Etwas ratlos

Hallo,
eine Mutter hat seit einiger Zeit wegen Streitigkeiten keinen Kontakt mehr zu Ihrem Sohn, 21 Jahre alt. Sie leben etwa 500Km voneinander entfernt. Der Sohn ist innerhalb seines Wohnortes umgezogen. Die Mutter will einlenken und ihm einen Brief schicken. Sie setzt sich also abends hin, nimmt sich viel Zeit und arbeitet alles Gewesene in diesem Brief auf. Leider hat sie keine neue Adresse des Sohnes. Sie schickt eine SMS mit der bitte um die neue Anschrift.
Rückmeldung des Sohnes: wofür brauchst Du die?
Die Mutter ist geschockt und empfindet das als Schlag ins Gesicht.

Wie soll sie sich verhalten

Votum

Hallo,

Rückmeldung des Sohnes: wofür brauchst Du die?
Die Mutter ist geschockt und empfindet das als Schlag ins
Gesicht.

Will die Mutter nun wieder Kontakt oder nicht?
Wenn ja: als sms schreiben, dass man gern wieder Kontakt hätte und deshalb gern einen Brief schicken möchte (in den kann man dann reinschreiben, dass man sich durch die Nachfrage verletzt gefühlt hat).
Wenn nein: nicht antworten.

Persönliche Bemerkung: Wenn eine SMS-Nachricht, die durch die Kürze schnell im Ton missverstanden wird, sofort als „Schlag ins Gesicht“ interpretiert wird, wundert man sich als Außenstehender nicht, über Streitigkeiten, die bis zum Kontaktabbruch führen.
Was hindert die Mutter eigentlich daran, statt eine SMS zu schicken, das Handy zum Miteinanderreden zu benutzen?

Gruß
Elke

Hallo,
seit einiger Zeit wegen Streitigkeiten keinen
Kontakt

Mutter will einlenken und ihm einen Brief

und arbeitet alles Gewesene in diesem Brief auf.

Leider hat

sie keine neue Adresse des Sohnes. Sie schickt eine SMS mit
der bitte um die neue Anschrift.
Rückmeldung des Sohnes: Schlag ins Gesicht.

unter den angegebenen informationen würde ich es wie folgt beurteilen:

streitigkeiten führen zu verletzungen auf beiden seiten
der knabe wird nicht weniger gekränkt sein, als die mutter. daher finde ich die nachfrage legitim. könnte zwar nicht sein, dass er eine briefbombe erwartet, aber evtl. etwas, was ihn verletzen könnte. daher ist eine gewisse vorsicht verständlich. frech finde ich die frage nicht formuliert. eher neutral.

was die geschockte (!) mutter angeht: sie sollte offen antworten, dass sie einen brief geschrieben hat, sollte diesen aber in meinen augen (IMHO!!) noch mal von jemandem gegenlesen lassen, derdiedas ein wenig in der materie steckt, aber dennoch unvoreingenommen ist.
könnte sein, dass sich der inhalt des briefes tatsächlich als emotionale briefbombe entpuppt, wenn sie ihn erneut auf den schlips tritt und dann wird sie am boden zerstört sein, wenn alles schlimmer wird als vorher.

lg
tilli

Hallo,

danke schon mal.

Was hindert die Mutter eigentlich daran, statt eine SMS zu
schicken, das Handy zum Miteinanderreden zu benutzen?

Der Sohn hindert sie. Er drückt sie weg.

Ich habe versucht diese Situation kurz und sachlich zu schildern.
Bei den beiden ist leider sehr vieles voraus gegangen und der Schmerz sitzt bei beiden tief. Er schmollt und die Mutter ist traurig und gekränkt.

Hallo Votum,

hier würde sich m. E. anbieten, einen neutralen Dritten zu bitten, einmal mit dem Sohn zu sprechen. Dieser Dritte kann dann die Lage sondieren.

Was die Adresse angeht: Dafür gibt es Einwohnermeldeämter.

