Europas Kulturpolitik ist preussisch ?

Preussen - war vorbildlich für Europa in Puncto „Kulturpolitik“.

These:

Das steht nicht im Gegensatz zum Militarismus eines Staates. Der Bürger muss eben diszipliniert werden, dann kultiviert. Ohne Disziplin keine Ordnung, ohne Bildung keine Ordnung.

Und: Ohne Manieren geht gleich gar nix:

„Warum rülpset und pfurzet Ihr nicht?
Hat es Euch nicht geschmeckt?“

so fragte Luther…

und konnte auch diesen Vorschlag nur im arabischen Raum kultivieren.
Allerdings seinen Anti-Semitismus, den konnte er durchaus kultivieren…

Preussen? Luther? Die evangelische Kirche feiert den 200. Geburtstag von Johann Hinrich Wichern. Doch über den Urvater der Diakonie, den großen Sozialreformer sei der Gottesmann Wichern nicht vergessen – und der preußische Beamte… http://www.zeit.de/2008/17/A-Wichern

Aber zurück zur Preussischen Kultur:

Preussen und seine Bedeutung für Kultur & Bildung für Deutschland & Europa!

War es nicht Preussen, welches als erste ein Kulturministerium schuf und an die
„Klturelle Dasensvorsrge“ für sein Volk dachte? Bayern kam erst viel später …

Bereits in der 2. Hälfte des 19.Jhdts. wurde die „@-betiserung“ :smile: als Ziel und Aufgabe in den Fokus gerückt.

Preussen war damit in Europa vorn… Selbst die Russen kamen zu Besuch und orientierten sich schlisslich am Humboldtschen Ideal.

War es nicht ein Philosoph, der den „Kulturstaat“ einforderte?
Ja, Fichte, der - wie auch Herder - von der „Veredelung des Menschen“ durch die Bildung sprach.

Schiller betonte mehr das künstlerische Element. Zudem war es in dieser Epoche durchaus nachvollziehbar, dass die Kunst eine größerer Rolle einnahm.

„Minister für Kultur“ - ja das gab es - zuerst in Preussen: http://www.luise-berlin.de/Lesezei/Blz00_12/text19.htm

P.S.

„Brauchen wir eine „Culturpolizey“ ?“
Herders Staatslexikon
Bd. III, 5. Aufl., Freiburg i. Br. 1929, Sp. 693:

„Kulturpolitik ist der Einsatz geistiger Mittel und
kultureller Mittel durch den Staat“

WEr weiss mehr zur Rolle Preußens
für die Geschichte der „DEUTSCHEN BILDUNG“ ?

Gruss
MultiVista

Zusatzfrage:
Ist das Deutsche „Bildungsbürgertum“ ein preussisches?

Ähm… Dienstag und oben links?

Preussen: Einfluss in ganz Europa?
Hallo, Multivista

Willst du von uns wissen, ob Preussen Einfluss von Island bis zum Ural, von Spitzbergen
bis Zypern hatte oder behauptest du das?

Gruss
Adam

Hallo MultiVista,

soweit ich mal hörte, haben Preussens die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Also Bildung für alle, das halte ich für die Revolution im Bildungs- bzw. Wissenschaftssektor! Die Breite der Wissenschaft, so wie sich heute darstellt, wäre wahrscheinlich ohne die Breite in der Schulbildung nicht möglich geworden.

Gruß
Pat

Hi,

soweit ich mal hörte, haben Preussens die allgemeine
Schulpflicht
eingeführt.

Na wenn das ein Österreicher sagt, dann geht das vielleicht gerade noch so durch (hierzulande heisst man ja bald einmal jeden, der kein Bayer ist, einen Preiß’n), aber die Elsässer werden das trotzdem nicht mögen (Einführung der Schulpflicht in Strassburg: 1598).

Und wenn wir schon dabei sind: Eine Schul pflicht ist weit weniger verbreitet als gemeinhin angenommen. So gibt es z.B. in A, CH, UK, USA und etlichen anderen Ländern lediglich eine Unterrichts pflicht - was aber zugegebenermaßen im Sinne deines Postings in etwa den gleichen Zweck erfüllt.

