Es wird sich nur wenig ändern

Hallo,
zur Diskussion von vor ein paar Tagen (Sozialhilfeempänger im Ausland): „Nach Schmidts Plänen erhalten künftig Deutsche im Ausland im Fall von Bedürftigkeit Sozialhilfe nur dann, wenn sie nach Deutschland zurückkehren. Ausnahmen soll es lediglich noch für Mütter geben, die etwa im Ausland um ihr Kind kämpfen oder für Menschen, die im Krankenhaus oder schwer pflegebedürftig und nicht transportfähig sind. Auch Personen, die im Ausland unter schlechten Bedingungen zum Teil unverschuldet inhaftiert sind, sollen Unterstützung erwarten können, etwa für Lebensmittel oder Medikamente.“
Was hilft dasd alles, wenn die Kontrollen des Sozialamtes vorher schriftlich angekündigt werden?
z.B. lebt ein SE auf Mallorca. Er kassiert Stütze, finanziert damit teilweise seine Finca mit Schwimmbecken. Hat sich das Sozialamt zur Kontrolle gemeldet, dann fliegt er in seine Heimatstadt (das Wort ist schon Hohn) und macht auf Sozialbedürftig. Und schon fließt die Kohle weiter.
Was helfen die wirklich gut gemeinten Gesetzesänderungen von Frau Schmidt, wenn die Kontrollen nicht unangekündigt sind?
Es gibt sicher bedauernswerte Deutsche im Ausland, die auf diese Hilfe angewiesen sind. Diese sollen auch weiter HIlfe erhalten. Ebenso ist die Summe der Gelder, die ins Ausland fließen nicht weltbewegend (4,3 Mio €).
Doch ist diese Selbstbedienung ist symptomatisch für unsere heutige Einstellung: jeder kennt seine Rechte, jeder holt sich Vorteile auf Kosten anderer, die Ich-AG wird ganz groß geschrieben.
Doch das Wort Pflichten? Das ist ein Fremdwort.
Grüße
Raimund

Hallo,

ich stimme dir zu, es wird sich wenig ändern, so lange sich die grundlegenden Strukturen und Einstellungen nicht ändern. In Deutschland ist es „schick“, sozial zu denken. Keiner bedenkt, dass für jeden Sozialhilfeempfänger mindestens 3 Arbeitnehmer Vollzeit arbeiten müssen.

In den anderen Foren fällt auf, dass - sobald ein "Hilfe-"suchender Sozialhilfeempfänger auftaucht, der sich von der Behörde ungerecht behandelt füht und den man den simplen Ratschlag gibt, sich nicht auf andere zu verlassen, sondern notfalls putzen zu gehen, sofort ein Aufschrei folgt, wie man nur so wenig hilfsbereit sein kann.

Das beste wäre es, Sozialhilfeempfänger zu sozialen Diensten zu verpflichten. Wenn es auch nur 4 Stunden am Tag wären, an dem die Sozialhilfeempfänger z. B. in einem Krankenhaus arbeiten müssten, würde sich die Zahl der Sozialhilfeempfänger sicher drastisch reduzieren.

hallo Simone,
leider wird sich an der „Arbeitsmoral“ nicht viel ändern. Der Grund: wer eine gering bezahlte Arbeit annimmt, drückt sein anschließendes AL-Geld herab und, was noch viel weher tut: er senkt damit seine Rente.
Gestern brachten sie im Fernsehen einen Sozialhilfe/Schwarzarbeiter. Dessen Rechnung ging so:
SH: ca. 800 € (weiß nicht mehr genau die Summe)
Schwarzarbeit: ca. 2000 €
Summe zusammen: 2.800 €
Gegenrechnung: keine Sozialhilfe und versteuertes Einkommen: dann muss er 4.600 € verdienen, damit er dieses Einkommen von ca. 2.800 € hätte.
Oder einer meiner Beinahekunden: er arbeitete als Scheinselbständiger für ein großes Pharmalager als Lieferfahrer. Er bekam knapp 1.000 €. Dafür muss er das Firmenauto kaufen, Steuerrn und Versicherung bezahlen und sich Alter- und Krankenversichern. Das halte ich z.B. für Ausbeutung und Sklavenarbeit. Er konnte nur deswegen überleben, weil seine Frau auch arbeitet.
Dass so einer irgendwann Schwarzarbeit macht, ist menschlich verständlich.
Grüße
Raimund

