Salü
Was sind Eure schönsten und liebsten Zeilen (Gedicht, kurze Geschichte, etc.) zu und über die Ewigkeit?
Gespannt der Antworten harrende
Peter
Salü
Was sind Eure schönsten und liebsten Zeilen (Gedicht, kurze Geschichte, etc.) zu und über die Ewigkeit?
Gespannt der Antworten harrende
Peter
Hallo Peter,
wie wäre es damit:
Heinrich Heine
Ewigkeit, wie bist du lang,
Länger noch als tausend Jahr;
Tausend Jahre brat ich schon,
Ach! und ich bin noch nicht gar.
Ewigkeit, wie bist du lang,
Länger noch als tausend Jahr;
Und der Satan kommt am End,
Frißt mich auf mit Haut und Haar.
*ggggg*
Gruss
Petra269,5
Servus Peter!
Wenn die Frage nach der Ewigkeit auftaucht, kommt mir immer das Märchen vom Hirtenbüblein in den Sinn:
Es war einmal ein Hirtenbübchen, das war wegen seiner weisen Antworten, die es auf alle Fragen gab, weit und breit berühmt. Der König des Landes hörte auch davon, glaubte es nicht und ließ das Bübchen kommen. Da sprach er zu ihm ‚Kannst du mir auf drei Fragen, die ich dir vorlegen will, Antwort geben, so will ich dich ansehen wie mein eigen Kind, und du sollst bei mir in meinem königlichen Schloß wohnen.‘ Sprach das Büblein ‚Wie lauten die drei Fragen?‘ Der König sagte ‚Die erste lautet: wie viel Tropfen Wasser sind in dem Weltmeer?‘ Das Hirtenbüblein antwortete ‚Herr König, laßt alle Flüsse auf der Erde verstopfen, damit kein Tröpflein mehr daraus ins Meer lauft, das ich nicht erst gezählt habe, so will ich Euch sagen, wie viel Tropfen im Meere sind.‘ Sprach der König ‚Die andere Frage lautet: wie viel Sterne stehen am Himmel?‘ Das Hintenbübchen sagte ‚Gebt mir einen großen Bogen weiß Papier,‘ und dann machte es mit der Feder so viel feine Punkte darauf, daß sie kaum zu sehen und fast gar nicht zu zählen waren und einem die Augen vergingen, wenn man darauf blickte. Darauf sprach es ‚So viel Sterne stehen am Himmel, als hier Punkte auf dem Papier, zählt sie nur.‘ Aber niemand war dazu imstand. Sprach der König ‚Die dritte Frage lautet: wie viel Sekunden hat die Ewigkeit?‘ Da sagte das Hirtenbüblein 'In Hinterpommern liegt der Demantberg, der hat eine Stunde in die Höhe, eine Stunde in die Breite und eine Stunde in die Tiefe; dahin kommt alle hundert Jahr ein Vöglein und wetzt sein Schnäbelein daran, und wenn der ganze Berg abgewetzt ist, dann ist die erste Sekunde von der Ewigkeit vorbei.'
Sprach der König ‚Du hast die drei Fragen aufgelöst wie ein Weiser und sollst fortan bei mir in meinem königlichen Schlosse wohnen, und ich will dich ansehen wie mein eigenes Kind.‘
(Quelle: Kinder- und Hausmärchen, Jacob Grimm, Wilhelm G)
Wenn du auf dieser Seite http://www.sagen.at/ in der Suche „Ewigkeit“ eingibst, wirst du auf schöne, unterhaltsame, grausliche Ewigkeitsgschichten stoßen. 
Helene
Da muss ich doch gleich mal in der Bibel nachschauen…
Ein Buch „Petra“, Kapitel 269, Vers 5 ist mir jetzt so auf Anhieb nicht geläufig… :->
Und ich denke auch gar nicht, dass das der Inhalt des Gedichtes auf mich gemüntzt war…hehe
viele Grüsse
Peter
Hi Peter,
wie findest Du das?
