Existenzgründung für Schüler?

hi,

ich bin jetzt gerade 18 Jahre alt geworden und bin noch Schüler. Ich will mich jetzt mit einem Freund von mir im Bereich Webdesign Selbständig machen, nur wissen wir nicht genau wie? Müssen wir da jetzt Gewerbesteuer, Versicherungen… bezahlen oder nicht? Wo bekommt man einen Gewerbeschein her und und und!
Ich wäre echt froh wenn uns da jemand weiter helfen könnte!

Vielen Dank im Voraus!

Sven Taubert

So wie das aussieht habt ihr keinen blauen Dunst von dem was da auf euch zukommt. Gewerbeschein gibts bei eurer Stadtverwaltung, kostet ca. 40 - 80 DM. Dauert eine halbe Stunde und fertig.

Ihr solltet aber UNBEDINGT zu eurer zuständigen IHK und euch beraten lassen, deshalb sind die da ! Man kann verdammt viele Fehler machen, die dann einen Haufen Ärger machen.

Hallo,

Gewerbesteuer ist erst fällig, wenn Du einen gewerblichen Ertrag von über 48.000 DM hast. Um Krankenversicherung etc. mußt Du Dich selbst kümmern. Ich empfehle Dir aber vorher vielleicht ein kleines Büchlein zu lesen, damit Du etwas vorbereitet bist, wenn Du Dich von der IHK beraten läßt. Du hast dann vielleicht schon eine klarere Vorstellung und kannst auch gezielter nachfragen.

Viel Glück es lohnt sich, auch weil Du hierbei sehr viel lernen wirst.

Steffen

http://www.euroraum.de

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo, Sven,

ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob es rechtlich möglich ist, aber Ihr vielleicht solltet Ihr versuchen, als Freiberufler unterzukommen. Lohnt sich z.B. wegen der Gewerbesteuer, die dann entfallen würde.

Definition: Ein Gewerbe ist dann ein Gewerbe, wenn eine Gewerbekennziffer existiert. Auskunft gibt das zuständige Gewerbeamt. Möglicherweise müßt Ihr etwas tricksen, d.h. offiziell Eure Hauptarbeit auf z.B. journalistische Tätigkeit verlegen (Infos auf Eurer Website, etc., seit da einfach mal kreativ).

Zu den Steuern: §15 EkstG (=Einkommenssteuergesetz) für Gewerbetreibende und §18 EkstG für Freiberufler.

Viel Glück
Dirk

gaaaaaaanz langsam…
Huhuu Sven,

net böse sein, aber zu allererst einen Rat:
gaaaaaaaaaaaanz laaaaaangsam und wohlüberlegt!!!
Ich hab auch viele Dinge sehr schnell entschieden und dafür sehr sehr viel Lehrgeld bezahlen müssen (war wirklich sehr teuer)

Aber Ok, nun zu deiner Frage:
Lass dich erst mal durch obiges auf keinen Fall abschrecken:smile:.
Schüler zu sein hat ja erst einmal nichts mit einer „Selbständigkeit“ zu tun. Du kannst ja Haupt- sowie auch Nebenberuflich „selbständig“ sein.

Da du soooo viele Fragen bzgl. dieser Angelegenheit hast, würde ich dir aber grundsätzlich empfehlen zu einer Gründungs- bzw. Existenzberatung zu gehen. Dort werden die meisten Fragen kompetetent und zuverlässig geklärt werden können.
Kostenlose Beratungen, die sind zu erst mal zu empfehlen, gibt es wie schon gesagt, bei der IHK oder diverse städtische Einrichtungen.
Hier im Ruhrgebiet ist eine städt. Einrichtung z.B. die ÖBIS, Örtliche Beratungsagentur für Leute mit Ideen zur Selbständigkeit

Rathaus
Porscheplatz 1
45121 Essen
14. Etage
Tel.: 0201 / 88-12224
Fax: 0201 / 88-88976
email: [email protected]
Öffnungszeiten
montags bis donnerstags 8.30 - 12.30 Uhr und 14.00 - 15.00 Uhr
freitags 8.30 - 12.30 Uhr und 13.30 - 14.30 Uhr
nach Vereinbarung

