Ich hab’s ja gewußt…
…lieber Rolf, daß Du da natürlich sofort zurückschießen mußt. Kampfeslustigerweise habe ich es natürlich trotzdem geschrieben! Und aus dem gleichen Grund antworte ich auch wieder!
Klar, Du hast schon recht, es ist hochfrustrierend, wenn die Leute nach der Beratung einfach weggehen („Ich muß nochmal mit meinem Mann reden, ich komme dann morgen wieder“) oder - nachdem sie bei l’tur gebucht haben - vom Reisebüro einen Katalog haben wollen, wo sie mal schauen können, wo sie eigentlich gebucht haben.
Meine Kernaussage, daß sehr viele Reisebüros - auch größere, nicht nur Klitschen um die Ecke - jedoch einfach inkompetent sind (bin während meines Praktikums zb. nach drei Wochen „Berufserfahrung“ während der Mittagspause der Azubine allein gewesen, der Inhaber (der einzige, der halbwegs Ahnung hatte) war fast nie da), aber trotzdem glauben, ein Anrecht auf „Beratungsgebühren“ zu haben, bleibt jedoch bestehen. Du wirst mir sicher zustimmen. Und: Für einen unerfahrenen Kunden ist oft nicht gleich ersichtlich, ob er gut beraten wird. Er glaubt einfach, was der Mitarbeiter aus seinem kryptischen Computerprogramm abliest und wird nie feststellen können, ob es ein besseres (nicht nur günstigeres) Angebot gegeben hätte. (Verhaltensunsicherheit!)
Und auch in sonst ganz guten Reisebüros ist man oft überrascht, daß die Beratung so schlecht ist. Es wird einfach zu wenig Zeit für Sonderwünsche genommen. (Bsp. 10 Tage statt 7 Tage).
Ich glaube, es geht hauptsächlich darum, dem Kunden all das, was Du erwähnst (Sicherheit, Zuverlässigkeit etc.) zu signalisieren und ihm klarzumachen, wofür er die Extraeuros bezahlt. Dann bucht er vielleicht sogar. Wenn ein Reisebüro ihn nicht davon überzeugen kann, scheint entweder der Bedarf für den Zusatznutzen nicht da zu sein (dann muß man den Mut haben, in den Kunden („ich wollt mal fragen, was es über Pfingsten an Last-Minute für Mallorca gibt, vier Sterne, Strandnähe, bis zu 300 € pro Woche“) bewußt wenig Mühe zu stecken) oder es hat versagt, weil der angebliche Zusatznutzen eben nicht da ist und nur als Lippenbekenntnis existiert.
Und hat man ihn einmal, hat man die Chance, ihn immer wieder zu kriegen. Es gibt sicher genug Leute, denen diese Sachen wichtig sind, um viele Reisebüros bestehen zu lassen.
Und warum sollte es Euch besser gehen als anderen internetbedrohten Branchen (Buchhandel etc.) Es gibt inzwischen einfach zu viele Substitutionsmöglichkeiten. Und die Tante-Emma-Läden haben es mit ihrer „Beratung“ wegen eben auch nicht geschafft.
Ausserdem, und das ist zur Zeit der Casus Knacktus, werden die
Flugpreise von den jeweiligen Anbietern gnadenlos
subventioniert. Das geht eine Weile gut und dann sind wir
wieder pari.
Das mag natürlich sein. Hast Du dafür Belege? Kann es nicht einfach auch daran liegen, daß die Airlines selbst mit beteiligt sind und sich die Provision und Abrechnerei sparen oder einfach horizontale Preisdifferenzierung zugrunde liegt (Reisebürokunden = preisunempfindlicher?)
Meist haben wir dann aber bei der „Handsuche“ was besseres.
Besser im Sinne von: Besseres Preis- Leistungsverhältnis.
Aber: Wer frei von Sünde ist…auch bei uns passiert mal
was.
Das glaube ich Dir einfach nicht. Umgekehrt wirst Du die Möglichkeit mit dem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis auch bei Expedia und Opodo finden, Du mußt dann eben Deine Suchkriterien einschränken (bestimmte Airlines, Abflugzeiten, max. Transfers)
Da sprichst Du von Non-IATA. Ein IATA-RB kann jederzeit, auch
einen Tag vor Abflug noch Tickets ausstellen wenn viele
Onlineanbieter bereits dicht machen weil die Versendung zu
unsicher wäre. Die Tarife können eigentlich nicht besser sein.
Bei l’tur bekomme ich einen Flug für morgen unter dem regulären Preis, während ich im Reisebüro ein paar Tausend € zahlen muß, wenn ich es gewagt habe, die Vorausbuchungsfrist zu unterschreiten!! Die Tickets hole ich einfach am l’tur-Schalter ab.