Das Leben ist kurz, aber doch von unendlichem Wert, denn es birgt den Keim der Ewigkeit in sich. (Franz von Sales 1567 - 1622)
Greetz
Styler
Hallo Peter
Ich schwanke ein wenig zwischen Rilke und Nietzsche. Aber Nietzsches kurzen lyrischen Satz dazu (ich denke, aus seinem „Zarathustra“ oder einem analog dazu verfaßten Gedicht) kann ich auswendig, daher:
„Oh, alle Lust will Ewigkeit.“
Gruß,
Branden
Hi Peter,
Dank der Hilfe von Dina und Kreszenz kann ich Dir meinen Favoriten nennen.
Erkenn eine Welt im Körnchen Sand
Einen Himmel im Blumenmunde
Faß Unendlichkeit in der Schale der Hand
Und Ewigkeit in einer Stunde
William Blake
Im Original:
Auguries of Innocence
To see a world in a grain of sand
And a heaven in a wild flower,
Hold infinity in the palm of your hand
And eternity in an hour.
…
Gandalf
Hallo,
hab da vor kuzem mal ein Gedicht geschrieben. Geht eigentlich um was anderes aber zum Thema Zeit ist auch was drin. Vielleicht passt es ja.
lg ronny
Hoffnung
Unsere Wünsche gleich und doch verschieden.
Du Liebe einfach so, und ich?
Ich bin verliebt in DICH.
Du bist mein Herz - nur du.
Der Quell aus dem ich trinke,
von dem ich lebe.
Die Sehnsucht treibt mein Herz zu dir,
die Flamme in mir bist du.
Sie brennt aus Liebe heraus.
Alles was mir begegnet – DU.
Alles was ich wahrnehme – DU.
Alles was ich liebe – DU.
Mein Herz und Seele tanzen schon,
sie überschlagen sich,
im Gedanken an dich.
Die Flamme wächst zum Feuer,
heller als die Sonne,
und stärker als aller Widerstand.
So lange haben wir gewartet,
alles erlebt, alles gesehen,
jede Sekunde erscheint wie eine Ewigkeit.
Liebe hat uns getrennt,
und Liebe wird es sein,
die uns wieder eint.
All das musste so sein,
um uns zu erkennen,
wer, was und wie wir sind.
Getrennt und doch nie allein.
Mein Herz kann es nicht mehr erwarten,
die letzten Schritte zu gehn.
Es kann deinen Herzschlag schon hörn.
Die Augen erkennen dich nur wage,
aber ich weiss, das bist DU.
Ich freue mich auf dich!
Endlich DU.
Max Dauthendey
Längst zu Bergen wuchs die Zeit
O der Abend, o die Dunkelheit!
Sehnsucht macht sich breit!
Tragen soll ich Nacht um Nacht
Diese schwere Ewigkeit.
Längst zu Bergen wuchs die Zeit,
Die mein Warten umgebracht.
Längst verging die Wirklichkeit
Und ich lebe wie der Raum leer und weit.
Ab und zu mein Ich erwacht
Und sieht fragend zur Vergangenheit,
Fragend auf den Berg der Zeit.
Salü Helene
Die Website ist einfach toll!
Vielen Dank und Grüsse
Peter
Salü Gandalf
Selbst übersetzt ist der Wortzauber noch unvergleichlich beeindruckend… Vielen Dank.
Grüsse
Peter
The rest is silence
Servus no amål!
Die Website ist einfach toll!
Ich hab sie als Lesezeichen in der Symbolleiste 
Hast du den Bezug zur Ewigkeit über die Marterlsprüche schon entdeckt?
http://www.sagen.at/ --> sitemap --> rechte Spalte-Dokumentation --> Marterlsprüche, Grabinschriften
…in diesem Sinn einen heiteren Tag!
Helene
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andere, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stuf’ heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschiede und gesunde!
Schönen Tag, Peter!
Birgit
Hallo Peter,
But I have lived, and have not lived in vain:
My mind may lose its force, my blood its fire,
And my frame perish even in conquering pain;
But there is that within me which shall tire
Torture and Time, and breathe when I expire;
Lord Byron, Childe Harold’s Pilgrimage [canto 4, CXXXVII]
Viele Grüße
Diana