Europas billigstes Benzin

Hallöchen,

interessanter Artikel in der FAZ von heute: Der Benzinpreis in Deutschland ist nach Abzug der Steuern der niedrigste in Europa. Begründet wird dies mit dem starken Wettbewerb unter den Tankstellen: Der Benzinpreis (Eurosuper) lag an der Tanke im Juli bei 198,7 Pf./Liter, gegenüber dem Vormonat ein Rückgang von 13 Pf. Der Preis ex Rotterdamm ist im gleichen Zeitraum nur um 5,6 Pf gefallen.

Gwünschte Antwort bitte hier ankreuzen:
SPD ist schuld: Ökosteuer ___
SPD ist immer schuld ___
Großkonzerne sind immer schuld ___
Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel ___
Die Globalisierung ist schuld ___
Sieh mal einer an, die hohen Benzinpreise kommen vom hohen Steueranteil. Die Großkonzerne ziehen vor den Ferien gar nicht die Preise an, und das ganze geht auf Kosten der Tankstellenpächter. Nur gut, daß die inzwischen soviel mit anderen Dingen verdienen, sonst würden noch mehr Tankstellen zumachen. ___

Hab ich ein paar Platitüden vergessen?

Gruß
Christian

Hallo Christian,

du hast natürlich Recht, daß die Steuern am Benzinpreis den eigentlich unerträglichen Teil ausmachen. Schließlich tanke ich wenn ich in Konstanz bin auch auf Kreuzlingerseite für 30-40 Pf billiger wie hier.

Aber du hast eines bei deiner Ausfstellung vergessen. Bei steigenden Benzinpreisen nimmt die Steuerbelastung zusätzlich weiter zu…

also doch ankreuzen:

Die Politik der vergangenen und aktuellen Regierung ist schuld.

Zusätlich frag ich mich dann doch wie es kommt, daß die Shell und Co. 100% mehr wie im Vorjahr verdienen? Das liegt doch nur daran, daß die Tankstellengesellschaft bei der Fördergesellschaft die ware zum Marktpreis abnehmen muss, wobei doch eigentlich alles aus einer Hand ist.

mfg ivo

hallo, Christian,
entweder sind Deine Infos falsch oder meine: ich habe im Radio gehört, dass der Nettobenzinpreis, also ohne Steuer der günstigste in E ist. Da aber dieser Vorteil zum größten Teil wieder von der Steuer aufgefressen wird…
Warte mal die nächsten 2 Monate ab, wo dann der Preis sein wird.
Prognose: 2,20 DM bis 2,40 DM.
Und wenn´s nach dem Wunsch unserer Regierung geht: mindesten 5,- DM. Klar, wir zahlen ja ihren Sprit!
grüße
Raimund
Übrigens halte ich einen Preis von 1.95 DM für Super nicht für preiswert. Das ist einfach teuer!

billiges Benzin
Hi Raimund,

entweder sind Deine Infos falsch oder meine: ich habe im Radio
gehört, dass der Nettobenzinpreis, also ohne Steuer der
günstigste in E ist. Da aber dieser Vorteil zum größten Teil
wieder von der Steuer aufgefressen wird…

diese Infos sind, wie ich schrieb, nicht von mir. Es mag sein, daß der Nettopreis irgendwo an irgendeinem Tag einen Hauch günstiger war. Worum es mir ging, dürfte jedoch offensichtlich sein.

Warte mal die nächsten 2 Monate ab, wo dann der Preis sein
wird.
Prognose: 2,20 DM bis 2,40 DM.

Wir werden sehen.

Und wenn´s nach dem Wunsch unserer Regierung geht: mindesten
5,- DM. Klar, wir zahlen ja ihren Sprit!

Das scheint ja offensichtlich das Problem zu sein. Egal welchen Preis der Sprit kostet, die Leute stellen ihre Gewohnheiten nicht um, bzw. fordern nicht energisch genug die Reform des ÖPNV.

Übrigens halte ich einen Preis von 1.95 DM für Super nicht für
preiswert. Das ist einfach teuer!

