
Mieteinnahmen geht in den allermeisten Fällen schief, weil
nämlich die Mieteinnahmen auf lange Sicht nur die
Investitionen in die Wohnung decken, nicht aber die
Finanzierung. Das merkt man aber in der Regel nicht Ende 30
sondern Mitte 50, wenn die ersten Großreparaturen am Objekt
anstehen. Dann kommt bei einigen dummerweise die Rentenplanung
ins Wanken.

Ich habe ihn gerade dazu befragt. 8.500 Euro Mieteinnahmen p.a. und 3.000 Euro Steuergutschriften p.a. auf sein Einkommen bei 9.000 Euro Tilgung und Zinslast p.a. Bleiben jährlich 2.500 Euro Rückstellungen für Renovierungen. So baut er sich ohne Eigenmittel ein Vermögen von 150.000 Euro auf.

Also sind Dir Nichtstun und Staatsbankkrott mit den
entsprechenden Folgen lieber, als schmerzhafte Änderungen?
Auch ein Standpunkt

Ist wie in der Tierarztpraxis: Man kann ein Pferd mit einem gebrochenem Bein monate- und jahrelang Schmerzen ertragen lassen - oder ihm den Gnadenschuss geben.

Ich bin einfach zutiefst davon überzeugt, dass die Probleme, die wir in diesem Staat haben (Arbeitslosigkeit, Renten, Gesundheitssystem usw.) sich auch durch noch so schmerzhafte Änderungen nicht lösen lassen. Egal welche Partei welche Regierung stellt.

Für meinen Eintritt in die Rente gehe ich davon aus, überhaupt keine staatliche Rente mehr zu bekommen, im optimalen Falle sind gesetzliche Rente und Sozialhilfe identisch, außerdem dürfte der Staat irgendwann dazu übergehen, die private Rentenvorsorge auf die staatliche Rente anzurechnen. Die Rentenplanungen des Staates über 20 oder 25 Jahre halte ich für Phantastereien. Also versuche ich jetzt in Eigeninitiative, ausreichend Kapital aufzubauen und mich zum Zeitpunkt X aus der „Solidargemeinschaft“ Staat/Volk auszuklinken. Ich will keine Ansprüche auf Zuschüsse, Beihilfe oder Umlage-Rente stellen, dafür erwarte ich dann aber auch, dass niemand an mich heran tritt und Solidarleistungen von mir einfordert.

Grüße
Heinrich

Hallo,

Erstens soll der Staat sich mit Zuschüssen zu
anlagefinanzierten Rente grundsätzlich heraushalten. Denn
sonst ändert sich nichts zum Status Quo (anlagefinanzierte
Rente geht in die Hose, also macht Papa Staat wie sonst auch
das Staatssäckel weit auf - damit ist das Problem aber
weiterhin ungelöst).

Genau.

Zumal eine staatliche Rentenversicherung die Rentenein- und Auszahlungen wiederum zu einer politischen Verfügungsmasse macht, was langfristig genau zu den Problemen von heute geführt hat.

Vielleicht kannst du als Befürworter der anlagefinanzierten
Rente erläutern, wie das Verfahren der Kapitalanlage dafür
aussieht.

gerne.

Wer ist z.B. der Empfänger der monatlichen Beitragszahlungen,
wenn es die „Umverteilungsanstalten“ BfA und LVA nicht mehr
gibt? Bleiben BfA und LVA trotzdem erhalten und betätigen sich
als Geldanleger auf dem freien Markt (analog zu den
Versicherungsgesellschaften)? Oder sind BfA und LVA dann
obsolet und längst abgeschafft und die Monatszahlungen für die
Rente gehen an private Rentenversicherer, die im Rahmen ihrer
üblichen Geschäfte das Geld entsprechend anlegen müssen?

Exakt, das letztere.

Würden die staatlichen Rentenversicherungen weiterhin einen gesetzlichen Anteil des Lohnes als Renteneinzahlung erhalten, so würde sich defacto bestensfalls mittelfristig etwas ändern (s.o.).

