Existenzgründer - Gewährleistung zw. Unternehmen

Hallo,

ich möchte mich demnächst als Kleinunternehmer im EDV-Service betätigen. Sicherlich wird es auch mal vorkommen, dass ich Hardware verkaufen werde. Bei den Händlern wo ich mich anmelden möchte, wird jedoch immer die Gewährleistung auf 12 Monate eingeschränkt. Ich als Verkäufer muss jedoch 2 Jahre geben. Ist das so normal, oder habe ich nur doofe Händler gefunden? Eigentlich will ich nur Kleinzeug verkaufen. Wenn nun aber jemand ein Notebook im Wert von 2000€ kaufen will ist das aber recht riskant, oder? Schlißlich müsste ich dann 1 Jahr lang hoffen das nichts passiert, bzw. solche Fälle in meine Kalkulation mit aufnehmen. Meinem Kunden gegenüber dann immer solche Fälle versuchen abzulehnen ist auch keine schöne Lösung(ab 0,5 Jahren wird die Beweislast umgekehrt - der Gegenbeweis ist jedoch sehr sehr schwer zu erbringen). Allerdings bei 2000€ vermiest das die Kalkulation doch gewaltig. Jemand ne Idee/Rat dazu?

Danke im Voraus.

Grüße

Peter

Versteh das nicht mit den doofen Händlern?
Unter Gewerbetreibenden kann man die gesetzl. Gewährleistung von 24 Monaten wahrscheinlich runtersetzen auf 12 Monate. Während das beim Verkauf an Verbraucher wohl nicht geht.

Die Gewährleistung beim Verkauf an Verbraucher halte ich auch für ein großes Problem. Guck doch nur mal nach in entsprechenden Foren, wieviel Leute z.B. ihren Laptop noch 2 Jahren zurückgeben wollen oder Nachlass haben wollen wegen irgendwelcher Wehwechen.
Bist du schon mal selbständig gewesen? Haste schon mal mit notorischen Kunden zu tun gehabt? Selbst wenns nur um ein paar Mark geht, da wirst du die Leute richtig kenenlernen.

mit doof meinte ich eigentlich:" „doof“ "
(aus ihrer Sicht würde ich es wohl genauso machen!)

ich möchte mich demnächst als Kleinunternehmer im EDV-Service
betätigen. Sicherlich wird es auch mal vorkommen, dass ich
Hardware verkaufen werde. Bei den Händlern wo ich mich
anmelden möchte, wird jedoch immer die Gewährleistung auf 12
Monate eingeschränkt. Ich als Verkäufer muss jedoch 2 Jahre
geben. Ist das so normal, oder habe ich nur doofe Händler
gefunden? Eigentlich will ich nur Kleinzeug verkaufen. Wenn
nun aber jemand ein Notebook im Wert von 2000€ kaufen will ist
das aber recht riskant, oder?

Nein, ist es nicht. Zwar kann ein Lieferant gegenüber einem Unternehmer in der Tat die Verjährung von Gewährleistungsansprüchen in viel weiterem Umfang verkürzen, als ein Unternehmer das gegenüber einem Verbraucher tun kann. Wenn aber der Käufer-Unternehmer von einem Verbraucher-Kunden wegen Mängeln der Kaufsache in Anspruch genommen wird, dann kann sich der Lieferant gegenüber dem Käufer-Unternehmer auf eine solche Verkürzung nicht berufen - es sei denn, der Lieferant hätte dem Käufer-Unternehmer für die Verkürzung der Verjährung vorab einen Ausgleich eingeräumt. Wegen der Einzelheiten vgl. §§ 479 Abs. 2, 478 Abs. 4 BGB.

Das gilt aber so nur, wenn die Sache, um die es geht, eine neu hergestellte und keine gebrauchte ist.

Hallo,

ich möchte mich demnächst als Kleinunternehmer im EDV-Service
betätigen. Sicherlich wird es auch mal vorkommen, dass ich
Hardware verkaufen werde.

Wozu? Deine Einkaufskonditionen sind grottig weil du erstens Neueinsteiger bist und zweitens dein Einkaufsvolumen nicht ausreicht um gute Preise zu bekommen. Es wird regelmäßig passieren, dass du bei amazon und anderen frei zugänglichen Quellen einen preiswerteren Endkunden-Verkaufspreis findest als du überhaupt nur einkaufen kannst. Wenn du dann auch noch einen Gewinn damit erzielen willst, musst du völlig weltfremde Mondpreise verlangen.

