Essstörungen und Panikattacken

Hallo, ich bin neu hier und leide seit Jahren unter einer Essstörung. Mischerkrankung von Bulimie und Magersucht bei Normalgewicht. Vor 1,5 Jahren extrem Magersucht; danach bis heute extrem bulimisch.

Therapie bisweilen erfolglos. Hab ich aus mangelndem Interesse der Therapeutin abgebrochen. Wollte mich direkt in die Klinik „abschieben“. Letzte Woche war meine Erkrankung wieder mal auf dem Höhepunkt. Sie hat mir keinen Termin mehr gegeben. Betroffene wissen: durchschnittliche Wartezeit beim Therapeuten 3-6 Monate. „Selbstheilung“ lt. allen unmöglich.

Die letzten Wochen sind beruflich und privat an negativen Turbulenzen nicht mehr zu überbieten gewesen. Gesundheitlich geht es bergab. Zwei Nachfragen bei Therapeuten = „können wir nicht“ - „melden Sie sich in der Klinik an“. Hinzu kommt eine fehlende Kostenzusage für die Therapie der KK. Da erste Therapie abgebrochen, gibts womöglich keine Zusage mehr.

Ich hätt da so gern mal einen Weg. Es muss doch möglich sein, das Ganze in den Griff zu bekommen, ohne 12 Wochen Vollisolierung.

Ob ich hier richtig bin? Ich weiß nicht. Weiß nur, dass ich bald nicht mehr kann …

Schlechte Prognose
Hi

Therapie bisweilen erfolglos. Hab ich aus mangelndem Interesse
der Therapeutin abgebrochen.

Das überzeugt mich irgendwie nicht. Kommt mir eher vor wie eine Projektion deinerseits. Wie kommst du darauf, dass eine Therapeutin, die dich in Therapie nimmt, dann mangelndes Interesse hat? Da scheint mir bei dir was im Argen zu liegen.
So läuft das nicht. Wenn du so an die Sache rangehst, hast du keine gute Prognose. Sory, aber ich hale es für besser, dir das so zu sagen, als dir Honig ums Maul zu schmieren und alles bleibt, wie es ist.
Gruß,
Branden

Ich hätt da so gern mal einen Weg. Es muss doch möglich sein,
das Ganze in den Griff zu bekommen, ohne 12 Wochen
Vollisolierung.

Das klingt nach einem Dilemma. Du hättest gerne einen Weg, aber den, der dir aufgezeigt wird, nimmst du nicht. Warum fokussierst du von 12 Wochen Klinikaufenthalt ausgerechnet Vollisolierung? Andere wären total froh, sie könnten in eine Klinik und ihr Antrag wird abgelehnt.
Mal abgesehen davon, dass es sachlich falsch ist, denn man wird nirgendwo vollisoliert. Man hat Kontakte zu Mitpatienten, die auch Hilfe suchen und zu ÄrztInnen, TherapeutInnen usw., die Kontaktsperre nach außen gibt es gar nicht in jeder Klinik und es gibt auch Kliniken, in denen sie z. B. nur 4 Wochen ist.
Aber es ist harte Arbeit, eine Psychotherapie in einer KLinik zu machen, wenn man ernsthaft interessiert ist an einer Veränderung, und da mußt du dich fragen, ob du das bist.

LG
Gerda

Hi,

vielleicht gibt es ja eine gute Beratungsstelle zur Problematik Esstörungen / Suchtberatung. Da könntest du ja einfach mal nen Termin machen und dann schaun, was die noch so auf Lager haben.

Schau doch mal unter: http://www.dajeb.de Dort gibt es eine Suchmaske.

LG

Chris

Hallo,

Die letzten Wochen sind beruflich und privat an negativen
Turbulenzen nicht mehr zu überbieten gewesen. Gesundheitlich
geht es bergab.
Ich hätt da so gern mal einen Weg. Es muss doch möglich sein,
das Ganze in den Griff zu bekommen, ohne 12 Wochen
Vollisolierung.
Ob ich hier richtig bin? Ich weiß nicht. Weiß nur, dass ich
bald nicht mehr kann …

Meine Antwort hier wird keinesfalls Deine Probleme erschöpfend beantworten können, damit wäre ich überfordert.
Du hast mehrere Konflikte am „köcheln“ (Therapeuten, Krankenkasse, Klinik ja/nein, die eigentliche Eßstörung, Stress …)

Als erste Hilfe, um evtl. einen Halt im Kreis von ähnlich betroffenen Suchtkranken zu finden, kann ich Dir empfehlen, auf diese Seiten zu gehen,

http://www.overeatersanonymous.de/
http://www.emotionsanonymous.de/

etwas in Deiner Nähe zu finden und zu schauen, ob das erst mal einen anfänglichen und vielleicht auch dauerhafteren Halt bieten kann.

Viel Erfolg und gutes Ankommen
wünscht Dir Sophia

Bring es auf den Punkt und …
… mach Dich auf den Weg in die Klinik! Denn wenn alles so in Dir und um Dich eskaliert ist, dann wäre hier dringlich ein Break angesagt, so will es mir erscheinen.