Hierbei ist auch das psychologische Moment für alle Beteiligten nicht außer acht zu lassen: Bei den Politikern wird sich nur dann die Erkenntnis durchsetzen, daß die Renten(-rücklagen) Privateigentum der Bürger sind, wenn die Politik keinerlei Zugriffsmöglichkeit auf diese Gelder hat. Ebenso wird sich beim Bürger nur dann die Erkenntnis durchsetzen, daß er für seine Rente selber verantwortlich ist, wenn die Ein- und Auszahlungen nicht mehr von Gesetzen und damit der politischen Großwetterlage abhängig ist.

Das System kann nur funktionieren, wenn alle staatlichen Eingriffe (sowohl hier als auch im Gesundheitswesen) unterbleiben. Das heißt in der Praxis, dem Arbeitnehmer ist sein voller Lohn auszuzahlen, einschließlich dem als „Arbeitgeberanteil“ deklarierten Vorabzug. Hiervon hat er dann nach eigener Maßgabe die entsprechenden Versicherungen, Rücklagen und Vorsorgen zu treffen.

Wer beispielsweise Brillenträger ist, wird sicherlich eine KV abschließen wollen, die diese Kosten mit abdeckt. Wer kein Brillenträger ist, aber vorhat, so früh wie möglich in Ruhestand zu gehen, wird eventuell bei der KV sparen, dafür aber mehr für seinen Altenteil beiseite legen. Wer viel Spaß in seinem Beruf hat und vorhat so lange wie möglich zu arbeiten, der wird eventuell monatlich weniger in die Rentenkasse einzahlen wollen. Einen „Vorruhestand“, über den die Regierung auf Kosten der Rentenkasse ihre Arbeitslosenstatistiken frisieren kann, wird es dann natürlich nicht mehr geben. Und wer eine nennswerte Erbschaft erwartet, wird vielleicht gar nichts zurücklegen, sondern alles verkonsumieren.

Egal wie, ich verweise auf eine Pressemitteilung von Standard
& Poor’s von gestern (via Reuters), in der eine weiter
sinkende Rendite für die Versicherten prognostiziert wird. S&amp:stuck_out_tongue_winking_eye:
bezweifelt sogar das Geschäftsmodell der deutschen Versicherer
an sich und meint, dass die garantierte Verzinsung nicht zu
halten ist, langfristige Sparprodukte (wie eben
Rentenversicherungen) mangels ausreichender Verzinsung
unverkäuflich werden (siehe:
http://de.biz.yahoo.com/040310/71/3xe3i.html )

Der Artikel spricht von den allgemeinen Konsolidierungstendenzen im Versicherungswesen und den Risiken langfristiger Verträge. Das ist keine Sensation und auch nicht nur in dieser Branche zutreffend.

Kein Anlageberater, so er seinen Job ernst nimmt, würde dazu raten, eine langfristige Anlage nur auf einem einzigen Versicherungsvertrag aufzubauen. Hierzu ist in jedem Fall eine Streuung anzuraten, die je nach Anlegertyp, einen wechselenden Prozentsatz Versicherungsvertrag, festverzinliche Wertpapiere, Bausparen, Beteiligungen, Aktien, Fondsanteile, spekualtive Anlageformen etc beinhaltet.

Wer z.B. in den letzten 30 Jahren seine Rentenbeiträge, statt sie der staatlichen RV in den Rachen zu werfen, gestreut in Blue Chips angelegt hat, der kann sich heute mit einem satten Vermögen zur Ruhe setzen, das er niemals über die staatliche Rente hätte aufbauen können.

Wieso würde eine anlagefinanzierte Rente der BfA/LVA besser
rentieren als eine Rentenversicherung eines
Versicherungsunternehmens?

