Es war einmal

Es war einmal ein Deutschland.
Das war ein zerstörtes Land, denn es hatte einen furchtbaren Krieg hinter sich. Doch da waren die Deutschen, das waren die Bewohner dieses Landes, die gaben nicht auf. Mit beispielhaftem Fleiß begannen sie ihr Land wieder aufzubauen.
Investoren erkannten die Möglichkeit in diesem Land zusätzlich Waren zu produzieren die man auf der ganzen Welt verkaufen konnte, Autos, Maschinen usw.
Bald gab es mehr Arbeitsplätze als Bewohner in diesem Land. Man holte die Bewohner von Nachbarländern ins Land und nannte sie Gastarbeiter. Gemeinsam lebte man viele Jahre in Frieden und der Wohlstand mehrte sich.
Hatte ein Betrieb mal wenig Arbeit oder ein Auftrag blieb aus, konnte er Leute entlassen um selbst zu überleben und auf neue Aufträge zu warten. Für die fleißigen unter den Leuten war das kein Problem, sie konnten am nächsten Tag woanders arbeiten.
Dann wurden die Gewerkschaften zu gierig. Das sind angebliche Arbeitnehmervertreter, deren Führer jedoch (durch Erpressung?) in den Aufsichtsräten großer Firmen sitzen und dicke Kohle machen. Um ihre dicken Einkommen zu sichern, musste man auch den Mitgliedern etwas Gutes tun und man erfand den Kündigungsschutz. Nun brauchte auch der faulste Mitarbeiter keinen Rausschmiss mehr zu befürchten.
Für die Arbeitgeber wurde damit jedoch das Überlebensrisiko der Betriebe zu groß. Auch bei ausbleibenden Aufträgen konnte man die Leute nicht mehr entlassen. Die Betriebe mussten Schließen. Wer hat schon Aufträge für 40 Jahre? Sie mussten sich andere Länder suchen, um Waren zu produzieren.
Die Arbeit wurde immer weniger, nur die Gewerkschaftsbosse wurden nicht arbeitslos, ihre Aufsichtsratposten bleiben erhalten. Ende Offen.
Und sie sind nicht gestorben, sie leben heute noch.

Mit freundlichen Grüßen

Vanic.

hallo Vanic,
leider stimmt dein Märchen nicht ganz: den Kündigungschutz gab es auch schon vor ´45.
Probezeit war ein halbes Jahr. Das ist später auf ein Jahr verlängert worden und soll jetzt auf 4 Jahre ausgedehnt werden. Das ist vermutlich der Anfang vom Ende. Das Ziel ist überhaupt keinen Kündigungsschutz mehr zu haben.
Klar, es wurde schon so einiges ´von den Gewerkschaften übersogen.
Doch ohne Gewerkschaften wäre es auch nichts gewesen. Wir würden noch bei einem Stundenlohn von 1.-DM (bzw. heute: 50 Cent) sein. Die Gewinne allerdings bei einer jährlichen Steigerung von ca. 100 %. Nun, eines gäbe es nicht: Abwanderung ins Ausland. Denn da würde es schließlich mehr kosten. Die würden zu uns kommen. Vorteil? ja, für das Großkapital schon. Für die Bevölkerung nicht.
*Zynismus an*Außerdem gibt es viel zu viel freie Tage und zu langen Urlaub. ist es doch schon so weit gekommen, dass man das Pleps in den Urlaubsorten des Geldadels antrifft. Ein Urlaub von 3 Tagen im Jahr reicht vollkommen aus. Arbeit adelt! *Zynismus aus*
Grüße
Raimund

Hi!

Dann wurden die Gewerkschaften zu gierig. Das sind angebliche
Arbeitnehmervertreter, deren Führer jedoch (durch Erpressung?)
in den Aufsichtsräten großer Firmen sitzen und dicke Kohle
machen. Um ihre dicken Einkommen zu sichern, musste man auch
den Mitgliedern etwas Gutes tun und man erfand den
Kündigungsschutz. Nun brauchte auch der faulste Mitarbeiter
keinen Rausschmiss mehr zu befürchten.
Für die Arbeitgeber wurde damit jedoch das Überlebensrisiko
der Betriebe zu groß. Auch bei ausbleibenden Aufträgen konnte
man die Leute nicht mehr entlassen. Die Betriebe mussten
Schließen.