Die Preußen waren’s dennoch nicht.

Gruß
Martin

Zur Richtigstellung!

„Warum rülpset und pfurzet Ihr nicht?
Hat es Euch nicht geschmeckt?“
so fragte Luther…

Dieses Zitat konnte bisher in Luthers Schriften und Tischreden nicht nachgewiesen werden.

http://www.zeit.de/2001/06/200106_stimmts_luther.xml

Gruß Fritz

Preussen - war vorbildlich für Europa in Puncto
„Kulturpolitik“.

Wenn man den Begriff der Kultur etwas weiter steckt, dann war Preussen offensichtlich zumindest aus deutscher Sicht vorbildlich. Andere hatten etwas früher die Schulpflicht, aber in Preussen wurde das wirklich durchgezogen. Und Friedrich der Große war ja sowohl Soldat als auch Bildungsmensch. Vor allem aber war Preussen sicher gekennzeichnet durch seinen „Ordnungswahn“. Es war bis zum Anschlag reglementiert und das nicht nur in militärischer Hinsicht. Das machte es zu einer Staatskultur, die nur sehr zögerlich, wenn überhaupt, auf Veränderungen reagiert oder sogar der Notwendigkeit zu grundsätzlichen Reformen nachgab. In dieser Hinsicht war Preussen also sicherlich ein Vorbild für das, was man heute in Deutschland sieht. Was dagegen Europa betrifft, so würde ich da doch Zweifel äußern. Natürlich hat Hinz und Kunz Preussen besucht, aber ich glaube weniger aus kulturellen Gründen sondern mehr als Effektivitätsstudie.

Gruß
Peter B.

Hi MultiVista,

Preussen hat im allgemeinen keinen besonderen Ruf der Liberalität, aber man mag bedenken, daß Preussen als erster Staat in Europa offiziell die Folter abschaffte.
Die Hugenotten gingen nicht von ungefähr nach Preussen, sie suchten und fanden ein Land, in dem galt „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“. Die meisten lebten zwar schon lange in Preussen, als Friedrich der Große König wurde, aber er folgte dieser Tradition der Toleranz.

Das die Armee eine höchst brutale Institution war, darf natürlich nicht verschwieegen werden, daher stammt wohl der ‚preussische‘ Ruf Preussens.

Gandalf

Es ist ja viel die Rede von Deppenapostroph und von Deppen-s. Jetzt sehe ich hier massiv das Deppendoppel-s auftreten.

Heut las ich schon Würmerfrass, immer wieder lese ich Grüsse.

Sprecht ihr wirklich „Frass“ mit kurzem a und Gruss mit kurzem u?

Und hier

Preussen mit kuzem eu? Kann ein Dipgtong überhaupt kurz sein?

Preußen wird mit ß geschrieben! Und nicht anders!

Fritz

Die Schweizer sind von dieser Schelte natürlich ausgenommen!

Hallo,
Toll, dass es hier auch Leute gibt, die z. B. azerty- Tastatur haben, wird total übersehen. Ich habe so eins, da im Ausland und da gibt es kein sz. Giessen kann man ja auch auf zwei Arten schreiben.
Gruss
Rainer
P.S.: In meinem Führerschein habe ich für Giessen bei Umschreibung ein Gieben eingetragen bekommen, aber bei der Gemeindeverwaltung ist eh Hopfen und Malz verloren. An einigen Schaltern sind die dahinter stehenden Personen von keinerlei Ahnung getrübt.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ot Gießen?

Toll, dass es hier auch Leute gibt, die z. B. azerty- Tastatur
haben, wird total übersehen.

Daran habe ich in der Tat nicht gedacht, doch gilt für solche auch das, was für die Schweizer gilt.
Verzeih!
Fritz

Giessen kann man ja auch auf zwei Arten schreiben.

