EU rente beantragen, wo wie ? Alternativen?

Ich bin 28 Jahre, habe 2 Ausbildungen, bin verheiratet habe ein Kind ( fast 4J).
Ich möchte gern arbeiten gehen- Problem: Borderline und Depressionen, ich hasse mich Zeitweise selbst und ich wünsche mir noch viel zu oft zu sterben:frowning:
Mein Mann ist Hauptverdiener wo ich so rein garnicht mit fertig werde.
vor 6 Monaten war ich noch selbstständig, musste mein Geschäft wegen Umzug und privater angelegenheiten aufgeben und habe seither kein eigenes Einkommen.
Das stört mich extrem. Ich habe 2 x die Woche Therapie, langsam wird es etwas besser- ich lerne neu zu leben- es ist komisch aber es geht.
Ich möchte auch etwas verdienen, bei dem gedanken mein Mann verdient alleine geht es mir schlecht.

Ich habe von der EU Rente gelesen, kann ich sie in meinem Fall beantragen?
Ich bekomme derzeit keinen Cent vom Amt oder sonstiges.
Habe monatliche Kosten ( dank meinem asthma und krebs) die ich tragen muss.

Steht mir irgendetwas zu? Eine Rezeptkostenbefreiung vielleicht ( habe mtl ca 70€ allein an Rezeptgebühren).

Antworten wie: geh doch arbeiten verkneift euch bitte, ich würde es tun wenn ich es könnte.

Moin,

ich würde mir an Deiner Stelle kompetente Begleitung suchen: z. B. Sozialverband.

Das, was du schilderst, klingt nach zwei Ansatzpunkten: einerseits Arbeit, zum Geldverdienen, aber auch für das Selbstwertgefühl. Andererseits geht es um finanzielle Hilfe, wo möglich.

Bei konkreten Ratschläge zu letzterem müssen die FAQ:1129 beachtet werden und du bist möglicherweise nicht im richtigen Brett. Daher antworte ich zu den Punkten allgemein, Nachfragen solltest du besser unter Beachtung der FAQ im passenden Brett stellen:

  1. Zur Arbeitssituation:
    Mit Borderline und Depression hast du ein Päckchen zu tragen. Mit Kleinkind zusätzliche Verantwortung. Wenn du gerade intensiv Therapie machst und dort auch Fortschritte, dann ist das sehr wertvoll. Da muss genau abgewogen werden, inwieweit dir eine Arbeit (damit ist noch nicht zwangsläufig voll bezahlte gemeint) jetzt im Augenblick eher nützt (weil sie motiviert) oder schadet (weil sie dich noch überfordert). Das solltest du mal mit deinem Therapeuten besprechen.

Inwieweit es Unterstützung für dich gibt, hängt von deiner bisherigen Arbeitssituation ab (nur selbstständig oder auch mal angestellt?), deinem jetzigen Versichertenstatus und der Einkommenssituation. Dafür gibt es Beratungsstellen, entweder freier Träger oder du wendest dich an den sozialpsychiatrischen Dienst deiner Gemeinde.

Ich möchte auch etwas verdienen, bei dem gedanken mein Mann
verdient alleine geht es mir schlecht.

Hier würde ich mir ein mittelfristiges! nicht kurzfristiges Ziel setzen, den Zustand des Selbstverdieners wieder zu erreichen. Versuch, dich nicht unnötig unter Druck zu setzen mit diesen Gedanken, sondern investier die Kraft darin, erst einmal wieder auf den Damm zu kommen. Oder gibt es finanziellen und / oder Druck durch deinen Mann?

Ich habe von der EU Rente gelesen, kann ich sie in meinem Fall
beantragen?

Vorab: eine EU Rente würde nicht dein psychisches Problem lösen, nicht mehr zu arbeiten! Auf der anderen Seite sehe ich in deinem Alter und nach selbstständiger Arbeit auch keinen Ansatz für eine EU-Rente. Voraussetzung ist, dass man ausreichend Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat. Konkreter gibt es das aber im Versicherungsbrett.

Ich bekomme derzeit keinen Cent vom Amt oder sonstiges.
Habe monatliche Kosten ( dank meinem asthma und krebs) die ich
tragen muss.

Schon mal mit der Krankenversicherung gesprochen?

Steht mir irgendetwas zu? Eine Rezeptkostenbefreiung
vielleicht ( habe mtl ca 70€ allein an Rezeptgebühren).

