hat jemand von Euch Erfahrungen, ob und wenn ja wie es sich aufs Kind auswirkt, wenn ein Elternteil eine unbehandelte Essstörung hat? Bspw. isst der Elternteil entweder sehr viel, nichts und manchmal wird erbrochen. Der weibliche Elternteil lebt allein mit dem Kind, es ist ein Junge auch fast 7 Jahre alt. Der Junge isst selbst ganz normal und hat auch eine normale Figur. Könnte es sich auf das Verhalten und die Psyche des Jungen auswirken und wenn ja inwiefern? Hat da jemand Erfahrungen mit?
Anfügung
vergessen zu erwähnen: die Mutter des Jungen möchte sich nicht behandeln lassen, sie lebt halt damit und das schon (mit langer Unterbrechung) seit Eintritt ins Erwachsenenalter (heut ist sie ca. 31), also das eine Behandlung ist für sie kein Thema. Und sie sieht da keine Probleme, weil es zum Einen ein Junge ist und zum anderen er auch ganz normal isst und keine besonderen Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Schadet das also wirklich nicht?
Habe da auf (glaube es war bbc) einen Beitrag gesehen, dass sich diese STörungen auf das Kind übertragen können. Da musst Du mal in nem Fachforum anfragen - da kann Dir bestimmt jemand die Studie nennen.
also erstmal würde ich dem beteiligten Elternteil ganz dringend dazu raten, sich professionelle Hilfe bei der Essstörung zu holen. Selbst wenn sich das nicht auf das Kind auswirken würde, gibt es für sowas ja Ursachen, die einfach das Wohlbefinden des Elternteils nicht so gut sind. Das aber wie gesagt erstmal unabhängig von irgendwelchen Kindern. Wenn es um eine Bekannte oder so von Dir geht, kannst Du ja mal versuchen diesbezüglich ein wenig einzuwirken
Ansonsten weiss ich nicht, ob es wirklich objektive Auswirkungen auf das Kind hat. Allerdings könnte ich mir das schon vorstellen, da Kinder ja extrem viel durch nachmachen lernen. Und wenn die Mama nun sagt (oder denkt, oder spüren lässt) „Heut geht’s mir gut/schlecht, heut ess ich viel/wenig/kotze anschliessend“ dann lernt das Kind das als „richtig“ und wird sich, wenn’s ihm gut/schlecht geht entsprechend verhalten. Und wie ja einer der Vorredner schon sagte: Kinder haben unheimlich feine Antennen dafür, dass was nicht in Ordnung ist. Und auch wenn sich das (noch?) nicht direkt äussert, kann das später in der Pubertät dann entsprechende Auswirkungen haben…
Wenn
es um eine Bekannte oder so von Dir geht, kannst Du ja mal
versuchen diesbezüglich ein wenig einzuwirken
das bringt nichts, haben ihr schon ihre Familie und ich nahegelegt aber sie sagt dass sie damit eben „lebt“ - es ist wie es ist. Einzig belegbare Auswirkungen auf das Kind und das ist ja hier ein Junge (weshalb sie sagt, es wird ihm nicht schaden) würden sie vielleicht umstimmen.
Und wenn die Mama nun sagt (oder denkt, oder spüren
lässt) „Heut geht’s mir gut/schlecht, heut ess ich
viel/wenig/kotze anschliessend“ dann lernt das Kind das als
„richtig“ und wird sich, wenn’s ihm gut/schlecht geht
entsprechend verhalten.
aber schauen Jungs sich sowas von der Mutter ab? Das ist halt die Frage…
Habe da auf (glaube es war bbc) einen Beitrag gesehen, dass
sich diese STörungen auf das Kind übertragen können. Da musst
Du mal in nem Fachforum anfragen - da kann Dir bestimmt jemand
die Studie nennen.
Auf meiner Arbeitsstelle (El-Ki-Kurklinik) werde ich häufiger mit Müttern mit Essstörungen und ihren Kindern konfrontiert. Habe bislang noch nicht erlebt, dass sich die Essstörung auf das Kind übertragen hatte.
Eine Essstörung (in dem von dir geschilderten Fall Bulemie) hat eine psychische Ursache. Demzufolge hat (oder auch hatte) die Mutter ein psychisches Problem, auf dass sie mit einer Essstörung reagierte und ich sehe keinen Grund, warum ihr Sohn auf ein Erleben, das ihn persönlich nicht betrifft, ebenfalls mit einem gestörten Essverhalten reagieren sollte.
