Etwas steht im Äther / im Ungewissen

Hallo!

habt ihr je so etwas gehört „etwas steht im Äther“ im Sinne von „Etwas ist ungewiss“
Wie kann ich sonst „Etwas ist ungewiss“ zum Ausdruck bringen? Gibt es andere schönere Ausdrücke?

Danke sehr

Ich habe sogar an „Nirwana“ gedacht. Passt das hier?

grüße
lipi

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Etwas liegt in der Luft

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Der Begriff des physikalischen Äther stammt aus einer Zeit vor unserer modernen Physik und beschrieb den „vermittelnden Raum“ in Bezug auf Dinge, bei denen man eine gewisse Fernwirkung beobachtet hatte, die man aber nur in Bezug auf Ursache und Wirkung beschreiben konnte, nicht aber in Bezug auf das dazwischen liegende Medium und den Weg einer Wirkung durch dieses Medium. Klassisch war hier zunächst nur die Wirkung des Lichts. Die Kerze wurde angezündet und man sah das Leuchten auch aus großer Entfernung. Aber man konnte sich nicht erklären wie das Licht von der Kerze durch den Raum kam. Später wurde dieser Begriff dann auch für elektromagnetische Wellen, Radioaktivität, Gravitation, … verwendet. Mehr zum Hintergrund findest Du hier Äther (Physik) – Wikipedia

Eine lange Zeit auch nach Erforschung der tatsächliche Zusammenhänge noch übliche Formulierung in Bezug auf den Äther war die Übertragung/der Empfang von Funksignalen, Radio, … als „aus/über den Äther“ zu bezeichnen.

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Servus, Nadja,

Nirwana passt hier wohl nicht.

Rein aus Neugier: Wo hast Du die Redewendung „im Äther stehen“ denn gefunden? Ich bin ja schon uralt und einigermaßen belesen, die ist mir aber noch nie begegnet.

Gruß
Ralf

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Hallo!

der Äther war mir vom Chemie-Unterricht bekannt und dieses Wort hat in der griechischen ( oder der römischen?) Kultur und Philosopie eine eigene Bedeutung. Ich bin mir nicht sicher, es hat sich mir irgendwie mit der griechischen Philosophie ins Gehirn eingeprägt. Wie gesagt, ich bin mir nicht sicher. @Metapher weiß bestimmt, was „Äther“ mit Philosophie zu tun hat. Nun gibt es im Deutschen das Wort „Luft“, das nicht nur „Luft“ sondern auch Nichtigkeit, Vergänglichkeit und Bedeutungslosigkeit bedeuten könnte, je nach dem Ausdruck. Es war doch nah, diese zwei Begriffe zusammenzutun und „Etwas steht im Äther“ aus der Taufe entstehen zu lassen. Vorstellungskraft. Mit Vorstellungskraft kann man allerlei Neologisemn und Ausdrücke erfinden, oder? :thinking:

Grüße

Natürlich, und ich wäre der letzte, der Dir das verbieten wollte. Bis so eine Neuschöpfung dann in den allgemeinen Sprachgebrauch übergeht, kann allerdings was dauern :wink:

Gruß
Ralf

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Nein. Das ist eine ganz komische Metapher. Hast du sie womöglich wieder in einer „Streiflicht“-Glosse der SZ gefunden? :thinking: :wink:

Da wir den Kontest nicht haben, ist auch nicht klar, wie sie gemeint ist. Falls es tatsächlich

im Sinne von „Etwas ist ungewiss“

gemeint sein sollte, dann kämen als Varianten beide Vorschläge von @littlepinguin und @Hexerl in Frage.

Bei der Frage, wo der Autor sie hergeholt haben mag, kommt natürlich nicht der physikalische Begriff „Äther“ des 19. Jhdts ins Spiel (auf den @Wiz verweist), sondern der ursprüngliche aus der antiken und spätantiken griechischen Philosophie, der - in vielfältiger Abwandlung - auch hier und da in der Poesie als mythisch-mystischer Romantizismus aufgegriffen wurde.

In der Antike, bereits seit Homer, war „aithēr“ eine Art göttlicher Substanz, gleichgesetzt mit dem „nous“ („Verstand“). Dann auch ein „Feinststoff“, dünner als Luft. Unter anderem bei Aritoteles dann der Raum „oberhalb der lunaren Sphäre“ in dem die Sphären kreisen, auf denen die Sterne befestigt sind.

Gruß
Metapher

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Nein! Das ist meine eigene Erfindung. Wenn Aristoteles das gelesen hätte, hätte er sich bestimmt zweimal im Grab umgedreht. :thinking:

Das meinte ich

Grüße

Der Spaß sei Dir unbenommen, aber denk an die Metapher „Metaphern sind Glückssache“ - der Spruch fällt gern, wenn eine Metapher verunglückt und dann haarscharf am Sinn dessen, was gesagt werden wollte, vorbeischrammt. Das wäre in Deinem Fall wohl nicht zu befürchten, das Gefühl, die Metapher zu kennen, nur halt ein wenig anders, befremdet dennoch.

Mir scheint, die Metapher wird gleich auch noch was dazu sagen.

Gruß
Ralf

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Er, und vile andere, Homer, Parmenides, Empedokles bis hin zu Giordano Bruno und Schelling hätten zumindest komisch geguckt :slight_smile:

Aber um das noch weiter offtopic nachzutragen: Bei Aristoteles ist aithēr neben den Elementen der von Empedokles aus dem Orient übernommenen 4-Elemente-Leere (Feuer, Wasser, Erde, Luft) ein 5. Element. Dieses wurde in der europäischen Philosophie und vor allem Alchemie als lateinisch „quinta essentia“ übernommen. Daraus dann der Begriff → „Quintessenz“.
" Die übertragene Bedeutung „geistiger Grundstoff“ setzte im 17. Jahrhundert ein. Schließlich wurde der Ausdruck im 18. Jahrhundert ein Modewort für „das Eigentliche, Wesenhafte“."

im Sinne von „Etwas ist ungewiss“

Dann käme (aber nur umgangssprachlich)
„es steht in den Sternen“ in Frage, oder auch
„das weiß der Himmel“.

Um Himmels willen, nein! :slight_smile:

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