Hi Ralf!
Hier also der DIW-Artikel:
http://www.diw.de/deutsch/publikationen/wochenberich…
und da dann Wochenbericht 14/01
Ich zitiere hier den Link in Auszügen und kommentiere in den mit einem Pfeil (->:wink: gekennzeichneten Zeilen:
Seit ihrer Einführung im Jahre 1999 wird die ökologische Steuerreform in Deutschland kontrovers diskutiert. Jenseits des politischen Schlagabtauschs zeigt sich, dass die Unsicherheit über die tatsächlichen Effekte der Energiebesteuerung und der Senkung der Sozialversicherungsbeiträge in der Öffentlichkeit weiterhin groß ist. Das DIW hat mit Kooperationspartnern eine erste systematische Analyse der Auswirkungen der beschlossenen Stufen der ökologischen Steuerreform durchgeführte Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen sowie die Wirkungen auf die Einkommensverteilung.
Die Ergebnisse weisen überwiegend positive Effekte der Reform aus. Der Einfluss auf das Wirtschaftswachstum ist sehr gering;
-> pauschale Behauptung, unreflektiert. Genau hier bin ich ja absolut anderer Ansicht.
Die Autoren widerlegen im folgenden ihre Aussage ohnehin selbst.
die Beschäftigung nimmt zu,
-> die Beschäftigung nahm trotz der Ökosteuer bis Redaktionsschluß für diesen Wochenbericht noch zu, mittlerweile kennen wir aber die wahren Auswirkungen besser. Deutschland bewegt sich bei höchsten, wirtschaftsfeindlichen Abgaben und massivem Stellenabbau auf die Katastrophe zu. Auch die Ökosteuer ist hieran beteiligt.
Energieverbrauch und CO2-Emissionen nehmen ab.
Das passierte auch vorher schon.
Eine gewisse Lenkungswirkung mit positivem Effekt in diesem Bereich möchte ich der Ökosteuer jedoch nicht absprechen.
Auch die Befürchtung, die ökologische Steuerreform verletze sozial- und verteilungspolitische Ziele, ist in dieser pauschalen Form nicht gerechtfertigt.
-> Warum nicht?
Die ökologische Steuerreform könnte eine tragendere Rolle im Klimaschutz spielen. Dazu müssten Schwächen des bisherigen Konzepts schrittweise beseitigt werden.
-> Aha, es gibt also doch Schwierigkeiten…
Mit dem „Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform“ hat der Deutsche Bundestag eine Erhöhung und Ausweitung der Energiebesteuerung beschlossen.
Die erste Stufe der ökologischen Steuerreform trat am 1. April 1999 in Kraft, die zweite und dritte folgten 2000 und 2001 jeweils zu Jahresanfang. Zwei weitere Schritte bis 2003 sind beschlossen. [1]
Die ökologische Steuerreform hat das Ziel, den Energieverbrauch und die damit verbundenen Emissionen zu mindern sowie Anstöße zur Entwicklung umweltfreundlicher Verfahren und Technologien zu geben. Die Steuermehreinnahmen werden zur Senkung der Rentenversicherungsbeiträge verwendet. Die dadurch herbeigeführte Verringerung der Lohnnebenkosten soll zu einer Ausweitung der Beschäftigung führen.
-> wir haben mittlerweile festgestellt, daß dies nicht zutrifft, sondern ganz im Gegenteil die Situation nur noch verschärft.
Nun wäre es Zeit für Gegenmaßnahmen in Form von massivem Steuersenkungen natürlich i.V.m. der Abschaffung der Ökostuer.
Ferner wird ein Förderprogramm für erneuerbare Energien finanziert.
-> Das ist sinnvoll, allerdings bleibt hier wohl nicht mehr viel für übrig. Oder weshalb werden weitere Daten hierzu verschwiegen?
Schon im Vorfeld ihrer Umsetzung wurde die Reform aus ökologischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Perspektive kontrovers diskutiert. Der Streit gewann an politischer Brisanz, als sich Mineralölprodukte infolge der hohen Weltmarktpreise für Rohöl und der Abwertung des Euro drastisch verteuerten.
