Euro-GmbH

Hallo,

seit März diesen Jahres ist es auf Grund eines Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofs möglich, eine Euro-GmbH zu gründen. Dies ist vor allem für kleine Unternehmen wegen der bedeutend geringeren Gründungskosten im Vergleich zu einer deutschen GmbH interessant. Interessant ist hier vor allem die Gründung in Großbritannien.

Es gibt diverse - teils auch suspekte - Anbieter, die deutschen Unternehmen bei der Gründung einer britischen Ltd helfen. Nur drei der Anbieter informieren deutsche Interessenten über ihre AGB. Vor unseriösen Dienstleistern sollte man sich also hüten.

Ein Marktforschungsinstitut hat die diversen Anbieter jetzt einmal unter die Lupe genommen. Sieger ist die „Go Ahead Limited“. Der diesbezügliche recht interessante Artikel zum Thema Euro-GmbH findet sich hier: http://de.news.yahoo.com/030620/27/3i3zx.html?q=null

Gruß

Hallo Michael,

ganz unabhängig von irgendwelchen Gerichtsurteilen ist die Sache mit den LTDs ein alter Hut. Dabei ist die Aussage, wonach niedrigere Gründungskosten als etwa bei einer GmbH anfallen, mindestens irreführend. Es stimmt allerdings, daß man eine Kapitalgesellschaft als Ltd ohne nennenswertes Kapital gründen kann. Die Fragwürdigkeit solchen Tuns möchte ich aus Zeitgründen nicht vertiefen und nur 2 Aspekte andeuten: Häufiger Beweggrund für die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist die irrige Annahme, die Gesellschaft würde nur mit ihrem Stammkapital haften. Das ist schlicht falsch. Die Gesellschaft haftet mit allem, was sie hat. Abgesehen davon gibts in der Praxis nirgends Geld ohne persönliche Bürgschaft. Außerdem ist es oft schon schwierig genug, ein Unternehmen in Deutschland nach deutschem Recht durch alle Klippen zu manövrieren. Bei einer Ltd hat man es mit britischem Recht und mit britischen Mittelsmännern (man könnte auch Strohmänner sagen) zu tun. Ich hab jetzt keine Lust, Situationen zu konstruieren, kann aber versichern, daß es nicht besonders spaßig ist, unter solchen Bedingungen eine Firma in Deutschland zu führen. Und schließlich weiß hierzulande jeder, was sich hinter einer in Castrop-Rauxel ansässigen Ltd verbirgt: Eine Lachnummer und ein Mensch, der mit keinem Cent hinter seinem Tun stehen kann.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

deine Bedenken gegenüber der Gesellschaftsform Ltd sind sicher stichhaltig. Allerdings gelten diese Bedenken zum grössten Teil auch für die Gesellschaftsform GmbH. Dennoch ist die GmbH eine nach wie vor äußerst beliebte Rechtsform. Gründe hierfür mögen vielfältig sein.

Die Ltd ist sicher nur für einen kleinen Teil von Gründern interessant. Ich denke hier vor allem an jene, die ihre Kundschaft von Anfang an zum grössten Teil im Ausland und hier vor allem in den angelsächsischen Ländern sehen. In USA oder Japan kann niemand etwas mit einer deutschen GmbH anfangen, mit einer Ltd hingegen schon. Die Ltd kommt nur uns Deutschen ziemlich exotisch vor; wer internationales Parkett betritt (resp. betreten muß), für den kann eine Ltd aus Reputationsgründen erwägenswert sein.

Die Verwaltung der Gesellschaft über eine britische Agentur mag risikoreich sein; daher halte ich den Vergleichstest, der nunmehr vorgenommen wurde, schon sehr erhellend. Zumindest der Testsieger hinterlässt für mein Empfinden einen durchweg seriösen Eindruck.

Eine „kleine Klitsche“ aus Castrop-Rauxel mag sich mit dem Mantel einer Ltd lächerlich machen. Allerdings: Zur GmbH aufgeblasen wird sie nicht weniger lächerlich. Wo ist da der Unterschied?

Ein Florist oder ein Taxiunternehmer wird sich in der Regel weder eine GmbH noch eine Ltd um den Hals hängen. Ich vertraue keinem Unternehmen blind: ob nun Ltd, AG, GmbH oder GbR. Für die Wahl der Gesellschaftsform mag jeder Unternehmer seine guten Gründe haben. Die Aufrichtigkeit eines Unternehmers sehe ich daher nicht im Zusammenhang mit der Gesellschaftsform.

Gruß
Michael

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Ltd-Gründung
Hallo,

bei der Gründung einer Ltd oder auch einer spanischen S.L. sollte man darauf achten, daß die Leistungen stimmen.
D.h. es gibt gewisse Tatsächlichkeitsmerkmale die erfüllt sein müssen, damit die Firma nicht von Behörden angegriffen werden kann. Dies ist bei den reinen Billiggründern nicht möglich. Für 400 / 500 € bekommt man weder einen Treuhanddirektor, einen realen Firmensitz, eine Erreichbarkeit über Telefon sondern nur einen Gründungsdirektor, der direkt nach der Gründung zurück tritt, eine Briefkasten-Adresse sowie vielleicht lediglich einen Anrufbeantworter. In diesen Fällen freuen sich die deutschen Finanzämter.