Ewiges leben bald möglich?

Guten Tag,
Letzens ist doch bekanntgegeben worden, dass einer der Nobelpreise dieses Jahr an Amerikanische Forscher ging, welche herausfanden wie genau Zellen altern und auch wie man das verhindern kann.

Wenn man aber jetzt dieses enzym in die Zellen einpflanzt bildet sich ja mit ziemlicher Sicherheit Krebs.
Wenn das Enzym soweit verändert worden ist, dass (fast) keine Krebsgefahr entsteht und noch andere Kinderkrankheiten evtl beseitigt werden (zB wie man das Enzym in alle Körperzellen einbringt) dann wäre doch theoretisch das „ewige Leben“ möglich, oder?

Irre ich mich da, bzw sind die Kinderkrankheiten und die Krebsbildung nie unter Kontrolle zu bekommen?
Ist wirklich bald das „ewige Leben“ möglich?
Wenn ja, wann wird das in etwa soweit sein?
Besteht eine Chance dass wir das noch erleben?

Ich freue mich über Antworten!

Wenn das Enzym soweit verändert worden ist, dass (fast) keine
Krebsgefahr entsteht und noch andere Kinderkrankheiten evtl
beseitigt werden (zB wie man das Enzym in alle Körperzellen
einbringt) dann wäre doch theoretisch das „ewige Leben“
möglich, oder?

Hi

Ich denke da genau liegt der Haken. Ein Organismus funktioniert würde wie wild vor sich hinwuchern, wenn es den programmierten Zelltod nicht gäbe.

Das Problem ist, du müsstest dieses Enzym außschließlich in gesunde Zellen hineinbekommen, und zwar genau die, die du wachsen lassen willst, und keine anderen.

Es wäre also theoretisch machbar, Gewebe an bestimmten Stellen nachzuzüchten, aber wann hört man auf, wie soll man das Enzym überhaupt dosieren usw. usw.

Von ewigem Leben sind wir in der Hinsicht noch weit entfernt, weil man dieses Enzym nicht einfach prophylaktisch einwerfen kann.

Grüße

Laralinda

Das Problem des Alterns liegt sicher nicht in einem Enzym, sondern ist genetisch bedingt. Es gibt Gene, die für das Altern zuständig sind. Beispiel: Wenn sich jemand die alte Haut verletzt, so erfolgt die Regeneration ebenfalls mit alter Haut, keineswegs sieht das Regenerat bei einem 70jährigen aus wie bei einem 15jährigen.

Ich fürchte allerdings, daß dieses Problem tatsächlich eines Tages gelöst werden wird. Die kulturellen und politischen Folgen wage ich mir nicht auszumalen!

Also das bedeutet dann, dass es grundsätzlich möglich ist und auch bald möglich sein wird, aber wir es mit 100%iger Sicherheit nichtmehr erleben werden?

Also das bedeutet dann, dass es grundsätzlich möglich ist und
auch bald möglich sein wird, aber wir es mit 100%iger
Sicherheit nichtmehr erleben werden?

Ob die Ausschaltung jenes Gens, daß für die Alterung zuständig ist, zum ewigen Leben führt, wage ich zu bezweifeln, eher ist mit einer Lebenserwartung von vielleicht 150 Jahren oder so zu rechnen. Hier spielen noch eine Menge anderer Faktoren mit hinein.

Aus deiner Vita entnehme ich, daß du 14 Jahre alt bist. Ich denke, du könntest das durchaus noch erleben, ziemlich wahrscheinlich sogar. Ob eine solche Behandlung wünschenswert ist, wage ich zu bezweifeln. Für die Allgemeinheit sicher nicht, für den einzelnen aber wohl auch nicht.

Mit deinen 14 Jahren hast du das ganze Leben noch vor dir, und der Gedanke, daß es vielleicht noch über 100 Jahre dauern könnte, findest du sicher reizvoll.

Mir geht es genau anders: Man wird auf dem Amboß des Lebens zurechtgeschlagen (das steht dir auch noch bevor!), und irgendwann ist man froh, wenn es zu Ende ist. Alt werden und Sterben ist ein physiologischer Prozeß, ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn sich der Mensch da einmischt. Aber jetzt wird’s ein bißchen philosophisch, da höre ich besser auf.

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Mir geht es genau anders: Man wird auf dem Amboß des Lebens
zurechtgeschlagen (das steht dir auch noch bevor!), und
irgendwann ist man froh, wenn es zu Ende ist. Alt werden und
Sterben ist ein physiologischer Prozeß, ich weiß nicht, ob es
gut ist, wenn sich der Mensch da einmischt. Aber jetzt wird’s
ein bißchen philosophisch, da höre ich besser auf.