Hallo,

ich muß Simone Recht geben. Es muß sich grundsätzlich etwas ändern. Wenn jemand, der einen schlecht bezahlten Job annimmt schlechter gestellt ist als ein Sozialhilfeempfänger, kann das nicht richtig sein.
Wenn, wie Simone vorschlägt, jeder Sozialhilfeempfänger einen sozialen Dienst leisten müßte, (in welcher Weise auch immer) hat er in dieser Zeit keine Gelegenheit zur Schwarzarbeit.
Wenn die Leute merken das sie nicht um eine Arbeit herum kommen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, wird sich mit der Zeit auch die Einstellung der Menschen ändern.

natürlich hat Simone Recht.
Nur schreien dann einige: Nazistaat, BDM, HJ, SA und was es sonst noch „kluge“ Argumente gibt.
Doch sollte derjenige, der diesen „Frondienst“ :smile: macht keine Einbussen im Alter haben.
Ich bin sogar dafür, dass es eine Pflichtmitgliedschaft in einer Jugendorganisation gibt. (ähnlich FDJ, H-Jugend, Pfadfinder…)
Nicht um sie politisch zu indoktrinieren, sondern anleitung zu geben, was man mit seiner Freizeit, seinem Leben usw. macht. Auch Erntehilfe und sonstige Hilfen sind ein sehr gutes Erziehungsmittel.
Es ist eine Fehleinschätzung, wenn die Erwachsenen glauben, die Jugend lernt dasd alles von alleine. Hauptsache sie lässt sich mit Taschengeld ruhigstellen.
Dort würden sie auch wieder das Miteinander lernen.
Grüße
Raimund

Verloren! Godwins Law! Eigentor!
Hallo Raimund,

natürlich hat Simone Recht.
Nur schreien dann einige: Nazistaat, BDM, HJ, SA und was es
sonst noch „kluge“ Argumente gibt.

Aber Raimund, schon wieder ein Eigentor. Du kennst doch Godwins Law, der Erste, der einen Nazivergleich in Debatten bringt, hat verloren. Was sollen denn diese idiotischen Vergleiche bzw. Dein Gebruell, dass andere mit solchen Vergleichen je kommen werden? Ausser Leute wie Du vielleicht, die sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit outen muessen: Einige Deutsche leiden an Profilneurose und daher gestoerter selektiver Wahrnehmung und spaetgeschichtlichem emotionalem Leiden ueber die deutsche Geschichte. Diese wenigen Deutschen outen sich immer dann, wenn sie jammern bzgl. der Geschichte und alles und jedes in der Gegenwart mit der dunkeln Seite der deutschen Geschichte vermischen. *smile*

Ich bin sogar dafür, dass es eine Pflichtmitgliedschaft in
einer Jugendorganisation gibt. (ähnlich FDJ, H-Jugend,
Pfadfinder…)

Na klar, und Du wirst Gruppenfuehrer :smile:

Nicht um sie politisch zu indoktrinieren, sondern anleitung zu
geben, was man mit seiner Freizeit, seinem Leben usw. macht.
Auch Erntehilfe und sonstige Hilfen sind ein sehr gutes
Erziehungsmittel.

Nein, keine Indoktrination, sondern Raimund nennt es Anleitung in Pflichtorganisationen mit verordneter Arbeit und Lebensstillehre! Alles klar, so kann man es auch nennen *prust*

Es ist eine Fehleinschätzung, wenn die Erwachsenen glauben,
die Jugend lernt dasd alles von alleine. Hauptsache sie lässt
sich mit Taschengeld ruhigstellen.
Dort würden sie auch wieder das Miteinander lernen.

Und das Gegeneinander gegen die, die nicht so gerne mitmachen und sich querr stellen. Oh Raimund, wie naiv von Miteinander zu reden in Zwangsorganisationen mit Lebensanweisung, wie naiv

peter, der auch in der HJ-zwangsmitglied war, in der „Honecker-Jugend“ , mit zwangserntearbeit auf der LPG „Edwin Hoernle“ *prust*

merke: HJ(HiJu)=HJ(HoJu)=FDJ=BDM=…

ich muß Simone Recht geben. Es muß sich grundsätzlich etwas
ändern…

Hallo Frank,

Sozialhilfe wird von den Gemeinden bezahlt. Die Möglichkeit, Sozialhilfeempfänger zur Arbeit heran zu ziehen, wird von wenigen Gemeinden durchaus erfolgreich genutzt. Dabei geht es keinesfalls darum, Arbeit als Strafe oder zur Abschreckung zu verordnen. Vielmehr soll einerseits der Belastung für die Gemeinde ein Nutzen gegenüber stehen und andererseits sollen Menschen nicht zu Almosenempfängern werden und daneben in einem geregelten Tagesablauf bleiben. In den so vorgehenden Gemeinden ist die Folge, daß es nur wenige Sozialhilfeempfänger gibt. Vielerorts werden solche Bestrebungen als unsozial angesehen und es wird befürchtet, man würde dem örtlichen Gewerbe die Aufträge vorenthalten.