In einem muss ich mich Branden anschließen: Wenn eine Therapeutin Dich in „Arbeit nimmt“, dann tut sie es nicht ihret- sondern Deinetwegen. Nun kann es aber sein, dass Du selbst noch nicht vom Weg der Therapie überzeugt warst bzw. eigentlich gar nicht wolltest. Dies aus welchen Gründen auch immer, ich denke nicht, dass es Absicht Deinerseits war. Also das bitte nicht als Schuldzuweisung verstehen!

Und so kann es schon geschehen, dass die Therapeutin dem nachgeben muss, denn sie kann Dich nicht zwingen. Aber sie muss auch immer bedenken, dass es noch viele Andere gibt, die auch ihrer Hilfe bedürfen. Und so wird sie sich wohl nicht sehr „gewehrt“ haben, als Du die Behandlung abgebrochen hast.

Weißt Du, es ist immer die Entscheidung des einzelnen Menschen, die hier akzeptiert wird. Dies schint mir übrigens ein Punkt, der häufig übersehen wird: Therapeuten geben, was sie können, aber sie können auch voll akzeptieren, wenn der Betreffende einfach noch nicht so weit ist, selbst aktiv zu werden. Manchmal habe ich das Gefühl (da nehme ich mich nicht aus), dass wir Menschen mitunter solange warten, bis es uns aber echt „Sch…“ geht. Nur - dann ist uns aber auch nicht immer gleich „zu helfen“ …

Aber es muss schon ein fester Wille in Dir drin sein, eine Veränderung herbeizuführen. Und es mag sein, dass Du da mal „verschärfte Hilfe“ brauchst. Und ich denke, die findest Du in der Klinik!

Du gehst dort nicht in eine „Klapse“, Du weilst dort nicht unter rein Irren und Verrückten. Aber Du wirst dort viele Menschen kennenlernen, die ihre eigenen Probleme haben und einige vielleicht sogar solche wie Du. Du hast dort die Möglichkeit, die „Spielarten“ solcher Themen zu sehen und daraus für Dich abzuleiten, was Du kannst und möchtest.

Ich wünsche Dir, dass Du den Mut zu dem Schritt hast und ich wünsche Dir, dass Du dort Erfahrungen sammelst, die Dir helfen, Dich selbst anders zu sehen, Andere besser zu verstehen und daraus Deinen neuen, Deinen Dir eigenen (!) Weg zu gestalten und zu gehen.

Man kann Dir nur den Weg zeigen und Dich ein Stück begleiten, gehen musst Du ihn letztendlich allein. Ich wünsche Dir, dass Du dies hier nicht als Negativum sondern als Schubs für die Eigenhilfe liest.

Hallo, ich bin neu hier und leide seit Jahren unter einer
Essstörung. Mischerkrankung von Bulimie und Magersucht bei
Normalgewicht. Vor 1,5 Jahren extrem Magersucht; danach bis
heute extrem bulimisch.

Therapie bisweilen erfolglos. Hab ich aus mangelndem Interesse
der Therapeutin abgebrochen. Wollte mich direkt in die Klinik
„abschieben“. Letzte Woche war meine Erkrankung wieder mal auf
dem Höhepunkt. Sie hat mir keinen Termin mehr gegeben.
Betroffene wissen: durchschnittliche Wartezeit beim
Therapeuten 3-6 Monate. „Selbstheilung“ lt. allen unmöglich.

Liebe Ruby,
du hast Angst, dich deinen Problemen zu stellen, oder? Das ist es jedenfalls, was ich deinen Zeilen entnehme. Keine Sorge, da bist du nicht die einzige.

Wenn du deine Angst überwinden willst, gehe den ersten Schritt in die richtige Richtung. Der erste Schritt ist stets der allerallerschwerste. Aber wenn du den gegangen bist, kommt es dir so vor, als ob es der einzige Schritt war, den du gehen musstest. Die anderen Schritte sind weit weniger mühevoll.

Ich kann dir sagen, du wirst deine Probleme nicht los, wenn du sie z.B. ignorierst, verniedlichst, anderen die Schuld dafür gibst. Die Therapeutin kann dir nur helfen, wenn du die Hilfe wirklich willst. Mir kommt es so vor, dass du schon Hilfe willst, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Dann blockst du ab. Und genau hier kommt deine Angst ins Spiel. Die Angst wird dir von deinem Unterbewusstsein geschickt. Das will dich darauf aufmerksam machen, dass es für dich ungemütlich werden kann, wenn du in deiner Problembewältigung weiter gehst. Es könnten Erinnerungen an die Oberfläche kommen, die du nur schwer verkraftest. In einer Klinik wärst du damit aber nicht allein. Dort wirst du in deinem Schmerz aufgefangen, dir kann geholfen werden. So hast du die Chance, es ein für allemal zu klären, dich zu regenerieren.

Überleg doch mal wie schön das Leben für dich sein könnte, wenn du diese Krankheit nicht hättest? Du wärst frei von deinen Ängsten! Was sind schon die paar Wochen im Vergleich zu dem Rest deines Lebens?
Aber wie gesagt, der erste Schritt ist der schwerste. Also, Augen zu und durch!
Ich wünsche dir allen Mut der Welt dazu!

Liebe Grüße
Ina