Es ist völlig egal, ob die Gewerkschaftsbosse zu gierig waren oder ob der Kündigungsschutz zu umfangreich ist. Produktionsunternehmen sind mittlerweile so weit automatisiert, dass man nur noch ein paar Knöpfe drücken muss - und das können de Leute in Billiglohnländern auch. Aus Blech Autokarosserien herzustellen, das ist sowohl in Deutschland wie auch in der Ukraine möglich. Selbst wenn es keine Gewerkschaft mehr in D geben sollte und sämtlicher Kündigungsschutz aufgehoben ist, warum sollte ein Großunternehmen in D produzieren lassen, wenn es in der Ukraine billiger ist?

Fakt ist, dass die Ware aus dem Billigausland der deutschen Produktion in Qualität mittlerweile ebenbürtig ist. Fakt ist auch, dass nicht Kündigungsschutz, Gewerkschaftseinfluß oder Gesetzgebung die ausschlaggebenden Faktor sind, sondern ausschließlich die Kosten. Der Schrei „Die Lohnnebenkosten sind in D zu hoch“ ist doch längst überholt. Die Lohnkosten insgesamt sind aus Sicht der Unternehmen zu hoch. Warum einem deutschen Arbeiter 15 Euro die Stunde zahlen, wenn die gleiche Arbeit in - annähernd - gleicher Qualität für 3 bis 5 Euro in einem Billiglohnland erledigt werden kann?

Die jetzt einsetzende Verlagerung von Arbeitsplätzen in das Ausland - mittlerweile auch im Dienstleistungsbereich und Bürojobs - dient der Gewinnmaximierung der Unternehmen. Meines Erachtens ist der Rückfall Deutschlands in weitaus ärmere Zeiten längst beschlossene Tatsache und lässt sich nicht verhindern. Massenarbeitslosigkeit im zweistelligen Millionenbereich und dadurch ausgelöste Massenarmut wird die Zukunft in diesem Lande sein. Egal, was Politik oder Gewerkschaften machen.

Grüße
Heinrich

Hallo heinrich,

Noch ist der Kommunismus nicht tot, er ruht nur!
wann wurde der K. „erfunden“?
Im 19. Jahrhundert.
Wann war die blüte des totalen K.?
Im 19. Jahrhundert!
Die Zeiten wiederholen sich.
Grüße
Raimund

Hallo,

Es ist völlig egal, ob die Gewerkschaftsbosse zu gierig waren
oder ob der Kündigungsschutz zu umfangreich ist.
Produktionsunternehmen sind mittlerweile so weit
automatisiert, dass man nur noch ein paar Knöpfe drücken muss

  • und das können de Leute in Billiglohnländern auch.

die Frage ist aber, ob der Unterschied in den Lohnkosten so groß ist, daß sich eine High-Tech-Anlage rechnet. Das ist in den meisten Fällen aber nicht der Fall und so konkurriert die High-Tech-Anlage in Deutschland mit der Medeium- oder Low-Tech-Produktion im Ausland.

Das ist der gleiche Ablauf wie in den 7er Jahren, als hohe Lohnabschlüsse Invesitionen auf einmal rentabel machte, die sich vorher nicht gelohnt hätten.

Fakt ist, dass die Ware aus dem Billigausland der deutschen
Produktion in Qualität mittlerweile ebenbürtig ist.

Das ist tatsächlich auch nicht durchgängig der Fall. Beispiel (nicht Einzelfall): Ein Maschinenbauer läßt aus Kostengründen Serienteile in Polen fertigen. Die Lieferung der Teile erfolgt später als vom deutschen Anbieter und in einer Qualität, die so schlecht ist, daß massiv nachgearbeitet werden muß. Warum die Aufträge trotzdem nach Polen gegeben werden, ist schnell erklärt: Der Einkauf wird an den Einkaufspreisen gemessen und erhält die Nacharbeitungskosten nicht zugerechnet.