Ruf diese doch einfach mal an, sie helfen dir auch gerne weiter um ähnliche Stelle in deiner Stadt zu finden.
Diese Stellen fördern dann auch wieder bei Erfolgsaussichten einen Existenzgründungsberatungszuschuss bei Unternehmensberatern bis ca. DM 3.000. Diese Beträge brauchst Du NICHT zurückzuzahlen.
Diese Menschen können dann weitere Fragen detailiert mit dir besprechen

  • Präzisierung des Unternehmenskonzeptes
  • Auftraggeberstrukturen
  • Haftungsfragen
  • Honorargestaltung
  • wirtschaftliche Tagfähigkeit, Rentabilitätsvorschau etc.

also kurz gesagt, zapfe erst einmal öffentliche Töpfe an um eine vernünftige Existensgründungsberatung hinzubekommen.
Danach weiter zapfen und zu Unternehmensberatern gehen, um da die Unternehmensidee im Detail zu analysieren und diverse weitere Förderungen rauszubekommen.
Diese gibt es wirklich viel und hoch, man muss nur wissen wo.
Und dann, aber erst DANN sich selbständig machen.

Gruss
der Alex, der hoffentlich nun nicht zu viel verwirrt und verunsichert hat.

Hallo Dirk,

die Gewerbesteuer ist nun wirklich die letzte Sorge, die sich ausgerechnet ein Existenzgründer machen sollte. Es ist überhaupt unsinnig, steuerliche Gesichtspunkte in den Vordergrund zu stellen, isoliert zu betrachten oder gar zur Entscheidungsgrundlage für die Rechtsform zu machen.

Wo mache ich mich schlau, damit ich überhaupt in der Lage bin, eine Frage zu stellen? Wie komme ich an Aufträge, was ist eine Auftragsbestätigung, wie wickle ich einen Auftrag ab und wie stelle ich eine Rechnung? Wie verhält es sich mit der Krankenversicherung, was ist Buchführung, wie überstehe ich die erste Zeit (den ersten Monat, die ersten Jahre), wie stelle ich mich dar, wo betreibe ich mein Gewerbe, wovon finanziere ich das alles, um nur einige der sich zunächst stellenden Fragen anzureißen.

Zunächst ist eine Vorbereitung in Form von Informationsbeschaffung nötig, IHK wurde als Anlaufstelle schon erwähnt, Grundlagen der Buchführung halte ich für wichtig (Volkshochschulkursus) usw. . Irgendwann, wenn man endlich eine Ahnung hat, wovon überhaupt die Rede ist, kümmert man sich auch um die Rechtsform, um gewinnabhängige Steuern. Glaube mir bitte, daß sich mancher Selbständige nach Jahren nichts sehnlicher wünscht, als gewinnabhängige Steuern bezahlen zu dürfen, weil er das Wort Verlust nicht mehr hören mag.

Vor Beginn sollte sich ein potentieller Existenzgründer kritisch fragen, ob überhaupt die Basis in Form von wettbewerbsfähigen Kenntnissen und Fertigkeiten vorhanden ist.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

natürlich ist die Gewerbesteuer gerade in der Gründungsphase mit Sicherheit nicht der wichtigste Punkt. Zu den grundsätzlichen Überlegungen habe ich auch weiter unten schon was geschrieben. Ich wollte einfach mal auf einen nicht ganz so offensichtlichen Punkt hinweisen, da ein nachträglicher Wechsel schwierig ist.

Gruß Dirk

Gute Informationen …
Hallo Sven,

gute Informationen erhältst Du auch bei den Banken. Die haben ausführliche Informationshefte zum Thema Existenzgründung die man meist kostenlos erhält.

Ansonsten gibt es wie bereits geschrieben Zuschüsse für profesionelle Existenzgründungsberater. Wenn Du das Bundesland bekannt gibst in dem Du wohnst schaue ich einmal in meinem Fördermittelprogramm nach.