In den frühen 80ern habe ich in Süddeutschland eine Tanke gesehen, bei der der teuerste Sprit DM 1,60 kostete. Das berücksichtigt, ist die Preissteigerung minimal. Und wenn man sich mal überlegt, daß Öl in unserer zeitlich begrenzten Sicht nicht mehr zu ersetzen ist, meine ich, daß DM 1,95 ein sehr geringer Preis ist. Wein, und den gibt es immerhin jedes Jahr neu, kostet por Liter doch auch etwas mehr. Wir verballern für unser Privatvergnügen täglich tausende Tonnen eines unersetzbaren Rohstoffes. Auch dies sollte bei der Beurteilung des Preises eine Rolle spielen.

Gruß
Christian

Hallo Raimund,

einfache Beobachtung zeigt, dass der Sprit nicht zu teuer ist. Jedenfalls für die meisten nicht zu teuer, um die alten Gewohnheiten weiter zu pflegen. Immer noch werden Privatautos just for fun im Kurzstreckenverkehr bewegt und alte Karren mit irrwitzigem Verbrauch spazieren gefahren. Kein Wunder: Gemessen an der Kaufkraft hat sich am Benzinpreis seit Jahrzehnten nicht viel geändert. Jetzt kann höchstens noch das Wehklagen über die arme klapprige 80jährige Kriegerwitwe kommen, deren Rente kaum noch für den Sprit des Urenkels reicht.

Gruß
Wolfgang

Beobachtungen die 2.

einfache Beobachtung zeigt, dass der Sprit nicht zu teuer ist.
Jedenfalls für die meisten nicht zu teuer, um die alten
Gewohnheiten weiter zu pflegen. Immer noch werden Privatautos
just for fun im Kurzstreckenverkehr bewegt und alte Karren mit
irrwitzigem Verbrauch spazieren gefahren.

dem kann ich mich nur anschliessen. das problem ist aber wie selber bemerkt die unterschiede der gesellschaft. ich als azubi musste meinen twingo mit wirklich nur 6 litern verkaufen, weil ich gemessen an der fahrleistung es mir nicht mehr leisten konnte. man sollte die eigenen kosten mal ins verhaeltnis zum nettoverdienst stellen und sich wundern. meist ist es so, das dem, der einen karren mit 20 liter super plus weniger wehtut im monat für 2000 mark zu tanken als dem 5 liter autofahrer, der gerade mal sprit für 200 dm verfaehrt.

desterwegen würde ich eine progressivere kfz-steuer wünschen. nicht nur linear nach hubraum, sondern ruhig mit progression. warum wird derjenige, der einen pkw mit 5 liter hubraum faehrt nur 5 mal sohoch besteuert, wie der, der mit 1 liter lupa auskommt? in der einkommensteuer entspricht 5 faches einkommen auch nicht gleich 5 fache steuer …

DANN würden sich auch viel mehr personen gedanken machen.

richtig ist auch, das ein spritpreis bei 3 DM in den naechsten 12 - 18 monaten angemessen geschätzt ist - finde ich. das problem ist bloss (m.E.) die nutzung der mehrerlöse. diese sollten nicht in die rente, sondern eher in die aufklärung und in den umweltschutz direkt.

tja, ein leidiges thema hat da der exc angeschnitten …

ist auf jeden fall ein punkt, der mich vor der naechsten wahl sehr interessieren wird …

gruesse und gute nacht

vom showbee

Hi Raimund,

entweder sind Deine Infos falsch oder meine: ich habe im Radio
gehört, dass der Nettobenzinpreis, also ohne Steuer der
günstigste in E ist. Da aber dieser Vorteil zum größten Teil
wieder von der Steuer aufgefressen wird…

diese Infos sind, wie ich schrieb, nicht von mir. Es mag sein,
daß der Nettopreis irgendwo an irgendeinem Tag einen Hauch
günstiger war. Worum es mir ging, dürfte jedoch offensichtlich
sein.

So isses.

Warte mal die nächsten 2 Monate ab, wo dann der Preis sein
wird.
Prognose: 2,20 DM bis 2,40 DM.

Wir werden sehen.

Du könntest auch sagen, glaube ich nicht. Ich auch nicht, nicht mal in Sitzenzeiten. Und 3 DM schon gar nicht auch nicht auf Sicht von 12 Monaten.

