Expansive Geldpolitik bei guter Konjunktur?

Hallo Leute,

im Internet las ich, dass bei starker Konunktur meist eine restriktive Geldpolitik (Verkleinerung der Geldmenge) angewandt wird.

Müsste nach der Quantitätstheorie nicht die Geldmenge ausgeweitet werden?

P = M x V / Y

Wenn Y bei starker Konjunktur nun steigt, und man M verkleinert führt das doch zu Deflation oder sehe ich das falsch?

Eine Ausweitung der Geldmenge im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum würde hingegen das Ziel der stabilen Preise unterstützen oder?

Vielen Dank vorab für Anregungen,

be__ne

Hi bene,

das siehst Du richtig. Mathematisch:
Y steigt im Nenner -> die rechte Seite des = wird größer.
Somit muss P auf der linken Seite kleiner werden (Deflation)

Wenn man M nun reduziert wird der Zähler auf der rechten Seite des = kleiner wodurch die gesamte rechte Seite des = noch kleiner wird. Somit muss P auf der rechten Seite noch kleiner werden (stärkere Deflation).

Um P also konstant zu halten muss das steigende Y durch eine verhältnismäßig gleiche Steigung von M (oder V) einhergehen.

Klar sollte natürlich sein, dass neben dem Volkseinkommen, der Geldmenge und der Umlaufgeschwindigkeit noch andere Faktoren eine wichtige Rolle spielen.

Das mit der Aussage „bei einer starken Konjunktur restriktive Geldpolitik“ kann beispielsweise daraus resultieren:
Betrachtet man nur M, P, Y und V so nimmt Y und V bei einer starken Konjunktur zu. Steigt V stärker als Y so kommt es zur Inflation. Um dieser vorzubeugen müsste man M reduzieren.

Ausserdem spielt es eine erhebliche Rolle welchen Geldmarkt man betrachtet (Bsp. Keyens, Klassik, Neoklassik)

Der Keynsche Geldmarkt ist beispielsweise von i (Zins) abhängig.
Im klassischen Geldmarkt ist die Geldnachfrage abhängig von P.

Im keynschen Geldmarkt wirkt sich eine Geldmengenerweiterung/reduzierung nicht unmittelbar auf P aus.

Ich hoffe ich hab noch alles einigermaßen auf die Reihe bekommen. Ist doch schon etwas her dass ich mich damit beschäftigt hab.

Für was brauchst Du diese Informationen??

Grüße

Hi, super!
Danke dir, dann passt das ja soweit, wie ich mir das erschlossen habe.

Brauche diese Info für unsere Economics-Klausur, in der es um Geldtheorie und Geldpolitik in der EWU gehen wird.

Bin gerade bei der Quantitätsgleichung angekommen, zu Keynes und Co. komme ich erst noch im Mankiw^^

Nochmal danke!

Hallo,

nur eine kleine Ergänzung zu obiger, wie ich meine guten Erklärung.

Nur wegen guter Konjunktur wird selten eine restriktive Geldpolitik angestimmt. Meist liegt das daran, dass die positive Konjunktur mit einer hohen bzw. steigenden Inflation einhergeht. Dies bedeutet, dass M ( bzw. V ) schon „aus dem Ruder gelaufen sind“ und mittels restriktiver Geldpolitik versucht man nur, das wieder hinzubekommen.

Darüber hinaus zeigt ja auch schon die Vergangenheit, dass der Effekt der Geldpolitik auf die Inflation ( M , V , meiner Meinung nach auch Y ) auf kurze Sicht definitiv nicht zieht.

Grüßle