Eure Meinungen und Ratschläge bitte

Hallo, ich möchte hier einfach mal was loswerden.
also mein Freund hat eine Cousine.sie ist 21 Jahre alt und fast blind bedingt durch Augenkrebs in der Kindheit.Sie hat keinen Schulabschluss oder eine Ausbildung,da Sie geistig auch etwas zurück ist.Vergleichbar mit einer 14-15 Jährigen.Bis vor einem Jahr war Sie in Stuttgart auf einer Schule für Sehbehinderte um dort eine Art Abschluss zu bekommen
mit dem Sie später was anfangen kann.

Kurz zu mir.Ich bin mit meinem Freund 2 Jahre zusammen und bin sehr herzlich in der Familie aufgenommen worden.Die Cousine wohnt mit Ihren eltern im selben Haus wie die Eltern meines Freundes.das bedeutet man sieht sich des öfteren.

Nun zum problem.Sie wurde schwanger…
Das das nicht von Vorteil ist wenn man den Reifegrad einer 14 Jährigen hat kann man sich denken.Aber was ich noch viel schlimmer finde ist das Risiko der Krebsvererbung.Das liegt bei 50 %.Weiterhin ist unklar wer der papa ist.
Die Kleine Celina ist super süß und noch gesund.Sie müssen jeden Monat zu einer Vorsorgeuntersuchung.
Die Eltern von meinem Freund sind herzensgute Menschen.Vielleicht ein wenig zu gut.

Nachdem nämlich die Cousine,ich nenn sie jetzt mal minni, die Hebamme vergrault hat sind Sie eingesprungen und haben viel geholfen.Ihre eigenen ELtern waren anfangs mit der Situation ein wenig überfordert.Die Hebamme musste gehen weil minni wohl der meinung war dass sie das bei Ihrer eingeschränkten Sehfähigkeit alles alleine hinbekommt. Im endeffekt musste dann doch der Vater meines Freundes ran und zeigte ihr zum Bsp. wie man babys badet.

Jetzt ist es aber so, dass ihre eigenen Eltern und die Eltern meines Freundes ihr alles sagen müssen.Wie „räum doch mal auf“ oder „wickel die kleine“ etc.Der vater von meinem Freund fährt sie auch zu allen möglichen arztterminen, aber meint ihr sie bedankt sich mal für die ganzen wirklich selbstlosen sachen…NEIN.

Vielleicht geht es mich nichts an aber ich mache mir große Gedanken um die Kleine.Was ist das für eine Zukunft?Eine Mutter die kaum was sieht und geistig behindert ist.Geistig behindert ist vielleicht zu hart aber sie hat keine sozialen Kontakte und beherrscht keine normalen Umgangsformen.Was widerum auf die Eltern zurück zu führen ist.Diese kümmern sich zwar sind aber auch nicht mehr die Jüngsten.Genau wie die Eltern meines Freundes.Wer soll der Kleinen später alles bei bringen?
(Sie ist jetzt ca. 6 Monate).Minni hat keinen eigenen Hausstand und ist auf Hilfe angewiesen.Berufliche Orientierung z.B. in einer Behindertenwerkstatt will sie auch nicht machen.Was will sie der kleinen bieten?

Am wochenende ist die Taufe und mein Freund und ich haben uns als Paten angeboten.Aber das wollte sie nicht.Nein sie nimmt 2 Ihre ehemaligen Mitschüler, ebenfalls sehbehindert,die das Kind noch nicht einmal kennen.Sie ist sich glaube ich über die Aufgabe eines Paten nicht bewusst.Wenn ihr was passiert oder sie sich nicht mehr so um das kind kümmern kann,was durchaus passieren kann da das sehvermögen immer schlechter wird,sollen sich zwei andere Sehbehinderte die noch nicht mal in der Nähe wohnen um das Kind kümmern.

Irgendwie tut mir minni auch unheimlich leid,da sie ja auch ein schweres Leben hat.
Ich weiss nicht wie man darauf reagieren sollte. wie gesagt ich gehöre sozusagen zur Familie und mach mir sorgen,aber wenn ich mit meinem Freund darüber rede und wir darauf kommen wie es zukünftig weiter gehen soll heisst es immer nur „ja ich weiss es nicht“.Keiner macht
sich gedanken.

Was denkt ihr?Hänge ich mich da zu viel rein?Ich behalte meine Gedanke ja größtenteils für mich, aber irgendwann muss was gemacht werden.
Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, weil ich nicht der Mensch bin der wegschaut und ich will nicht dass man es ihr irgenwann wegnimmt.

Bin gespannt auf eure Meinungen
Gruß Dazy

Hallo Dazy!