Welches „gießen“ meinst du? Das Verb oder das substantivierte Verb? Oder die Stadt?

Wenn man die Stadt „Giessen“ so schreibt ist das ein Kokettieren mit Pseudointernationalismus. Wie Strasse und Grossmarkt!

In meinem Führerschein habe ich für Giessen bei Umschreibung ein Gieben eingetragen bekommen, aber bei der Gemeindeverwaltung ist eh Hopfen und Malz verloren. An einigen Schaltern sind die dahinter stehenden Personen von keinerlei Ahnung getrübt.

Den Zusammenhang hier verstehe ich nicht.

MOD: Dieses Brett heisst Geschichte…
und nicht „Deutsche Sprache“!

Ich möchte darum bitten, die Diskussion um das „Scharfe S“ im geeigneten Brett fortzusetzen.

Hier ist das jedenfalls OT!

Ich mach dann mal dicht.

Danke für euer Verständnis

Mike
[MOD]

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Hallo,

Preussen ist auf alle Fälle ein Land der Extreme gewesen - nach jeder Seite hin.
Fakt ist, daß Preussen als erstes Land offiziell die Religionsfreigeit einfohrte, die Leibeigenschaft abschaffte und die aöögemeine Schulpflicht einfügrte. Und Friedrich der Große führte bereits um 1750 die Pressefreiheit ein! Und er schuf ein geordnetes imd unabh#ngiges Justizwesen, das auch der König in seinem urteil nicht beeinflussen surfte - man wußte in Preussen, woran man war.
All das war zweifekkos positiv - und nicht umsonst ka,em ja Glaubensflüchtlinge aus ganz Europa nach Preussen - freiwillig! Das hätten die nicht getan, wenn Preussen ihren Empfindungen nach ein Obrigkeitsstaat gewesen wäre.
Und eins noch: Preussen hatte ein großes Heer - unbestritten. Aber im Gegensatz zu anderen seutschen Fürsten verkauften die Preussen ihre Soldaten nicht ins Ausland - die Preussenkönige hielten das für zutiefst unmoralisch.
Insofern war Preussen ein moderner und geordneter Staat.

Nun gehört aber zur Kultur ja noch etwas mehr - und da hapert es doch mächtig. Zwar hatte schon Friedrich I. die preussische Akademie gegründet - nur brachte das nicht viel, da sein Nachfolger die ganze Wissenschaft mit Mißachtung strafte und der in seiner ganzen langen regierungszeit zweimal ne Handvoll Taler für Neuanschaffungen von Literatur zubilligte. Und dessen NAchfolger war ja in erster Linie mit seinen Kriegen beschäftigt - übernommen hat sich Friedrich der Große als Förderer von Wissenschaft und Kunst nun echt nicht.
Man daft ja nicht vergessen, daß Kunst finanziert werden muß - damals wie heute. Und da gab nich der kleinste deutsche Kleinfürst wahrscheinlich mehr aus als Preussen. Da wurden Schlösser und Lustschlösschen gebaut und Gärten angelegt und großes Theater gespielt und Kunst gesammelt und in Auftrag gegeben - man muß sich mal den prunkvollen sächsischen Hof unter Augist dem Starken und seinem Sohn anschauen - einen größeren Kontrast zum preussischen Berlin gibt es gar nicht. Und im kleinen weimar wirkte schon Wieland als Fürstenerzieher und Vorreiter der klassischen deutschen Literatur.
Wo warem den die großen Maler, Schriftsteller, Musiker, Komponisten, die Bildhauer und Architeken? In Berkin doch nur ausnahmsweise - da reichen die Finger einer Hand zum Abzählen. Aber schau mal nach Thüringen - jedes Kuhkaff, das da was auf sich hält, brüstet sich damit, daß irgendwann mal Goethe, Schiller, Bach, Liszt oder sonstwer dort war. Und in jeder ordentlichen Stadt da steht ein Schlösschen vom Fürsten was weiß ich wer mit nem Museum und ner großen Kunstsammlung drin. Weimar war 1999 Lulturhauptstadt Europas - nicht Berlin.
Das ist die Gegenseite Preussens. Denn auch so etwas gehört zur Kultur und da hat sich Preussen erst sehr spät dazu bekannt.