Viel Erfolg wünscht

Friedrich

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hi,

erst mal Danke an alle, die sich hier so viel Mühe gemacht haben!

Und zu deiner Frage: Ich wohne in BW!

CU

Sven

Mögliche Fördermittel
Hallo Sven,

diese Auswahl an Fördermittel hat mein Rechercheprogramm gefunden.

Viel Glück wünscht

Friedrich

Programmauswahl

Sie haben durch zielgerichtete Informationen zum geplanten betrieblichen
Vorhaben eine Programmselektion vorgegeben und damit eine der über
30.000 möglichen Datenkombinationen gewählt. Die Computerrecherche
nach Finanzierungsmöglichkeiten und -alternativen für das betriebliche
Vorhaben, ergibt folgende Programmauswahl:

441
RKW-Unternehmensberatung Zuschuss
447
JEV-Joint Ventures Zuschuss
540
Existenzgründungsberatung Zuschuss
554
RKW-Existenzgründungsber… Zuschuss
567
Überbrückungsgeld Zuschuss
823
Existenzgründ.-/-festigungsber. Zuschuss
824
Fachmessen im Inland Zuschuss
844
Berufliche Qualifizierung Zuschuss
879
Einstellungszuschuss/Gründung Zuschuss

Leider können in der Regel nicht alle Programme gleichzeitig für dasselbe
Vorhaben beantragt werden. Beachten Sie hierzu ggf. die redaktionellen
Hinweise zur Kombinierbarkeit der Programme.
Die günstigste Finanzierungsvariante ergibt sich oft erst nach
Rücksprache mit der Hausbank bzw. den zuständigen Antragstellen. Die
Interessen aller an einer Finanzierung Beteiligten, sind aber nur selten
deckungsgleich. Deshalb sollten Sie sich vor der ersten Kontaktaufnahme
mit der Hausbank Ihre eigene Meinung zur Finanzierung des Vorhabens
bilden und die Fördervoraussetzungen anhand der Unterlagen abklären.
Bei konkreten Vorhaben lesen Sie bitte neben den redaktionellen
Beträgen die Richtlinien, welche teilweise wohl schwer verständlich, weil
im „amtsdeutsch“ geschrieben aber letztlich bindend für Sie sind.
Stellen Sie die Förderanträge frühzeitig und zwar vor Beginn des
Vorhabens! Hiervon ausgenommen ist lediglich die Investitionszulage, die
nachträglich beim Finanzamt beantragt wird.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Macht euch doch nicht so viel Stress…
Hi Sven!

Ich bin auch 18 und hab mich im Bereich Webdesign selbständig gemacht. Ich kann dazu nur sagen, lass dir nicht von allen Seiten einreden, dass das nur Stress bringt.

Geh zur Bürgerberatung (oder wies bei dir heißt), melde für 40,- DM dein Gewerbe an, und gut is! Nach 14 Tagen kriegst du dann ein Schreiben, dass du 100,- DM IHK-Gebühr bezahlen musst, da schreibst du dann zurück, dass du unter 32.000,- DM/Jahr verdienst und kannst das Geld behalten. Dazu kommen noch ein paar nette Fragebögen vom Finanzamt, das eh nur Geld von dir haben will, die füllst du dann aus (was man nicht weiß, lässt man einfach frei, liegt schließlich keine Beschreibung dabei! *g*) und kreuzt wiederum an, dass du so wenig verdienen wirst, dass die dich bitte von der Steuer befreien. Fertig!

Die IHK sagte mir, ich müsse dem Finanzamt lediglich am Jahresende eine Bilanz mit meinen Eingaben und Ausgaben vorlegen können, als Beweis, dass ich auch ja unter der Steuerzahlgrenze bin.

Ich denke mal, da du, wie ich, auch noch Schüler bist, willst du zwischendurch mal ein wenig webdesignen, Kohle machen, aber mit dem Rest nichts zu tun haben… schließlich hat man ja auch noch Schule, stimmts? :smile: Das geht schon, keine Bange!

Wenn du noch Fragen hast, melde dich bei mir!

Ciao, Core aka Matthias [http://www.mhws.de]