-> hier wird dummdreist die verheerende Wirkung der Ökosteuer ausgeblendet.
Daraufhin wuchs der Widerstand in Teilen der Wirtschaft und der Bevölkerung in Deutschland wie auch in anderen europäischen Ländern. Dies veranlasste einige Regierungen dazu, die Energiesteuern wieder zu senken oder Beihilfen einzuführen.
-> Das war genau der richtige Weg.
Leider haben wir Deutsche eine solche Regelung hier durch unsere fehlende Demonstrationskultur nicht erzwungen.
Auch in Deutschland wurden der Sinn und die wirtschaftliche wie soziale Zumutbarkeit der ökologischen Steuerreform angezweifelt; die Gegner forderten die Aussetzung oder sogar Aufhebung, weil sie negative Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung befürchteten und die Reform für sozial unausgewogen hielten. Eine systematische wirtschaftswissenschaftliche Wirkungsanalyse, auf die sich solche Argumente stützen könnten, gab es allerdings bisher nicht.
-> Die ist für einen den normalen Verstand einsetzenden und wirtschaftliche Gefüge verstehenden menschen in diesem Fall auch nicht notwendig.
Daß die Wirkung äußerst ungünstig ist, weiß man. Das sollte eigentlich ausreichen.
Schließlich gibt es auch keine konkreten Zahlen über die Kosten von Sozialleistungsbetrug, dennoch weiß jeder, daß hier etwas getan werden muß.
Erste systematische
Untersuchung der in
Deutschland eingeführten
ökologischen
Steuerreform
Das DIW untersuchte in Kooperation mit Prof. Dr. Bernd Meyer (Universität
Osnabrück und Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung), Prof. Dr. Heinz
Welsch (Universität Oldenburg) sowie Dr. Christhart Bork (damals Universität
Potsdam) im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen mithilfe verschiedener
Ansätze, welche wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen die Reform
erwarten lässt. Von Interesse waren insbesondere die Effekte auf die
gesamtwirtschaftliche und sektorale Entwicklung, den Arbeitsmarkt, die
Einkommensverteilung sowie den Energieverbrauch und die damit verbundenen
CO2-Emissionen im Zeitraum 1999 bis 2010. [2] Die Wirkungen der ökologischen
Steuerreform wurden mit zwei gesamtwirtschaftlichen Modellen sowie einem
Mikrosimulationsmodell untersucht. Das ökonometrische Simulations- und
Prognosemodell PANTA RHEI bildet die Volkswirtschaft in 58
Produktionsbereichen entsprechend der Input-Output-Systematik ab. Das
Simulationsmodell LEAN ist ein empirisches allgemeines Gleichgewichtsmodell
der deutschen Volkswirtschaft, bei dessen Entwicklung besondere
Aufmerksamkeit auf die Abbildung der Energie- und Arbeitsmärkte gelegt wurde.
Die gesamtwirtschaftlichen Ergebnisse wurden mit einem Mikrosimulationsmodell
gekoppelt, um auf der Basis detaillierter Haushaltsdaten die Wirkung der
ökologischen Steuerreform auf die personelle Einkommensverteilung zu ermitteln.
Die quantitative Analyse wurde mit der Methode der Szenariotechnik durchgeführt.
Dazu wurde zunächst ein Referenzszenario entworfen, das eine Entwicklung ohne
die ökologische Steuerreform beschreibt. Diese wird mit einem Politikszenario
verglichen, das sich vom Referenzszenario durch die ökologische Steuerreform
unterscheidet. Abweichungen in den Ergebnissen (z. B. bei Beschäftigung oder
Wirtschaftswachstum) sind als Wirkung der ökologischen Steuerreform zu
interpretieren. Die Analyse stellt also nur auf die Differenzen der Ergebniswerte ab,
während das absolute Niveau von nachgeordneter Bedeutung ist.
-> das ist eine gewisse Schwachstelle, wobei die eingesetzten Techniken dennoch sehr interessant und auch gut ausgewählt sind.