Ich denke, diese Frage hat sich damit erledigt.

viele Grüße,

Ralf

Hallo,

(wenn ja, glaubst du, eine
Kassiererin bei Aldi oder der Kfz-Mechaniker einer
Karosseriewerkstatt hat ausreichend Kenntnis, sein wenig Geld
ertragreich an der Börse anzulegen)?

Dann muß er sich diese Kenntnisse eben aneignen soweit er sie braucht. Die Vorstellung „das ist nichts für mich“ ist ein Mentalitätsproblem, das durch den bundesdeutschen Vollversorgungsstaat hervorgerufen und gefördert wird.

Die aktive Teilnahme am wirtschaftlichen Geschehen wird auch bei jedem Einzelnen das Verständnis dafür fördern, daß er Bestandteil des Wirtschaftslebens ist und dass es keine drei Gruppen gibt: „die Wirtschaft“, „die Bürger“ und „die Politik“, bei denen es Aufgabe „der Politik“ ist, „die Bürger“ vor „der Wirtschaft“ zu schützen.

Das heißt nicht, daß jetzt jeder zum Börsenguru werden soll, das ist von Anlegertyp zu Anlegertyp unterschiedlich. Nur soll jeder anfangen, für sich selber die Verantwortung zu übernehmen, was schon damit anfangen kann, daß man Morgens eben nicht nur die Fußballtabelle in der Zeitung studiert, sondern auch die Notierungen seiner Papiere 2 Seiten weiter.

Keine Gegenvorschläge, keine Änderungen. Weil ich der
Auffassung bin, dass der aktuelle Prozess sich nicht mehr
stoppen lässt.
Staatsbankrott und Gründung der Dritten Republik wäre
vermutlich die einzige Möglichkeit.

Dann ist die weitere Diskusion ja müßig. Es sei denn, Du erklärst uns, wie diese „Dritte Republik“ in Fragen des Rentensystems strukturiert sein soll:

  • Das jetztige System siehst als nicht mehr zu retten an
  • Alternativvorschläge lehnst Du als undurchführbar ab

Was soll also kommen?

viele Grüße,

Ralf

Hi,

Also sind Dir Nichtstun und Staatsbankkrott mit den
entsprechenden Folgen lieber, als schmerzhafte Änderungen?
Auch ein Standpunkt

Ist wie in der Tierarztpraxis: Man kann ein Pferd mit einem
gebrochenem Bein monate- und jahrelang Schmerzen ertragen
lassen - oder ihm den Gnadenschuss geben.

Ich frage mich ernstlich, was exc da tun will. Wenn du dein Geld anlegst, ist es ein für allemal verschwunden in einem schwarzen Loch namens „Kapital“. Geldkapital sind lediglich an der Uhrzeitachse in die Zukunft verschobene Zahlungsverpflichtungen, die lediglich einen längst von der Erde exportierten Teil an Entropie darstellen. Es ist nichts, was existent ist. Was soll da gerettet werden können?
http://kds-nano.dyndns.biz/physik-live/physik/Kapita…

fragt ernsthaft:
Frank

Hi!

  • Das jetztige System siehst als nicht mehr zu retten an
  • Alternativvorschläge lehnst Du als undurchführbar ab

Was soll also kommen?

Habe ich doch schon gesagt: Staatsbankrott erklären und die Dritte Republik ausrufen. Hat vorher doch auch schon geklappt. Das Kaiserreich hat 1918 abgedankt und ist 1923 in der großen Inflation entgültig untergegangen. Die Weimarer Republik und das völlig überschuldete Deutsche Nazi-Reich haben 1945 den Löffel abgegeben. Die DDR ist 1990 von der Wirtschafts-Finanz-Landkarte verschwunden. Scheint also ein völlig normaler Prozess im Leben eines Staates zu sein (haben die Franzosen nicht mittlerweile die Fünfte Republik?).

Grüße
Heinrich

Es war einmal ein Deutschland.
Das war ein zerstörtes Land, denn es hatte einen furchtbaren
Krieg hinter sich. Doch da waren die Deutschen, das waren die
Bewohner dieses Landes, die gaben nicht auf. Mit
beispielhaftem Fleiß begannen sie ihr Land wieder aufzubauen.