Da sollte es aber anfangen.
Eine nicht auf ethisch reifem Fundament entfesselte Wissenschaft macht doch den Unterschied aus, zwischen Qualität und Quantität.

Statt sich mit der nicht reflektierten und eigentlich unnatürlichen Angst vor dem Tod auseinander zu setzen wird an Unsterblichkeit geforscht, sogar ohne besonnen bewusst darüber zu werden, welche Konsequenzen auf geistig/seelischer Ebene ein wissenschaftlicher Erfolg haben würde.
Das ist er, der moderne Mensch.
Krone der Schöpfung?

Gruß,
Zahira

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Hallo,

aber schon vor einer längerer Zeit als letztens wurde schon relativ sicher festgelegt, wie oft sich eine Zelle überhaupt teilen und erneuern kann, auch unter günstigsten Laborbedingungen.

Und im allergünstigsten Falle hochgerechnet, auch unter Inbezugnahme der Tatsache, dem Krebs und allen anderen Malässen mal irgendwann die lange Nase drehen zu können, ja selbst dann käme man insgesamt nur maximal auf die schon von Priamos ins Spiel gebrachten 150 Jahre.

Mehr is erstmal nicht.

Wenn man natürlich, wie jetzt meine Wenigkeit, begeisterte Science-Fiction- Anhängerin ist und sein ganzes Leben lang Geschichten über Cyborgs und Androiden und allsonquatsch zu konsumieren sich bemüßigt fühlte, ja, dann wäre man vielleicht versucht, sich ansatzweise vorstellen zu können, all diese altersschwachen Zellen insgesamt mal auf biomechanischen Wegen austauschen zu können.

Kennst du „Blade Runner“?

Oder olle Alienerfinder Giger:

http://brezeler.com/morgana-aeterna/beauxarts/Le%20M…

Gibt schlimmeres, als irgendwann im Himmel der Biomechanik zu landen finde ich. Im Gegenteil.

Aber das wird noch ein Weilchen dauern.

Liebe Grüße Annie

Hallo zahira,

Statt sich mit der nicht reflektierten und eigentlich
unnatürlichen Angst vor dem Tod auseinander zu setzen wird an
Unsterblichkeit geforscht

du greifst leider viel zu kurz.

Nicht erst die Angst vor dem Tod ist unnatürlich. Sondern schon lange vorher das eigentliche Wissen um das unausweichliche Eintreten desselben.

Der ewige Fluch der Menschheit, möchte ich mal sagen.

Das ewige Rumfaseln mit der Unsterblichkeit wurde doch quasi erst erfunden, nachdem uns kleinen Lichtern im Gegensatz zu allen anderen Spezies mal irgendwann diese markerschütterndse aller Erkenntnisse in die Wiege gelegt wurde.

Hei, wäre das nicht toll, wenn wir entweder allesamt tatsächlich entweder überhaupt nienieniemals den Löffel abgeben müßten, oder, was ich persönlich präferierte, dieser Tatsache weder bewußt wären noch gewahr würden und wir alle denne irgendwann mal einfach *fump* und Tschüssikowski?

Wir wären doch im Ernst und ohne Quark genau jetzt gezwungen, mit unserer Umwelt in diesem und einzigen Dasein halbwegs gepflegt miteinander zu Rande kommen zu müssen. O weia.

Aber das führt hier wirklich zu weit. Ich neige schon dazu, extrem abzuschwoffen *g*.

Demnächst in diesem Theater empfiehlt sich

Awful Annie

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Hei, wäre das nicht toll, wenn wir entweder allesamt
tatsächlich entweder überhaupt nienieniemals den Löffel
abgeben müßten, oder, was ich persönlich präferierte, dieser
Tatsache weder bewußt wären noch gewahr würden und wir alle
denne irgendwann mal einfach *fump* und Tschüssikowski?

Wir wären doch im Ernst und ohne Quark genau jetzt gezwungen,
mit unserer Umwelt in diesem und einzigen Dasein halbwegs
gepflegt miteinander zu Rande kommen zu müssen. O weia.

Zu dem selben Ergenis könne wir aber kommen, indem wir uns des Todes voll und angstfrei bewusst werden, hält uns das Gewahrsein seiner Begrenztheit vor Augen, dass es nur Jetzt, ganz genau jetzt Leben gibt.
Diese Erkenntnis enthält eine tiefe Umnittelbarkeit und Qualität.

