Hallo fliegerbaer,
da Ethnie etwas mit biologischer Herkunft zu tun hat und damit mit Genen, Sprache aber nicht zwingend (Findelkinder, gemeinsame Ethnie bei anderer Sprache usw.), muss man da schon unterscheiden.
So haben wir in Kärnten einerseits Franken und Baiern, andererseits Slowenen, also hie Germanen und da Slawen. In Deutschland haben wir die anerkannten Minderheiten der Friesen, der Dänen und der Sorben - und nur die Sorben sind slawischer Herkunft.
Nicht vergessen sollte man dabei den dritten oder vierten Faktor neben Sprache und Ethnie und Rasse, den sozialen. So wurden in Deutschland im Nationalsozialismus Juden und Zigeuner (Sinti, Roma usw.) verfolgt, verhaftet und vernichtet aus rassischen Gründen und aufgrund einer rassistischen Ideologie.
In der Schweiz hingegen wurden Juden im 20. Jahrhundert nicht bedrängt (soweit ich weiß), Zigeuner bzw. das Fahrende Volk hingegen schon. Siehe „Kinder der Landstrasse“: „Ziel von Kinder der Landstrasse war es, die Kinder dem Einfluss der als asozial beurteilten minderheitlichen Lebensverhältnisse zu entfremden und sie an die vorherrschende mehrheitsgesellschaftliche Lebensweise anzupassen.“
Das wäre also eine rein soziale Stigmatisierung und Benachteiligung (bzw. subjektiv bei den Handelnden eine Bevorteilung), bei der Ethnie, Rasse, Religion und Sprache (fast) gar keine Rolle spielten.
Umgekehrt gibt es auch in allen Regionen der Welt Wichtigtuer, die geringste Unterschiede und gemutmaßte Benachteiligungen (ethnisch, rassisch, religiös, sprachlich, sozial) auszunutzen versuchen für eigene persönliche (Karriere, Ansehen, Geld, Macht, Waffen, Krieg) und kollektive Ziele, ich nenne nur mal als misstrauischer Mensch Gegenden wie:
Nordirland, Tschetschenien, ganz Ex-Jugoslawien von 1992 bis vor Kurzem, halb Afrika, und halb USA und die halbe Welt sind empört, weil ein mexikanisch-stämmiger Erwachsener einen afro-amerikanischen Jugendlichen erschossen hat unter bislang ungeklärten Umständen!
Womit der den generation clash oder gap noch einfügen können in die anderen clashes und gaps von ethnisch über religiös und cultural und sozial bis hin zu - huch, was hatten wir übersehen? Den intelectual gap? Wie zwischen Salman Rushdie und seinen Verfolgern, die nur dümmer sind als er, nicht unbedingt gläubiger?
Richtig ist: Viele Minderheiten sind benachteiligt in vielen Ländern, manchmal sogar Mehrheiten. Manchmal sogar ungerechterweise bzw. ungleich. So dürfen Muslime in D. Moscheen errichten (wenn auch manchmal ungerechterweise bedrängt von Fanatikern wie in Berlin-Pankow), während es Christen und Juden im 21. Jahrhundert und bei angestrebter EU-Mitgliedschaft der Türkei in Istanbul erheblich schlechter geht als noch vor 300 Jahren.
Diesem Leid, dieser Ungerechtigkeit gegenüber stehen Fanatiker oder vorgebliche, die Unruhe schüren angesichts kaum wahrnehmbarer oder gar eingebildeter Ungerechtigkeit. Da könnten wir ja mal eine Liste aufstellen.
Die IRA steht bei mir ganz oben, gefolgt von den Basken-Fetischisten und -Fanatikern. Danach folgen alle regierenden Franktionen in beiden De-Fakto-Palästinenser-Staaten.
Ich bitte um weiter Zutaten zu dieser Liste. Klagen von Sorben-Funktionären hören sich weniger übertrieben an. Oder doch? Und gibt es in Südtirol schon einen neuen Andreas Hofer?
Gruß aus Berlin, Gerd