Liebe Grüße
Hagazussa

Hallo,

also, für die Adresse das Einwohnermeldeamt zu fragen ist denke ich keine gute Idee. Denn wenn die Mutter den Sohn schon nach der Adresse gefragt hat und er hat sie ihr aber (noch) nicht gegeben, dann wird er sich vermutlich ziemlich… hintergangen fühlen, wenn er wenig später einen Brief von seiner Mutter bekommt.

LG, tiene-biene

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Hallo,

Persönliche Bemerkung: Wenn eine SMS-Nachricht, die durch die
Kürze schnell im Ton missverstanden wird, sofort als „Schlag
ins Gesicht“ interpretiert wird, wundert man sich als
Außenstehender nicht, über Streitigkeiten, die bis zum
Kontaktabbruch führen.

Ganz genau.

Was hindert die Mutter eigentlich daran, statt eine SMS zu
schicken, das Handy zum Miteinanderreden zu benutzen?

Oder einfach mit der Wahrheit zu antworten, weil sie ihm einen Brief schicken möchte.

Gruß
D.

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Hi,

je nachdem was vorgefallen ist, kann ich die Situation des Sohnes nachvollziehen. Gerade wenn gegenseitige Verletzungen vorangingen, ist man eben misstrauisch.

Schreib ihm doch einfach eine sms und sag ihm, das Du ihm einen Brief geschrieben hast und versuchst so die Sache mit ihm aufzuarbeiten, das du ihn vermisst und gerne wieder Kontakt (so verstehe ich Dein Post?) zu ihm hättest.

Gruß
Tina

Hallo

Oder einfach mit der Wahrheit zu antworten, weil sie ihm einen Brief schicken möchte.

Das würde ich auch machen.

Und dann den Brief einfach so abschicken wie er verfasst worden ist, auch wenn die Mutter sich jetzt ins Gesicht geschlagen fühlt.

Unbedingt den Absender draufschreiben, sonst erfährt man nie, wenn der Sohn den Brief nicht angenommen oder die falsche Adresse gesagt hat.

Kann man die Adresse eigentlich nicht bei dastelefonbuch.de rauskriegen?

Viele Grüße

Hallo Votum,
Ohne die andere Antworten gelesen zu haben, hier meine Meinung:

der bitte um die neue Anschrift.
Rückmeldung des Sohnes: wofür brauchst Du die?
Die Mutter ist geschockt und empfindet das als Schlag ins
Gesicht.

Also, wenn sie schon seit einiger Zeit kein wort mit dem Sohn gewechselt hat, verstehe ich nicht warum sie von so einer Reaktion geschockt ist.

Wie soll sie sich verhalten

Mein Vorschlag wäre (wenn ich es richtig vestanden habe, weiß sie wo er jetzt wohnt), daß sie ihm erneut einen sms schickt mit der Bitte, den Brief zu lesen, den sie postlagernd für ihn bei der Post geschrieben und abgelegt hat.

Schöne Grüße,
Helena

Hallo,

ich habe jetzt auch nicht alle Antworten gelesen. Aber ich würde mir überlegen, ob ich in dem ersten Brief alles aufarbeite.

Wir haben im Bekanntenkreis z. Zt. eine Wiederanbahnung nach 15 Jahren totaler Funkstille. Allerdings wurde hier ein Trennungskind vom betreuenden Elternteil gegenüber dem anderen negativ eingestellt.

Jetzt ist dieses Trennungskind 29 Jahre alt und es gibt eine vorsichtige Annäherung mit dem ausgegrenzten Elternteil.

Dieses Trennungskind will die Vergangenheit gar nicht aufarbeiten. Später irgendwann vielleicht einmal. Es möchte einfach einen Neuanfang und das Gewesene (oder im Fall des Elternteiles das Nichtgewesene) erst einfach mal vergessen.

Ob das die richtige Methode ist, wage ich zwar zu bezweifeln, aber ich denke trotzdem dass es so ist, dass die Aufarbeitung beide „Parteien“ wollen müssen.

Wenn ich die fragliche Mutter wäre, würde ich nur einen kurzen Brief schreiben und darum bitten, dass man, am besten unter fachkundiger Hilfe, alles aufarbeitet UND/ODER einen vernünftigen Neuanfang gestaltet.