Qualitäts- und Produktivitätsprobleme sind gerade in Osteuropa an der Tagesordnung. Das hat verschiedene Ursachen, die nichts zur Sache tun.

Fakt ist
auch, dass nicht Kündigungsschutz, Gewerkschaftseinfluß oder
Gesetzgebung die ausschlaggebenden Faktor sind, sondern
ausschließlich die Kosten. Der Schrei „Die Lohnnebenkosten
sind in D zu hoch“ ist doch längst überholt. Die Lohnkosten
insgesamt sind aus Sicht der Unternehmen zu hoch. Warum einem
deutschen Arbeiter 15 Euro die Stunde zahlen, wenn die gleiche
Arbeit in - annähernd - gleicher Qualität für 3 bis 5 Euro in
einem Billiglohnland erledigt werden kann?

Weil hier ein anderes Umfeld herrscht. Straßennetz, Rechtssicherheit, Streitkultur, Streikwilligkeit, Sprachbarrieren, Ausbildungsstand, Naturkatastrophen sind nur ein paar Aspekte, die eine Rolle spielen. Erst wenn all dies durch Kostenunterschiede aufgewogen wird, rechnet sich eine Invesition im Ausland.

Die jetzt einsetzende Verlagerung von Arbeitsplätzen in das
Ausland - mittlerweile auch im Dienstleistungsbereich und
Bürojobs - dient der Gewinnmaximierung der Unternehmen. Meines
Erachtens ist der Rückfall Deutschlands in weitaus ärmere
Zeiten längst beschlossene Tatsache und lässt sich nicht
verhindern. Massenarbeitslosigkeit im zweistelligen
Millionenbereich und dadurch ausgelöste Massenarmut wird die
Zukunft in diesem Lande sein. Egal, was Politik oder
Gewerkschaften machen.

Dein Szenario halte ich nicht für so unausweichlich wie Du, zumindest nicht, wenn die Gefahr erkannt und entsprechend agiert wird. Da sehe ich allerdings das größte Problem, denn im Augenblick erschöpfen sich die Maßnahmen auf das Verleugnen der Sachlage.

Gruß,
Christian

hallo Vanic,
leider stimmt dein Märchen nicht ganz: den Kündigungschutz gab
es auch schon vor ´45.
Probezeit war ein halbes Jahr. Das ist später auf ein Jahr
verlängert worden und soll jetzt auf 4 Jahre ausgedehnt
werden.

Hallo Raimund.
Dem muß ich widersprechen. In den 60iger- Jahren, Probezeit für Lehrlinge 6 Wochen, das wars. 3 Tage Kündigung im Baugewerbe, 14 Tage Kündigung im Ausbaugewerbe.
Wir hatten zur Zeit des eingeführten Kündigungsschutzes einen Kollegen, der das voll ausnutzte. 10 Jahre Betriebsangehörig, unkündbar. Er ging jedes Jahr 6 Wochen in Kur (konnte vom Arzt verschrieben werden für alles erdenkliche, einschließlich Blähungen oder Kopfschmerzen.), anschließend 35 Tage in Urlaub, um schwarz zu arbeiten. Als man ihn wegen Diebstahl fristlos entlassen hat, mußte er nach einem Jahr, auf Beschluss des Arbeitsgerichtes wieder eingestellt werden. Der Lohn wurde für ein Jahr nachgezahlt. Er hat seine Arbeit grinsend wieder aufgenommen.
Der Betrieb mußte schließen, gesundschrumpfen war aus Kostengründen (Abfindungen) nicht finanzierbar. 300 Arbeitslose mehr.
usw.
Gruß Vanic.

…ab und an muss es mal wieder gesagt werden…
Danke, Christian für deine sachlichen Artikel, die Fakten gegen Stammtischgejammer und Nachplappereien stellen.

(so alle paar Monate muss es mal wieder raus :smile:)

beste grüße,

barbara

P.S.Zu deinen Bemerkungen was die Nachteile ausländischer Standorte angeht gab es neulich ein sehr informatives Interview mit einem Fraunhofer-Mitarbeiter bei brandeins. Leider ist das Archiv dort seit kurzem nicht mehr kostenlos abrufbar.