Kurz und knapp:
Ich glaube nicht, daß aufgrund einer Behinderung jemand zwangsläufig keine gute Mutter sein kann.

Und jetzt meine Begründung bzw. Erklärung dazu:
Du sagst sie ist auf dem geistigen Stand eines 15-jährigen: Warum glaubst du, daß sie dann die Großziehung ihres Kindes nicht klappen soll? Das verstehe ich nicht ganz. Ich meine, es gibt ja auch pubertierenden Müttern. Zugegeben, leicht wird es nicht, aber unmöglich es gut zu machen, auch nicht.

Ausserdem wenn sie vom Kindesbeine an schon (fast) blind ist, kann sie bestimmt mit dieser Behinderung mittlerweile recht gut umgehen.

Und noch was, durch diese -sage ich mal- Hindernisse, war sie damit gezwungen das Leben so zu meistern (mit oder ohne Hilfe) wie sie es geschafft hat, so daß sie 22-jährige geworden ist. Und das sind „Hindernisse“ die vermutlich viel schwieriger sind, wie unsere.

Ich glaube durch das Fehlen eines erlernten Berufes wird sie es im Leben nicht arg leicht haben. Aber das ist wie bei „nicht-Behinderte“ auch.

Und bzgl. Kind denke ich, daß die Situation sich erst einspielen muß. Vielleicht ist sie etwas überfördert. Aber lass ihr Zeit und du wirst sehen wie sie damit klar kommt und Verantwortung übernimmt.

Auf jeden Fall finde ich toll, daß du Dir darüber gedanken machst. Und Hilfe wird sie wohl immer brauchen (und sei es weil sie eben nichts gelernt hat -Allerdings, was noch nicht ist… kann ja noch werden, vorallem wenn sie später mal mit der Schwere des Lebens „richtig“ konfrontiert wird)

Hinweis–> Vielleicht könnt Ihr einen Verein/Organisation in Eurer Nähe suchen, die Hilfe in solchen Fällen anbietet und sie die Mitgliedschaft schön machen und diese auch spendieren…

Schöne Grüße,
Helena

Angemessene Hilfe holen
Hallo!
Erst mal : Ich finde es schon angemessen, sich über das Wohlergehen eines Kindes in der näheren Umgebung ein paar Gedanken zu machen. Im Gegenteil, ich finde hier ist die Umgebung geradezu gefordert sich der Situation anzunehmen und konkret zu helfen (ohne sich aufzudrängen).

Die Eltern von meinem Freund sind herzensgute
Menschen.Vielleicht ein wenig zu gut.

Kann gar nicht zu gut sein in dieser Situation.

Der vater von meinem Freund fährt
sie auch zu allen möglichen arztterminen, aber meint ihr sie
bedankt sich mal für die ganzen wirklich selbstlosen
sachen…NEIN.

Das ist aber auch schwierig, da müßte sie sich vermutlich ja den ganzen Tag nur bedanken. Natürlich erwartet man das irgendwie, aber versetz Dich mal in ihre Situation der Abhängigkeit von Hilfe, die sie eigentlihc ja gar nicht will. Da ist Danke-Sagen schon schwer.

Was ist das für eine Zukunft?

Für die von Dir angenommenen Probleme gibt es sicher die eine oder andere Lösung (Den Vorschlag mit dem Verein o.ä. finde ich gut, gibt es evtl. eine Beratungsstelle für solche Fälle in Eurer Nähe?). Das Problem wird sein (entnehme ich deiner Schilderung), dass sie die Lösung nicht so recht annehmen möchte. Aber gegen Ihren Willen kann man Ihr die ja nicht aufdrängen.
Da ist Diplomatie gefragt um sie mit -ihrem Denkvermögen angemessenen -Argumenten zu überzeugen. Mir fällt da noch spontan ein, ob evtl. eine Art betreutes Wohnen eine Lösung sein könnte oder so eine Art Familienhilfe im Alltag? Die Eltern können ja schon aufgrund Ihres Alters keine Dauerlösung sein, das sollte auch ein evtl. weniger intelligenter Mensch verstehen können.

Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, weil ich nicht der
Mensch bin der wegschaut und ich will nicht dass man es ihr
irgenwann wegnimmt.

Das denke ich wäre so eine Art Super-GAU für beide, obwohl es ja auch sein kann, dass es anders gar nicht mehr geht. Ich habe schon öfter mal über Behinderte gelesen, die Kinder aufziehen und wie die das schaffen. Vielleicht weiss Tante Google darüber ja mehr, irgendwelche Behindertenverbände o.ä.

