Hallo Daniel,
Abschreibung würde ja in diesem Falle heißen:
mon Gewinn - Leasingkosten = zu versteuernes Einkommen. (wäre
dies so richtig?)
mit Abschreibung hast Du beim Leasing nichts am Hut, aber im Ergebnis ist Deine Rechnung richtig. Die Leasingraten verringern den erzielten Überschuß, damit auch eine eventuelle Einkommensteuerschuld. Die Betonung liegt auf „eventuell“. Grundsätzlich ist es sicher vernünftig, ein Geschäftsauto zu leasen, statt viel Kapital für den Kauf zu binden. Die Erfahrung lehrt aber, daß man am Beginn einer eigenen Existenz ganz andere Sorgen hat als Steuern zu sparen. Wenn man doch nur Steuern zahlen müßte! Dann hätte man wenigstens auf dem Papier einen Gewinn erzielt. Das ist aber in vielen Fällen erst nach längerer Anlaufzeit der Fall. Dann geht es - da darf man sich nichts vormachen - ums nackte Überleben, um das Füllen des privaten Kühlschranks!
Jedoch müßte man bei Leasing Zahlungen leisten, auch wenn :momentan wenig Umsatz ist.
Du sagst es!
So ein nagelneues Auto ist schon verlockend. Und auch das Leasing ist in Deinem Fall vernünftig … wenn das Geschäft lauft! Nur dann! Sonst hast Du einen Leasingvertrag an der Backe, der bis ans Ende der vertraglichen Laufzeit bedient werden will. Wenn es also irgend geht und Du eine alte, aber fahrtüchtige Schüssel zur Verfügung hast, dann benutze das Ding die erste Zeit. Gehe keine Verpflichtungen ein, bevor überhaupt der erste Cent verdient wurde! Es ist unsinnig, sich zu einem solchen Zeitpunkt um die Minimierung von Steuerlasten einen Kopf zu machen. Du schläfst ruhiger, wenn Du den Leasingvertrag abschließt, wenn schon Geld verdient wurde.
Lt. meiner Steuerberaterin sollte ich es abhängig machen, ob
ich auf meinem Sparkonten die 1500 Euro Freibetrag
(Zinsertragssteuer) schon ausgeschöpft habe. Wenn diese noch
nicht asugeschöpft sind, dann soll ich leasen oder
finanzieren, ansonsten kaufen.
Du lieber Himmel! Von dem Peanutsbetrag sollst Du den Leasingvertrag abhängig machen? 1.500 Euro hast Du binnen 4 Wochen weggeatmet und zwar schon allein für den privaten Verbrauch oder für Sprit. Laß Dir bitte nicht solchen Quatsch erzählen! Wenn so spitz gerechnet werden muß, solltest Du unter keinen Umständen jetzt schon feste Ausgaben vertraglich festzurren. Es hilft nichts: Erst muß Geld verdient werden, erst dann darfst Du Dir feste Verpflichtungen ans Bein binden.
Ja, Ja! Ich höre Steuerfritzen schon erzählen, daß man mit solcher Vorgehensweise aber den steuerentlastenden Effekt von Leasingraten mehrerer Monate in den Wind schreibt. Ist zwar richtig, aber solche Anmerkungen machen nur Leute, die ihre Füße unter Papas Tisch stellen oder als Angestellte ein regelmäßiges Gehalt beziehen. Wer selbständig ist, dem nützen die schönsten Steuersparideen nichts, wenn aus welchen Gründen auch immer im Moment kein Geld in der Kasse, aber Rechnungen und Raten fällig sind. Die sichere Seite ist stets die, zunächst Geld zu verdienen. Wenn Geld da ist, kann man Gedanken an Steuern verschwenden und sich Zahlungsverpflichtungen aufladen. Mancher glaubt an den Wahrheitsgehalt dieser altmodisch anmutenden Weisheit erst nach einer schmerzhaften Bauchlandung.
Gruß
Wolfgang