Meine persönliche Prognose lautet: Kurzfristig: kaum spürbar,
mittelfristig: bleibt abzuwarten.
Ich bin da eher pessimistisch. Am Problem wird sich nicht viel ändern.
Das Problem im Vermittlermarkt besteht aus meiner Sicht
weniger in der Tätigkeit der Nebenberufler als vielmehr in dem
Umstand, dass insgesamt viel zu viele Vermittler unterwegs
sind, die sich - scheinselbständig, angestellt oder als Makler
tätig - um die Kunden balgen.
Es sind eher die Angebote, die einen Provisionsdruck ausüben. Das Beispiel mit der DWS-Riesterrente zeigt es doch ganz deutlich. Vorher ein Schattendasein, manche Deutsch-Banker haben stur auf Abschluss der Herold-Versicherung gedrängt. Obwohl Kunden eindeutig auf dem Sparplan bestanden haben. Und jetzt ist die vorverprovisonierte Lösung da und schwups, sind Fondssparpläne bei der DWS gut.
Es ist nicht die Anzahl an sich, sondern eher die Anzahl der schlecht ausgebildeten.
Dass es bei riesigem Verkaufsdruck dann zu Auswüchsen bei den
Vermittlern kommen muss, um das eigene Überleben zu sichern,
ist eine seit vielen Jahren in der Branche stillschweigend
hingenommene Tatsache mit entsprechenden Folgen für den
Personalverschleiss und das Ansehen der Branche in der
Öffentlichkeit.
Die treibenden Kräfte sind die, welche an der Spitze der Nahrungskette stehen. Die kämpfen ganz sicher nicht um’s Überleben. Brauchen aber immer wieder Vertreternachwuchs, um mit deren Vertrauensvorteil in neue Kundenkreise vorzustoßen.
Allein, die Versicherungsgesellschaften kümmert dieser
Missstand kaum bis nicht.
Warum auch? Warum sollten die auf Umsätze verzichten?
Auszubaden haben das die Interessenten, die Kunden und die
Vermittler selbst.
Die Vermittler? Das glaub ich nicht wirklich. Vorher informieren, bevor man seine Kreuze unter den Vermittlervertrag setzt. Und wer durchkommt, verdient wahrlich nicht schlecht
Die Richtlinie ist untauglich, um diese Grundmisere in der
Vermittlerbranche aufzulösen. Dazu brauchte es ein
Übereinkommen
in der Versicherungsbranche weg vom Provisionssystem und hin
zu einem
Vergütungssystem, das die Kundenzufriedenheit und die
Beratungsqualität über lange Stornofristen konsequent
honoriert. Mit auskömmlichen Margen für den Vermittler, so
dass dieser keinen Anreiz hat, falsche Erwartungen zu wecken
und aus dem Ruder zu laufen, nur um
seinen Mindestumsatz zu erreichen.
Gruß
Günther
Das ist das Grundproblem! Provisionsdruck wird immer zu solchen Auswüchsen führen. Man braucht bloß diese Regelung zu unterbinden, schon hat man Tür und Tor für eine gute Beratungsqualität geöffnet.
Schwarze Schafe haben auf diese Art keine Chance mehr, Kunden, die eine Beratung wünschen, bekommen günstigere Tarife und sollten bereit sein, dafür zu bezahlen. Und wer nicht bezahlen will, bekommt auch keine Beratung. Der Irrglaube, dass eine heutige „Beratung“ kostenlos wäre, ist der Hauptgrund, warum eine Honorarberatung heute fast keine Chance hat.