Moment mal!!!
Guten Morgen Peter!
In immer mehr europäischen Städten sind zwar hunderte PKW’s willkommen - aber ein
paar Dutzend oder mal 100 Busse (mit mehreren tausend Passagiere) werden aber
immer mehr ins Abseits gesetzt. Dies obwohl der Bus immer noch relativ
umweltfreundlich fährt.
Das ist ja eine ganz schön provozierende These, die Du hier an diesem – leider schon wieder vergangenen – schönen Wochenende aufgestellt hast, auf die ebenso provokant zu kontern ich mich hic et nunc allerdings schon geradezu genötigt fühle 
Deine Darstellung reduziert mir die Notwehrmaßnahmen der Städte zu sehr auf einen einzigen ökologischen Aspekt und verzerrt m.E. so doch ganz erheblich und einseitig die Fakten.
Als Liebhaber der aufgeführten italienischen Städte und gleichzeitig Bewohner einer deutschen Stadt, die ebenfalls tagtäglich in einer Lawine von Reisebussen zu ertrinken droht, möchte ich hier doch einmal deutlich den Gegenstandpunkt herausstellen.
Beispiel: die Busse im Unternehmen, in dem ich tätig bin, verbrauchen im Schnitt 33 l
/100 km - macht bei im Schnitt 20 Passagieren 1,65 l/100 km an Verbrauch aus - ein
PKW mit durchschnittlich zwei Reisenden verbraucht jedoch sicher 6 - 8 l/100 km,
wenn nicht mehr (Bleifüsse, Privat-Rennfahrer, Geländewagen-Fernfahrer…)
Hier ein paar Beispiele, was Busse kosten (Freunde, raunzt dann nimmer über
Brenner- oder Tauernautobahnmauten…)
Diese ökologische Berechnung ist sicherlich richtig was die abgasgeplagten Transitländer zwischen Germanien und dem Imperium betrifft – die übrigens m.E. ihre Transitgebühren daher auch gar nicht hoch genug ansetzen können - , konnte und kann aber keine Rolle spielen bei den Entscheidungen über die Selbstschutzmaßnahmen der italienischen Gemeinden.
Die aufgeführten Städte ersticken inzwischen derartig in den massentouristischen Fluten , daß m.E. Notwehrmaßnahmen ergriffen werden müssen, um den Bewohnern wenigstens einen Rest an Lebensqualität in ihren eigenen Städten zu wahren.
(Wenn ich in den zweifelhaften Genuß komme, in der Innenstadt von Heidelberg mal einkaufen zu müssen, bekomme ich auch regelmäßig einen Aggress, weil nirgendwo mehr ein Durchkommen ist bzw. Geschäftseingänge verstopft sind, da ausgerechnet davor mal wieder ein Gruppenphoto aufgenommen werden oder der Guide seine pseudowissenschaftlichen Ergüsse loswerden muß.
Und auch als Besucher dieser Städte hat man doch gar kein rechtes Vergnügen und Behagen mehr in solchem Gewühl.)
Daß eine daher notwendige Filterung nun mal wieder diejenigen trifft, die materiell ohnehin nicht am besten gestellt und so auf preiswerte Reisemöglichkeiten angewiesen sind, bedauert mein sozialistisches Nach-Achtundsechziger-Gewissen auch sehr, aber ich sehe keine vernünftige Alternative um die Besuchermassen zu reduzieren. Eine Zugangsbeschränkung über den Intelligenzquotienten der Reisenden oder über eine vorher abgelegte Verhaltens-Eignungsprüfung wäre sicherlich wünschenswerter, muß aber wohl leider Science-Fiction bleiben 
Also bleibt nur die Ökonomie. Und hier ist die Kalkulation der Kommunen natürlich klar:
Der Bustourist – als Tagestourist – belastet die Stadt, durch sich selbst und den von ihm hinterlassenen Müll, bringt aber andererseits kein Geld. Er nächtigt in preiswerteren Unterkünften außerhalb und verzehrt, bedingt durch ein dichtes Programm und/oder die Verkaufstüchtigkeit des Busfahrers, darüber hinaus auch kaum nennenswerte Mengen. Dafür vergrault er – in der Masse – den Individualtouristen, der sich Zeit und sein Geld dort lassen möchte.
Italienische Städte schocken mit hohen Gebühren für Busreisen!
Verlangte Venedig bisher schon satte € 150.-- für die Einfahrt mit einem Reisebus
nach Mestre / Parkplatz Tronchetto / Parkplatz Fusina - so wurde jetzt diese Gebühr
auf € 175.-- angehoben.
Siena hat die Busparkgebühr ebenfalls von € 50.-- auf € 100.-- verdoppelt und Florenz
will gar von € 150.-- auf € 250.-- fast verdoppeln.
San Gimignano verlangt rund € 50.-- fürs Ein- und Aussteigen, Pisa liegt bei nicht
ganz € 100.–
Rom verlangt je „Art“ und „Straße“, die benützt wird zwischen € 8.-- und € 69.-- je Tag
und Bus.
Sorry, aber diese Berechnung kann ich auch anders führen … :
In einen Reisebus passen 50 Paxe. Wenn ich einen durchschnittlichen Sitzladefaktor von 90 % annehme, reisen also 45 Paxe pro durchschnitttlichem Reisebus.
Das bedeutet der Parkplatz kostet pro Pax und Tag
in Venedig € 3,89 statt bisher € 3,33
in Siena € 2,22 statt bisher € 1,11
in San Gimignano € 1,11
in Pisa knapp € 2,22
in Firenze € 5,55 statt bisher € 3,33
und in Roma zwischen € 0,18 und € 1,53
Davon kann der individuell parkende Einzelreisende doch nur träumen!!!
(Sofern er keinen „Geheimparkplatz“ kennt 
Bei einer durchschnittlichen 5-Tage-Toskana-Busreise sind für einen Bus rund € 650.–
(!!) an Parkgebühren zu rechnen…
Macht nach obigem Berechnungsbeispiel € 14,44 pro Person. Wenn das nicht mehr zu verkraften ist, sollen die Leute doch wirklich besser daheim bleiben!!!
Ich muss mir daher ernstlich überlegen, ob ich in Zukunft Städtereisen mit Bus in mein
Programm noch aufnehmen kann.
Ich vermeide es schon seit längerem weitestgehendst, Busreisen in die o.a. Städte zu verkaufen: um die Nerven der Bewohner dieser Städte und meine eigenen, wenn ich denn dort bin, nach Möglichkeit zu schonen 
Nix für ungut und einen charmanten Tag noch, Hartmann.
Version 2, noch einmal orthographisch korrigiert.
Noch 15 Tage bis Rom 