Hallo!
Wir reißen grade einen baufälligen Schuppen ab, den unser Vorbesitzer aus Ziegeln und Eternitplatten zusammengeschustert hatte. Ich habe Horrorgeschichten über die Kosten von Entsorgung von Eternit gehört. Bevor ich Morgen den Abfallexperten unserer Stadt anrufe, vorab zu meiner Beruhigung: Was kommt da etwa an Kosten auf uns zu? Mein Mann meint, es sind zehn Platten, die zusammen ca. 2 Zentner wiegen dürften.
da geht etwas durcheinader: Die Entsorgung von Eternit ist nicht teurer als Hausmüll , aber gefährlicher: Eternit enthält Asbest und darf deswegen nicht gebrochen, geschnitten, gesägt, gefräst, gefeilt, geflext werden, also nichts, was Staub oder Späne erzeugt. Die Deponien leihen oft auch staubdichte Transportbehälter aus, in die ganze Platten hineingesteckt werden können. Wenn Ihr die Platten demontieren könnt, ohne dass sie kaputtgehen, sind die Boxen nicht notwendig. Staubmaske ist dennoch angesagt.
Hi, weiterhin sollte man die Platte sorgfältig anfeuchten, auch an der Unterseite, damit bei der Demontage keine Fasern herumfliegen.
Dann die Platten in Foliesäcke stecken und diese mit Klebeband abdichten. Alle Nachreinigungsarbeiten sollten auch feucht erfolgen. Also nicht den Schuppen nach der Demontage trocken ausfegen.
Wenn trockenes Arbeiten zwingend nötig:
Wenn man mit Schutzmaske arbeitet, sollte es auch eine Maske für Feinstaub sein (Steht FFP 2 oder FFP3 drauf, Masken für Grobstaub oder FFP1 bieten keinen ausreichenden Schutz). Achte auch drauf, dass die Fasern nicht mit der Kleisung verschleppt werden, also gleich waschen oder Einwegoverall. Beachte, wohin der Wind ggf. Fasern hintreiben kann.
Wir reißen grade einen baufälligen Schuppen ab, den unser
Vorbesitzer aus Ziegeln und Eternitplatten zusammengeschustert
hatte. Ich habe Horrorgeschichten über die Kosten von
Entsorgung von Eternit gehört. Bevor ich Morgen den
Abfallexperten unserer Stadt anrufe, vorab zu meiner
Beruhigung: Was kommt da etwa an Kosten auf uns zu? Mein Mann
meint, es sind zehn Platten, die zusammen ca. 2 Zentner wiegen
dürften.
Hi Eva,
ich bin Kettenraucher, von daher, ich reiss auch Asbest ohne Schutz raus.
Meine Schwester ist passenderweise Ärztin, ich fragte mal nach weil ich ein Medikament bekam das Cortison enthielt, sie sagte wer viel raucht braucht sich über Cortison keinen Kopp machen.
Ansonsten, wenn du da Paranoia hast, bändige die Kanten der Platten mit SprühLack, dann reiss sie raus.
Gruß
Reinhard
Du kannst ja gerne machen was Du willst. Eigentlich ist es ja auch egal, ob du an einem rauchbedingten Lungenkarzinom oder an Asbestose stirbst (oder sollte man eher sagen „verreckst“, weil das echt nicht so ein schöner Tod ist. Hab mal in einer Arbeitsmedizin-Firma gearbeitet, da kamen dann die ganzen Leutchen mit nur noch teilweise funktionierender bzw. vorhandener Lunge und auf dem letzten Loch pfeifend zur Untersuchung).
Aber bitte rede nicht anderen Leuten ein, dass die erforderlichen Schutzmaßnahmen, die zumindest im gewerblichen Bereich aus gutem Grund zwingend vorgeschrieben sind, Paranoia seien.
Nur weil Du ein Gefährdung nicht sehen kannst, heisst dass nicht dass keine GEfährdung vorhanden ist.
Einsprühen der Schnittkanten ist ebenso völlig ungeeignet, da die Fasern bei der Demontage über die gesamte Fläche abgerieben werden
und die Platten sowieso keinesfalls trocken geschnitten dürfen.
Hallo,
Du hast ja recht wenn es sich um ständigen! Umgang mit Asbest handelt. Aber- einmal Umgang mit 20 asbesthaltigen Platten und schon Lebensgefahr??
Das Fichtelgebirge soll übrigens noch nicht menschenleer sein und wenn, dann bestimmt aus ganz anderen Gründen.
