Existenzgründung: Auto leasen oder kaufen?

Hallo liebe Experten-Gemeinde!

Bei meiner bevorstehenden Existenzgründung als freiberuflicher Handelsvertreter stehe ich vor der Anschaffung eines Autos mit welchem ich ca. 50.000km - 60.000km pro Jahr fahren werde. Anschaffungswert eines Neuwagen liegt bei ca. 26.000 Euro, beträgt mon. Leasingrate von ca. 550 Euro ohne Anzahlung.

Von vielen Kollegen oder anderen Selbstständigen wurde mir wärmstens empfohlen ein Auto zu leasen, da dies direkt ohne Abzug abgeschrieben werden kann und man nicht von langen Abschreibefristen abhängig wäre.

Abschreibung würde ja in diesem Falle heißen:
mon Gewinn - Leasingkosten = zu versteuernes Einkommen. (wäre dies so richtig?)

Jedoch müßte man bei Leasing Zahlungen leisten, auch wenn momentan wenig Umsatz ist.

Lt. meiner Steuerberaterin sollte ich es abhängig machen, ob ich auf meinem Sparkonten die 1500 Euro Freibetrag (Zinsertragssteuer) schon ausgeschöpft habe. Wenn diese noch nicht asugeschöpft sind, dann soll ich leasen oder finanzieren, ansonsten kaufen.

Gibt es sonst noch Vorteile beim Leasen, außer daß man nach Vertragsende das Auto zurückgeben kann?

Es wäre mir sehr hilfreich, wenn Ihr mir hier weiterhelfen könntet. vielen Dank vorab, vielleicht kann ich mich mal revanchieren?

viele Grüße

Daniel

Hallo Daniel,

Abschreibung würde ja in diesem Falle heißen:
mon Gewinn - Leasingkosten = zu versteuernes Einkommen. (wäre
dies so richtig?)

mit Abschreibung hast Du beim Leasing nichts am Hut, aber im Ergebnis ist Deine Rechnung richtig. Die Leasingraten verringern den erzielten Überschuß, damit auch eine eventuelle Einkommensteuerschuld. Die Betonung liegt auf „eventuell“. Grundsätzlich ist es sicher vernünftig, ein Geschäftsauto zu leasen, statt viel Kapital für den Kauf zu binden. Die Erfahrung lehrt aber, daß man am Beginn einer eigenen Existenz ganz andere Sorgen hat als Steuern zu sparen. Wenn man doch nur Steuern zahlen müßte! Dann hätte man wenigstens auf dem Papier einen Gewinn erzielt. Das ist aber in vielen Fällen erst nach längerer Anlaufzeit der Fall. Dann geht es - da darf man sich nichts vormachen - ums nackte Überleben, um das Füllen des privaten Kühlschranks!

Jedoch müßte man bei Leasing Zahlungen leisten, auch wenn :momentan wenig Umsatz ist.

Du sagst es!

So ein nagelneues Auto ist schon verlockend. Und auch das Leasing ist in Deinem Fall vernünftig … wenn das Geschäft lauft! Nur dann! Sonst hast Du einen Leasingvertrag an der Backe, der bis ans Ende der vertraglichen Laufzeit bedient werden will. Wenn es also irgend geht und Du eine alte, aber fahrtüchtige Schüssel zur Verfügung hast, dann benutze das Ding die erste Zeit. Gehe keine Verpflichtungen ein, bevor überhaupt der erste Cent verdient wurde! Es ist unsinnig, sich zu einem solchen Zeitpunkt um die Minimierung von Steuerlasten einen Kopf zu machen. Du schläfst ruhiger, wenn Du den Leasingvertrag abschließt, wenn schon Geld verdient wurde.

Lt. meiner Steuerberaterin sollte ich es abhängig machen, ob
ich auf meinem Sparkonten die 1500 Euro Freibetrag
(Zinsertragssteuer) schon ausgeschöpft habe. Wenn diese noch
nicht asugeschöpft sind, dann soll ich leasen oder
finanzieren, ansonsten kaufen.

Du lieber Himmel! Von dem Peanutsbetrag sollst Du den Leasingvertrag abhängig machen? 1.500 Euro hast Du binnen 4 Wochen weggeatmet und zwar schon allein für den privaten Verbrauch oder für Sprit. Laß Dir bitte nicht solchen Quatsch erzählen! Wenn so spitz gerechnet werden muß, solltest Du unter keinen Umständen jetzt schon feste Ausgaben vertraglich festzurren. Es hilft nichts: Erst muß Geld verdient werden, erst dann darfst Du Dir feste Verpflichtungen ans Bein binden.

