Wir gehen fast selbstverständlich mit dem begriff „Ethik“ um.
Aber was, würdet ihr es in einfachen Worten erklären müssen - verbirgt sich eigentlich dahinter?
Was ist ist das eigentlich - „Ethik“ ?
Wir gehen fast selbstverständlich mit dem begriff „Ethik“ um.
Aber was, würdet ihr es in einfachen Worten erklären müssen - verbirgt sich eigentlich dahinter?
Was ist ist das eigentlich - „Ethik“ ?
Was ist ist das eigentlich - „Ethik“ ?
moral ist, wie man leben soll und was man tun soll.
ethik ist die theorie der moral.
das wars in zwei saetzen. hiermit gebe ich ab, zb. an metapher.
)
gruss
lehitraot.
Hallo,
ich bin zwar nicht Metapher (*g* Hallo, Lehi!), aber ich hätte dazu folgendes zu sagen:
Ethik gibt es im engeren und im weiteren Sinn. Im weiteren Sinn ist Ethik diejenige Disziplin, die sich mit den praktischen Aspekten der Philosophie befasst, also ein Synonym für „Praktische Philosophie“.
Im engeren Sinn geht es Ethik um die Frage nach den Regeln, nach denen wir handeln sollen. Jede Beantwortung der Grundfrage „Was soll ich tun?“ führt allerdings zu immer weiteren (und nicht uninteressanten) neuen Fragen: Warum soll ich das tun, was ich tun soll? Wonach soll ich mich richten bei der Beurteilung dessen, was ich tun soll (nach der Vernunft, nach dem Gefühl)? Woher weiß ich, was das Beste für mich ist? Soll ich so handeln, dass ich das Beste für mich (oder für andere oder für die Gesamtheit der Menschen) erreiche? Was ist eine Handlung? Warum eigentlich nur für Menschen? Was ist eigentlich ein Mensch? usw.
Man sieht: Die Grenzen sind fließend. *g*
Der Begriff „Ethik“ kommt übrigens griech. ethos (in zweierlei Schreibweise, mit langem oder mit kurzem e, woraus schon Interpretationsunterschiede entstehen), was soviel heißt wie Moral, Sitte, aber auch Gewohnheit.
Übrigens ist die kurze Formulierung von Lehi sehr richtig formuliert. Ethik befasst sich mit der Berechtigung verschiedener Moralen, also auch mit der Frage, ob Moral kulturabhängig ist oder nicht.
Ethik unterteilt sich in
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hi!
Ethik ist Religion ohne Gott
Gruß
Dusan
Nein!
Hallo Dusan,
Ethik ist Religion ohne Gott
nein, das stimmt nicht, denn Religion beinhaltet nicht ohne weiteres Ethik, eher schon Moral. Das kann man vielleicht an den Verirrungen der Kirche am besten sehen (Hexenverfolgung).
Aber auch in einer anderen Hinsicht ist die Aussage zwar als Bonmot schön, aber für eine Definition von Ethik untauglich: Ethik hat es mit den rationalen Gründen von Handeln zu tun, während Religion auf die Vernunft nicht angewiesen ist. [„Rationale Gründe“ ist eigentlich ein Pleonasmus, aber du verstehst sicher, was ich meine, oder?]
Außerdem gibt es auch Religionen ohne Gott (Buddhismus), das wären dann reine Ethiken.
Es gibt zwar die sogenannten Bereichsethiken wie Gen-Ethik, biologische Ethik, Berufsethiken etc., zu denen man auch religiöse oder theologische Ethik zählen kann. Aber das sind alles mehr oder minder eingeschränkte Ethiken, die das Wesen der Ethik nicht treffen.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hallo Thomas!
Entsteht Moral nicht auch aus Religion? Wer bestimmt die Moral?
Grüße
Dusan
Hallo Dusan!
Entsteht Moral nicht auch aus Religion?
Moral schon, Ethik nicht!
Wer bestimmt die Moral?
Moral wird von Gemeinschaften in Übereinkunft bestimmt. Ethik hingegen ist die Untersuchung, ob sich diese Moral objektiv rechtfertigen lässt bzw. welche Moral sich rechtfertigen lässt und wie.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
besser als …
… Thomas Miller kann man deine Frage kaum beantworten.