Und wenn´s nach dem Wunsch unserer Regierung geht: mindesten
5,- DM. Klar, wir zahlen ja ihren Sprit!

Das scheint ja offensichtlich das Problem zu sein. Egal
welchen Preis der Sprit kostet, die Leute stellen ihre
Gewohnheiten nicht um, bzw. fordern nicht energisch genug die
Reform des ÖPNV.

Unsere Regierung ist eh übertrieben. Das fordern nur die Grünen, die sich da wohl auch nicht in nächter Zeit durchsetzen können.
Was den ÖPVN betrifft… es wäre schön wenn dieser billiger und besser wäre, zumindest bei uns.
In einer Stadt wie München, könnte ich mir vorstellen fast ganz auf’s Auto zu verzichten. Da ist das einzige Problem, daß dir der Spritverbrauch durch die Parkplatzsuche ins unermessliche steigt :wink:

Übrigens halte ich einen Preis von 1.95 DM für Super nicht für
preiswert. Das ist einfach teuer!

In den frühen 80ern habe ich in Süddeutschland eine Tanke
gesehen, bei der der teuerste Sprit DM 1,60 kostete. Das
berücksichtigt, ist die Preissteigerung minimal.

Die Preissteigerung ist doch ein bischen extremer als du sagst. Denn den Preis von 1,60-1,70 hatten wir doch auch noch in 1995 und das hier am Bodensee, wo das Benzin auch generell 15 Pf teuerer war wie im Rest der Republik. (ist derzeit nicht mehr so, die letzten Preissteigerungen sind v.a. in Regionen gewesen, die noch nicht auf höchstlevel lagen… daher hat sich die differenz auf ca 8-10 pf verringert.)

Und wenn man
sich mal überlegt, daß Öl in unserer zeitlich begrenzten Sicht
nicht mehr zu ersetzen ist, meine ich, daß DM 1,95 ein sehr
geringer Preis ist.

Der Preis ist doch alles in allem nach Steuern und erscheint vielen daher relativ teuer. Der Rohstoffpreis selbst ist, da geb ich dir recht, in Anbetracht der begrenzen Resoucen relativ niedrig. Wobei zum Glück doch immer noch neue Vorkommen entdeckt werden. Deren Abau sich trotz des Preises schon rentiert.

Wein, und den gibt es immerhin jedes Jahr
neu, kostet por Liter doch auch etwas mehr.

Wein brauch ich nicht nicht um Mobil zu bleiben…

Wir verballern für
unser Privatvergnügen täglich tausende Tonnen eines
unersetzbaren Rohstoffes.

Unersetzbar ist er nicht. Bis der Stoff ausgeht, wird er wohl weitgehend substituiert werden.
Aber es stimmt schon, es wird viel gefahren weil es einfach bequem ist. Da gäbe es noch viel Einsparpotential.

Auch dies sollte bei der Beurteilung
des Preises eine Rolle spielen.

Stimmt.
Wann wechselst du von der Bank zu nem Mineralölkonzern?
Du nimmst die ja super in Schutz.

-)

Sollte beim Preis denn nich auch eine Rolle spielen, daß die Gesellschaften, die selber auch als Fördergesellschaft tätig sind, der Preis viel niederiger liegen könnte? Denn die Konzerne haben im letzten Jahr ca 100% mehr verdient als im Vorjahr.

Dass diese ihren Sprit auch zum Kartellpreis anbieten findest du i.O.?
Dass man die Tankstellenpächter für so was nicht verantwortlich machen kann ist mir klar. Der verdient nun wirklich wenig genug und könnte vom Sprit alleine nicht mehr leben.
Aber warum muss die für den Öl-Multi tätige tätige Benzingesellschaft den selben Preis für den Sprit zahlen wie ein dritter der nicht im Fördergeschäft ist und Ihn auf dem Weltmarkt einkaufen muss?. Denn sie kauft diesen Sprit doch intern beim Konzern ein, der diesen mit riesigen Gewinnmargen verkauft?
Mir kann doch keiner erzählen, daß die Gesellschaften alle die selben Kosten bei der Förderung und im Raffineriegeschäft haben?
Außerdem lassen sich regionale Unterschiede doch wohl kaum mit dem Konkurrenzdruck begründen? Wo kommt der denn her wenn das Benzin im EK überall gleich teuer wäre?

