Etwas auf dem Kerbholz haben

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„Kerbholz“ oder „Kerbe“, auch die „Beile“ genannt, ist das alte Mittel zum Zählen und Rechnen, die alte Rechentafel, ein später Nachkomme des uralten Runenstabes. Es diente namentlich zur gegenseitigen Sicherstellung und zum Schutz gegen Betrug im Geschäfts- und Rechnungswesen, was dadurch erreicht wurde, daß beide im gegenseitigen Geschäftsverkehr stehenden Parteien zwei ganz gleiche etwa fußlange Stäbchen besaßen, die man bei der Notierung der Schuld nebeneinander legte und über die man in einem Zuge so viele Kerben einschnitt oder einfeilte, als die Rechnung Posten hatte.
Bei der Abrechnung wurden die beiden Teile miteinander verglichen und die Kerben, die, sofern keine Fälschung stattgefunden hatte, genau aufeinander passen mußten, zusammengezählt.
Der Kerbhölzer bedienten sich namentlich Bäcker, Metzger, Milchbauern, Drescher, Müller, Bergleute u. dgl.
Auch amtliche Rechnungen wurden so geführt und im Steuerwesen diente die Einrichtung zur Berechnung und Kontrolle zwischen dem Einnehmer und dem Gegenbeamten.

mfgConrad