Ja, Ja! Ich höre Steuerfritzen schon erzählen, daß man mit solcher Vorgehensweise aber den steuerentlastenden Effekt von Leasingraten mehrerer Monate in den Wind schreibt. Ist zwar richtig, aber solche Anmerkungen machen nur Leute, die ihre Füße unter Papas Tisch stellen oder als Angestellte ein regelmäßiges Gehalt beziehen. Wer selbständig ist, dem nützen die schönsten Steuersparideen nichts, wenn aus welchen Gründen auch immer im Moment kein Geld in der Kasse, aber Rechnungen und Raten fällig sind. Die sichere Seite ist stets die, zunächst Geld zu verdienen. Wenn Geld da ist, kann man Gedanken an Steuern verschwenden und sich Zahlungsverpflichtungen aufladen. Mancher glaubt an den Wahrheitsgehalt dieser altmodisch anmutenden Weisheit erst nach einer schmerzhaften Bauchlandung.

Gruß
Wolfgang

Hallo liebe Experten-Gemeinde!

Bei meiner bevorstehenden Existenzgründung als freiberuflicher
Handelsvertreter stehe ich vor der Anschaffung eines Autos mit
welchem ich ca. 50.000km - 60.000km pro Jahr fahren werde.
Anschaffungswert eines Neuwagen liegt bei ca. 26.000 Euro,
beträgt mon. Leasingrate von ca. 550 Euro ohne Anzahlung.

Ich halte es grundsätzlich für problematisch bereits bei der „Existenzgründung“ übers sparen von Steuern nachzudenken!

Gewinne wollen erst mal gemacht werden und das „kaputtrechnen von Gewinnen“, kannst Du, so Du welche erzielst mind. in den ersten fünf Jahren lcoker sogen. Ansparabschreibungen etc. überlassen. (Steuerberater haben da normalerweise ausreichend Ideen, wenns soweit ist).

Fazit: Gespartes Geld ist besser als gesparte Steuern.

D.h. Die Leasingkonditionen der Automobilunternehmen gehen normalerwiese von „Listenpreis“ aus. Evtl. rauszuhandelnde Rabatte kannst Du dann normalerwiese in den Wind schreiben d.h. auf den „anfänglichen effektiven Jahreszins“ kannst Du locker noch die „nicht erzielte Ersparnis“ draufrechnen. Damit wird Leasing zur „teuersten Finanzierungsart“.

Nicht zu leignen ist, dass das Automobilleasing mormalerweise von der Abwicklung her die unproblematischte Art der PKW-Finanzierung darstellt, weil es deutlich schwerer ist, bei einer Haus-Bank Geld für einen PKW zu bekommen als bei der „Bank“ des Automobilunternehmens. (Die haus-Bank muss halt die gesamte Finanzierungssumme absichern, während die Bank des Automobilkonzerns beim Leasing nur den Netto, Netto, Netto-Wert (d.h. abzgl. Anzahlung, abzgl. MwSt., abzgl. eigener Gewinn absichern muss).

Von vielen Kollegen oder anderen Selbstständigen wurde mir
wärmstens empfohlen ein Auto zu leasen, da dies direkt ohne
Abzug abgeschrieben werden kann und man nicht von langen
Abschreibefristen abhängig wäre.

Abschreibung würde ja in diesem Falle heißen:
mon Gewinn - Leasingkosten = zu versteuernes Einkommen. (wäre
dies so richtig?)

Jedoch müßte man bei Leasing Zahlungen leisten, auch wenn
momentan wenig Umsatz ist.

Lt. meiner Steuerberaterin sollte ich es abhängig machen, ob
ich auf meinem Sparkonten die 1500 Euro Freibetrag
(Zinsertragssteuer) schon ausgeschöpft habe. Wenn diese noch
nicht asugeschöpft sind, dann soll ich leasen oder
finanzieren, ansonsten kaufen.

Gibt es sonst noch Vorteile beim Leasen, außer daß man nach
Vertragsende das Auto zurückgeben kann?

Es wäre mir sehr hilfreich, wenn Ihr mir hier weiterhelfen
könntet. vielen Dank vorab, vielleicht kann ich mich mal
revanchieren?

viele Grüße

Daniel

sehr gut!! o.w.T

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Hi!

