hi,
für ein sehr umfangreiches und komplexes projekt
(smartphone mit innovativen applikationen etc.)
habe ich im zuge der erstellung eines business-
plans auch eine „executive summary“ geschrieben.
ich habe zwar versucht, mich an empfehlungen aus
div. fachquellen zu halten, aber wahrscheinlich
fehlt mir das richtige verständtnis für diesen part:
was ich dazu weiß:
eine executive summary soll keine zusammenfassung
des nachfolgenden businessplans sein, aber soll doch
alle wesentlichen aussagen enthalten: sie soll zum
lesen des bp anregen. sie unterliegt als teil des bp
der prospekthaftung.
und: sie soll kurz sein.
meine ist trotz aller mühen und zahlreichen kürzungen
etwa 5 textseiten lang, kürzer geht es nicht. dabei
beschreibt sie nur den relevanten markt-bzw.produkte-
istzustand und was daraus zu fordern wäre, ohne daß
beschrieben ist, wie mein projekt dies erreicht.
(sonst wäre sie mind. doppelt so lang.)
der gesamte bp ist ca. 45 seiten lang, ohne anhang;
die sache ist eben (ohne(!) übergewichtung technik)
so komplex.
fragen:
ich befürchte nun, daß die executive summary, obwohl
sie sich ziemlich spannend liest (so das urteil
fachkundiger(!) dritter), ihren zweck nicht erfüllt.
was mir absolut nicht klar ist: analysten von vc-
companies müssen doch fachkundig sein. wieso soll
dann ein bp so geschreiben werden als wären sie nicht
vom fach? ein gewisses mindestmaß an fachkunde muss
man doch annehmen dürfen?? (sonst würde mein bp (aus-
probiert) ca. 80 seiten lang)
wohlgemerkt: ich bin kein techniker, also kein über-
gewicht technik, sondern es ist alles schön ausgewogen.
blutige laien täten sich allerdings schwer.
kann mir ein echter fachmann tipps geben?
bitte nehmt es mir nicht übel:
die tipps von möchtegern-profis habe ich schon alle.
der Leser Deines bp ist selbstverständlich ein kompetenter Fachmann, nämlich Fachmann für Unternehmensfinanzierung. Er weiß z. B., daß eine Marktanalyse, mindestens eine Abschätzung erforderlich ist. Er wird den speziellen Markt aber vielleicht überhaupt nicht kennen, möglicherweise nicht einmal dessen Existenz erahnt haben. Er wird eine Vorstellung betrieblicher Kosten besitzen, mindestens wird er die Kosten seiner Meinung nach vergleichbarer Unternehmungen kennen.
Banken, Beteiligungsgesellschaften oder andere Investoren haben gemeinsam, daß sie mit dem Investment Geld verdienen wollen. Dabei ist es zunächst gleichgültig, ob die Neugründung massenhaft Kleiderbügel aus Draht biegt oder eine Nobelpreis-verdächtige Innovation an den Markt bringen will. Hauptsache, es wird plausibel, daß nach einer Anlaufphase Gewinn erwirtschaftet wird. Die Gewinnerwartung muß deutlich über Erträgen üblicher Anlageformen liegen, sonst könnte der Investor sein Geld besser zur Bank tragen.
Der Leser eines bp ist Fachmann in der Hinsicht, daß er die Worte Kosten und Gewinn buchstabieren kann und die Prozentrechnung beherrscht. Er verfügt darüber hinaus über genug Erfahrung, um die Plausibilität von Annahmen und Zielen grob abschätzen zu können. Die Darstellung technischer Details sind Perlen vor die Säue, sie gehören in einen Anhang, soweit sie zur Beurteilung erforderlich sind. Ansonsten sollte man sich davor hüten, einen Leser, den man überzeugen möchte, vorher zu ermüden. 40 oder gar 80 Seiten liest kein Mensch. Wenn er fertig ist, hat er längst vergessen, worum es überhaupt geht. Die Leute wollen wissen, wie der Marktzugang erfolgt und wann sich das anfängliche Faß ohne Boden zu füllen beginnt. Mit technischem Genius und letzter Präzision langweilt man solche Leute.
Schon eine eng bedruckte A4-Seite zu lesen, kostet Überwindung. Deshalb liegt da meiner Ansicht nach die Schmerzgrenze, wobei ein paar Zeilen mehr oder weniger völlig egal sind. Diese Einführung, die zugleich Zusammenfassung ist, muß so knackig kommen, daß der Leser weiß, worum es geht und daß er den ganzen Rest gerne mal überfliegt und an einigen Stellen sogar hängen bleibt. Trotzdem muß natürlich der gesamte bp sachlich richtig und logisch aufgebaut sein. Es ist aber die Logik des Finanziers mit Fakten, die den Banker interessieren.
Wenn der Freund, die Frau oder Freundin das Machwerk liest, gerne bis zum Ende weiter liest, versteht und den Anhang als Daumenkino überfliegt, dann ist alles genau richtig.
Wenn der ausgewiesene technische Fachmann, der promovierte Chemiker oder Physiker zum Taschenrechner greift und eine begeisterte Diskussion beginnt, würde ich die Seiten schleunigst dem Reißwolf übergeben.
KURZ
Deine 5 Seiten mögen eine Zusammenfassung sein, aber als executive summnary liest das kein Entscheidungsträger.
Was sind die 3 wichtigsten Ideen: 1. Absatz
Wie willst Du das realisieren: 2. Absatz - 2 Sätze
Auf welchen Annahmen beruht der Geschäftsplan? 3. Absatz 3 kurze Sätze.
Wann wird der Break even erreicht? 4. Absatz erster Satz
Was ist der ROI? 4. Absatz 2. Satz
Wie sicher sind die dem Geschäftsplan zugrundeliegenden Daten: 4. Absatz 3. Satz
1 Satz Abgesang: 5. Absatz erster Satz.
das ganze 1/2 - 2/3 DIN A4 - Seite, Schriftgröße 11 punkt, eineinhalbzeilig.
Sonst liest das kein wichtiger Entscheidungsträger. der fragt dann seinen Sachbearbeiter, ob er den ganzen Business Plan durchgearbeitet hat, und ob das alles plausibel ist. Dann vergleicht der Entscheidungsträger Dein executive summary mit seiner Erfahrung.
hi scope!
kann das hier alles nur unterstreichen. die e.s. ist dein blickfang, der appitizer, der INVESTOREN renditemäßig den mund wässrig machen soll (es darf also ruhig sensationell sein, wenn der bp das halten kann).
stell dir folgende szene vor: du begegnest einem wichtigen potenziellen investor auf dem flur oder im fahrstuhl- du hast ein paar sekunden, um ihn für dein projekt (ein lohnendes geschäft) zu begeistern.
wenn du das hinkriegst, hast du’s.
(eckpunkte: worum geht’s, was ist die innovation, was springt für ihn dabei raus)
fragen:
ich befürchte nun, daß die executive summary, obwohl
sie sich ziemlich spannend liest (so das urteil
fachkundiger(!) dritter), ihren zweck nicht erfüllt.
KISS ( Keep it simple an stupid )
und: halten Sie sich an die „klassischen Grundsätze“ bei Unternehmensgründungen, eine Idee ist NICHTS (zählt nur für Sie), Management welches Ideen erfolgreich umsetzen kann ist ALLES (zählt für Investoren)!