Aber eine zusätzliche Bemerkung könnte nützlich sein: Die vom griechischen ηθος, ηθικος und lateinischen mos, moralis abgeleiteten Wörter Ethik, ethisch, Moral, moralisch und die deutschen Wörter Sitte, sittlich werden nämlich, obwohl sie rein lexikalisch dasselbe bezeichnen, nicht eindeutig gebraucht - besonders nicht in der Umgangssprache, aber oft auch nicht in der Ethik (s.u.) selbst.
„Ethik“ ist nämlich nicht nur die Bezeichnung für das philosophische Fachgebiet, das sich - wie unten von Thomas erklärt - mit bestimmten Fragen bzgl. des menschlichen Handelns befaßt.
Vielmehr gibt es daneben auch den Begriff „eine Ethik“, womit der Bestand an bestimmten „ethischen Grundsätzen“ gemeint ist, der genau in derjenigen Gesellschaft bzw. in demjenigen Kulturkreis existiert, in dem genau diese Grundsätze ihre Gültigkeit haben.
An diesem Begriff bzw. Wortgebrauch ist einfachsten der Begriff „Moral“ oder „moralisches Handeln“ zu erläutern. Demnach ist Moral die Weise, wie man eine jeweils bestimmte Handlung im Rahmen von ethischen Grundsätzen „moralisch“ zu bewerten habe, d.h. wie man zu der Bewertung kommt, ob die Handlung „moralisch gut“ oder „moralisch schlecht/böse“ sei.Moral ist also die Zuordnung einer Handlung zu einem ethischen Grundsatz.
So sieht man, daß nicht nur derjenige „moralisch handelt“, dessen Handlung einem ethischen Grundsatz _ent_spricht (= moralisch gut), sondern auch derjenige, dessen Handlung einem solchen Grundsatz (willentlich und wissentlich) _wider_spricht (= moralisch schlecht). Das Letztere wird aber üblicherweise (obwohl unmißverständlich) als „unmoralisches“ Handeln bezeichnet, was IMHO ein falscher Ausdruck ist - noch grauenhaftere Begriffsschluderei ist es, wenn solches Handeln als „unethisch“ bezeichnet wird. „Moralisch Handeln“ heißt schlicht: Sich an einem ethischen Grundsatz orientieren, egal, ob mit ihm oder gegen ihn.
Eine Frage der Ethik (jetzt wieder als die philosophische Wissenschaft verstanden) ist es uter anderem nun auch, zu Frgane, wie ethische Grundsätze überhaupt zustandekommen und wodurch sie ihre Gültigkeit in einer Gesellschaft erreichen. Diese Fragen sind noch weitgehend ungeklärt, aber da in den meisten Kulturen ein Großteil der Grundsätze (= die Sitten) sich in Form von Gesetzen niederschlagen, kann man diese Frage wenigstens im Ansatz klären: In der Antike wurde das in Kulturen, die durch theistische Religionen bestimmt waren, meist so gehandhabt, daß die von der Herrschaftsschicht bestimmten Gesetze als von einem (dafür zuständigen) Gott gegeben definiert wurden. So war es in Ägypten, Indien (mit dem Rechtsgott Mitra), in Babylon (Hammurabi ließ die Gesetze in einen phallusförmigen Stein gravieren), Assur und anderen semitischen Großreichen. Die mosaische Gesetzgebung bei den Israeliten ist nur eins von vielen Beispielen dafür.
Da nun in der Antike die europäisch-neuzeitliche Erfindung, daß man die Existenz eines Gottes bezweifeln könne, noch nicht existierte, ist es erklärlich, daß durch diese „Gottgegebenheit per def.“ auch die Geltung der Gesetze - und damit ein Großteil der ethischen Grundsätze - gegeben war.