Welche Blüten die Asbestphobie treibt kann man hier sehen: http://www.schooloffice-sh.de/texte/s/speckstein.htm
„…Kiel (dpa) Wegen des Verdachts auf Krebs erregende Asbestfasern haben die Bundesländer Hamburg und Bremen den Werkstoff Speckstein im Schulunterricht verboten. Auch die Schulen in Schleswig-Holstein sollen künftig auf Speckstein verzichten, sagte eine Sprecherin des Kieler Kultusministeriums gestern auf Anfrage. …
…Speckstein ist eine dichte Form des Minerals Talk und kann wie dieses Asbestanteile enthalten. Speckstein kommt an vielen Orten der Erde vor, beispielsweise im Fichtelgebirge,…“
Gruß
Peter
zu einem Entsorgungsunternehmen gehen und sich die Asbest-Plastik-Entsorgungssäcke geben lassen. Die Platten in die Säcke hinein und damit wieder zum Entsorgungsunternnehmen. Kosten wie normaler Bauschutt.
Pferdefuss: Sollte Dein Kreis eine Andinungspflicht für Müll haben, dann bestimmt die Kreisverwaltung die Entsorgungsgebühr.
Einmal bei den Entsorgungsfirmen und dann bei den Herstellern von Atemschutzgeräten. Angst wird geschürt und schon mag keiner mehr in seine Grage, weil auf dem Dach Eternit liegt.
Unser Müllplatz (nein, Entsorgungsunternehmen) hat das heute für alles Mögliche zu erlangende Zertifikat auch seid einiger Zeit.
Dieses Zertifikat besagt wohl, dass sie alles richtig machen. Das heißt, dass sie alles machen, wie von Brüssel erwünscht. Ob das wirklich alles richtig ist, weiß doch keiner!
Und wer dort Eternit abgeben will, packt dieses in Plastiktüten, schmeißt alles auf einen Anhänger und man nimmt es ihm ab.
Ich bin einmal mit einer meiner Arbeitsstellen (Schiff) abgesoffen. Der Maschinenraum war vollständig unter Wasser. Daraufhin mußte dieser vollkommen ausgebaut werden. Wer so einen Maschinenraum schon mal gesehen hat, weiß, dass dort meterdicke Isolierdecken verarbeitet sind. Also kamen Spezialisten mit dem Auftrag, festzustellen, wo Asbest verarbeitet ist.
Oh Schreck, man fand nichts. Nur die beiden Luftschächte, durch die der zentrale Kontrollraum mit Atemluft für die Wachsgänger versorgt wird, waren mit Asbestmatten isoliert. Nur die Schächte, durch die Atemluft gepustet wurde, waren von Asbest umgeben!!
Dieses Schiff war zu dem Zeitpunkt 25 Jahre alt und ein Großteil der Leute, die sich täglich mindestens 8 Stunden dort aufhielten, war von Anfang an an Bord.
Durch das Rollen und Stampfen eines Schiffes ist immer alles in Bewegung, auch fest eingebaute Teile. Man kann also nicht sagen, das Isoliermaterial wurde nie bewegt, war also ungefährlich.
Bisher ist keiner an Lungenkrebs gestorben oder erkrankt.
Ich möchte auch keine Glaswolle einatmen oder andere moderne, ungefährliche Isoliermaterialien.
Hi, das Problem dabei ist, dass es sich hier nicht um eine Vergiftung handelt, bei der die Dosis ausschlaggebend ist, ob es Gesundheitsprobleme gibt.
Einmal eingeatmete Asbestfasern setzen sich zu einem Teil dauerhaft in der Lunge fest. Denn Asbestfasern sind zu fein zum Abhusten und nicht biologisch abbaubar.
Die spießen sich in das Lungengewebe und üben nun eine ständige Reizwirkung aus und deren Folgen sind Asbestose und ggf. Krebs. Die Menge der eingeatmeten Fasern hat durchaus einen Einfluss darauf, wie _wahrscheinlich_ eine Asbestoseentstehung ist - aber auch eine kleine Menge kann zur Auslösung reichen. Deshalb gibt es bei solchen Stoffen auch keine maximale Arbeitsplatzkonzentration (ungefährlich über 8 Stunden Schichtdauer arbeitstäglich) sondern eine technische Richtkonzentration (nach Stand der Technik erreichbarer Wert, ohne Aussage darüber dass dieser Wert als ungefährlich gilt)
Und: lebenslang eingeatmete Fasern summieren sich auf, da sie eben nicht abgebaut oder anderweitig aus der Lunge entfernt werden können.
