Hallo, Ensi!
glaubt ihr, dass man die Redewendung „ex nihilo“ in einer wissenschaftlichen Arbeit verwenden könnte, wenn ich betonen will, dass ein bestimmter Typ von Gastronomie eben nicht „aus dem nichts“ entstanden ist?
Natürlich kannst du es verwenden, wenn dir soviel daran liegt.
ich finde verweise auf „ex nihilo“ fast nur im Sinne von „Schöpfung“ (Gott)
Nun, das liegt daran, dass diese Redewendung fast nur in diesem Kontext auftritt. Es ist nachgeradezu ein Terminus technicus dafür.
Nach der Bibel hat Gott die Welt aus dem Nichts geschaffen. Es wäre den Biblisten ein Gräuel, anzunehmen, dass am Anfang und vor dem Anfang neben Gott noch irgend etwas anderes vorhanden gewesen sein könnte.
Andere Mythologien nehmen eine Urschlange - Tiamat -, einen Urmenschen - Ymir -, oder sonst ein Urxyz an, aus dem dann ein Gott oder Götter die Welt schufen.
und überhaupt - klänge das zu hochtrabend? :-.
In der Tat, mit solch einer Beurteilung musst du rechnen. Du kannst den Pathos entschärfen, indem du ein „gleichsam wie“ oder Ähnliches Augenzwinkerndes einfügst.
Du könntest auch statt „creatio“ „origo“ oder „initium“ ex nihilo sagen; dann wäre nicht die Schöpfung angesprochen, die ja einen Schöpfer - ich meine keinen Schöpflöffel- voraussetzt, sondern nach deiner Umschreibung die Entstehung, der Anfang und Beginn.
Klänge dann etwa so:
Man soll nicht annehmen, dass Dönerbuden aus dem Nichts entstanden sind, gleichsam als „origo ex nihilo“ - sit venia verbo!
Letztere Floskel besagt: wenn solches zu sagen erlaubt.
Gruß Fritz