Ich halte Wolfgangs Ansicht für sehr vernünftig.
Allerdings stellt sich die Frage, ob Du mit einem Altwagen erst mal noch 50.000 Km abreißen kanst. Du benötigst als freier Handelsvertreter ein zuverlässiges Fortbewegungsmittel, davon hängt Dein Erfolg ab. Und außerdem macht ein ´85er Golf auch keinen besonders seriösen Eindruck beim Kunden. Übrigens genauso wenig wie ein BMW 850…
Daher denke ich, ist ein geleaster, seriöser Wagen für Dich bei der hohen Kilometerleistung der richtige Weg. Je nach Anspruchn kannst Du auch billiger wegkommen als mit 26.000 Euro, einen Golf o.ä. gibt´s als TDI auch schon für um die 20.000.
Worauf Du achten solltest ist, dass bei dem Leasingangebot der Werkstattservice inklusive ist (so hast Du Kalkulationssicherheit) und dass die Vertragsmodalitäten auch die hohe Laufleistung abbilden, sonst gibt es ein böses Erwachen bei der Rückgabe. Empfehlenswert ist hier wohl ein 24 Monate-Vertrag über Laufleistung (wenn Du sicher sagen kannst, dass Du nicht mehr mit dem Wagen fährst), denn ein Restwertvertrag kostet meistens ordentlich Geld bei der Rückgabe.
Ich würde mich ruhig mal bei japanischen oder französischen Herstellern umsehen, die haben oft attraktive Modelle für weniger Geld als die typischen VW/Audi-Kisten es bieten.
Übrigens ist es keineswegs ausgerschlossen, Rabatte auch bei Leasing zu bekommen. Unsere Firmen-BMWs haben wir immer auf Basis 15% unter LP geleast.
So eng wie es für die Autohändler derzeit aussieht, sind die durchaus zu Verhandlungen bereit, keine Sorge. Das ist momentan ein klarer Käufermarkt :wink:
Ein kleines Stegreif-Beispiel aus der Praxis:
Honda Accord, altes Modell, aber Neuwagen: Listenpreis 23.000 Euro, Händlerpreis 16.700 Euro. Und die Kiste kann man natürlich auch leasen.

Viel Erfolg und Grüße,

Mathias

Bei meiner bevorstehenden Existenzgründung als freiberuflicher
Handelsvertreter stehe ich vor der Anschaffung eines Autos mit
welchem ich ca. 50.000km - 60.000km pro Jahr fahren werde.
Anschaffungswert eines Neuwagen liegt bei ca. 26.000 Euro,
beträgt mon. Leasingrate von ca. 550 Euro ohne Anzahlung.

Von vielen Kollegen oder anderen Selbstständigen wurde mir
wärmstens empfohlen ein Auto zu leasen, da dies direkt ohne
Abzug abgeschrieben werden kann und man nicht von langen
Abschreibefristen abhängig wäre.

Abschreibung würde ja in diesem Falle heißen:
mon Gewinn - Leasingkosten = zu versteuernes Einkommen. (wäre
dies so richtig?)

Jedoch müßte man bei Leasing Zahlungen leisten, auch wenn
momentan wenig Umsatz ist.

Lt. meiner Steuerberaterin sollte ich es abhängig machen, ob
ich auf meinem Sparkonten die 1500 Euro Freibetrag
(Zinsertragssteuer) schon ausgeschöpft habe. Wenn diese noch
nicht asugeschöpft sind, dann soll ich leasen oder
finanzieren, ansonsten kaufen.

Gibt es sonst noch Vorteile beim Leasen, außer daß man nach
Vertragsende das Auto zurückgeben kann?

Es wäre mir sehr hilfreich, wenn Ihr mir hier weiterhelfen
könntet. vielen Dank vorab, vielleicht kann ich mich mal
revanchieren?

viele Grüße

Daniel

das vernuenftigste was ich bisher von…
…zweiter seite gehoert habe.
JEDER (oder wenigstens fast jeder), der mal als ‚kleckerladen‘
angefangen hat, wird dir bestaetigen, dass dein erstes ziel
sein muss, kohle einzufahren. und zwar im voraus.
und du kannst das fell des baeren nur dann verteilen,
wenn du das biest gefangen hast - volksmund.
schoen reden auch die banken - gerade jetzt.
wenn du jedoch einen kredit an der backe hast,
dann bist du ERPRESSBAR. und ein leasing-vertrag ist so gut
wie ein bankguthaben.
bleib bei der alten schuessel, gurk sie fertig und zu ende.
dann hast du auch kohle gespart, um eine durststrecke
zu ueberstehen. und die kommt ganz sicher.
auch sofern du einen fetten ‚festen‘ auftrag an land ziehen
konntest, womit du meinst, deine verpflichtungen-zahlungen
muehelos zu ueberstehen, TU ES NICHT. denn der auftrag platzt
schneller als du laufen kannst. und dann - siehe oben.

und - du hast ja durchaus gelegenheit,
dir eine gewisse summe als legale ruecklage zu bilden.
und DIE kannst du dann ja angreifen, wozu sie ja auch
steuerlich gedacht ist.

warum hat dir dein steuerfritze hierueber nix gesagt?
ich wuerde ihn wechseln, bevor ich ueberhaupt da gewesen waere.

vertrau auf alte hasen.
das empfiehlt dir dringend - digi

danke für die vielen Antworten
Hallo Gigi, Mathias, Michael, Wolfgang,

vielen Dank für Eure schnellen und qualifizierten Antworten. Ihr habt mir sehr geholfen.