Wenn sie ihren Sohn noch liebt, sollte sie das auch kurz anklingen lassen.

Fachkundige Hilfe könnte ein Mediator sein. Mediatoren gibt es freiberufliche (in den gelben Seiten bzw. im Internet zu finden), die kosten dann echt Geld oder auch kostenlos (mit längerer Wartezeit) bei Institutionen wie Caritas, Pro Familia o. ä.

Die Telefonseelsorgen kennen meist die Kontaktdaten der letzteren Möglichkeiten.

Gruß
Ingrid

Hallo Votum,

Sie schickt eine SMS mit
der bitte um die neue Anschrift.
Rückmeldung des Sohnes: wofür brauchst Du die?

Eine berechtigte Frage, wenn nur die Anfrage in der SMS gestanden hat.

wofür brauchst Du die?

ist sein Angebot an dich.

Du solltest es wahrnehmen. Und wie es aussieht, könnte ein „ich möchte mir dir einiges erklären“ per SMS ausreichen.

Gruß
Der Franke
es ist kein Tippfehler in " " enthalten

Hallo votum,

Rückmeldung des Sohnes: wofür brauchst Du die?
Die Mutter ist geschockt und empfindet das als Schlag ins
Gesicht.

Meiner Meinung nach sollte die Mutter sich fragen, ob sie schon bereit für eine Versöhnung ist. Dafür braucht’s nämlich ne gehörige Portion Verständnis für die (emotionale) Situation des Gegenübers.

Gruß

Joschi

Ich habe nur wenige der anderen Antworten gelesen, das vorab.

Die Reaktion der Mutter finde ich sehr heftig. Der Sohn hat verständlicherweise erst einmal nachgefragt. Das Medium SMS ist - genau wie Anrufbeantworter - nun mal ein ganz besonderes. Wer diesen Weg wählt, der wählt knappe Kommunikation, die sich nicht so leicht korrigieren lässt. Die Antwort des Sohnes ist zunächst mal zwar distanziert, aber sachlich - und noch nicht einmal ablehnend!

Wenn jetzt die Mutter bereits „geschockt“ ist und das als „Schlag ins Gesicht“ empfindet, dann bin ich mir nicht sicher, ob sie schon die nötigen Voraussetzungen mitbringt für ein Aufeinanderzugehen.

Wonach das für mich klingt:

Ich, die liebende Mutter habe den ersten Schritt getan.
Ich, die liebende Mutter habe mit großer Mühe einen langen Brief der Aufarbeitung geschrieben.
Ich, die liebende Mutter arbeite alles auf.*
Ich, die liebende Mutter erwarte daher jetzt auch, dass mein Sohn darauf eingeht.
Ich, die liebende Mutter erwarte, dass er da nicht groß nachfragt.
Ich, die liebende Mutter habe damit meinen Teil getan, kommt es nicht zur Versöhnung, liegt die Schuld einzig und alleine beim Sohn und ich bin richtig tief gekränkt. Das wieder gutzumachen wird nicht einfach werden. Damit die liebende Mutter das ihrem Sohn verzeihen kann, wird ein weiterer großer Liebesbeweis von ihr erforderlich sein (der dann ganz nebenbei wieder Last auf die Schultern des Sohnes legt).

Einlenken ist das, was die Mutter tut, für mich nicht. Sie sieht nur sich. Sie kalkuliert gar nicht die Möglichkeit ein, dass ihr Sohn das anders sieht, lässt ihm keinen Spielraum für eine eigene Reaktion. Mit dem Handlungsspielraum, den sie ihrem Sohn lässt, kann der nix anderes tun, als (in ihren Augen) den nächsten Fehler begehen.

Wie sie sich verhalten soll? Ich würde dem Sohn antworten, dass sie vor hat, einen Brief zu schreiben. Den Brief selbst würde ich nicht abschicken, bevor ihn nicht jemand neutrales, der beide Seiten kennt, gelesen hat (also nicht die „beste Freundin“, die immer nach dem eigenen Mund redet).