Ein anderer Punkt ist der: Falls sich die Ursache der Essstörung noch emotional auf die Mutter auswirkt und sie ihren Sohn auf andere Weise durch ihr Problem belastet, könnte sich dies negativ auf ihn auswirken.
Wie dieser jedoch darauf reagieren würde, ob mit einer Essstörung oder andersweitig, das hängt von seiner Konfliktverarbeitung ab. In der Regel sind es jedoch Frauen, die mit Essstörungen reagieren.
hat jemand von Euch Erfahrungen, ob und wenn ja wie es sich
aufs Kind auswirkt, wenn ein Elternteil eine unbehandelte
Essstörung hat?
ich habe mit meinem jahrzehntelangen Übergewicht sicher auch kein normales Verhältnis zum Essen, allerdings nie zwangserbrochen. Dazu kommt ein netter Diätschaden.
Meine Tochter (28) hat ein normales Essverhalten, das sie nicht zuletzt wohl auch durch eine ergiebige Stillzeit wie auch durch striktes Einhalten von „satt ist satt“ statt „der Teller wird leergegessen“ erreicht wurde.
Daher möchte ich dazu raten, wenn die Mutter behandlungsresistent ist, Diskussionen um die Essstörung (auch wenn auch ich sie für notwendig erachte) auf keinen Fall vor dem Kind führen. Das könnte tatsächlich dazu führen, dass etwas hängen bleibt.
ich habe es erlebt, dass die Essstörung aufs Kind übertragen wird. Die Mutter hat das Kind mit alldem abgefüllt, was sie sich selbst nicht gegönnt hat. Raus kam eine übergewichtige Teenagerin, deren Diät-Lebenslauf praktisch vorbestimmt ist.
in meinen Augen ist es zu kurz gedacht nur auf eine eventuelle (behandlungsbedürftige) Essstörung beim Sohn zu achten.
Mindestens ebenso problematisch finde ich, daß der Junge zuhause nie lernen und erleben wird, was Essen für das soziale Gefüge einer Gemeinschaft bedeutet. Essen ist deutlich mehr als reine Nahrungsaufnahme und zumindest dieses „mehr“ wird dem Kind fehlen.
Unter dem Gesichtspunkt sind negative Auswirkungen auf das Kind imho regelrecht zwangsläufig.
Gruß Stefan
hat jemand von Euch Erfahrungen, ob und wenn ja wie es sich
aufs Kind auswirkt, wenn ein Elternteil eine unbehandelte
Essstörung hat? Bspw. isst der Elternteil entweder sehr viel,
nichts und manchmal wird erbrochen. Der weibliche Elternteil
lebt allein mit dem Kind, es ist ein Junge auch fast 7 Jahre
alt. Der Junge isst selbst ganz normal und hat auch eine
normale Figur. Könnte es sich auf das Verhalten und die Psyche
des Jungen auswirken und wenn ja inwiefern? Hat da jemand
Erfahrungen mit?
ich möchte mich Stefan (Goosi) anschließen. Egal ob die Störung der Mutter nun behandelt oder unbehandelt ist, es besteht die Gefahr, dass das Kind niemals die richtige Einstellung zum Essen vermittelt bekommt.
Meine Mutter litt als Teenager unter Bulimie und hat auch heute noch eine meiner Ansicht nach ungesunde Einstellung zum Essen, die sie mir kräftig weitervermittelt hat. Ich kannte Essen mein Leben lang nur rationiert, obwohl ich als Kind und Teenager überhaupt keine Gewichtsprobleme hatte, da war ich sehr schlank und sportlich. Was passierte, als ich mit 19 von Zuhause auszog und mit allem Sport aufhörte, muss ich wohl nicht erläutern …
In vielen Fällen richten sich Essgestörte selbst zugrunde. Es ist eine Krankheit, eine Sucht, die einen immer tieferen Strudel zieht.
Ist ihr das nicht bewusst? Wenn nein, versucht ihr bewusst zu machen, dass sie irgendwann nicht mehr in der Lage sein wird für ihr Kind zu sorgen, wenn sie nichts gegen diese Krankheit unternimmt.
ich habe es erlebt, dass die Essstörung aufs Kind übertragen
wird. Die Mutter hat das Kind mit alldem abgefüllt, was sie
sich selbst nicht gegönnt hat. Raus kam eine übergewichtige
Teenagerin, deren Diät-Lebenslauf praktisch vorbestimmt ist.
wenn die Mutter so kompensiert, dann kann ich mir die Katastrophe gut vorstellen.