Um die
Robustheit der Ergebnisse zu prüfen und den Einfluss unterschiedlicher Annahmen
und analytischer Methoden auf das Ergebnis abschätzen zu können, wurden
Sensitivitätsanalysen mit höheren Energiepreisen, anderen Wechselkursen und
verändertem Lohnfindungsverhalten durchgeführt.
Ökologische
Lenkungswirkungen
deutlich
Die Simulationsrechnungen lassen mittelfristig einen Rückgang der
CO2-Emissionen um 2 bis 3 Prozent gegenüber der Entwicklung ohne ökologische
Steuerreform erwarten (Abbildung 1). [3] Absolut gesehen sind dies immerhin 20
bis 25 Mill. t (Abbildung 2). Die ökologische Steuerreform allein kann damit aber
weder das Erreichen des nationalen noch des im europäischen „Burden Sharing“
vereinbarten CO2-Minderungsziels sichern. [4] Sie kann auch nicht die einzige
Maßnahme der deutschen Klimaschutzpolitik sein; vielmehr sollte sie in ein
abgestimmtes Maßnahmenbündel zur Umsetzung dieser Ziele eingebunden
werden.
-> hier haben wir eine sinnvolle Auswirkung der Ökosteuer. Allerdings stützt das auch meine These von der sozialen Unverträglichkeit dieser Regelung, denn anscheinend merkt man die Steuererhöhung im Geldbeutel und fährt weniger Auto. Dies beweist aber auch, daß die Energiekostensteigerung signifikant sein muß, somit auch eine durchaus ernstzunehmende Wirkung auf das allgemeine Preisneivau vorhanden sein muß.
Positive
Beschäftigungswirkungen
Nach den Berechnungen können im Zeitraum bis 2010 mit der ökologischen
Steuerreform bis zu 250 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Rückwirkungen auf
das gesamtwirtschaftliche Wachstum fallen gering aus. PANTA RHEI ermittelt
einen Rückgang gegenüber dem Referenzszenario von durchschnittlich weniger als
0,1 Prozent pro Jahr. Bei LEAN ist anfangs sogar eine geringe Erhöhung des
Wachstums zu verzeichnen, die jedoch zum Ende des Untersuchungszeitraums
wieder verloren geht (Abbildung 1).
Diese Ergebnisse hängen allerdings stark von bestimmten Annahmen ab. So
verdeutlicht eine Sensitivitätsanalyse mit LEAN den Effekt der Lohnpolitik: Wenn
die Gewerkschaften auf einen Beschäftigungszuwachs mit höheren
Lohnforderungen reagieren, können das Wirtschaftswachstum deutlich
beeinträchtigt und die positiven Beschäftigungseffekte aufgehoben werden. Dieses
Ergebnis macht einerseits Probleme der Modellierung deutlich, da politische
Entscheidungen wichtiger Akteure kaum mit statistischen Mitteln abgebildet
werden können. Es weist andererseits auf die Bedeutung der Reaktion
gesellschaftlicher Gruppen auf die ökologische Steuerreform hin. Ein
gesellschaftlicher Konsens über die ökologische Steuerreform könnte daher die
wirtschaftlichen Wirkungen verbessern und den Anpassungsprozess erleichtern.
-> Genau hier sehe ich eben einen Fehler in der Beurteilung.
Die aktuelle Situation zeigt uns, daß die Ergebnisse der Modelle fehlerhaft sind, und denoch zieht man die Sache knallhart durch.
Insgesamt zeigen die Beschäftigungsergebnisse auch, dass die ökologische
Steuerreform den Arbeitsmarkt entlasten, jedoch die anhaltend hohe
Arbeitslosigkeit in Deutschland nicht beseitigen kann. Insofern kann sie auch
keinen Ersatz für eine beschäftigungsfördernde Politik darstellen.
-> das hat auch niemand verlangt.
Verteilungseffekte gering
Eine detaillierte Analyse der Verteilungswirkungen nach sozio-ökonomischen
Merkmalen mit Hilfe des Potsdamer Mikrosimulationsmodells zeigt, dass die
ökologische Steuerreform für sich genommen für die meisten Haushalte zu
Nettobelastungen führt.
-> wie ich schon immer sagte
Diese sind jedoch gemessen am Haushaltseinkommen
gering (Abbildungen 3 und 4).
