Eulersche Formel: Beweis?

Hallo, Mathefreaks!
Die Eulersche Formel:

e^[i\*x] =
lim{(1+ix/n)^n} = lim{(1+1/n)^[nix]}, für n unendl., = cos[x] + i*sin[x]

die grundlegend für die ganze analytische Mathematik ist, wird üblicherweise „bewiesen“ mithilfe des Vergleichs der unendlichen Reihen für
sin[x], cos[x] und e^x.

e^x = 1 + x/1! + x^2/2! +++ x^n/n! +++
sin[x] = x/1 - x^3/3! + x^5/5! - + - +
cos[x] = 1 - x^2/2! + x^4/4! - + - + .

Ist aber noch jemand ein analytischer Beweis bekannt?

Er gelingt mittels
(cos[x]+i*sin[x])^n = cos[x]^n*(1 + i*tan[x])^n
und dem Satz von Moivre:
(cos[x] + i*sin[x])^n = cos[n*x] + i*sin[n*x] in der Form:
(cos[x/n] + i*sin[x/n])^n = cos[x] + i*sin[x]
und schließlich der Anwendung der Regel von de l´Hôpital.
Diesen Beweis habe ich zwar selbst entwickelt, aber in der mathematischen Fachliteratur bisher noch nicht "wieder"gefunden.

Ich möchte gerne wissen, wie echte Mathefreaks über die obige Formel und ihren Beweis denken, und freue mich auf eine öffentliche Diskussion dieser elementaren Frage.

Ciao, Manni

Hallo, Mathefreak

Ist aber noch jemand ein analytischer Beweis bekannt?

Also ich kenne noch einen, der geht so ziemlich in deine Richtung:
Aus der DGL: f’(x)=k*f(x) und f(0)=1, folgt ja bekanntlich: f(x)=exp(k*x)

Nun erfüllt f(x)=cos(x)+i*sin(x) ja die DGL f’(x)=i*f(x) und f(0)=1,
woraus direkt folgt:
f(x)=exp(i*x)

Und man ist fertig, ohne irgendwelche Reihenentwicklung und so’n Mist.

Gruß
Oliver

Analütter Beweis
Hallo Oliver,
danke für deinen Tip, isscha logisch und elementar.
Ich liebe aber Konvergenzen (wie du wohl schon weißt; und diff/inte-mäßig ganz doll die fast unerschöpfliche partielle Integration - Gegenaufleitung), ganz elementare Überlegungen (e = limes), und v.a. den Hôpital, als sone Art
„Universalinstrument“; daher, auch wenns schwer zu schlucken/dehieroglyphen iss, hier meinen Beweis:

Ananlytischer BEWEIS der
„Eulersche Formel“: e^[i\*x] = cos[x] +i*sin[x]

A) gemäß Moivre (leicht elemantar zu beweisen)gilt:
(cos[x/n] + i*sin[x/n])^n =
cos[x] + i*sin[x], also auch:
lim{(cos[x/n] + i*sin[x/n])^n}, für n beliebig,
= cos[x] + i*sin[x], also auch:
lim{(cos[x/n] +i *sin[x/n])^n}, für n gegunendlich,
= cos[x] + i*sin[x].

B) Trigonometrische Umformung und Konvergenzen:
lim{(cos[x/n] +i *sin[x/n])^n} = (weil sin = tanÜ*cos)
lim{cos[x/n]^n*(1 + i*tan[x/n])^n}, für n unendlich, das wegen der Konvergenz beider (Teil/Faktor-)Folgen =

lim{cos[x/n]^n}*lim{(1 + i*tan[x/n])^n} = e^[i\*x], denn:

  1. Der 1te „Folgefaktor“
    lim{cos[x/n]^n} = 1, weil:

lim{cos[x/n]^n} = lim{(1-sin[d]^2)^[x/2d]} =

lim{(1-sin[d]^2)^([1/sin[d]^2][x/2d]*sin[d]^2)}, für d gegen 0, =
lim{(1-sin[d]^2)^([1/sin[d]^2][x*sin[d]^2/2d)} =

e^[-x*sin[d]^2/2d], d gegen 0, = e^0 = 1, denn wegen Hôpital ist:

lim{sin[d]^2/2d}, für d gegen 0, =

lim{-2cos[d]*sin[d]/2)}, für d gegen 0, = 0

2( und der zweite „Folgefaktor“ glz:
lim{(1 + i*tan[x/n])^n = e^[i\*x], weil:
lim{(1 + i/cot[x/n])^(cot[x/n]*n*tan[x/n]) =
lim{(1 + i/cot[x/n])^cot[x/n])}^(n*tan[x/n]) =
lim{(1 + i/cot[x/n])^cot[x/n])}^lim{n*tan[x/n]}=e^[i\*x],
denn alle auftretenden Folgen sind konvergent und es gilt:
Die „Basisfolge“ lim{(1 + i/cot[x/n])^cot[x/n] = e^i,
und die „Exponentenfolge“
lim{n*tan[x/n]}, n gegen unendlich, =
lim{tan[d]/[d/x]]}, d gegen 0, =lim{[1/cos[d]^2]/1/x}=
lim{[x/cos[d]^2]}, d gegen 0, = x !!!

Also:

lim{cos[x/n]^n}*lim{(1 + i*tan[x/n])^n}, n gegen unendl.

Also: cos[x] +i*sin[x] = 1*[e^i]^x = e^[ix] wzzw!

Anders herum gilt natürlich auch, eigentlich logisch, aber der Konvergenzproblematik doch nicht selbstverständlich und hier der Deutlichkeit halber erwähnt, nur sehr viel umständlicher zu beweisen, da0:

e^[i\*x] = lim{(1 + x/n)^[i\*n]}, n gegen unendlich, = cos[x] + i*sin[x] !!!
(Beweis über die bekannte Zerlegung von
(1 + i*x/n)^n in {Betrag*(cosz+isinz)}^n = Betrag^n*(cosz+isinz)^n = Betrag^n*(cos[nz]+isin[nz]).

PS: Was hälst du übergens von „meiner“ „Abbildung“ der „linearität“ von |R auf die „Funkentionalität“ des scheinbaren Auf- und AbBlinkens eines sich drehenden Leuchtturmkopfes, v.a. bei Nebel?
Hast du eine Idee zur „Rückabbildung“? (also Menge{0,1} auf Intervall[0;1]). Denn jeder Schwachlopf weiß ja, daß der nicht wirklich blinkt! Als Kieler Sprotte haick das noch leibhaftig in Erinnerung. Auch meinen anfänglichen Irrtum.

Ciao e batsch, Mathemanni

Proktor ser math nähert sich unanständlich
Halloliver@altri!

„Man begleiche unauffefordert“:

lim{(n/pi)*sin(pi/n)}^[n^2] und e^[-pi^2/6]

lim{(n/pi)*sinh(pi/n)}^[n^2] und e^[pi^2/6]

für n gegen fast nicht mehr endlich,

sowie schomal:

lim{([n/pi]^2)*sin[pi/n]*sinh[pi/n]}^[n^4] und e^[pi^2/6]

und [gr]üble ein wenig.

Forts folgt,
batsch, manni