Nachdem sie es 10 Jahre zuvor vor die Wand gefahren haben.

Gruss
Tom

Hi!

das geht diesmal aber leider nicht. Wenn, dann nur kürzeste Zeit. Das Problöem ist das Eigentumsrecht, denn den Besitz wird man schlecht ändern können. Gerade das ist aber ein Grund dafür, weshalb sich viele nicht aus dem System ausklinken können. Sie sind wie an einer Kette an ihre Erwerbsarbeit gefesselt.
Wie soll das ein Staatsbankrott lösen?

fregt ernsthaft:
Frank

Hallo Heinrich,

Ich bin einfach zutiefst davon überzeugt, dass die Probleme,
die wir in diesem Staat haben (Arbeitslosigkeit, Renten,
Gesundheitssystem usw.) sich auch durch noch so schmerzhafte
Änderungen nicht lösen lassen. Egal welche Partei welche
Regierung stellt.

dann hilft Dir nur noch ein Auswandern in andere Staaten.

Für meinen Eintritt in die Rente gehe ich davon aus, überhaupt
keine staatliche Rente mehr zu bekommen, im optimalen Falle
sind gesetzliche Rente und Sozialhilfe identisch, außerdem
dürfte der Staat irgendwann dazu übergehen, die private
Rentenvorsorge auf die staatliche Rente anzurechnen. Die
Rentenplanungen des Staates über 20 oder 25 Jahre halte ich
für Phantastereien.

Ich kann Deine pessimistischen Annahmen nachvollziehen - doch ich möchte in Deutschland bleiben und hoffe immer noch auf einige kluge Köpfe, die es schaffen werden, eine lebenswerte Zukunft in unserem Lande zu gewährleisten.
Um einen vernünftigen Umbau von Wirtschafts- und Sozialsystemen werden wir in Deutschland nicht herumkommen (Christian hat ja schon Vorschläge geliefert) - jetzt fehlen mir nur noch die politischen Entscheidungsträger, die den Mut haben, ihre konstruktiven Vorschläge gegen die Lobbyisten politisch durchzusetzen und diese Vorschläge dem Volk/Mir gegenüber plausibel rüberzubringen.

Also versuche ich jetzt in
Eigeninitiative, ausreichend Kapital aufzubauen und mich zum
Zeitpunkt X aus der „Solidargemeinschaft“ Staat/Volk
auszuklinken.

Du akzeptierst den Status Quo - die hohen steuerlichen Abzüge, die auf Dein Gehalt erhoben werden und erwartest, unter dieser Belastung genügend eigenes Kapital für ein unabhängiges Leben aufbringen zu können?
Dann musst Du entweder ein sehr hohes Einkommen beziehen, oder Du hast die Möglichkeit, Dir durch Schwarzarbeit ein steuerfreies Zubrot verdienen zu können.

Ich will keine Ansprüche auf Zuschüsse, Beihilfe
oder Umlage-Rente stellen, dafür erwarte ich dann aber auch,
dass niemand an mich heran tritt und Solidarleistungen von mir
einfordert.

Ich selbst will auch von keinen „Almosen“ abhängig sein.
Durch eigene Erfahrung kann aber eine Abhängigkeit von der Solidargemeinschaft schneller eintreten, als man denkt.
Z.B. plötzliche Erkrankungen, die einen finanziell überfordern; der Heimaufenthalt eines Angehörigen, der persönlich nicht mehr finanzierbar ist; qualifizierte Kindererziehung, die ohne Solidaritätsleistungen nicht finanzierbar ist; Sicherheitsdienstleistung - polizeilicher Schutz, der ohne Solidaritätsleistungen nicht finanzierbar ist usw…

Ich allein, könnte mir die Sicherheit in besonderen Lebenslagen nie finanzieren - nur durch die Gemeinschaft, der ich angehöre und für die ich eben Beiträge einzahle - auch wenn ich im Augenblick keinen Nutzen aus dieser Gemeinschaft ziehe - ermöglicht mir eine gewisse Sicherheit, die ich evtl. in Anspruch nehmen kann - wenn ich bedürftig werden sollte.