-> Das ist offensichtlich nicht richtig, allein die Nebenkostenabrechnungen des letzten Winterquartals beweisen in den meisten Fällen das Gegenteil.
Die ökologische Steuerreform ist insgesamt für die
privaten Haushalte nicht belastungsneutral. Diese tragen die Steuererhöhungen zu
etwa 60 %, sind jedoch an der Senkung der Rentenversicherungsbeiträge nur zur
Hälfte beteiligt. Dabei werden die Haushalte mit niedrigerem Einkommen in
Relation zum Haushaltsnettoeinkommen etwas stärker belastet. Grund hierfür ist
vor allem die Verteuerung von Strom, Heizöl und Erdgas. Hingegen werden durch
die höheren Kraftstoffsteuern eher die Haushalte mit mittlerem Einkommen
belastet.
-> wie ich immer behauptet hatte.
Bei der Beurteilung der Verteilungswirkungen ist zu beachten, dass die
ökologische Steuerreform in ein umfassendes Steuerreformpaket der
Bundesregierung eingebunden ist. Betrachtet man daher zusätzlich die bis 2003
vorgesehenen Entlastungen bei der Einkommensteuer und beim Kindergeld,
werden die meisten Haushalte per saldo besser gestellt.
-> …haben aber zuvor 4 Jahre massive Nachteile in Kauf nehmen müssen, die im Nachhinein nicht ausgeglichen werden.
Selbst Berufspendler
können überwiegend mit Entlastungen rechnen.
-> das ist wohl kaum zu erwarten, denn genau hier schlagen die erhöhten Spritkosten gnadenlos zu.
An eine wirkliche Entlastungswirkung durch die geänderte Kilometerpauschale kann ich noch nicht so recht glauben.
[5] Neben den Arbeitnehmern sind
vor allem Haushalte mit Kindern relativ stark begünstigt; lediglich Alleinstehende
und Paare ohne Kinder mit niedrigen Bruttoeinkommen werden - in geringem
Umfang - belastet.
Für Haushalte, die überwiegend von Transfereinkommen leben (Rentner,
Arbeitslose), entstehen Belastungen. Diese werden allerdings durch
Anpassungsmechanismen gemildert, die in den hier vorgelegten
Verteilungsanalysen nicht berücksichtigt werden konnten:
-> …was die eindeutige Färbung dieser Studie eindeutig belegt.
Die ökologische
Steuerreform führt mit einjähriger Verzögerung auch zu einer Erhöhung von
Sozialversicherungsrenten sowie von Arbeitslosengeld und -hilfe. Letztere werden
entsprechend der Nettolohnentwicklung fortgeschrieben; sie erhöhen sich also
stärker, als es ohne ökologische Steuerreform der Fall gewesen wäre. Die
Anpassung der Renten wurde im Jahre 2000 in Höhe der Inflationsrate
vorgenommen. In dem Umfang, wie sich die Ökosteuern 1999 in einer Erhöhung
der Inflationsrate niederschlugen, ist es also zu einer zusätzlichen Erhöhung der
Renten gekommen.
-> wieder eine Bestätigung meiner Aussagen: die Inflation steigt. Was haben den alle, die keine Rente mehr beziehen werden, im Gegenzug von der Rentenerhöhung?
Zutiefst asozial also.
Von 2001 an wird eine modifizierte Bruttolohnanpassung
durchgeführt, die Veränderungen bei den Rentenversicherungsbeiträgen
berücksichtigt, nicht jedoch bei anderen Sozialabgaben und Steuern. Die Bezieher
von Sozialtransfers profitieren daher von der Senkung der Rentenbeiträge im Zuge
der ökologischen Steuerreform. Automatisch höhere Leistungen erhalten auch
Sozialhilfeempfänger, da deren Heizkosten von den Sozialämtern übernommen
werden. Die ökologische Steuerreform allein weist zwar in geringem Umfang
unerwünschte Verteilungswirkungen auf, die jedoch mit verteilungspolitischen
Maßnahmen ausgeglichen werden können. Dies veranschaulicht die gemeinsame
Betrachtung von ökologischer Steuerreform und Einkommensteuerreform
(Abbildungen 3 und 4). Wenn dennoch unakzeptable Härten für einzelne Gruppen
auftreten und Ausgleichsmaßnahmen erwogen werden, sollten diese so gestaltet
werden, dass Problemgruppen gezielt entlastet werden, ohne die Lenkungswirkung
der ökologischen Steuerreform zu beeinträchtigen. So könnten zum Beispiel
weitere Erhöhungen des Kindergeldes unerwünschte Belastungen für Familien
ausgleichen.