Ihr habt Recht, eigenes Geld ist immer günstiger wie geliehenes. Ich werde mir daher ein Auto kaufen (nicht leasen) und laß mir nicht durch einen Leasingvertrag binden. Ich denke da kann ich schon ruhiger schlafen.

Daß das Auto seriös und nicht protzig sein soll ist mir klar. Ich denke da würde ich mit einen Passat schon gut liegen. Ich liebäugle auch noch mit einen gebrauchten Mercedes C-Klasse oder BMW 320d. Das wäre ja sicherlich auch nicht zu protzig. Ich habe hauptsächlich deutsche Autos ins Visier genommen, da zu meinen Kunden auch Zulieferer für die deutsche Automobilindustrie mitunter dabei sind und meines Erachtens wohl keine ausländischen Autos gerne sehen.

Zum Autokauf habe ich mich momentan in Richtung VW Passat orientiert. Habe EU-Autos, Vorführwägen und Jahreswagen in Erwägung gezogen. Allerdings mit den Rabatten gehen die Händler ganz sparsam um, obwohl ich kein Gebrauchtauto drangeben muß. Heutzutage ja spricht jeder davon , daß im Automarkt mom. wenig läuft und mom. wohl der günstigste Zeitpunkt zum Autokauf wäre.

viele Grüße

daniel

Hallo Daniel,

Ihr habt Recht, eigenes Geld ist immer günstiger wie
geliehenes. Ich werde mir daher ein Auto kaufen (nicht leasen)
und laß mir nicht durch einen Leasingvertrag binden. Ich denke
da kann ich schon ruhiger schlafen.

Mit Liquidität im Rücken schläft’s sich meiner Meinung nach trotzdem besser, hängt aber davon ab, welche Rücklagen Du sonst noch hast. Ich höre da immer wieder den kurzen und prägnanten Satz: „Im Zweifelsfall gilt Liquidität vor Rentabilität“.

Ich habe hauptsächlich deutsche Autos ins Visier genommen, da
zu meinen Kunden auch Zulieferer für die deutsche
Automobilindustrie mitunter dabei sind und meines Erachtens
wohl keine ausländischen Autos gerne sehen.

Dem ist nicht ganz so, da KFZ-Zulieferer auch internationale Kunden haben und dadurch gezwungen sind, im eigenen Fuhrpark Fahrzeuge dieser Kunden zu haben (ich arbeite bei einem größeren Zulieferer und habe - je nach Kunden, den ich besuche - auch so manchen Exoten als Auto aus dem Fuhrpark zugeteilt).

Zum Autokauf habe ich mich momentan in Richtung VW Passat
orientiert. Habe EU-Autos, Vorführwägen und Jahreswagen in
Erwägung gezogen. Allerdings mit den Rabatten gehen die
Händler ganz sparsam um, obwohl ich kein Gebrauchtauto
drangeben muß. Heutzutage ja spricht jeder davon , daß im
Automarkt mom. wenig läuft und mom. wohl der günstigste
Zeitpunkt zum Autokauf wäre.

Ich vermute, dass die Händler mit Schrecken in die USA sehen, wo die Rabatt-Geschichte die Markpreise und somit die Margen ganz ordentlich zerstört hat und die Hersteller daher gar nicht so rosig dastehen.

Grüsse

Sven

Kleiner Liquiditätstip…
Hi Daniel,
ich würde an Deiner Stelle nicht gleich einen EU-Neuwagen oder Jahreswagen kaufen, denn die sind immer noch ganz schön teuer!

Mein Tip:
Hol Dir einen Gebrauchten,…so ca. 3-6 Jahre alt der aber mindestens 1 Jahr nach der Modelleinführung gebaut wurde (wegen den Kinderkrankheiten!).
Die haben erstens den größten Wertverlust hinter sich, bekommen aber immer noch eine sehr gute Gebrauchtwagengarantie. zB. die Euro-Plus Garantie von BMW kannste auf Wunsch über 2 Jahre buchen. Die zahlen dann fast wirklich alles, bis auf Verschleissteile etc.

Einen vier-fünf jahre alten Passat bekommst Du schon für unter 10.000 Euro,…die haben zwar schon ne Menge km auf´n Buckel, aber mit einer guten Garantie ist das nicht so wild. Neu kosten die schon mal das dreifache,…mindestens!

Viele Grüße
Cosmo