LG Petra

P.S.: Mich würde interessieren, welchen Wortlaut die SMS hatte, mit der die Muttern nach der Adresse gefragt hat

Hallo,
also ich würde sagen sie soll noch ein wenig warten und erst mal selber mit der Situation klar kommen. Damit meine ich nicht nur die damalige Situation sonder auch die jetziege und vielleicht auch zukünftiege.
Wenn sie wegen einer SMS Antwort ihres Sohnes so schockiert ist was passiert dann erst, wenn die 2 sich tatsächlich wieder gegenüberstehen und ein, ihrer Meinung nach, falsches Wort kommt?

ALso erst noch etwas gefestigter werden und dann das offene Gespräch suchen und vor allem mit den Konsequenzen rechnen die kommen könnten.

mfg
Bert

Hallo Votum,

Vorab: Ich habe habe alle bisherigen Antworten gelesen, weil ich mir und den Frager ersparen möchte, dass das Gleiche hier zum 7. Mal steht.

In der Hauptsache würde ich dasselbe zurücksimsen wie fast alle Antworter: „Ich möchte Dir einen Brief schreiben.“

Ich würde mir allerdings sehr überlegen, ob ich dann den langen Brief, in dem alles Gewesene aufgearbeitet ist, tatsächlich abschicke.
Ich halte die Gefahr für ziemlich groß, dass der Sohn diesen in den falschen Hals bekommt, sich überfahren, bemuttert, in die Ecke gedrängt fühlt.

Vielleicht wäre es besser, die Mutter setzt sich noch einmal hin und schreibt einen kurzen Brief über diesen Brief, fasst die Quintessenz zusammen und fragt abschließend, ob der Sohn den ersten Brief geschickt haben möchte.

Gruß
Hardey

Etwas sprachlos
Hi votum,

die Mutter wählte sich den Moment und die Zeit zum Schreiben aus, der ihr richtig für sie erschien.
Der Sohn widerum erhält eine SMS, die möglicherweise in dem Moment überhaupt gerade nicht passend für ihn ist.

Sie sollte seine Frage „Wofür brauchst Du die?“ als eine natürliche und immerhin freundliche Rückfrage erkennen.

Stimme da der Antwort von „Der Franke“ absolut zu.

Wenn die Mutter schon mit dem Verständnis dafür ein Problem hat und das als „Schlag ins Gesicht“ empfindet, seh ich das irgendwie für die weitere Kommunikation düster.

Mit Grüßen, S:smile:nja

mir dir oder mich dir

Der Franke
es ist kein Tippfehler in " " enthalten

dann sollte sie den satz um gottes willen nicht so formulieren, sondern eine eindeutige schreibweise vornehmen.

mir erschließt sich da kein sinn, auch wenn ich es ahne und der sohnemann soll ja kein rätsel aufbekommen.

tilli

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dann sollte sie den satz um gottes willen nicht so
formulieren, sondern eine eindeutige schreibweise vornehmen.

ok, war zu später Stunde, etwas knapp gefasst, schlechtes Deutsch habe ich nicht ausgeschlossen.

mir erschließt sich da kein sinn, auch wenn ich es ahne und
der sohnemann soll ja kein rätsel aufbekommen.

Eigentlich hätte es noch ausführlicher werden sollen:
„ich möchte mir dir über mich dich einiges erklären“

Hauptsache, es kommt ehrlich rüber.

Gruß
Der Franke

Eigentlich hätte es noch ausführlicher werden sollen:
„ich möchte mir dir über mich dich einiges erklären“

Hauptsache, es kommt ehrlich rüber.

hm.
ich -äh- ich komm ja nicht aus franken, aber ich versteh es nich.

ich möchte mir dir was erklären?

ich möchte mich dir erklären?
ich möchte dir was über mich erklären?
ich möchte mir einiges erklären?

wie dem auch sei. man sollte die wortwahl des jeweiligen ursprungshabitates nehmen, dann wird es schon klappen.
das wird bei mutter und sohn wohl gegeben sein.

tilli