-> es wird also ein Flickwerk angestrebt, welches im Endeffekt niemanden zufriedenstellen kann, außer der zweifelsfrei immer stärkeren Rentnerlobby. Genau wie erwartet…
Hohe Weltmarktpreise für Rohöl kein Argument gegen Fortsetzung
der ökologischen Steuerreform Die stark gestiegenen Rohölpreise werden immer
wieder als Argument gegen eine Fortführung der ökologischen Steuerreform
angeführt. Eine Sensitivitätsanalyse mit unterschiedlichen Annahmen zu den
Rohölpreisen und zum Wechselkurs zeigt aber, dass die Auswirkungen der
Reform auf das Wachstum gering sind und nahezu unverändert bleiben. Die
Beschäftigungseffekte fallen in einem Szenario mit höheren Energiepreisen sogar
etwas günstiger aus.
-> das kann ich nicht nachvollziehen.
Vor der aktuellen Wirtschaftssituation wirkt das als blanker Hohn.
In diesem Fall sind die CO2-Emissionen niedriger, sie
bleiben aber deutlich über den klimapolitischen Zielen, so dass weiterhin
Handlungsbedarf besteht. Die Simulationsergebnisse geben somit keinen Anlass,
die ökologische Steuerreform aufgrund der gestiegenen Importpreise für Rohöl und
Mineralölprodukte in Frage zu stellen. Die Wirkungen dieses Preisanstiegs sind
ökonomisch völlig anders zu beurteilen als die Effekte der ökologischen
Steuerreform, denn der Steuererhöhung steht eine gesamtwirtschaftlich annähernd
gleich große Entlastung bei den Rentenversicherungsbeiträgen gegenüber.
s.o.
Ökologische Steuerreform
kann größere Rolle im
Klimaschutz übernehmen
Die ökologische Steuerreform in Deutschland trägt zu einer Verminderung des
Energieverbrauchs und der damit verbundenen Umweltbelastungen bei, ohne die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung wesentlich zu beeinträchtigen.
-> die Realität zeigt, daß es sich hier um eine Fehleinschätzung handelt.
Auf dem
Arbeitsmarkt kann sie über die Senkung der Rentenversicherungsbeiträge sogar
eine leicht positive Entwicklung in Gang setzen.
-> dieser Effekt wird, wie weiter oben ja sogar zugegeben wird, wieder „aufgefressen“
Nicht eindeutig fallen hingegen die
Wirkungen auf die Wirtschaftsstruktur aus. Bei einer Verschiebung der
Abgabenlasten vom Produktionsfaktor Arbeit hin zur Energie wäre zu erwarten,
dass ein Impuls für einen ökologischen Strukturwandel zugunsten der weniger
energieintensiven Bereiche entsteht.
-> Hin zur Landwirtschaft, weg von der „schmutzigen“ Industrie?
Hin zu E-Commercve, weg von der „Old-Economy“?
Naja…
Die Sonderregelungen zur Entlastung
energieintensiver Wirtschaftsbereiche schwächen diese Wirkung ab. Insgesamt
dürften die sektoralen Folgen der ökologischen Steuerreform deutlich geringer
ausfallen als diejenigen von Veränderungen der Ölpreise oder der Wechselkurse.
-> die Einschränkung „dürften“ sagt allein schaon alles. Hier vertraut jemand seiner eigenen Prognose und Schönfärberei nicht.