Ich an deiner Stelle würde mich auf ein Konzept festlegen und wenn das Software oder Service ist hat Hardware-Verkauf nichts in deinem Portfolio zu suchen.

Bei den Händlern wo ich mich
anmelden möchte, wird jedoch immer die Gewährleistung auf 12
Monate eingeschränkt. Ich als Verkäufer muss jedoch 2 Jahre
geben. Ist das so normal, oder habe ich nur doofe Händler
gefunden? Eigentlich will ich nur Kleinzeug verkaufen. Wenn
nun aber jemand ein Notebook im Wert von 2000€ kaufen will ist
das aber recht riskant, oder?

Es ist so oder so riskant. Ruf’ mal aus Spaß die Hotlines von HP oder Lenovo an. Da verbringst du 1, 2 Stunden in der Warteschleife und schreist dann schlecht deutsch sprechende und in knisternder Leitung völlig unverständliche Callcenter-Agents an, die per Internet-Telefonverbindung aus Rumänien mit dir reden.
Wenn man sich überhaupt verständigen kann lesen sie dir irgendwelche Fragenkataloge vor und am Ende hängt man sich immer fest (Ankliegen: Gerät tot, keine Funktion mehr; 10 Minuten Fragerei, darunter immer wieder „Was passiert, wenn Sie die Tastenkombination XYZ drücken?“ Nichts, das GErät ist tot." „Ich muss aber eine Eingabe machen, sonst kann ich Ihren Fall nicht weiter bearbeiten…“).
Das alles frustriert und dauert unendlich lange, ganz abgesehn von deinen Nerven.

Bei einem kannst du nämlich sicher sein: wenn etwas nicht klappt erwarten die Kunden, dass du sofort ein nagelneues Ersatzgerät hinstellst oder die Reparatur in 1 Tag erledigt sein muss. Tatsächlich dauert es schnell 3, 4 Wochen und wenn du das dem Kunden erzählst macht er ein riesiges Theater. Da werden die Leute regelmäßig arrogant anspruchsvoll. Macht keinen Spaß…

Schlißlich müsste ich dann 1
Jahr lang hoffen das nichts passiert, bzw. solche Fälle in
meine Kalkulation mit aufnehmen. Meinem Kunden gegenüber dann
immer solche Fälle versuchen abzulehnen ist auch keine schöne
Lösung(ab 0,5 Jahren wird die Beweislast umgekehrt - der
Gegenbeweis ist jedoch sehr sehr schwer zu erbringen).

Du wirst dir auch nicht alle guten Kunden verscherzen wollen und auch oft irgendwann keine Lust mehr auf Diskussionen haben. Andererseits kannste es dir nicht leisten, mal eben teure Hardware kulant auszutauschen und du selber hast den Schaden weil dein Zulieferer die Ware nicht so leicht annimmt.

Allerdings bei 2000€ vermiest das die Kalkulation doch
gewaltig. Jemand ne Idee/Rat dazu?

Ja: Finger weg! Mit Hardware kannst du keinen Blumentopf gewinnen. Das wird erst ab einer gewissen Größenordnung interessant, aber als kleiner Krauter bist du in dem Bereich falsch.
Die Rechtslage ist die eine Sache - die Realität eine andere. Kunden treten oft sehr unverschämt auf und du willst dich als Kleinunternehmer nicht mit deinen paar Kunden verkrachen. Solchen Ärger können sich Läden ab einer bestimmten Größenordnung leisten weil es die nicht interessiert, ob ein einzelner Kunde zufrieden ist.

Mach’ lieber einen guten Service - Hardware sollen die Leute anderswo kaufen.

Gruß,

MecFleih

Ja,
ich hatte das auch nicht ganz richtig verstanden.
Wie oben gesagt, muss in solchen Fällen wohl auch der Händler, wo man einkauft, eine zweijährige Gewährleistung erbringen.

Ich würde die Hardware zwar ggf. als Service zusammenstellen und besorgen, aber Rechnung direkt an den Endkunden ausstellen lassen. Ist dann zwar nichts dabei verdient, aber auch kein Risiko