Was Du schilderst ist sousagen das Leben vor dem Sündenfall, im Paradies.
Was ich meine ist das Leben mit der Erkenntnis, zurückgekehrt, dieses mal aber in vollem Bewusstsein.
So verstehe ich den menschlichen Entwicklungsweg letztendlich.
Unsterblichkeit ist eine aus einseitig materiellem Denken sich ergebende Sackgasse.

Aber das führt hier wirklich zu weit. Ich neige schon dazu,
extrem abzuschwoffen *g*.

Das macht doch nichts.
Manchmal muss man ein wenig schweifen, um Fragen wirklich zu beantworten :smile: .

Beste Grüße!
Zahira

Demnächst in diesem Theater empfiehlt sich

Awful Annie

Hallo,

Letzens ist doch bekanntgegeben worden, dass einer der
Nobelpreise dieses Jahr an Amerikanische Forscher ging, welche
herausfanden wie genau Zellen altern und auch wie man das
verhindern kann.

das Altern ist die Summe vieler Prozesse, die ineinandergreifen, nicht die Folge eines einzelnen Genproduktes (Telomerase).

Wenn man aber jetzt dieses enzym in die Zellen einpflanzt
bildet sich ja mit ziemlicher Sicherheit Krebs.
Wenn das Enzym soweit verändert worden ist, dass (fast) keine
Krebsgefahr entsteht und noch andere Kinderkrankheiten evtl
beseitigt werden (zB wie man das Enzym in alle Körperzellen
einbringt) dann wäre doch theoretisch das „ewige Leben“
möglich, oder?

Nein, man kann durch irgendwelche Veränderungen des gefundenen Gens nicht die Entstehung von Krebs verhindern.

Bei der Zellteilung wird das menschliche Erbgut in Chromosomen aufgeteilt, die dann von der Zelle verdoppelt werden, so das jede Tochterzelle eine vollständige Kopie des Erbguts erhält. An den Enden der Chromosomen sitzen die sog. Telomere, von denen bei jeder Verdopplung aufgrund des Ablesevorganges ein Teil verloren geht. Ist das Telomer nicht mehr lang genug, kann das ‚Ablesemolekül‘ nicht mehr andocken und das Erbgut kann nicht mehr verdoppelt werden. Dadurch ist keine Zellteilung mehr möglich und die Zelle stirbt. Eine normale Körperzelle schafft so um die 50 Teilungen, dann ist es vorbei.
Das ‚Altersgen‘ produziert ein Enzym namens Telomerase, andere Gene regeln, wieviel davon produziert wird und wie aktiv es arbeiten darf.
Die Telomerase kann die verkürzten Enden der Chromosomen wieder verlängern und somit die Anzahl der möglichen Zellteilungen bei Bedarf erhöhen. Telomerase ist in einigen Körperzellen, die sich oft teilen müssen, sehr aktiv - z.B. in Blutstammzellen, die sich viele 1000 Mal teilen müssen, um immer neues Blut zu produzieren.

Nun zum Krebs: Krebs entsteht, wenn bei Zellteilungen hintereinander mehrere Fehler im Erbgut entstehen, die dazu führen, dass verschiedene Sachen nicht mehr richtig funktionieren (z.B. Regelung des Wachstums, die Regelung der Mobilität etc.). So ein Fehler kann immer dann entstehen, wenn sich eine Zelle teilen muss und ihr Erbgut verdoppelt, es ist reiner Zufall ob und wo da etwas schief geht. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass man an Krebs erkrankt, umso höher, je öfter sich die Zellen teilen mussten. Als Konsequenz davon bekommen ältere Menschen, deren Zellen sich schon öfter teilen mussten, auch häufiger eine Krebserkrankung, als Jüngere.
Das Enzym Telomerase ist nicht Schuld am Krebs und man kann es auch nicht verändern, um Krebs zu verhindern. Es sorgt ja nur dafür, dass sich die Zellen öfter teilen können. Damit steigt das allgemeine Risiko von Fehlern bei der Zellteilung überproportional an und damit auch das Risiko von Krebs. Der kommt so oder so, wenn die Menschen immer älter werden und wäre dann eben die Todesursache 1. Nach 130 - 150 Jahren wäre somit auch mit einer perfekten und zielgenauen Telomerasetherapie endgültig Schluss.

Irre ich mich da, bzw sind die Kinderkrankheiten und die
Krebsbildung nie unter Kontrolle zu bekommen?