[6] Alles in allem legen die Ergebnisse der Wirkungsanalyse die Schlussfolgerung
nahe, dass die beschlossenen Stufen der ökologischen Steuerreform wirtschafts-
und sozialverträglich sind. Die ökologische Steuerreform könnte also eine größere
Rolle im Klimaschutz spielen als bisher, ohne dass wirtschaftliche und soziale
Friktionen befürchtet werden müssen.
-> genau diese Aussage zweifeln die Autoren wieter oben selber an!
Eine Weiterentwicklung der ökologischen Steuerreform für die Zeit nach 2003
sollte so weit wie möglich in Abstimmung mit den europäischen Partnerländern
geschehen. Dies würde die ökologische Wirksamkeit erhöhen und die Gefahr
wettbewerbsverzerrender Effekte vermindern.
-> das ist eine der wenigen sinnvollen Forderungen hier.
Eine weitere Erhöhung der
Energiebesteuerung in kleinen Schritten wäre aber auch ohne koordiniertes
Vorgehen der Europäischen Union möglich und sinnvoll, zumal andere europäische
Länder diesen Weg bereits eingeschlagen haben.
-> nicht in dieser schamlosen Art und Weise und v.a. nicht in allen Bereichen der Steuerpolitik!
Bei der Weiterentwicklung
sollten die Schwächen des bisherigen Konzeptes schrittweise beseitigt werden. [7]
So sollten alle nichterneuerbaren Energieträger in die Besteuerung einbezogen und
stärker gemäß ihrem Beitrag zur Umweltbelastung besteuert werden.
-> Natürlich…
Sonderregelungen sollten so weit wie möglich abgebaut werden. Gegebenenfalls
müssen sie so gestaltet werden, dass der Anreiz zur Energieeinsparung nicht
verloren geht.
-> bis auch die letzte Firma ins Ausland abgewandert ist…
[1] In der ersten Stufe wurden eine Stromsteuer von 2 Pfennig je Kilowattstunde
eingeführt und die Mineralölsteuer erhöht (Benzin und Diesel um 6 Pfennig je Liter,
Heizöl um 4 Pfennig je Liter sowie Gas um 0,32 Pfennig je Kilowattstunde). In den
folgenden Stufen werden nur die Verkehrskraftstoffe Benzin und Diesel um jeweils
6 Pfennig je Liter und Strom um 0,5 Pfennig je Kilowattstunde verteuert.
-> Wie gnädig…
Weshalb wurde eigentlich Gas verteuert?
[2] Vgl.: Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der ökologischen Steuerreform.
Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Finanzen. Von Stefan Bach,
Christhart Bork, Viola Ehrenheim, Michael Kohlhaas, Christian Lutz, Bernd Meyer,
Barbara Praetorius, Katja Schumacher und Heinz Welsch. Berlin (Veröffentlichung
in Vorbereitung). Die Kurzfassung ist als DIW-Diskussionspapier Nr. 248
verfügbar:www.diw.de/deutsch/publikationen/diskussionspapiere/…
[3] Hierbei sind die Minderungspotentiale durch neue, hocheffiziente
Kraftwerkstechniken, die durch die ökologische Steuerreform gefördert werden
sollen, nicht einbezogen: - Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit einem
energetischen Nutzungsgrad von mindestens 70 % werden von der bestehenden
Mineralölsteuer vollständig ausgenommen. - Gas- und Dampfturbinenkraftwerke
(GuD) mit einem elektrischen Nettowirkungsgrad von wenigstens 57,5 % sollen für
5 Jahre vom Zeitpunkt der dauerhaften Aufnahme der Stromerzeugung an von der
bestehenden Mineralölsteuer befreit werden, wenn sie nach dem 31.12.1999 fertig
gestellt wurden und die Stromerzeugung vor dem 1.1.2004 erstmals auf Dauer
aufgenommen worden ist.
[4] Auf internationaler Ebene hat sich Deutschland in der Folge der 3.
Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention im Dezember 1997 in Kyoto
verpflichtet, im Rahmen des europäischen „Burden Sharing“ den Ausstoß von
sechs Treibhausgasen (CO2, CH4, N2O, PFC, HFC und SF6) bis zur Zielperiode
2008 bis 2012 um 21 % zu verringern. Unabhängig davon hält die Bundesregierung
das Anfang der neunziger Jahre verkündete Ziel aufrecht, die CO2-Emissionen in
Deutschland bis 2005 gegenüber 1990 um 25 % zu senken.