Ach so, noch am Rande eine Bemerkung: Ich wäre vorsichtig damit, die Tatsache, dass die junge Frau in Ihrer Situation ein Kind bekommen hat als grundsätzlich negativ einzustufen. Das kann viel verderben, wenn das immer mitschwingt, als Reaktion kann ich mir eine Art Trotz bei der Mutter gut vorstellen. Ein Tenor von „Wir schaffen das zusammen“ wäre förderlicher als ein „Oje, das wird nix“.
Ich will das nicht unterstellen, nur davor warnen, so zu denken.

Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass unsere Gesellschaft fähig sein sollte, solche Familien bestmöglich zu versorgen. Unterstützung in einer schwierigen Lage einzufordern ist jedermanns gutes Recht und kein Grund für (an dieser Stelle) falschen Stolz.

Grüsse
kernig

Hallo auch.

Du schreibst leider nicht, wie alt Du bist.

Ich würde sagen, die Sache steht zwar unter keinem guten Stern, dafür haben anscheinend alle Beteiligten die Sache halbwegs gut im Griff. Ich sehe da keine Veranlassung, von außen einzuschreiten. Ein Grund wäre dann gegeben, wenn es dem Kind offensichtlich schlecht geht.

Leider kenne ich genug Beispiele von 21jährigen, die alle auf dem Stand von 14jährigen sind. Das ist wohl die Krankheit unserer Zeit:
Möglichst früh in die Geschlechtsreife, möglichst spät in die Eigenverantwortung. Gut wenn es dann Großeltern (oder Angehörige) gibt, die sich engagieren und helfen.

*
und ich würd dir mehr geben wenn ich könnt :wink:

Schön, dass du da bist
Hallo!
Erstmal: Schön, dass es Menschen wie dich gibt. Ich mach mir eigentlich keine Sorgen um das kleine Mädchen. Immerhin hat sie so viele Menschen in ihrem Umfeld (Großeltern, Großinkel, deinen Freund und dich…) die sich alle Sorgen um sie machen, die im Notfall da sind. Ich bin mir auch sicher, dass sich dein Freund Gedanken macht. Aber als Mann hat er wohl eine andere Einstellung. Er findet keine Lösung für das Problem, die zufriedenstellend wäre, also verdrängt er die Sache aus seinem Kopf. Das ist auch gut so. Warum sich mit etwas belasten, das man nicht ändern kann??

Der vater von meinem Freund fährt
sie auch zu allen möglichen arztterminen, aber meint ihr sie
bedankt sich mal für die ganzen wirklich selbstlosen
sachen…NEIN.

Naja, also wenn sie am geistigen Stand einer 14-jährigen ist, ist sie jetzt ja im perfekten Alter dafür, sich gegen Hilfe von außen zu währen. Eltern sind blöd. Alle sind blöd. Sie kann das allein, sie ist ja schon so gut wie erwachsen! Wieso denn dann auch noch bedanken, wenn ihr ständig jemand die Meinung aufdrängt? Also du siehst… das mit dem Bedanken ist nicht leicht. Als Helfer muss man da einfach immer den Gedanken im Hinterkopf behalten: Das ist eine gute Sache die ich tue. Ich tue es fürs Kind, nicht für die Mutter.

Vielleicht geht es mich nichts an aber ich mache mir große
Gedanken um die Kleine.Was ist das für eine Zukunft?Eine
Mutter die kaum was sieht und geistig behindert ist.
Was will sie der kleinen bieten?

Natürlich ist das nicht die optimale Bedingung um groß zu werden. Aber es sind schon Kinder in ganz anderen Umständen groß geworden. Und wie gesagt es gibt sooo viel Unterstützung von überall. Und wenn die Kleine mal älter ist, geht sie eben mit Onkel und Tante in den Zoo und unternimmt Dinge, die sie mit der Mama eben nicht machen kann. Finanziell wird sich sicher auch eine Lösung ergeben. Vater Staat soll da mal schön einspringen.

Am wochenende ist die Taufe und mein Freund und ich haben uns
als Paten angeboten.Aber das wollte sie nicht.Nein sie nimmt 2
Ihre ehemaligen Mitschüler, ebenfalls sehbehindert,die das
Kind noch nicht einmal kennen.Sie ist sich glaube ich über die
Aufgabe eines Paten nicht bewusst.Wenn ihr was passiert oder
sie sich nicht mehr so um das kind kümmern kann,was durchaus
passieren kann da das sehvermögen immer schlechter wird,sollen
sich zwei andere Sehbehinderte die noch nicht mal in der Nähe
wohnen um das Kind kümmern.