Ein Problem der „Ethik“ (hier als Wissenschaft verstanden) entseht, wenn in einer Gesellschaft neuartige Typen von Handlungen möglich sind, für die es aber (noch) keine ethischen Grundsätze gibt: So gibt keinerlei Tradition einen Hinweis, ob menschliches Klonen oder Manipulationen am menschlichen Erbgut als moralisch gut oder moralisch schlecht zu bewerten sei. Ein möglicher ethischer Grundsatz wäre hierbei erst aus einer erst noch zu entwickelnden neuen Bestimmung der „Natur des Menschen“ („Natur“ hier im doppelten Sinne von „Wesen“ und „Materie“) zu gewinnen. Hier fehlt es also noch an einer „Ethik“ (hier als Sammlung von Grundsätzen verstanden) und in diesem Sinne könnte man sagen, Genmanipulation (und zwar egal ob „ja“ oder „nein“!!) ist - im wörtlichen Sinne - „sittenlos“
Zusätzlich werden ethische Fragen noch verwirrt, wenn pseudoethische Grundsätze im Umlauf sind, Grundsätze also, die in sich selbst widersprüchlich sind oder auf irrigen Begriffsbildungen beruhen. Im obigen Fall z.B. der Pseudogrundsatz „der Mensch darf nicht in die Natur eingreifen“ im Umlauf, ein Sat, der auf einem völlig verwirrten Begriff von „Natur“ basiert.
Gruß
Metapher
Tja …
Hallo Dusan,
Was sagst dazu: http://theol.uibk.ac.at/itl/160.html
was soll ich denn dazu sagen? Das ist doch eindeutig aus theologischer Perspektive geschrieben (und noch nicht einmal richtig begründet, was aber natürlich so einem Artikel nicht wirklich vorgeworfen werden kann).
Alle drei Thesen sind zudem angreifbar.
Die erste These besagt, dass es keine Menschenwürde ohne den Gottesbegriff gäbe. Das ist schlicht falsch, zumindest gibt es andere Positionen (z. B. Habermas oder Apel, aber auch andere).
Die zweite These, dass der Glaube eine neue Sicht der Wirklichkeit sei, mag richtig sein, ich würde allerdings lieber sagen, dass er eine „andere“ Sicht ist. Das hat aber mit Ethik nichts zu tun, sondern mit Metaphysik.
Und der dritte Punkt, nach dem Ethik nur dann richtig ist, wenn Menschen nach ihr handeln, setzt die deskriptive Ethik absolut, vernachlässigt mithin die normativen Aspekte bzw. relativiert sie.
Im Grunde sehe ich hier noch nicht einmal wirklich deskriptive Elemente, sondern es handelt sich um einen sogenannten „naturalistischen Fehlschluss“. Das bedeutet, dass hier von einem „Sein“ auf ein „Sollen“ geschlossen wird, was nicht zulässig ist. Wollte man hier die Auffassung vertreten (wie etwa Peter Geach), dass dieser Schluss kein Fehlschluss, sondern ein zulässiger Schluss sei, dann hätte man das explizit begründen, zumindest aber sagen müssen.
Fazit: Was in diesem Artikel steht, ist der (aus meiner Sicht untaugliche) Versuch, Ethik religiös zu fundieren. Diese Fundierung wird aber nicht begründet, sondern allerhöchstens „analog nahegelegt“. Wo die Ethik sich angeblich nicht selbst begründen kann (was so platt jedenfalls nicht stimmt), versucht der Autor, einen übergeordneten Standpunkt zu beziehen, der aber mit Ethik nichts zu tun hat, sondern metaphysisch ist (wobei ich keineswegs die Metaphysik abwerten will).
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Ethik ist Religion ohne Gott
*uff* nicht wirklich.
lass es mich ganz einfach erklaeren:
einer sagt: die moral sagt, stehlen ist boese.
ein anderer sagt: nein, bei den alten griechen war stehlen in ordnung, nur erwischen lassen durfte man sich nicht. wie kommst du also darauf, dass es fuer jedermann gilt, dass stehlen boese ist?
die aufgabe der ethik ist es jetzt argumente zu finden, warum und wieso der eine oder der andere oder gar keiner von beiden recht hat bzw. recht haben kann.
die religion (in diesem falle *unsere* religion, denn die altgriechische sagte ja was anderes) gibt eine moral („stehlen ist boese“) vor (oder eine „normative ethik“), die ethische disziplin der philosophie fragt sich, ob man das begruenden kann und wie.
es gibt religioese begruendungen „stehlen ist boese, weil es von gott verboten wurde“ oder nichtreligioese begruendungen „stehlen ist boese, weil es anderen schadet“. usw.
(ich weiss, es waren die spartaner, die mit dem stehlen und dem erwischen lassen.)
gruss lehitraot.