Hallo Flora,
>Im Großen und Ganzen stimme ich Dir sogar zu, bei dem, was Du über Mann und Frau schreibst. So ist es vielleicht im Idealfall.
Ja, ich beschrieb den Idealfall. Denn wir kennen doch aus Erfahrung wie es ist, wenn es nicht so ideal läuft.
>Warum man das allerdings vor irgendwem amtlich machen muss, hasst Du mir nicht wirklich erklärt. Ich meine, die Liebe als solche ist heilig, wenn uns das bewusst ist, dann werden wir doch keine Absegnung von irgendwem brauchen.
Wir Menschen haben einen völlig freien Willen. Wenn nun ein Mann und eine Frau sich in ihrer Liebe und in ihrem freien Willen einig sind, miteinander zu leben, dann ist es nötig, der örtlichen Gemeinschaft mitzuteilen: Wir sind ab jetzt ein Paar! Dann wissen alle, die gehören ab jetzt zusammen. Denn die Eheschließung ist ein Vertrag vor Gott und den Menschen. Vor Gott im Herzen, vor den Menschen durch das Eintragen im Standesamt.
Übrigens ist nur Gott allein heilig. Die Liebe im unvollkommenen Menschen kann nicht heilig sein. Und sind wir nicht alle Unvollkommen, zumal im Alter, in dem die meisten Ehen geschlossen werden?
Das Eintragen im Standesamt ist keine Absegnung vom Staat. Aber da gibt es ja viele rechtliche Sachen zu berücksichtigen für die es wichtig und richtig ist, die Eheschließung zu dokumentieren. Du wirst Dich doch auch nicht beim Autokauf oder ähnlichen Dingen nicht am Vertrag stoßen?
>Und sagen wir mal, Mann heiratet Frau, die er weniger liebt, als er glaubt zu lieben, und eher aus psychologischen Defizi-ten heraus braucht, dann war da doch nie was heiliges, oder? Ob verheiratet oder nicht.
Das ist ja der springende Punkt. Läßt sich denn nicht in jede Ehe ein psychologisches Defizit hineininterpretieren? Ich finde, die Wesenheit des Menschen ist von Gott so angelegt, daß er zum Nutzen seiner eigenen Entwicklung diese Defizite aushalten kann. Denn wir Menschen haben zwar äußerlich zahlreiche Unterscheidungsmerkmale. Aber innerlich, also in unserer Seele, gehen die Unterscheidungsmerkmale ins Unendliche. Dies befähigt uns, w e n n w i r w o l l e n , den Partner im schlimmsten Fall zu ertragen.
>>Da die Ehe nicht nur Honig, sondern gewiß oft auch Galle :bringt,
>Und wenn sie nun nur Galle, oder überwiegend Galle mit sich bringt? Ich meine, nachdem man aus dem rosaroten Wunschdenken, dass der Partner einen glücklich machen möge aufgewacht ist, wie es so vielen Paaren ergeht? Wie gesagt, da war dann oft nie das, was ich Liebe nennen würde, sondern überwiegend Bedürftigkeit. Oft ist es ein Akt der Liebe, diesen Fehler zu korrigieren…
Ich glaube nicht, dass das, was Du Gott nennst, uns unsere Fehler und Unvollkommenheit nicht „vergibt“.
Ja, Gott vergibt uns unsere Fehler! Aber mit jedem Fehler, und eine im Herzen vor Gott geschlossene Ehe aufzulösen, halte ich für einen großen Fehler, wird unser eigener Weg zur Vollendung länger.
Zur Erklärung: Ich glaube, wir können das Ziel des irdischen Lebens ganz einfach zusammenfassen in dem wir sagen, wir sind hier um D e m u t zu lernen! Wenn man aber den Demütigungen aus dem Wege geht, wie soll man da demütig werden? Und, Demut lernt man durch das Dienen. Deshalb gibt es auf der Erde so viele Dienstverhältnisse.
>>ist die Eheschließung, die Hoch-zeit, etwas ernstes und einmaliges im Menschenleben.
>Aber nur, wenn es aus reifer Liebe geschieht. Ich hoffe, das nicht definieren zu müssen. Wenn es aus dem Wunschdenken heraus geschieht, nun endlich doch glücklich gemacht zu werden, dann ist es wenig wert, wie dann in der Regel früher oder später erkannt wird.
Wer ist im normalen Heiratsalter schon so weit vollendet, daß dies zutrifft? Ich glaube, das ist eine Minderheit.
>>Das Eheversprechen muß derOrdnung Gottes wegen (im Zentrum Gottes ist die Ordnung) vor Zeugen geschehen und in den Ehebüchern der weltlichen Gemeinde dokumentiert werden.
>Das eben leuchtet mir nicht ein, ich nehme es jetzt mal hin, als Dein Konzept, das nicht unbedingt geteilt werden muss.
Natürlich! Du hast ja die völlige Willensfreiheit von Gott erhalten
>>Das Paar muß sein Versprechen halten, wenn es nicht gegen die Nächstenliebe verstoßen will. Jeder in der Gemeinde soll wissen, die Beiden gehören von nun an zusammen! Wenn sich der Mensch an Gottes Ordnung hält, bringt im das nicht nur zeitlich- materielle, sondern auch ewig-geistige Vorteile.
>Hm, Gottes Ordnung…wer definiert die denn… entweder Gott, da wir aber, wenn wir uns getrennt von ihm erleben diese nie sicher erfassen können, weil sie dann ja immer nur von Menschen ausgedrückt werden kann, und Menschen sind dann ja nicht Gott…usw
Gottes Ordnung kann nur Gott definieren. Sie ist in den 10 Geboten des Moses so aufgestellt, daß wir sie erfassen können.
>oder vielleicht sind wir ja gar nicht getrennt von Gott, und dann müsste ja alles, was wir tun göttlich sein…zu
Na, dann schaue mal die schrecklichen Handlungen der Menschen an und frage Dich, ob das göttliches Tun sein kann! Ich denke keinsfalls.
>dieser Auffassung tendiere ich ja eher.
Ich denke, wir sind von Gott, unserem liebevollsten, heiligen Vater im Himmel, getrennte Individualitäten… Unser Tun ist Unvollkommen und keineswegs göttlich.
>All diese Gesetze in den Religionen, ich stehe ein wenig fassungslos davor. Aber das sind alles nur meine Gedanken, und alles, was mir wichtig zu sein scheint ist dass bei aller Vielfalt der Glaubenswege so viel Respekt vor dem anderen Glauben besteht, dass kein Glaube für allgemeinverbindlich genommen wird, sondern immer nur als Aussage über den eigenen Weg da steht. So kann ich Deine göttliche Ordnung schon akzeptieren, aber für Dich nicht für mich.
Es gibt zwar viele Religionen, aber nur einen Einzigen Gott, der in sich ein allervollkommenster, allmächtiger Urmensch aller Menschen ist. Sein Wesen ist die Liebe. Wenn Du ihn finden willst, dann gehe in die Stille und bitte ihn um seine Führung. Und er wird Dich führen!
Helmut