Es geht einzig und allein um die sinnvolle/wirtschaftliche Verwendung dieser meiner Beiträge, nicht um das Ob.

Gruß
karin

Hallo,

Habe ich doch schon gesagt: Staatsbankrott erklären und die
Dritte Republik ausrufen.

Und dann?

Dann haben wir noch immer 20.000.000 Renter, die versorgt werden müssen. Lass mich raten: Man könnte ja eine Rentenumlage für die arbeitende Bevölkerung einführen, um diese Renten zu bezahlen? Herzlichen Glückwunsch!

Das Kaiserreich hat 1918 abgedankt und ist 1923 in der großen
Inflation entgültig untergegangen.

Das Kaiserreich ist am vergeigten Weltkrieg zu grunde gegangen. Wirtschaftlich ging es damals alles andere als schlecht.

Die Weimarer Republik und
das völlig überschuldete Deutsche Nazi-Reich haben 1945 den
Löffel abgegeben.

Die Weimarer Republik ist an eigener Dummheit eingegangen, weil man, kaum daß sich die Wirtschaft etwas erholte, meinte, man könnte es doch mal „mit Herrn Hitler versuchen“. Den folgenden wirtschaftlichen Aufschwung konnten sich dann die Nazis zugute schreiben.

Die DDR ist 1990 von der
Wirtschafts-Finanz-Landkarte verschwunden.

Die DDR ist von der BRD eingemeindet worden. Die Gründung einer neuen Republik war niemals eine Option.

Lediglich beim Dritten Reich stimmt es, daß es vor dem Bankrott Suizid begangen hat: wäre 1939 nicht der Krieg vom Zaun gebrochen worden, wäre der Laden 1940 pleite gewesen.

Scheint also ein
völlig normaler Prozess im Leben eines Staates zu sein (haben
die Franzosen nicht mittlerweile die Fünfte Republik?).

Na, soweit kommt das noch, daß wir uns Frankreich als Vorbild nehmen!

viele Grüße,

Ralf

Hallo,

Habe ich doch schon gesagt: Staatsbankrott erklären und die
Dritte Republik ausrufen.

Und dann?

Dann haben wir noch immer 20.000.000 Renter, die versorgt
werden müssen. Lass mich raten: Man könnte ja eine
Rentenumlage für die arbeitende Bevölkerung einführen, um
diese Renten zu bezahlen? Herzlichen Glückwunsch!

Quatsch. Mit Änderung des Wirtschaftssystemms könnten wir mit weniger als 50% der Arbeitszeit das doppelte an Rentnern besser leben lassen.
Hierzulande sind mindestens 3/4 jeder Arbeitsstunde vergeudet. Mindestens! Diese Zeit wird sofort durch Kapital vernichtet.

F.

Hallo Frank,

  • die Ausbeutung beseitigst du damit nicht, du verschärfst sie
    nur. wie soll zinsfreies Geld die Austausch- und
    Aneignungsweise ändern?

guckst Du hier:

Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise G. Hannich
ISBN: 3930219344 Buch anschauen

Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont. (Konrad Adenauer, dt. Bundeskanzler 1876-1967)

Im übrigen bleibt meine Ausgangsthese, daß die falsche Währung verwendet unwidersprochen.
Nochmal:
Euro bedeutet 5 h arbeiten um den Kollegen 1h zu bezahlen, wie Daggi schreibt
Chiemgauer bedeutet 1 h arbeiten um 1 h zu bezahlen.
Frank bei aller Liebe, wo ist da die Ausbeutung versteckt?

Les mal was! (Buch s.o.)

Gruß Torsten