Hallo,

die Frage ist aber, ob der Unterschied in den Lohnkosten so
groß ist, daß sich eine High-Tech-Anlage rechnet. Das ist in
den meisten Fällen aber nicht der Fall und so konkurriert die
High-Tech-Anlage in Deutschland mit der Medeium- oder
Low-Tech-Produktion im Ausland.

Das ist der gleiche Ablauf wie in den 7er Jahren, als hohe
Lohnabschlüsse Invesitionen auf einmal rentabel machte, die
sich vorher nicht gelohnt hätten.

Qualitäts- und Produktivitätsprobleme sind gerade in Osteuropa
an der Tagesordnung. Das hat verschiedene Ursachen, die nichts
zur Sache tun.

Weil hier ein anderes Umfeld herrscht. Straßennetz,
Rechtssicherheit, Streitkultur, Streikwilligkeit,
Sprachbarrieren, Ausbildungsstand, Naturkatastrophen sind nur
ein paar Aspekte, die eine Rolle spielen. Erst wenn all dies
durch Kostenunterschiede aufgewogen wird, rechnet sich eine
Invesition im Ausland.

Dein Szenario halte ich nicht für so unausweichlich wie Du,
zumindest nicht, wenn die Gefahr erkannt und entsprechend
agiert wird. Da sehe ich allerdings das größte Problem, denn
im Augenblick erschöpfen sich die Maßnahmen auf das Verleugnen
der Sachlage.

Gruß,
Christian

Hallo Christian
ich bin in allem deiner Meinung. Die Frühverrentung, man schickte alles über 57 in Rente (freiwillige Basis). Gerne hätte man einige behalten, aber das Risiko war zu groß. Junge Leute waren nicht so qualifiziert aber gesünder.
Wir haben im Kleinbetrieb mit 5 Leuten gearbeitet und hätten gerne erweitert, aber Überstunden waren das geringere Risiko.
Dann lieber Aufträge ablehnen.
Es geht ja nicht nur um die ganz Großen, wie Bayer oder Daimler. Das Betriebsrisiko ist einfach, auch für mittlere Betriebe, nicht mehr tragbar.
Eingestellt auf Lebenslänge und der Unternehmer darf das Risiko tragen, für Auftragslage, Gesundheit, Arbeitswilligkeit usw. So blöde kann doch auf Dauer keiner sein.
Grüße Vanic.

Link zur Fraunhofer Studie
…immerhin die Pressemitteiloung zur Studie habe ich noch gefunden:

http://www.isi.fraunhofer.de/pr/2004de/pri04/pri04.htm

grüßle,

barbara

richtig,
im Baugewerbe war das so üblich und auch nicht anders machbar.
Bei den angestellten (z.B. büro) bestand Kündigungsschutz nach einem halben Jahr.
Ich habe eine Lehre absolviert (1962). In der Zeit war das so. Einkommen als Lehrling (heute AZUBI): 60 DM im Monat.
auf dem Bau (während meiner Schulzeit): in der Stunde: 1,- DM. Das war bei Hochtief in München 1958.
Als ich als Tankwart artbeitete (etwa 1961) und monatlich so um die 1000 DM verdienste. lief ich mit stolzgeschwellter Brust herum.
Aber um wieder auf unser Thema zu kommen. Das Baugewerbe war schon immer eine Ausnahme.
Auch heute noch. Denn der Winter ist nun mal die Sauregurkenzeit.
Damals gab´s auch den unterschied in den Krankenversicherungen (bis ca. 1983 (?), dass Gwewerbliche keine Privatversicherung abschließen durften, Angestellte dagegen durften.
Grüße
Raimund

Hallo Vanic,

Es geht ja nicht nur um die ganz Großen, wie Bayer oder
Daimler. Das Betriebsrisiko ist einfach, auch für mittlere
Betriebe, nicht mehr tragbar.

Eingestellt auf Lebenslänge und der Unternehmer darf das
Risiko tragen, für Auftragslage, Gesundheit, Arbeitswilligkeit
usw. So blöde kann doch auf Dauer keiner sein.

die Arbeitnehmer tragen genauso ein Risiko, sie haben nur ihre Arbeitsfähigkeit, wenn diese ausgenutzt wird oder erschöpft ist … entsorgen?