Ich glaube du siehst das nicht ganz richtig: Heutzutage ist das längst nicht mehr so, dass ein Kind automatisch zum Taufpaten kommt, wenn die Eltern sterben. Wenn du und dein Freund ein gesichertes Leben führt und eine gute Beziehung zum Kind habt, kann es durchaus auch sein, dass ihr der Vormund werdet, wenn die Mutter nicht mehr kann. Die Freunde als Taufpaten einzusetzen und nicht die Familie ist eine typische Reaktion einer 14-jährigen die sich abnabeln will, aber eben nicht kann. Außerdem: Du wärst doch sowieso für die Kleine da gewesen, du kaufst ihr doch sowieso auch mal ein Geschenk, ob du jetzt Taufpatin bist, oder nicht. Jetzt gibt es eben noch 2 andere Menschen, die in den Kreis der Schenker aufgenommen werden :wink: Eigentlich auch nicht blöd.

Was denkt ihr? Hänge ich mich da zu viel rein? Ich behalte meine
Gedanke ja größtenteils für mich, aber irgendwann muss was
gemacht werden.

Ich finde es schön, dass du nicht wegschaust und deine Hilfe anbietest. Mach Minnie klar, dass du ihr das Kind auch mal für einen Tag abnimmst, wenn sie eine Auszeit braucht, sichere ihr zu, dass du da sein wirst und mit Rat und Tat zur Seite stehst. Sie muss erst in die Mutterrolle hineinwachsen und wird es bestimmt auch irgendwann besser machen. Auch 14-jährige sind sehr lernfähig. Zur Zeit muss sie ohnehin ganz für das Baby da sein. Später kann man ihr ja mal anbieten mit ihr auf Jobsuche zu gehen. Mach dich im Internet schlau und such nach staatlichen Förderungen die ihr zustehen. Das sind Dinge, die du tun kannst, wenn du helfen möchtests.

Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, weil ich nicht der
Mensch bin der wegschaut und ich will nicht dass man es ihr
irgenwann wegnimmt.

Das ist eine gute Einstellung. Nur belastet es dich sehr. Biete deine Hilfe an. Wenn sie nicht angenommen wird, versuche dich zu distanzieren. Du bist dir selbst der nächste. Immer. Denk auch an dich. Es ist wichtig, dass du dich wohl fühlst, sonst bist du bald für niemanden mehr eine Hilfe. Versprich mir, dich von dem Ganzen zu distanzieren, wenn du merkst, dass es dich zu sehr belastet. Es sind so viele Menschen da, die auf das Baby aufpassen. Bürde dir nicht die Vernatwortung auf.
Das Kind liebt seine Mutter, ob sie nun behindert ist, oder nicht. Es hat ihre Stimme schon im Bauch gehört, es kennt ihren Geruch, ihre Köerperbewegungen, es fühlt sich wohl und geborgen. Es weiß noch nichts von Geld oder Jobs oder Zukunft. Es ist wichtig, dass du verstehst, dass ein Kind seine Mutter immer liebt. Auch wenn das von außen oft nicht nachvollziehbar ist. Es ist wichtig, dass die Kleine bei der Mutter bleibt. Damit das möglich ist, braucht die Mutter Unterstützung. Schön, wenn du eine Stütze im Leben des kleinen Mädchens und ihrer Mutter sein wirst. Auch wenn du der Überzeugung bist, dass du eine bessere Mama wärst: Du kannst das, was die beiden verbindet niemals ersetzen. Du kannst nur deine Hilfe anbieten und auf dich selber achten, dass du dich an den Sorgen nicht kaputt machst.

lg infi

Hallo

ich finde Deinen Beitrag sehr gelungen.

Bis auf:

Aber als Mann hat er wohl eine
andere Einstellung. Er findet keine Lösung für das Problem,
die zufriedenstellend wäre, also verdrängt er die Sache aus
seinem Kopf.

Also entweder bist Du immer an sehr merkwürdige Typen geraten oder Du hast ein sehr realitätsfernes Bild von Männern (oder beides).
Würde ich jedenfalls etwas vergleichbares über Frauen behaupten… naja, wir ahnen wohl, was dann los wäre.

Also entweder bist Du immer an sehr merkwürdige Typen geraten
oder Du hast ein sehr realitätsfernes Bild von Männern (oder
beides).
Würde ich jedenfalls etwas vergleichbares über Frauen
behaupten… naja, wir ahnen wohl, was dann los wäre.

Hihi, ja ich weiß, das klingt jetzt witzig. Was ich eigentlich gemeint hab, ist dass Männer diesen Mutterinstinkt den Frauen schnell mal kriegen, nicht so haben und Dinge dadurch oft realistischer und rationaler betrachten können. Natürlich gilt das nicht für alle Männer, sowie auch nicht für alle Frauen.
Schlechte Wortwahl meinerseits.
lg infi

Schon in Ordnung. Mir kann man so etwas auch ruhig sagen. Kann man ja schließlich (wie hier) drüber reden.