Ivo

Hallo, Wolfgang,
im privaten Stadtbreich mag das stimmen. Doch auf dem lande bist Du an das Auto gebunden. Und wenn Du die Kiste auch noch tagtäglich beruflich brauchst (nicht nur zum morgens hinfahren und abends zurückfahren), dann merkst Du, wie teuer der Sprit ist.
Leider gehen aber die meisten, die behaupten, der Preis ist in Ordnung von der eigenen Stadtsituation aus.
Grüße
Raimund

Übrigens halte ich einen Preis von 1.95 DM für Super nicht für
preiswert. Das ist einfach teuer!

Finde ich nicht.
Deutschland gehört in Europa zu den Ländern mit den höchsten Pro-kopf-einkommen. Vergleich dann die Benzinpreise.

1 Liter Super kostet in

D = 1,95 DM
BEL = 2,22 DM
DAN = 2,15 DM
FIN = 2,23 DM
FRA = 2,19 DM
GB = 2,56 DM
ITA = 2,05 DM
HOL = 2,34 DM
NOR = 2,42 DM
SWE = 2,18 DM
CH = 1,81 DM
SPA = 1,78 DM

Ist also fast überall teurer. Und die Einkommen in den anderen Ländern dürften niedriger sein als hier.

hallo, Heinrich,
auf meinen Einwand:" Die anderen machen das doch auch!" sagte meine Großmutter immer: „springst Du auch von der Brücke, wenn es andere machen?“
Eine kluge Frau!
Grüße
Raimund

hallo, Heinrich,
auf meinen Einwand:" Die anderen machen das doch auch!" sagte
meine Großmutter immer: „springst Du auch von der Brücke, wenn
es andere machen?“
Eine kluge Frau!

Wenn die anderen etwas richtiges machen, ist es dann falsch, wenn wir es dann genauso machen?

im privaten Stadtbreich mag das stimmen. Doch auf dem lande
bist Du an das Auto gebunden.

Ist häufig richtig. Aber liegt vor allem daran, dass in den letzten Jahrzehnten die Entvölkerung der Städte und das „Häuschen im Grünen“ gefördert wurde. Wer billigere Mieten oder Grundstücke haben will, muß halt beim Benzin draufzahlen.

Ist insofern nur ein gerechter Ausgleich. Die Forderung von Städten der kurzen Wege ist ja nicht neu und wird auch schon vereinzelt durchgesetzt.

nicht die Entvölkerung der Städte ist falsch, sondern die Bildung der Städte.
In den Städten entand die Armut und die Entmenschlichung.
dass der Prozess wieder rückläufig ist, ist ganz natürlich und war vorhersehbar.
Grüße
Raimund

Wenn die anderen etwas richtiges machen, ist es dann falsch,
wenn wir es dann genauso machen?

Das war jetzt aber ein unlogische Umkehrschluss!
Nicht deswegen, weil etwas negatives nachmachen falsch ist, muss auch das positive Nachmachen falsch sein.
Dafür hat ja schließlich der >mensch sein Hirn bekommen… auch wenn´s bei machen zeitweise an der Garderobe abgegeben wird.
Grüße
Raimund

nicht die Entvölkerung der Städte ist falsch, sondern die
Bildung der Städte.
In den Städten entand die Armut und die Entmenschlichung.

Klasse! Städte gibt es seit 5000 Jahre (oder so). Damit hast Du die Menschheitsgeschichte ja toll zusammengefasst. Und „Stadtluft macht frei“ gab es anscheinend auch nicht.

dass der Prozess wieder rückläufig ist, ist ganz natürlich und
war vorhersehbar.

Selbst wenn: die Förderung dieser Entwicklung des Staates war falsch. Wenn die Dörfler jahrzehntelang von dieser Förderung profitiert haben (und immer noch profitieren), dann finde ich jetzt ein wenig dürftig, wenn sie jetzt gleich aufschreien.