Du bist gesetzlich versichert und hast hoffentlich alle Quittungen aufgehoben? Bei chronisch Kranken müssen max. 1 % der Zuzahlungen selbst aufgebracht werden. Dazu zählen Praxisgebühr, Rezeptgebühr, Hilfsmittelzuzahlungen etc. Wer die Grenze erreicht, kann sich von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Wenn die Quittungen vorhanden sind, geht das auch noch rückwirkend - sogar noch für das Vorjahr!

Du solltest dich also zügig mit der Krankenkasse in Verbindung setzen. Dort kannst du auch mal nach dem Rehabilitationsberater fragen.

Nachtrag
Die chronische Krankheit muss vom Arzt bestätigt sein. Dafür sollte der Arzt bestätigen, dass du mit den genannten Krankheiten seit über einem Jahr in Behandlung bist und das bis auf weiteres auch so bleiben wird.

Danke für deine Antwort.
Meine erste Berufausbildung habe ich mit 14 angefangen. Mo-Fr Schule und Samstag eine Ausbildung in einer Pflegefachschule , neben der normalen Schule musste ich im Altenheim meiner Mutter einspringen, somit hatte ich mit 16 meine erste Berufsausbidlung die ich bis 21 in Vollzeit+ Schule ausgeübt habe, mit 22 machte ich eine weitere Ausbilung als Fachverkäuferin die ich mit 26 beendete, dann einen Zusammenbruch bekam und fast jede neue Arbeit die ich annahm abbrechen musste weil ich nervlich am Ende war.
2009 suchte man mir nach einem Suizidversuch Hilfe in der Psychatrie, dort wurde ich auf postnatale Depression 11 wochen Therapiert, 2 Monate ging es mir gut bis zu meinem nächsten Absturz, nach dem 2ten Suizidversuch bekam ich im Aug 2011 einen Therapieplatz, seither geht es mir deutlich besser.

Mein mann macht mir in finanzieller Sicht keinen Druck, ich denke den mache ich mir selbst da ich es gewohnt war(bin) immer zuarbeiten und zu funktionieren.

Das mit der KK ist eine Idee, werde mich gleich morgen mal erkundigen.

Die Grundvorraussetzungen für die EU Rente habe ich gelesen, das Prob ist ich möchte niemanden zu lasten gehen und ich möchte auch eig kein geld von Vater staat . aber ich fühle mich unheimlich schlecht weil ich kein Einkommen habe und in meinen Augen * nichts tue*

Mit meinem Psychologen habe ich gesprochen, wir gehen das Thema in 2 Wochen an - jetzt hat er erstmal Urlaub

Hallo Westerntraberin!

Ich kann mir gut vorstellen, was Du für ein Paket zu tragen hast.

Aber jetzt hab ich mal nur so eine Idee:

Käme für Dich denn auch ein Minijob auf 400€-Basis in Frage?

Ich meine, damit bekämst Du zumindest vorläufig eine sinnvolle Beschäftigung, verdienst zumindest etwas Geld und erleidest vermutlich keine Überforderung, so dass Du Dich noch gut um Dein Kind und vor allem Deine Therapie (sehr wichtig!) kümmern kannst.

Minijobs werden u.a. auch beim Arbeitsamt ausgeschrieben:
www.arbeitsagentur.de

Viele Grüße
Tomm

Ich möchte gern arbeiten gehen-
Mein Mann ist Hauptverdiener wo ich so rein garnicht mit
fertig werde.
vor 6 Monaten war ich noch selbstständig,
Ich möchte auch etwas verdienen,

Hallo,

nach all deinen Aussagen verstehe ich nicht, wie du darauf kommst, Erwerbsunfähikgeitsrente zu beantragen? Dann verdienst du doch erst recht nichts mehr? Unterschätze nicht, welches Gefühl es dir geben kann, mit 28 schon berentet zu sein. Und du bist dann, quasi offiziell, auf die Rolle der Kranken festgelegt - unterschätze auch hier die Wirkung auf die Psyche nicht.

Du bist jung, im Moment angeschlagen, ok, aber du sagts selber, es wird besser.
Mein Tipp:
Verfolge zunächst ohne schlechtes Gewissen und mit aller Energie das Ziel, gesund zu werden.
Wenn du dich dazu in der Lage fühlst, such dir einen Teilzeit - Job oder ähnliches.
Lass dich beim Arbeitsamt oder einer psychosozialen Beratungsstelle darüber beraten, was du tun kannst, um schrittweise ins Arbeitsleben zurückzukehren.

Wegen der Rezeptgebühren und Zuzahlungen sprich mit der Krankenkasse - es gibt Möglichkeiten der Befreiung.

Gruß von Bixie