Weil es sich um eine Gemeindesache handelt, hat jeder Einzelne durchaus Gelegenheit, Einfluß auf die Verfahrensweise zu nehmen. Man muß sich nur in den Gemeinderat wählen lassen. Die Chancen dafür sind gut, weil sich die Bürger zumeist nicht um solches Engagement reißen. Viel lieber wird nur gemeckert.

Der Fall des Schnorrers, der sich in Florida die Sonne auf den Bauch scheinen läßt, ist sicher ärgerlich. Es bringt aber insgesamt herzlich wenig, solche Löcher zu schließen, denn es geht bundesweit allenfalls um ein paar Millionen Euro. Der Gesamtaufwand für Sozialhilfe liegt aber im 2stelligen Milliardenbereich, ganz abgesehen von den fatalen Folgen in jedem Einzelfall, wenn Menschen über Jahre zu Hause vergammeln.

Gruß
Wolfgang

ROFL! Dafür ein Sternchen! (o.w.T)
-nix-

Hallo Wolfgang,

das klingt interessant. Was kann ich als Gemeinderatsmitglied noch alles bewegen? Man muß sicherlich Mitglied einer Partei sein. Zumindest um bessere Wahlchancen zu haben, oder ? Leider kann ich mich mit keiner Partei wirklich identifizieren.

Gruß, Frank

das klingt interessant. Was kann ich als Gemeinderatsmitglied
noch alles bewegen? Man muß sicherlich Mitglied einer Partei
sein. Zumindest um bessere Wahlchancen zu haben, oder ? Leider
kann ich mich mit keiner Partei wirklich identifizieren.

Hallo Frank,

die Zugehörigkeit zu einer Partei ist auf Gemeindeebene verzichtbar. Die in einer Gemeinde anstehenden Aufgaben und deren Prioritäten haben herzlich wenig mit Parteiprogrammen und nur am Rande mit Ideologie zu tun. In einem überschaubaren Gremium, wie es ein Gemeinderat i. d. R. ist, läßt sich mit Überzeugungsarbeit und Sachlichkeit sehr viel bewegen. An sichtbaren Ergebnissen läßt sich dort vermutlich mehr ausrichten, als auf jeder anderen politischen Ebene, natürlich in den Auswirkungen zumeist auf die Gemeinde begrenzt. Ob ein Schulstandort erhalten bleibt, ob es dort weiter durchs Dach regnet, weil einigen Gemeinderäten der Veranstaltungssaal im Feuerwehrhaus wichtiger erschien, ob Straßen instand gesetzt werden, der Ort eine Kläranlage erhält und wenn ja, in welcher Größe, ob man sich mit Nachbargemeinden zusammenschließt und dabei Planstellen in der Verwaltung einspart, ob Bauvorhaben genehmigt werden, ob überhaupt ein Bebauungsplan erstellt wird usw. Schließlich hängt es auch am Engagement der Gemeinderäte, ob und welche sinnvollen Arbeiten von Leistungsempfängern der Gemeinde ausgeführt werden.

Wer sich für die Tätigkeit als Gemeinderat interessiert, sollte sich zunächst einmal auf den öffentlichen Sitzungen blicken lassen. Das Interesse bei den Bürgern ist zumeist eher gering. Die Personaldecke der Parteien ist überall dünn. Zumindest gibts auf Ortsebene nicht viele, die in der Lage sind, Ausschußarbeit zu leisten, in ganzen Sätzen zu sprechen und zuzuhören. Deshalb wird es nicht lange dauern, bis man bei nahe rückenden Wahlen angesprochen wird, ob Interesse an der Mitarbeit besteht. Oder man bekundet selbst das Interesse. Dann läßt man sich vor der nächsten Gemeinderatswahl als Kandidat aufstellen. Dann stellt man sich bei den Bürgern vor, fragt nach deren Sorgen und Wünschen, was in kleineren Orten im Verlauf einiger Monate überhaupt kein Problem ist. Das ist dann ein sehr persönlich geprägter Wahlkampf, bei dem man auf politische Parteien gut verzichten kann.

Aus den Gemeinden gehen viele Mitglieder der Kreistage und der Landtage hervor. Die Gemeinderäte sind deshalb eine wichtige politische Basis, ohne die auf oberster Landesebene nur wenig geht. So gehört es für die Landesminister zum Tagesgeschäft, den Kontakt zu den Bürgermeistern und Gemeinderäten zu halten.

