ot*FließendeÜbergängederÖkoKulturendamalsundheute*
Hallo Kiekie,
Du sagst:
ich war in den 70er Jahren selbst so’n Typ Richtung
Hippie-Edel-Gammel-Look, aber daher noch lange nicht auf dem
sog. Öko-Trip.
sorry, aber irgendwie sehe ich datt Problemchen nicht?
…was ist denn so schlimm am „Öko-Trip“, das die Abgrenzung so wichtig macht?
Bleiben wir doch erst mal nur bei den Klamotten, äh Kleidung:
In meiner Erinnerung, mein Alter von 12 bis ca. 18 ( also die Jahre 1980-86) betreffend, wurden „wir“, die alles was im Entferntesten mit dem von mir beschriebenen Klamotten zu tun hatte, als "Ökos oder „Grüne“ oder „Gammler“ oder (von uns selbst und Sympathisanten) „die Alternativen“ bezeichnet.
(Das kam halt immer darauf an, wer mit welcher Bewertung über wen sprach)
ot: und niemals hätte ich damals nur in der männlichen Form geschrieben 
(Mit dem Begriff „Hippies“ z.B. verband ich damals etwas aus der Vergangenheit, spannend, aber vorbei (… z.B.Woodstook…) Wir hätten uns niemals selbst als solche bezeichnet)
Nicht nur die Kleider machten bei uns *den Alternativen an sich* aus, sondern auch die Clique (das Wort war damals für uns noch völlig neu), in der man sich bewegte.
Das konnte bei uns(!) im Ort die Teestube der örtlichen Kirchengemeinde sein, der Dritte-Welt-Laden, die Jugendgruppe der Grünen, die Gruppierungen der Friedensbewegung…
Privaterfinjenverallgemeinerungsmodusan
Man trank Tee oder kaufte vom kläglichen Taschengeld fair gehandelte Produkte im „3-Welt-Laden“(Bio-Läden gabs noch nicht, es aß auch jeder das, was es gab, vegetarisches Essen kannte ich damals noch gar nicht…), man versuchte sich schlecht und recht auf der Gitarre, Computer waren scheisse, im Unterricht durfte bei den netten Lehrern gestrickt werden…
Man fuhr auf Demonstrationen, aß Energiebällchen, diskutierte sich die Seele aus dem Leib, einige besetzten mal ein Haus, Cochise oder Franz-Josef Degenhardt liefen rauf und runter…
Zentnerweise verbrauchten wir Kerzen, „der Tod des Märchenprinzen“ wurde gelesen (und von mir, mit 14 natürlich kaum verstanden) aber das gehörte alles damals für mich irgendwie dazu.
In einer anderen Stadt, oder in einer Großstadt, dann noch 5 Jahre zuvor, sah das Ganze sicher ganz anders aus.
Für mich spielte „Christiane F.“ in einer anderen Welt…
*undPfvmwiederaus
Und heute?
Da sind die Begriffe teilweise ganz anders besetzt: ein *Jugendlicher in 2007*, der von „Ökos“ spricht, meint damit vermutlich etwas *leicht* anderes als ich.
(… deshalb auch meine breite Schubladen-Aufzählung…)
Da geht es auf den ersten Blick um die Optik, zu welcher Szene man gehört.
„Ey, was biste?“
Und dann „ist man“ Emo oder Ultra oder Gabba oder Metal oder Gothic oder Skater oder hassenichgesehn…
Wichtig ist, das man irgendwo dazu gehört.
Und es gibt viel mehr jugendkulturelle Gruppierungen als damals.
Da war die klassische "BRAVO-Unterteilung in „Popper -Punker -Rocker -Ted“ schon einfacher. Und viel mehr gab es in meiner kleinen Welt damals auch nicht.
Heute ist das alles viel komplizierter. Und das in jeglicher Hinsicht.
Ein nicht figurnaher Pulli aus Naturfasern ohne „Totenkopf-Krönchen-Sexy-Aufdruck“, bequeme Schuhe ohne Absatz, die man womöglich mehrere Jahre trägt, keine Schminke, der Hauch politischen Interesses, kein Bock auf ständig wechselnde In-Markenklamotten ist heute häufig schon „öko“…
Fair gehandelte Produkte gibt es heute überall zu kaufen, da sind das nicht nur son paar verschrobene Freaks, die aus Überzeugung oder für ihr soziales Gewissen auf dem Weihnachtsmarkt Produkte aus fernen, „armen“ Ländern kaufen.
Auch die, ich nenne es mal „Esoterik-Mode“, gab es damals bei uns Jugendlichen nicht…
Hat eine Menge mit gesellschaftlichem Wandel, Lebensort und natürlich auch mit der zur Verfügung stehenden Geldmenge zu tun.
Wenn ich heute an damals denke, weiß ich auch, das es irgendwie auch eine „Mode“ und Zeiterscheinung war, damals war es meine Welt…
…und sie hat mich als *Finjen* geprägt…
Im Gegenteil, die „Öko-Szene“ war eine ganz andere Richtung.
Das waren (rein äusserlich) eher Leute, die dann im
Schlabber-Look und in Birkenstock rumliefen und dazu noch eher
intellektuell rüberkamen…
Klar
intellektuell und superpolitisch und weltverbessernd kam ich mir damals auch vor…
Aber das mit „im Gegenteil“ versteh`ich nicht? 
Daher meine ich ist der Schlabber-Look mit Birkenstock und
evtl. runder Nickel-Brille noch mit am zutreffensten.
…muss die Fragestellerin (?, weiblich, männlich, wie alt, Stadt oder Dorf, aus welcher „Szene/ Moderichtung“…) für sich selbst entscheiden, ich sehe in unseren Aufzählungen da ja keinen wirklichen Widerspruch 
Nix für ungut
)
warum auch? 
Liebe Grüße
Kieckie
An Dich auch, Finjen