Gruß
karin

Hallo Karin,

Eingestellt auf Lebenslänge und der Unternehmer darf das
Risiko tragen, für Auftragslage, Gesundheit, Arbeitswilligkeit
usw. So blöde kann doch auf Dauer keiner sein.

die Arbeitnehmer tragen genauso ein Risiko, sie haben nur ihre
Arbeitsfähigkeit, wenn diese ausgenutzt wird oder erschöpft
ist … entsorgen?

Deine Frage ist berechtigt. Damit die Antwort nicht so ausfällt, wie Dein letztes Wort, haben wir umfangreiche soziale Sicherungssysteme. Es wäre alles schön und gut, wenn diese auf dem jetzigen oder gar einem höheren Niveau verbleiben könnten. Dummerweise ist das nicht mehr auf Dauer finanzierbar.

Die Frage ist, was tun.

Alternative A: Weitermachen wie bisher und dann irgendwann bei Pleite der Sozialsysteme den nachfolgenden Generationen verbrannte Erde hinterlassen.

Alternative B: Jetzt gerade noch akzeptable Einschnitte vornehmen, um die sozialen Sicherungssysteme dauerhaft erhalten zu können.

Du hast die Wahl.

Gruß,
Christian

Hallo Christian,

die Arbeitnehmer tragen genauso ein Risiko, sie haben nur ihre
Arbeitsfähigkeit, wenn diese ausgenutzt wird oder erschöpft
ist … entsorgen?

Deine Frage ist berechtigt. Damit die Antwort nicht so
ausfällt, wie Dein letztes Wort, haben wir umfangreiche
soziale Sicherungssysteme. Es wäre alles schön und gut, wenn
diese auf dem jetzigen oder gar einem höheren Niveau
verbleiben könnten. Dummerweise ist das nicht mehr auf Dauer
finanzierbar.

Die Frage ist, was tun.

Alternative A: Weitermachen wie bisher und dann irgendwann bei
Pleite der Sozialsysteme den nachfolgenden Generationen
verbrannte Erde hinterlassen.

Ich schätze mal, dass die verbrannte Erde auch schon für Deine und meine Generation gelten wird.

Alternative B: Jetzt gerade noch akzeptable Einschnitte
vornehmen, um die sozialen Sicherungssysteme dauerhaft
erhalten zu können.

Welche?

Du hast die Wahl.

Zeige sie mir auf.
Wie hier schon stand, jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben - nix Konkretes - nix Fassbares - nix was einem Vertrauen in die Zukunft gibt.
Der kleine Mann (Twix oder Koordinator sei Dank), hält seine paar Groschen fest in der Hand und erwartet jeden Tag den Zusammenbruch seiner Firma und damit die Entlassung in die zusammengestrichene Arbeitslosigkeit und in den zusammengeschmorten Kündigungsschutz.

Die Motivation sinkt - Angst ist kein guter Motivator.
Die Ratten (Firmen) verlassen das sinkende Schiff (Deutschland), der kleine Mann muss hierbleiben und grummelt vor sich hin.
Er soll private Vorsorge betreiben, weil die Rentenkassen nicht mehr sicher sind, er soll gleichzeitig möglichst viel konsumieren, damit die heimische Wirtschaft wieder einen Aufschwung erlebt.

Die Frauen sollen wieder mehr Kinder kriegen, damit die Rente sicher ist - keiner kann aber eine Arbeitsplatzgarantie für die neue Generation liefern.

Die Frauen, die dem Kinderwunsch nachgeben, haben keine Arbeitsplatzsicherheit - sie können weder auf die herkömmlichen Rentensysteme hoffen, noch darauf, dass sie nach der Kinderpause ihren alten oder einen neuen Arbeitsplatz wiedererlangen.

Die Osterweiterung soll den Firmen mehr Aufträge in Deutschland bringen, stattdessen werden die Arbeitsplätze in den Osten ausgelagert, weil dort billiger produziert werden kann.
Dazu werden Arbeitsplätze in Deutschland schon jetzt von osteuropäischen Hilfskräften überflutet (siehe Pflegeberufe).

