essgestörter Gastschüler

Hallo Ihr Lieben,

habe seit kurzem eine essgestörte Gastschülerin aus Japan, die bei Ankunft ca. 80 kg wog. Sie ist eine ganz Liebe und wir mögen sie total gern (wir haben auch 4 Kinder), aber sie übertrifft einfach alles, was wir an Essgewohnheiten kannten. Sie isst und isst. Nimmt sich ständig Essen aus dem Kühlschrank, 4 Schulbrote, nach der Schule Döner, dann am liebsten 4 Stück Kuchen, danach gleich wieder Brötchen oder so und das Abendessen kann sie kaum erwarten und isst wirklich ungelogen so viel, wie ich und mein Mann+2 Kinder zusammen. Was soll ich nur tun? Wir haben es bisschen mit Zuteilen versucht, ohne ihr bisher etwas gesagt zu haben und immer schon die Teller aufgefüllt, dann fragt sie aber, ob sie die Reste der Kinder noch essen kann, wenn die etwas nicht schaffen, es ist unglaublich… Ich möchte sie auch nicht verschrecken, wenn ich mit ihr rede über normales Essverhalten, wie sind denn so die Sitten in Japan, ich dachte immer, die legen totalen Wert auf Figur, dann müsste sie s doch auch wissen. Bitte gebt mir einen Rat, ohne dass ich ihr irgendwie weh tun muss, wie kann ich das denn regeln? Die Organisation meinte, wir sollten beobachten und dann reden, aber ich weiß gar nicht wie…

Danke für die Antworten!!!

Hallo Kati72!

Also, ich kann da (mit 25 Jahren Erfahrung mit Gastschülerprogrammen) wirklich nur dringend empfehlen, das direkte Gespräch mit der Gastschülerin (wir sagen eigentlich nicht Gastschüler, sondern neues Familienmitglied…) zu suchen.

Vielleicht gibt es ja (psychsiche) Gründe für das Essverhalten, vielleicht schmeckt es ihr einfach bei Euch viel besser, als zu Hause…

Habt denn die Organisation nicht einen Betreuer vor Ort, der für Euch als Gastfamilie und für die Gastschülerin zuständig ist (bei dem gemeninnützigen Verein, für den ich ehrenamtlich tätig bin, gibt es das), der mit der Gastschülerin und mit Euch gemeinsam und getrennt sprechen kann.

Wieweit habt Ihr denn Kontakt mit der Heimatfamilie, besteht da die Möglichkeit eines Gespräches? Und hat die Gastschülerin andere Gastschüler (aus der Organisation), mit der sie Kontakt hat, habt ihr darüber die Möglichkeit des Gesprächs.

Und, je nachdem wie die Sprachkenntnisse sind, könnt ihr mit der Gastschülerin nicht einen Ernährungskurs besuchen und dann gemeinsam „ernährungsbewußter“ zu essen? So nach dem Motto, wir essen jetzt alle nur noch gesund…

Auf jeden Fall auch weiter die Organisation mit einbeziehen und notfalls auch etwas „unter Druck“ setzen.

Gerne mehr,
viel Erfolg, viel Spaß
ulf-c.

Hallo,

ich kann kaum glauben was ich hier lese. Ich hab für 6 Jahre japanische Schülerinnen gehabt und muss sagen, die sind alle essgestört aber eigentlich in die andere Richtung. Wenn die nicht aussehen wie magersuechtige Jungs, dann sind sie nicht glücklich. Aber zu hören dass ein Mädchen aus Japan anfängt alles in sich reinzustopfen… das ist neu.

Nicht nur hatte ich selbst Austauschschüler, ich war auch Regionalleiter einer Austauschschuelerorganisation und weiss daher, dass der Betreuer die Aufgabe übernehmen muss mit der Schülerin zu sprechen wenn die Eltern das nicht möchten. Also ran die Organisation und verlangen, dass sie was tun für ihr Geld.

Kann sein, dass das Mädchen so angetan ist von der deutschen Küche, dass sie sich einfach nicht bremsen kann. Meine haben Anfangs alles gegessen was suess und fett ist, aber bald haben sie einen Schock bekommen und die Erfahrung gemacht, dass selbst ein asiatischer Körper in der Lage ist zuzunehmen und dann sind die aber sowas von auf die Bremse gegangen!

Viel Glueck mit der Organisation. Das wird schon.

Liebe Grüße aus Amerika.

Susanne