Ein unabhängiger Gemeinderat wird über kurz oder lang Offerten erhalten, Parteimitglied zu werden. Das kann man zur Kenntnis nehmen und das wars auch schon. Es zählt in erster Linie die Sacharbeit.

Wer etwas bewegen will und Ambitionen zum Quereinstieg z. B. in einen Landtag hat, kann auch Mitglied in der Mittelstandsvereinigung einer Partei werden. Das sind Organisationen, die weitgehend unabhängig und parallel zu den Parteien agieren, aber mit nicht zu unterschätzendem Einfluß. Mitglieder gibts dabei wieder recht zahlreich, aber nur wenige mit den Eigenschaften für weitere Funktionen. Dabei läßt sich u. U. schneller etwas erreichen, als bei der viele Jahre dauernden Ochsentour über irgendeine Parteibasis.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

Doch ist diese Selbstbedienung ist symptomatisch für unsere
heutige Einstellung: jeder kennt seine Rechte, jeder holt sich
Vorteile auf Kosten anderer, die Ich-AG wird ganz groß
geschrieben.
Doch das Wort Pflichten? Das ist ein Fremdwort.

ein Bekannter von mir, 53, Diplom Volkswirt, ist seit Jahren Arbeitslos und bekommt Arbeitslosenhilfe. Demnächst wird die ja der Sozialhilfe gleichgestellt. Auf der Suche nach nem Job hat er schon mehrere ‚Praktikanten‘ Stellen durch. D.h. Volle Arbeitsleistung, aber ohne Bezahlung.

Wer holt sich hier die Vorteile auf Kosten anderer?

Wieso werden eigentlich ständig die Opfer zu Tätern gemacht? Nur weil sie sich keinen Internetzugang leisten können um hier mit zu diskutieren?

Das Argument von den ‚faulen Arbeitslosen‘ wird erst sinnvoll, wenn sie alternativ auch arbeiten könnten. Das ist aber nicht so.

cu Rainer

hallo Reiner,
mit Sicherhiet gehört Dein Bekannter nicht zu diesen Leuten. Man sollte nicht alle in einen Topf werfen. Gerade diese Schmarotzer schädigen den Ruf der wirklich Suchenden.
außerdem habe ich den Verdacht, dass so manchen AG diese Situation weidlich ausnützt.
Genauso wie es AL gibt, die gar nicht arbeiten wollen.
Von der Hand zu weisen ist der Gedanke der Beschäftigung junger AL in Vereinen, Gruppen usw bestimmt nicht. Auch für so manchen Älteren tut die Beschäftigung für´s Gemeinwohl gut: er grübelt nicht so viel, er bekommt ein paar € zur Hilfe dazu und kommt auch nicht in den Trott des AL hinein. Das ist ein echtes Problem bei LangzeitAL
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,
an der Stelle wär mal ne Statistik mit seriösen Schätzungen interessant. Die Medien vermitteln oft den Eindruck, daß der Mißbrauch die Norm wäre. Ist das so? Ich kenne zu wenige Arbeitslose / Sozialhilfeempfnger um mir ein Bild zu machen.
Vermutlich wird da aber maßlos übertrieben. Die Leute regen sich dann immer so schön auf.
Von Zwangsverordnungen halte ich allerdings gar nichts.
Entweder ist Arbeit da, dann soll sie auch ordentlich bezahlt werden, oder es ist keine da, dann kann ja auch niemand zu einer Arbeit herangezogen werden.
Den Leuten zu sagen ‚Es gibt keine Arbeit, mach aber mal diese Arbeit, Du bekommst dafür Deine Sozialhilfe weiter.‘ klingt schon recht eigenartig, findest Du nicht? Ich denke, da versucht jemand die Notlage der Betroffenen auszunutzen und Geld zu sparen, indem Tarifverträge umgangen werden.
cu Rainer

Hallo,

Das beste wäre es, Sozialhilfeempfänger zu sozialen Diensten
zu verpflichten. Wenn es auch nur 4 Stunden am Tag wären, an
dem die Sozialhilfeempfänger z. B. in einem Krankenhaus
arbeiten müssten, würde sich die Zahl der Sozialhilfeempfänger
sicher drastisch reduzieren.

Wieso? Sie würde sich erhöhen!
Das Krankenhaus würde nur noch diese Kräfte beschäftigen. Die Leute die jetzt den Job für Gehalt machen würden in die Sozialhilfe abrutschen und ihren alten Job wieder bekommen, eben nur ohne Bezahlung. Du tust mal wieder so, als könnten die Sozialhilfeempfänger auch irgendwo arbeiten, wollten aber nicht. Von diesen vielen freien Stellen habe ich noch nie gehört, wo sind die?
cu Rainer