[5] Dabei ist die Erhöhung der Entfernungspauschale von 2001 an nicht
berücksichtigt.
[6] Vgl.: Verteuerung von Erdöl, Erdgas und Mineralölprodukten: Potentielle
Preiseffekte in den Produktionsbereichen der deutschen Wirtschaft. Bearb.:
Joachim Schintke, Reiner Stäglin, Jörg-Peter Weiß. In: Wochenbericht des DIW,
Nr. 45/2000.
[7] Vgl.: Nur zaghafter Einstieg in die ökologische Steuerreform. Bearb.: Stefan
Bach und Michael Kohlhaas. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 36/99.
Einige Zitate daraus:
"Die Simulationsrechnungen lassen mittelfristig einen Rückgang
der CO2-Emissionen um 2 bis 3 Prozent gegenüber der
Entwicklung ohne ökologische Steuerreform erwarten "
-> ein guter Effekt, s.o.
"Nach den Berechnungen können im Zeitraum bis 2010 mit der
ökologischen Steuerreform bis zu 250 000 neue Arbeitsplätze
entstehen. "
-> Leider fehlen hier Beispiele.
Momentan werden, auch aufgrund der ungünstigen Standort bedingungen in D, zu denen die Ökosteuer nun mal auch gehört, 10.000e Arbeitsplätze in D abgebaut.
„Die ökologische Steuerreform ist insgesamt für die privaten
Haushalte nicht belastungsneutral. Diese tragen die
Steuererhöhungen zu etwa 60 %, sind jedoch an der Senkung der
Rentenversicherungsbeiträge nur zur Hälfte beteiligt.“
-> Wie ich sagte.
Was ich ja hier auch immer sagte. Vor allem aber bedeutet das
auch umgekehrt: die Industrie zahlt 40% und ist an der Senkung
der Rentenversicherungsbeiträge zu 50% beteiligt, profitiert
also insgesamt von der Ökosteuer. Was ich ja auch immer
behauptet habe."
-> Du hast die Staatskasse als Profiteur locker-leger übergangen…
Für die Unternehmen bleibt bei der Sache nun wirklich nichts als Mehrkosten über.
„Bei der Beurteilung der Verteilungswirkungen ist zu beachten,
dass die ökologische Steuerreform in ein umfassendes
Steuerreformpaket der Bundesregierung eingebunden ist.
Betrachtet man daher zusätzlich die bis 2003 vorgesehenen
Entlastungen bei der Einkommensteuer und beim Kindergeld,
werden die meisten Haushalte per saldo besser gestellt. Selbst
Berufspendler können überwiegend mit Entlastungen rechnen. [5]
Neben den Arbeitnehmern sind vor allem Haushalte mit Kindern
relativ stark begünstigt; lediglich Alleinstehende und Paare
ohne Kinder mit niedrigen Bruttoeinkommen werden - in geringem
Umfang - belastet.“
-> Wie sozial…
Aber ich vergaß, „sozial“ soll das ja auch nicht sein.
Und in:
http://www.diw.de/deutsch/publikationen/vierteljahrs…
dort Heft 2000-1 und „Verteilungswirkung der ökologischen
Steuerreform für private Haushalte“ - Langfassung
„Das Statistische Bundesamt beziffert in einer Presseerklärung
vom 01.04.1999 die Erhöhung des Preisindex für die
Lebenshaltung durch die erste Reformstufe auf 0,4 bis
0,5%Punkte. Dies deckt sich in etwa mit den hiesigen
Ergebnissen.“
Fussnote 31 auf S. 33
Ich habe von 0,1% gesprochen. Also doch etwas mehr,aber die
Preistreiber lagen woanders.
Nein, sie lagen in der Ökosteuer UND auch woanders.
Die Ökosteuer ist natürlich nicht allein schuld an der Misere, aber maßgeblich beteiligt. Daher bleibt nur eins: Abschaffung sofort.
Grüße,
Mathias