Und deshalb würde ich Preussen nie als deutschen oder gar europischen Vorreiter auf dem Gebiet der Kultur sehen wollen. Als Vorreiter der Volksbildung und der Religionsfreit und der bürgerlichen Freiheiten - das ja. Aber Kultur als solches? Dafür fehlt mir dort zu viel.

Gernot Geyer

preußisch mit einem ot-Teil

verkauften die Preussen ihre Soldaten nicht ins Ausland - die Preussenkönige hielten das für zutiefst unmoralisch.

Sie pressten aber, wen sie zu fassen kriegten, in ihre Armee!
Und nicht nur im eigenen Land! Preußische Presseinheiten
agierten europaweit.
=> Lange Kerls; Ulrich Bräker!

Ist das etwa besser?
Gruß Fritz

Hallo MOD! Der Schreibfehler wird aber hier gemacht; also
mahne ich ihn hier an!

Preussen => Preußen
Preussen => Preußen
Preussen => Preußen
Preussen => Preußen
Preussen => Preußen
Preussen => Preußen

Hallo,

nun ja, zumindest wurden die da gepreßten Soldaten nicht in Übersee verheizt.
Die langen Kerls waren im Übrigen eine priviligierte Einheit des Soldatenkönigs - so schlecht war deren Leben nicht. Und da genau dieser König auch eigentlich gar keine Kriege geführt hat, war deren Überlebenschance recht hoch. Zudem waren die langen Kerls wirklich nur ein paar Hundert Mann.
Friedrich II. hat die Truppe im Übrigen nach seinem Amtsantritt aufgelöst. Ihr Gefechtswert war nämlich nur gering, da das extreme Größenwachstum oft krankheitsbedingt war und diese Paradetruppe einfach viel zu krankheitsanfällig war.

Und im Auslang gewildert haben andere Herrscher auch, wenn sie konnten. Sie konnten nur meist nicht, weil das schließlich ja keiner gern sah, wenn iim ein anderer die LAndeskinder klaute. Preußen war da auf Grund seiner Größe und militärischen Macht nur etwas nesser dran - da wagte sich keiner ran. Aber die Braunschweiger zum Beispiel, die griffen auch alles, was 2 Beine hatte. Und die nahmen sogar eigentlich Untaugliche mit, weil sie die Truppen ja eh nur an England verhökerten zum Einsatz in Amerika.

Im Übrigen sollten 2 Dinge zu denken geben:
Unter dem großen Kurfürsten griffen sie Bauern selber zu ihren Drescgflegeln uns Misgabeln im Kampof gegen die Schweden. Und sie schrieben auf ihre Fahne „Wir sind nur Bauern von geringem Gut, aber wir dienen unserem Kurfürsten mit Laib und Blut.“
Auch unter Friedrich dem großen ist verbürgt, daß viele der Soldaten und auch der Bürger den 7jährigen Krieg als Kamof um ihr Land und ihre heimat begriffen und durchaus nicht an die front geprügelt werden mußten.
Offfenbar gab es im Kurfürstentum und späteren Königreich Preußen also wirklich schin so etwas wie ein Nationalgefühl und ein gefühl der Zusammengehörigkeit zwischen Herrscher und Volk.

Das macht natürlich nicht unvergessen, daß wirklich viele Soldaten zum Militär auch gepreßt wurden - egal ob Landeskinder oder Ausländer. Und es mildert auch nicht die Brutalität der Ausbildung. Aber üblich war das ja mehr oder weniger überall in Europa zu dieser Zeit.

Gernot Geyer

Europas Kulturpolitik ist preussisch ?
Vielen Dank für Eure informativen Antworten!

Selbst habe ich folgendes noch gefunden:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/768…

Ob die Autorin nicht eine zu preußische Brille dabei auf hat? :smile: