Hallo,
in meiner näheren Umgebung ist ein Fall eingetreten, wo ich gerne mal
Eure Einschätzung hören möchte (sowohl von medizinischen Laien, als
auch von Fachleuten):
Eine 25jährige Frau ist im 4. Monat schwanger. Sie nimmt ein Bad,
rutscht beim Aussteigen aus der Wanne aus, greift aus Reflex nach
irgendeinem unter Strom stehenden Gerät und bekommt einen Schlag. Ihr
Partner hört ihren Sturz, braucht aber eine Weile, bis er die
verschlossene Badtür öffnen kann. Er beatmet sie, ruft den Notarzt,
der sie wiederbeleben muss, und sie kommt auf die Intensivstation.
Messungen ergeben, dass sie nahezu hirntot ist (Leistung nur noch bei
6%), denn sie hat ca. 5 Min keinen Sauerstoff erhalten. Der Partner
der Frau entscheidet sich dafür, die Geräte abschalten zu lassen.
Doch dann tritt eine Ethikkommission in Kraft und bestimmt, dass die
Frau am Leben gehalten werden soll, bis das Kind geboren ist.
Nun meine Fragen:
- Warum hat der Vater des Kindes und Partner der verunglückten Frau
keine Rechte (ich meine das jetzt nicht „juristisch“ - sondern rein aus Gründen der Selbstbestimmung und der Ethik) darüber zu bestimmen, was mit seiner Frau und vor allem
seinem Kind in dieser Situation geschehen soll?
Und
2. Ist ja bekannt, dass Föten sehr wohl das Leben ihrer Mutter, ihre
Gefühle, ihre Bewegungen, Geräusche etc. aufnehmen und sie duchaus
schon in ihrer Persönlichkeit prägen. Bei einem „toten“ Körper, der
nur noch durch Maschinen „am Leben“ erhalten werden, fallen all diese
Eindrücke weg. Ist es also nicht auch schädlich für dieses Kind,
unter diesen Umständen geboren zu werden?
Ich gebe zu, ich bin etwas fassungslos über diese Entscheidung dieser
Ethikkommission und frage mich wirklich, ob da nicht sog. „Fachleute“
Gott spielen wollen.
Wie seht ihr das?
Interessiert:
Anja
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