Hallo,
Wir wollen nächstes Jahr mal nach Calais (Fr)
Natürlich möchte wir da auch mal ne Fahrt durch den Eurotunnel machen.
Da ich mir aber nicht getraue in England Auto zu fahren, möchte ich mit dem Zug fahren. Ich habe im Netz aber leider nichts gefunden, wo steht was eine Zugfahrt von Calais nach London (Tagesreise) kostet. Und wie das eigentlich abläuft, sollte man da vorher buchen oder wie oder was.
Ich habe auch nicht rausgefunden, wo da der Bahnhof auf der französischen Seite ist.
Ihr könnt mir doch bestimmt helfen
P.
Hallo Peter,
alles zum Buchen auf Eurostar gibts bei
U.A. wegen der sehr aufwendigen Kontrollen gibt es nur wenige Eurostar-Züge, die ab Calais-Frethun (so heißt der Bahnhof, der in Calais gut ausgeschildert ist) Passagiere mitnehmen.
Der „Standard-Einsteiger“ in der Region ist Lille-Europe.
Schöne Grüße
MM
Hallo,
Danke für Deine Antwort. Aber kann es denn sein, das ne Fahrt per pedes von Lille nach London hin und zurück für 2 Pesonen so um die 500 € kostet. Das wäre doch Wahnsinn. Oder mache ich da was falsch
Peter
Hallo Peter,
Aber kann es denn sein, das ne Fahrt
per pedes von Lille nach London hin und zurück für 2 Pesonen
so um die 500 € kostet. Das wäre doch Wahnsinn.
Ja, es ist Wahnsinn, und doch erscheint es mir beinahe „billig“, ich hab für eine einfache Fahrt von Brüssel nach London schon mehr als 200 bezahlt.
Abgesehen davon ist es auch kein besonderes „Erlebnis“. Und im Tunell siehst Du sowieso nix.
Wenn Du mit einer Billig-Airline nach London fliegst, kannst Du um das Geld nch ein paar Mal übernachten.
Gruß
Barney
Hallo Peter,
unter „Services“ findet man die Preistafel.
Die ca. 500€ sind für 1. Klasse, Buchung direkt vor Abfahrt, volle Umtausch/Umbuchungsmöglichkeit.
Man kommt mit „Leisure“-Tarifen in der 2. Klasse bis runter zu 70€ H+R. Leider gibt es dazu keine präzisen Angaben, man muss ziemlich rumprobieren. Einflüsse auf den Preis haben:
- Buchung 60…90 Tage vor Fahrt
- Frühe Verbindungen am Morgen (5-7h) und späte am Abend (ab 19h)
- Aufenthalt am Zielort für mindestens einen Samstagabend
- Fahrten Di, Mi, Do zwischen 11 und 15h
Also im Prinzip alles, was man für Geschäftsreisen nicht brauchen kann.
Die Navigation auf der Eurostar-HP ist sehr unangenehm, aufgebaut nach dem Prinzip „Wenn man die Leute nicht überzeugen kann, sollte man sie wenigstens verwirren“. Man sieht daran, dass unser Börsengang-Held Mehdorn noch harmlos ist im Vergleich zu einer von vornherein privatwirtschaftlich betriebenen Bahn.
Es lohnt sich aber, ein wenig drin rumzuklicken. Nicht aufgeben, wenn unter „Fahrpreise und Fahrpläne“ nur die Skizüge London-Avignon zur Weiterfahrt nach Grenoble-Gap-Briancon zu finden sind. Die wichtigsten Dinge wie Fahrpreise und Ermäßigungen sind bei „Services“ und „FAQ“ versteckt.
Und wir kehren auch hier einmal wieder zu einer Art mittelalterlichen Callcenter-Basar zurück: Verlässliche Infos kann man wohl nur bei den angegebenen Telephonnummern erhalten.
Vom enormen Zeitgewinn (insbesondere nach Fertigstellung der Schnellfahrlinie auf dem UK-Abschnitt mit jahrelanger Verspätung) geht auch einiges wieder verloren dadurch, dass man in den Eurostar nicht wie früher bei der bösen, bösen Beamtenbahn einfach einsteigen kann, um sich dann auf den Platz zu setzen, der auf der Reservierung angegeben ist. Ungefähr eine halbe Stunde muss man für das Einchecken rechnen, welches abläuft wie bei einer Diligence der frühen Neuzeit: Auch hier wieder Basar, viel Palaver mit einem überforderten Mäuslein, die nach Gesichts- und Hüftwerksnoten gehired worden ist, hin und her beim Versuch, die vom Rechner zugewiesenen Plätze irgendwie mit den vorgefundenen Gegebenheiten in Einklang zu bringen, und wenn dann jeder seine Hühner, Schafe und Weinballons irgendwo untergebracht hat und das Mäuslein von einem gütigen Fuhrknecht in ein hinteres Gemach gebracht worden ist und ihr Riechfläschlein nebst einem stärckenden Trunk erhalten hat, gehts irgendwann los.
Trotzdem: Hinter all diesem Larifari des 21. Jahrhunderts kann man noch die Errungenschaft des 20. spüren, und das hat schon einen Wert.
Achjaübrigens: Die Schlafwagenzüge, die von Edinburgh nach Avignon fahren sollten, sind jetzt nach Jahren auf dem Abstellgleis nach Kanada verkauft worden. Es waren zu viele privaten Partner im Spiel, um die Verhandlungen irgendwie vorwärts zu bringen.
Man fängt an zu verstehen, warum die Forderung nach Aufhebung der Zollgrenzen an den Zaunkönigreichen und nach einem einheitlichen deutschen Schienennetz in 1848 revolutionär war…
Schöne Grüße
MM
Ich danke Euch allen (owT)
.-