In Deutschland werden immer mehr Gesetze und Verordnungen erlassen, die ein normales Arbeiten unmöglich machen - erst kommt das Papier, dann die eigentliche produktive Arbeit.
Qualitätsoffensive (die angebliche Chance) geht in Deutschland mit Dokumentationswut einher - wer nicht schreibt - der nicht bleibt - blöder und alter Spruch - gilt aber nach wie vor.

Ich ärgere mich über die Politik in Deutschland - und Du musst Das jetzt lesen - tut mir leid.

Gruß
karin

die Lösung
Guten morgen,

Alternative B: Jetzt gerade noch akzeptable Einschnitte
vornehmen, um die sozialen Sicherungssysteme dauerhaft
erhalten zu können.

Welche?

naja, wir haben ja schon die ein oder andere Diskussion zu dem Thema geführt. Ich führe mal meine Vorschläge für eine bessere Welt auf, alledings nicht nur auf die Sozialsysteme beschränkt, weil m.E. sowieso irgendwie alles zusammenhängt: Radikale Umstrukturierung des Gesundheitswesens nach dem Vorbild der privaten Krankenversicherung, langfristig angelegter Umbau der Rentenversicherung auf ein anlagefinanziertes System, Übertragung der Sozialhilfe von den Gemeinden auf den Bund (verhindert ständige Entlastung diverser Sozialsystem zu Lasten der Sozialhilfe und damit zugunsten des Bundes), Abschaffung des Beamtentums außer bei hoheitlichen Aufgaben, radikale Entschlackung und ebenso radikale Umstellung auf das Leistungsprinzip bei der öffentlichen Verwaltung (*), generelle Vereinfachung der Genehmigungsprozesse, radikale Vereinfachung des Steuersystems, Streichung von Bagatellsteuern, Erhöhung der Mineralölsteuer auf ein Niveau, das den Folgekosten entspricht, Streichung der weitgehenden Steuerbefreiung auf Kerosin, Streichung der Steuererleichterung für Diesel (beides allerdings nur, falls europaweit Einigung gefunden werden kann), Verlängerung der Legislaturperioden auf 5 oder 6 Jahre, persönliche Haftung für Verschwendung von Steuergeldern, verstärkte Haftung von Exekutiv- und Kontrollorganen in Unternehmen, vollständige Abschaffung bzw. Verbot des Depotstimmrechts, Bildungsinitiative (Änderungen bei der Lehrerausbldung z.B. Praxispflicht vor Berufsstart, Lehrplananpassungen, frühzeitige Trennung der Schüler nach Leistungsfähigkeit, Ganztagssschulen mit Schuluniform, Umkrempelung der Universitäten, d.h. eigene Auswahl der Studenten, faule und schlechte Profs fliegen raus usw.), Wiedereinführung von Karenztagen (falls der Krankenstand zukünftig wieder ansteigt), flächende Einführung von Arbeitszeitkonten, weitgehende Öffnungsklausel für die Tarifverträge, Beschränkung des Streikrechts auf wesentliche Anlässe (Forderung nach 2% mehr Lohn ist kein wesentlicher Anlaß), Ausschluß von nicht betriebsangehörigen Gewerkschaftsmitgliedern von den Aufsichtsratswahlen, Vereinfachung der Wohnungsbauförderung (d.h. Abschaffung jeglicher Förderung für nicht selbstgenutzte Immobilien), Streichung aller Regulierungen des Wohnungsmarktes außer den direkten Mietzuschüssen (die allerdings u.U. auch höher ausfallen können als heute), massive Erhöhung der Fehlbelegungsabgabe bei bestehenden Sozialwohnungen…

So, das fällt mir für den Augenblick ein.

Ich ärgere mich über die Politik in Deutschland - und Du musst
Das jetzt lesen - tut mir leid.

Du mußt Dich nicht entschuldigen, mir gehts nicht anders.

Gruß,
Christian

(*) Kleine Geschichte am Rande: Ein Freund von mir ist Polizist mit hervorragenden Beurteilungen und Personalakte. Da er noch recht jung ist (32) sieht man Beförderungsbedarf bei anderen - älteren – Kollegen von ihm dringender gegeben. Da aber niemand vor ihm befördert werden kann, der eine schlechtere Beurteilung hat (Leistungsprinzip), wird nun rückwirkend seine Beurteilung verschlechtert, damit die anderen Leute an ihm vorbei befördert werden können.

Guten morgen,

nu ja, aber mit deinen Vorschlägen hast du noch keine müde Mark mehr Mehrwert produziert, wenn man den Abbau beim Humankapital, der erst nachhaltig schadet, mal aussen vor lässt.
Wo wird dann in zwei, drei Jahren weitergespart?

fragt:
Frank

nu ja, aber mit deinen Vorschlägen hast du noch keine müde
Mark mehr Mehrwert produziert,

Mal ganz abgesehen davon, daß Du außer Planwirtschaft und Quasikommunismus bisher überhaupt noch keine Vorschläge gebracht hast: Du hast mit Deinen Beiträgen bisher auch noch keinen Mehrwert - nach welcher Definition auch immer - produziert. So what?

C.

nu ja, aber mit deinen Vorschlägen hast du noch keine müde
Mark mehr Mehrwert produziert,

Mal ganz abgesehen davon, daß Du außer Planwirtschaft und
Quasikommunismus bisher überhaupt noch keine Vorschläge
gebracht hast: Du hast mit Deinen Beiträgen bisher auch noch
keinen Mehrwert - nach welcher Definition auch immer -
produziert. So what?

Ich weiß ja nicht, wieviele Jahre es noch braucht, bis du begriffen hast, dass diese Wirtschaftsform nicht reformierbar ist. Das Problem liegt in der Austausch- und Aneignungsweise, sprich Plünderwirtschaft. Löse diesen Widerspruch, dann kann auch was vernünftiges dabei rauskommen. Wenn nicht, ändert sich nichts.

f.

Ich weiß ja nicht, wieviele Jahre es noch braucht, bis du
begriffen hast, dass diese Wirtschaftsform nicht reformierbar
ist.

Ich weiß ja nicht, wieviele Jahre Du noch brauchst, bis Du begreifst, daß Du einfach zuviel Mist von Dir gegeben hast, als daß ich noch etwas auf Deine Meinung geben würde. Der einzige Grund, warum ich Deine Artikel überhaupt noch wahrnehme, ist, daß hier auch Leute mitlesen, die u.U. Deinen Mist aufgreifen oder gar glauben könnten.

Da mir das Wohl meiner Mitmenschen (hier gibt es inzwischen Ausnahmen) am Herzen liegt, möchte ich vermeiden, daß Menschen, die sich hier Hilfe und Wissenszuwachs erhoffen, aufgrund Deiner peinlich-missionarischen Einzelkämpfershow durch irgendwelche Prüfungen rasseln oder sonstwie Schäden (welcher Art auch immer) davontragen.

C.

Hi,

Da mir das Wohl meiner Mitmenschen (hier gibt es inzwischen
Ausnahmen) am Herzen liegt, möchte ich vermeiden, daß
Menschen, die sich hier Hilfe und Wissenszuwachs erhoffen,
aufgrund Deiner peinlich-missionarischen Einzelkämpfershow
durch irgendwelche Prüfungen rasseln oder sonstwie Schäden
(welcher Art auch immer) davontragen.

nachweisbare Schäden erleiden tagtäglich Menschen, die an die täglich neu von dieser Wirtschaft versprochenen Wunder glauben. Z.B. nachhaltiges Wachstum, weniger Arbeitslose…
Warum schaffen das du und die anderen Hellseher (mehr ist es ja nicht) nicht?

fragt:
Frank

die Frage

nachweisbare Schäden erleiden tagtäglich Menschen, die an die
täglich neu von dieser Wirtschaft versprochenen Wunder
glauben. Z.B. nachhaltiges Wachstum, weniger Arbeitslose…
Warum schaffen das du und die anderen Hellseher (mehr ist es
ja nicht) nicht?

Ist Dein Friseur gestorben?