Hi,
Die Lösung hast Du ja schon selbst genannt: Ein Metallschacht, der AUSSEN mit Asbest isoliert ist, hat ja wohl kaum einen Einfluss auf die Qualität der Luft im Schachtinneren. Oder wie kommen die Fasern Deiner Meinung nach durch das Blech?
Asbestose entsteht meist erst so nach mindestens 10 Jahren. Daher würde ich mit solchen Aussagen vorsichtig sein, dass keiner davon was bekommen hat. Die wenigsten werden 10 Jahre auf dem selben Schiff fahren und die wenigsten werden eine Asbestose mit einem Schiff in Verbindung bringen, von dem sie noch nicht mal ahnen, dass eine Exposition stattgefunden hat. Auch dann entwickelt nur ein geringer Teil der exponierten Personen eine Asbestose. Wenn also sagen wir einer von 1000 exponierten Personen bei der vorhandenen fasermenge eine Asbestose kriegt, hast Du gute Chancen, dass auf dem einen Schiff kein Fall auftritt.
Andererseits würdest Du dich sicher auch weigern, ein Auto zu fahren, von dem Du weisst, dass es statistisch gesehen in 1/1000 der Fahrten einen tödlichen Unfall hat.
Die Lösung hast Du ja schon selbst genannt: Ein Metallschacht,
der AUSSEN mit Asbest isoliert ist, hat ja wohl kaum einen
Einfluss auf die Qualität der Luft im Schachtinneren. Oder wie
kommen die Fasern Deiner Meinung nach durch das Blech?
Genau das habe ich schon gesagt. Durch die dauernde Bewegung des Schiffes bewegen sich Schacht und Asbestmatten gegeneinander und es rieselt überall Asbest.
auch egal, ob du an einem rauchbedingten Lungenkarzinom oder
an Asbestose stirbst (oder sollte man eher sagen „verreckst“,
weil das echt nicht so ein schöner Tod ist. Hab mal in einer
Arbeitsmedizin-Firma gearbeitet, da kamen dann die ganzen
Leutchen mit nur noch teilweise funktionierender bzw.
vorhandener Lunge und auf dem letzten Loch pfeifend zur
Untersuchung).
SChon mal nachgefragt wieviel % der Angestellten dort Raucher sind? Ich tat es bei einer Kardiologenpraxis in einem Krankenhaus, Riesending, ca >50 Angestellte pro Schicht. Mehrere Angestellte berieten sich, gingen ihre KollegInnen so durch und mir wurde 33 % genannt.
Einer der 3 Ärzte die mir in den letzten Jahren rieten das rauchen aufzugeben ist selber Raucher.
Aber bitte rede nicht anderen Leuten ein, dass die
erforderlichen Schutzmaßnahmen, die zumindest im gewerblichen
Bereich aus gutem Grund zwingend vorgeschrieben sind, Paranoia
seien.
Paranoia hat für mich jmd der zum Tanken einen Vollfilter über den Kopf zieht.
Und ich sehe durchaus die Risiken der Benzindämpfe. Erst kürzlich gelesen dass in einem Land, k.A. welches, wo es wohl noch Tankwarte gibt, die hunderte Male am Tag im Dampf stehen, prozentual gesehen 40 % häufiger bei der Heimfahrt von der Arbeit verunglücken als „normale“ Arbeiter. Das ist jetzt quais nur die „Drogen“-Wirkung der Dämpfe, gesundheitlich wird es auch schlimm sein wenn man das jahrelang macht.
Nur weil Du ein Gefährdung nicht sehen kannst, heisst dass
nicht dass keine GEfährdung vorhanden ist.
Naürlich sehe ich sie, beachte sie aber nicht wenn ich einmalig irgendwo mit Asbest in Kontakt komme.
Einsprühen der Schnittkanten ist ebenso völlig ungeeignet, da
die Fasern bei der Demontage über die gesamte Fläche
abgerieben werden
und die Platten sowieso keinesfalls trocken geschnitten
dürfen.
Okay, da kann ich fachlich mangels Erfahrung nichts zu sagen obwohl logischwerweise auf die kanten bezogen mein Tipp nicht völlig ungeignet ist.
Dann sprühe ich halt die ganze Platte mit haarspray ein o.ä.
Hallo,
ich versuche mich mal dunkel an einen Fernsehbericht zu erinnern, wo es um die Anerkennung von Lungenkrebs als Berufskrankheit ging. Wenn ich da etwas falsch aus dem Gedächtnis widergebe dann korrigiere mich bitte.
Muss man da eine sehr lange Zeit - erheblich länger als 10 Jahre - bei der Berufsausübung mit Asbest in Berührung gekommen sein.
Das lässt doch eher darauf schließen, dass man hier bei kurzzeitiger Berührung mit Asbest eben nicht von einem erwähnenswerten Gefährdungspotential ausgehen kann
Bei bestimmten Asbestarten lässt sich eine Asbestkontamination der Lunge auch im durch Krebs hervorgerufenen Todesfall nicht mehr nachweisen
Gruß
Peter
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
es gibt bestimmte Berufskrankheiten, wo bestimmte Expositionsdauern genau festgelegt sind. Beim Asbest ist die Voraussetzung aber anders:
entweder eine Lungenfibrose = Asbestose = diese ist aber diagnostisch anhand des Röntgenbildes und Gewebsproben klar abgrenzbar (typische Umwandlung von Lungengewebe in Beindegewebe = KEIN Krebs).
oder bei einem Bronchialkarzinom oder Mesotheliom des Rippenfells oder Herzbeutels eine
a)gleichzeitige röntgenologisch diagnostizierte Lungenfibrose = Asbestose oder
b) eine histologisch (also mikroskopisch im Gewebe) nachgewiesenen „Minimalasbestose“ oder
c)eine vorausgegangene Exposition von 25 „Asbestfaserjahren“ .
Diese „Faserjahre“ sind ein rein rechnerischer Wert und entsprechen NICHT den Kalenderjahren.
Diese letztere Zulassungsvoraussetzung erlaubt eben auch die Anerkennung eines Bronchialkarzinoms nur aufgrund der beruflichen Exposition(Messwerte bzw. Erfahrungswerte bei bestimmten Tätigkeiten), ohne eindeutigen Gewebebefund. Die Berechnungsmethodik findest Du hier ausführlicher: http://www.hvbg.de/d/bia/pub/rep/rep02/bk0197.html
Eins ist aber auch klar: Asbestosen sind für die Berufsgenossenschaft sehr sehr teuer, so dass man nicht unbedingt Fälle anerkennt, wo diese Voraussetzungen nicht nachgewiesen werden können.
Ein Kettenraucher ist natürlich dann ein gefundenes Fressen = man wird versuchen die Beweislast umzukehren, der Raucher kann aber bei fehlender Lungenfibrose kaum nachweisen, dass der Krebs asbestbedingt ist.
Beruhigung: Was kommt da etwa an Kosten auf uns zu? Mein Mann
meint, es sind zehn Platten, die zusammen ca. 2 Zentner wiegen
dürften.
Ich habe mal für die Entsorgung einer Asbestplatte, die ca 1,20 auf 60 (kann auch etwas größer oder kleiner gewesen sein, aber ich habe sie ohne größere Probleme im Kleinwagen in zwei zusammengesetzten Müllsacken transportiert) 17,98€ bezahlt
Die normale Abfallstelle der Stadt hat das Teil nicht angenommen, es mußte zu einem Unternehmen für Sonderabfälle…
@alle
Vielen Dank für die Informationen und auch die Diskussion war interessant
Spätestens seit 1992 ist Eternit asbestfrei und kann bei Vorlage eines Kaufnachweises wie Hausmüll entsorgt werden (wer bewahrt Rechnungen so lange auf…?):www.art-trier.de
Keine Ahnung, wie „alt“ unser Eternit ist. Tatsächlich muss man sich Big Bags besorgen (gibt’s in unserer Region leider nut jwd) und kann sie dann bei einer Deponie, ebenfalls jwd, abgeben. Kosten sind tatsächlich nicht hoch, wir kommen evtl. mit 10 oder 20€ davon, allerdings habe ich noch keine Ahnung, was so ein Big Bag kostet. (Ich habe munkeln gehört, dass viele Leute, die die Umstände und die Kosten scheuen, das Zeug einfach kleinhauen und im Garten verbuddeln. Gefährlich ist für Weicheier. Schönen Gruß an die Nachfahren!)
Hallo Conrad, sind wir zusammen auf dem BMS Arctic gefahren?
Habe bisher nur einen Conrad mit „C“ kennengelernt der in zu See fuhr und dazu noch im Fettkeller!
Gruß Hartmut