ich hab grad in einem Heft ein Gefäß zum Essigmachen gefunden…
Mmmmm. *grübel*
Dass man Essig mit einer Essigmutter (Acetobacter) ansetzt, ist mir ja nu bekannt.
Nun einige Fragen:
Da steht „Acetobacter ist für Euro 6,50 erhältlich“. Wo bitte kauft man die Essigmutter? Kann man nicht auch offenen Wein lange genug stehen lassen und es bildet sich dann Acetobacter?
Gibt es Unterschiede beim Acetobacter? Ist der eine besser, der andere schlechter? Und wenn ja, warum?
Hat jemand von euch schon mal Essig selbst gemacht bzw. Erfahrung mit dem Ansetzen?
Mit welchem Wein habt ihr das gemacht, um das beste (leckerste!) Ergebnis zu erzielen? Dass es ungeschwefelter Wein sein sollte, ist mir schon klar. Aber war dann Rot- oder auch Weißwein besser im Endergebnis?
Hat der Essig-Erfahrene dann auch für son Steingutfässchen Euro 54,00 „Manufactum“ lässt grüßen!) ausgegeben oder welches Gefäß habt ihr dann benutzt? In dieses Steingutgefäß passen 4 l.
Wie bekäme ich denn zum Beispiel Himbeer- / Erdbeer oder ähnlich aromatisierten Essig hin? Einfach die Früchte / Honig / Gewürze mit in das Gefäß / die Flasche (oder in was auch immer) mit reinpacken und fertig ist??? Kostet ja im Laden unglaublich viel…
Danke und Sternchen für Hilfe und Rat, (bitte nicht (nur) Links, denn da habe ich die Antworten auf meine vielen Fragen nicht wirklich gefunden!!!)
Da haben wir einen fruchtigen Rotwein, welcher weiss ich nicht mehr, genommen und mit Esiigmutter angesetzt.
Das Ergebnis war in jedem Fall zufriedenstellend und wohlschmeckend.
wenn du den Essig aromatisieren möchtest würde ich das erst nach erfolgreichem Essig produzieren tun.
Himbeeren und sowas könnte man auch mit dem Essig einkochen und danach passieren. Klar kann man das auch direkt im Ansatz machen aber die Wahrscheinlichkeit das es nicht schmeckt ist doch recht hoch denke ich.
Ebenso kann man diverse Früchte oder Gemüse im Essig einlegen und so auch einen aromatisierten Essig erhalten. (Knobi vieleicht)
LG Bernd
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Tach Jüldene
long time no see… aber schön, Dich mal wieder zu lesen.
Spät aber doch noch ne Antwort:
Ja, es gibt durchaus innerhalb des Stammes Acetobacter Unterschiede. Das Wesentliche ist aber, dass man wie bei der Weinbereitung einfach eine kritische MAsse an biologischem Material zusammenbekommt. Das führt dazu, dass wilde Hefen, Kamhefen usw usw die nicht gut schmecken, teilw. ungesund sind etc. schlichtweg unterdrückt werden. Früher machte man es auch nicht anders, indem man verdünnten, ungeschwefelten Wein einfach stehen ließ bis die kleinen, normalerweise lästigen Fruchtfliegen (u.a.) Essigbakterien auf dem Wein hinterließen. Insofern ist eine Investition von € 6,50 sicherlich nicht verkehrt, es sei denn Du hast jemanden im Bekanntenkreis der Dir ein Stück Essigmutter schenkt.
Ansonsten kann ich Dir nur den Rat geben, entweder den Hobbytip Nr. 280 irgendwoher zu besorgen, oder aber das Hobbythekbuch 2 oder 7 (bin mir grad nicht sicher) in einer Bücherei zu besorgen. Da steht alles drin bzgl. Essig selbstgemacht
da ich auch so ein Essig-Fan bin, habe ich schon manches ausprobiert. Ich habe bei mir so einen ganz normalen Keramik-Krug rumstehen (hab ich mal voll Sherry bei einer Tombola gewonnen), der fasst so ca. 1 1/2 Liter. Da kommt immer was rein, wenn es einen Rest von einem Wein gibt, der zu lange rumsteht, in der Regel roter Kochwein, der dann schon so einen leichten Essigstich hat. Angefangen habe ich das Dingens, glaube ich, mit einbem kleinen Rest Rotweinessig meines Winzerfreundes; da war schon so ein kleiner Bodensatz drin. Ab und an kommt auch mal ein Schuss Weißwein dazu, wenn da gerade ein Rest ist, der nicht so doll schmeckt.
Wichtig ist, dass Du die Flasche nicht verschließt, da die Essigsäuregärung eine aerobe Gärung ist, d. h. sie funktioniert nur mit Luft. Ich habe den Stopfenb oben locker schräg aufgelegt, so dass Luft reinkann, aber kein Staub reinfällt.
Parfümieren: Erst den fertigen Essig! Aber dann kannst Du mit allem spielen, was Dir einfällt: Himbeeren, Knofel, alle Arten von Kräutern, Pfeffer, andere Obstsorten … Aber nicht zu lange drin lassen, denn oft verändert sich der Geschmack nicht zum Guten, und im Essig zieht eh alles ziemlich schnell aus. Riech halt immer dran, dann merkst Du schon, wenn es optimal ist.
Viel Spaß beim Essigmachen!
Undd hier noch mein Spezialrezept: Schalen ungespritzter Orangen ganz dünn abschälen, so dass das Weiße nicht mitgeht. Etwas kleinschneiden und mit Essig auffüllen. So nach drei Wochen gebrauchsfertig und hervorragend für alle Blattsalte und Chicoree.