Allein die Telomerase hilft dir nicht weiter beim Traum vom ewigen Leben. Man müsste noch viele andere Vorgänge in der Zelle anders optimieren (Reparaturenzyme, Enzyme gegen chemischen Stress), um auch die Fehler bei der Vervielfältigung der Zellen zu verhindern oder besser zu reparieren. Denn man müsste für eine deutliche Lebensverlängerung sicherstellen, dass die Zellen auch noch nach 100 oder 200 Teilungen wie am ersten Tag funktionieren und perfekt alle ihre Aufgaben (das sind Tausende) erfüllen können. Altern bedeutet ja, dass die Zellen durch Fehler im Erbgut nach und nach ihre Fähigkeiten verlieren, das führt dann zu Alterskrankheiten wie Diabetes oder dazu, dass Wunden einfach nicht mehr so gut heilen, der Knochen nicht mehr schnell genug aufgebaut wird usw. Und wenn bestimmte Fehler ungünstig zusammenfallen, führt es halt auch irgendwann zu Krebs.
Das Altern lässt sich nicht vermeiden, indem man die Zellen in die Lage versetzt, sich öfter zu teilen und damit das Leben verlängert. Man würde zwar immer länger leben, aber trotzdem immer älter und schwächer und kränker werden.

Besteht eine Chance dass wir das noch erleben?

Naja, die Frage ist, ob du das erleben willst…

Gruß, Jesse

Hallo,

Zu dem selben Ergenis könne wir aber kommen, indem wir uns des
Todes voll und angstfrei bewusst werden, hält uns das
Gewahrsein seiner Begrenztheit vor Augen, dass es nur Jetzt,
ganz genau jetzt Leben gibt.
Diese Erkenntnis enthält eine tiefe Umnittelbarkeit und
Qualität.

neeneenee, zahira,

dieses voll angstfreie Todzeugs, genau das wäre die ideale Vorstellung vom Paradies und nicht meine unerhebliche Flauserei.

Aber das meinte ich nicht. Ich bin da ein weng realistischer.

Wenn man wie jetzt jeder blöde Wellensittich (sorry!!) einfach seines Ablebens nicht gewahr wäre, würd ich meinen, sollte man sich generell, da man ja im Umkehrschluss sich ewig lebend wähnte, quasi zwangsläufig mit seiner vermeintlichen Unbegrenztheit dahingehend auseinadersetzen zu gezwungen sein, sein Wohnumfeld möglichst stressfrei gestalten zu dürfen.

Ich fang da keinen Stress mit dir an. Echt nicht. Und wenn es keinen Tod gibt, gibt es auch kein Leben nach demselbigen. Und warum soll ich dann mit einer Boeing in irgendwelche Hochhäuser fliegen? Oder Millionen Juden vergasen?

All dieser Scheiß hätte keinen Sinn mehr. Ich lebe ewig und die Ungläubigen und die Juden auch. Die können nicht sterben. Weil, ich kann die ja nicht umbringen oder ausmerzen. Da die Auslöschung menschlichen Lebens nicht möglich ist.

Das meinte ich. aber ich schwiff wieder ab.

Hossa :smile:

Wenn ich das richtig verstanden habe, wird bei jeder Zellteilung von den Chromosomen ein Stückchen abgeschnitten. Die Forscher haben nun entdeckt, wie die Zelle dazu in die Lage versetzt werden kann, das abgeschnittene Stückchen wieder zu rekonstruieren und nachzubauen.

Das Verfahren kann daher bei Zellen, die sich teilen, wohl zu einer Lebensverlängerung führen. Das Problem ist nur, dass eine sehr wichtige Zellgruppe in unserem Körper gibt, die sich so gut wie gar nicht teilen, nämlich die Neuronen bzw. die „graue“ Substanz im Gehirn, die für das Denken verantwortlich ist. Die Menge an Neuronen, die man bei der Geburt mitbekommt muss sozusagen für das ganze Leben reichen, Reproduktionen dieser Zellen findet fast nicht statt.

Eine Lebensverlängerung sollte daher theoretisch möglich sein, nur werden die geistigen Fähigkeiten so schnell nachlassen wie bisher. Ich persönlich halte es nicht für erstrebenswert, 150 Jahre alt zu werden, aber dabei völlig dement vor mich hin zu existieren…

Viele Grüße

Erstmal danke für die ganzen Antworten in so kurzer Zeit, die waren echt hilfreich!

Naja, ich bin 15 Jahre alt um genau zu sein.

Also kann man sagen, dass (noch in meiner zeit) i-etwas erfunden bzw weiterentwickelt wird, mit dem man locker mal 150 Jahre alt wird?

mfg
A. Gössele

Als realistisch würde ich das nicht bezeichnen, weder auf philosophischer noch auf medizinischer noch auf psychologischer Ebene.

Gruß, Zahira