Ausserdem werden immer wieder Äpfel mit Birnen verglichen. Die
Anfrage nach einem Nonstop-Flug nach Los Angeles wird
pflichtbewusst beantwortet und hinterher der LH/UA-Preis mit
einer Horrorkombination aus KLM/NW über Amsterdam/Denver
verglichen. Dass da Preisunterschiede bestehen ist eigentlich
logisch.
Entschuldigung, wenn ich bei Expedia buche, dann will ich sparen. Und wenn ich wirklich sparen will, sind mir doch die paar Stunden Aufenthalt in Denver wurscht, wenn ich 100€ sparen kann! (Im Gegenteil, ist mir sogar lieber, weil ich gern fliege). Das ist aber genau das Problem: Der Mitarbeiter nimmt einfach mal pauschal an, daß der Kunde das nicht will, zb. mit Aeroflot fliegen. Dabei würde doch ein kurzer Hinweis reichen: „Mit Umsteigen würden Sie sich erheblich Geld sparen“.
Außerdem ging es bei den meisten bisherigen Vergleichen hier im Forum um den jeweils identischen Flug.
Da gebe ich Dir völlig recht. Die grossen Ketten rudern auch
alle wieder zurück. Diese Zahlen gab es m.E. aber auch nie in
der Form.
Da, wo ich mein anderes Praktikum gemacht habe, wird das immer noch so verkauft. Und zwar in genau dieser Form.
Wegen eines Lost-Tickets 2 Stunden
am Ticketschalter der Airline zu stehen kostet Dich nämlich
unterm Strich wesentlich mehr als die € 10,-- Preisdifferenz.
Ein Visum, das der Mitarbeiter vergessen hat zu besorgen oder ein Flug, den der Mitarbeiter versehentlich auf der Queue vergessen hat, kann Dich aber genauso viel Geld und Ärger kosten. Ich kann mir nicht vorstellen, daß so etwas im Internet passiert. Und über die Reisebestimmungen kann ich mich über einen Link wunderbar informieren.
Bei Pauschalreisen ist es oft noch griffiger. Im Reisebüro
schaut sich der Kunde den Katalog an. Er lässt sich beraten
und stellt gewisse Ansprüche. Dafür erhält er eine
Beratungsleistung und ein Angebot und zieht von Dannen. Im
Internet bucht er dann ein Hotel/Ferienhaus etc. mit EINEM
Foto bei einer Privatperson die er rechtlich u.U. nicht
belangen kann und freut sich tierisch darüber dem Reisebüro
ein schnippchen geschlagen zu haben.
Jetzt vergleichst DU Äpfel mit Birnen. Wer bucht denn bitte bei Privatpersonen? (Das MUSS ja billiger sein, weil man den Reiseveranstalter ausschließt, so wie es in Deutschland ja auch viel billiger ist, sein Hotel selbst zu organisieren, wenn man keinen Expedientenrabatt kriegt.) Es ging hier um Expedia & Co. Es gibt bei l’tur zb. zahlreiche Fotos, viele Hotels kann man sich ja auch auf der eigenen Homepage ansehen. Da gibt es keinen Unterschied. Klar - ein Katalog ist angenehmer anzuschauen, s.o.
Und von RECHTSSICHERHEIT zu sprechen, wenn ein fehlender Pool gerade mal ein paar Prozent Reiseminderung erwirtschaftet - obwohl der Urlaub vielleicht verdorben ist, weil man sich gerade auf den Pool gefreut hat - und das Risiko, den Prozeß zu verlieren, riesig ist, ist ja wohl der beste Witz.
Der sich jetzt an eine klasse Reise macht: Round the World in
LH-Firstclass mit Stationen in Delhi, Kathmandu, Bangkok,
Hongkong, Los Angeles New York. Von dort mit der QE2 nach
Southhampton und Dückflug nach D. In USA dann noch ne kleine
Rundreise gefällig? No Problem. Da will ich Expedias
Callcenter mal sehen wenn sogar das
Super-Duper-Amexco-Vielfliegercenter versagt hat *ggg*
Daran verdient ein Reisebüro aber auch kräftig
, ganz abgesehen von der Investition in die Kundenbeziehung bei einem anscheinend vermögenden Kunden
)) Neben der Provision (bei First kommt da wohl auch bei IATA was zusammen, oder?) noch Ticketgebühr und vielleicht noch Individualarrangementgebühr von 75€?? Oder was verlangst Du?
*grins* naja, ich bin sicher auch manchmal sehr kritisch. Aber Du ja auch…
ciao,
erik