Wenn die anderen etwas richtiges machen, ist es dann falsch,
wenn wir es dann genauso machen?

Das war jetzt aber ein unlogische Umkehrschluss!
Nicht deswegen, weil etwas negatives nachmachen falsch ist,
muss auch das positive Nachmachen falsch sein.

Richtig! Da aber die Erhöhung des Mineralölpreises etwas positives ist, sind wir uns also einig, dass das Nachmachen Deutschlands im Vergleich zum europäischen Ausland nicht falsch ist.

Hi!

Habt Ihr Euch eigentlich mal Gedanken darüber gemacht, daß es hier nicht nur um Benzin, sondern auch um Heizöl und Erdgas (dessen Preis ja an den Ölpreis gekoppelt ist) geht?

Wer heute noch behauptet, die Ökosteuer sei sozial, der hat nichts verstanden.

Mir persönlich ist es vollkommen egal, ob der Liter Benzin 2 oder 5 Mark kostet, denn ich fahre einen Firmenwagen.
Mir ist es auch egal, ob ich pro Jahr DM 1.000 hin oder her für Heizöl bezahlen muß.
Nur fürchte ich gibt es Menschen in Deutschland (und wegen diesen menschen gibt es den Begriff „sozial“ überhaupt, der hier so gerne mißbräuchlich verwendet wir), die das nicht so locker wegstecken. Und das sind dann wohl meistens diejenigen, die ihr Auto benötigen um zur durchschnittlichen bezahlten Arbeit zu kommen und denen eine Mietnebenkostensteigerung um 10% aufgrund der schwachsinnigen (Öko-)Steuerpolitik der Regierung eben weh tut.

Diese Denkweise „im Ausland ist der Sprit ja viel teuerer und die Einkommen niedriger“ beißt sich übrigens selbst:
in diesen Ländern sind nämlich die Lohnsteuersätz deutlich niedriger, die Wohnkosten (Miete/Kauf von Wohnungen) deutlich günstiger und oft auch die Mehrwertsteuersätze niedriger.

De facto ist der Energiepreis in Deutschalnd sicherlich unter den drei höchsten der Welt.

Also bitte hört auf damit, diese langweilige Plattitüde von der Sozialwirkung der Ökosteuer zu dreschen.
Noch nicht einmal die Rente sichert sie, denn die Leute, denen heute die Ökosteuer am meisten wehb tut, nämlich junge Familien, werden im Alter davon am wenigsten haben.
Ich glaube kaum, daß ein junger Familienvater noch viel von der auch von Ralf hier vielgepriesenen „Solidarität“ hält, wenn selbige höchst einseitig verläuft.

Merke: ein Generationenvertrag ist ein Vertrag - und der hat 2 Seiten.
Hier müssten also auich die heutigen Rentner und Pensionäre ihren Teil des Vertrages erfüllen und zugunsten der jungen Leute etwas Verzicht üben.
Aber dieser Gedanke ist anscheinend von bestimmten Kreisen, die sich aufgrund ihres Alters nicht selbst ins Knie schießen wollen, unerwünscht…

Grüße,

Mathias

Stimme Dir weitgehend zu.

Nur ein paar Anmerkungen:

schwachsinnigen (Öko-)Steuerpolitik

Halte die Ökosteuer dennoch für vernünftig (über die genaue Ausgestaltung kann man aber durchaus Kritik üben), weil ökologisch und ökonomisch richtig. Sozial ist sie nicht. Das muß die Regierung auf einem anderen Weg gewährleisten. Du wirst keine Steuer finden, die ökonomisch, ökologisch und sozial richtig ist. Das kann nur ein Policy-Mix schffen.

Diese Denkweise „im Ausland ist der Sprit ja viel teuerer und
die Einkommen niedriger“ beißt sich übrigens selbst:
in diesen Ländern sind nämlich die Lohnsteuersätz deutlich
niedriger, die Wohnkosten (Miete/Kauf von Wohnungen) deutlich
günstiger und oft auch die Mehrwertsteuersätze niedriger.

Stimmt so pauschal nicht. Die nordischen Länder sind als typische Beispiele bekannt, auch wenn sich da in den letzten Jahren einiges getan hat. Aber für wieviel Länder Deine Aussagen zutrifft, müßte man sich genauer ansehen. Bekannt ist mir jedoch noch, dass Deutschland mit den niedrigsten Mehrwertsteuersatz in der EU hat. Die Aussage „oft auch die Mehrwertsteuersätze niedriger“ ist jedenfalls bezogen auf die EU definitiv falsch.

De facto ist der Energiepreis in Deutschalnd sicherlich unter
den drei höchsten der Welt.

Ist sicherlich falsch. Aber mich würde schon interessieren, welche zwei Staaten Deiner Meinung nach ähnlich hohe Energiepreise wie Deutschland haben?

leicht daneben
Ähem Mathias,

da hast Du Dich evtl. ein bißchen vertan. Ich bin KEIN Ahnhänger der Ökosteuer aus genau dem Grund, den Du geschildert hast. Gerade die energievergeudenden Industrien werden ausgenommen und allein aus diesem Grunde ist das ganze schon Quatsch. Und Rentner und andere nicht rentenversicherte Menschen haben von dem ganzen Umverteilungsunsinn gar nichts.

Jedoch muß weiterhin angemerkt werden, daß sich eben viel zu viele Benzinverbraucher eben nicht um den Preis kümmern und daß der Preis für Benzin unter Berücksichtigung dessen Herkunft definitiv zu niedrig ist. Aber da ist auch die Industrie gefragt, uns neue Möglichkeiten zu eröffnen.

Offensichtlich war mein Beitrag nicht eindeutig genug: Mir ging es darum, daß hier Ideologen auf die Industrie eindreschen, anstatt den Schuldigen in Berlin (und früher Bonn) zu suchen, der das Geld aus der Mineralölsteuer in den großen Topf sickern läßt, anstatt es für Straßen-/Parkplatzbau und Umweltschutz/-sanierung auszugeben.

Ist übrigens auch so eine Sache, die gern übersehen wird: Um von A nach B zu kommen braucht man irgendeinen Treibstoff, ob das Benzin, Öl oder Kohle ist, ist dabei letztlich egal. In den allermeisten Fällen ist die Fahrt mit dem Auto billiger und innerhalb Deutschlands oft auch schneller. Und das unter Einbeziehung der Zeit, die man im Stau und auf Parkplatzsuche verschwendet. Solange das so ist, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Autobahnen und Parkplätze ausbauen oder die anderen Verkehrsmittel gezielt fördern.

Also Mathias: Mit Deinem Text hast Du genau den falschen erwischt. Macht aber nix, kann passieren. Dennoch müßtest Du mich inzwischen eigentlich besser kennen.

Gruß
Christian

Offensichtlich war mein Beitrag nicht eindeutig genug: Mir
ging es darum, daß hier Ideologen auf die Industrie
eindreschen, anstatt den Schuldigen in Berlin (und früher
Bonn) zu suchen, der das Geld aus der Mineralölsteuer in den
großen Topf sickern läßt, anstatt es für Straßen-/Parkplatzbau
und Umweltschutz/-sanierung auszugeben.

Diese Argumentation ist mir aus vielen Ökosteuern-Diskussionen gut bekannt und 90% der Leute glaube ich die von ihnen behauptete Einstellung nicht (Du gehörst zu den 10%). Ich frage mich, was passiert wäre, wenn die Regierung das gemacht hätte. Ökosteuer erhoben und die Einnahmen dann in Förderung von Solarenergie oder Wasserstoffautos gesteckt hätte.

„Die Grünen finanzieren nur die Projekte ihrer Amigos“ oder so hätte es geheißen.

Außerdem wolltest Du wirklich Ökosteuer UND hohe Lohnnebenkosten zahlen? Die Steuerquote wäre so gestiegen.

Und: der Staat soll nur Anreize setzen, neue Technologien zu entwickeln (wie jetzt geschehen). Die Entwicklung muß dan von der Industrie kommen. Was wenn der Staat Wasserstoffautos förder und sich dann doch Elektroautos durchsetzen (oder umgekehrt)?

Dieses Risiko soll dann schon die Industrie übernehmen.