Explosionswirkung und Materialeigenschaften

Frage eines Total-Laiens: Ich nehme mal an, daß die Wirkung von Anti-Personen-Minen (zumindest nicht aller) nicht primär durch Splitterbildung zustande kommt. Ist es so, daß sich mit den relativ kleinen Mengen Sprengstoff, die diese enthalten, tatsächlich allein aufgrund der Druckwirkung solche Schäden anrichten lassen? Was passiert denn eigentlich, wenn in unmittelbarer Nähe meines Beins ein Sprengkörper detoniert? Wird das Bein deswegen abgetrennt, weil es plötzlich so stark beschleunigt wird, während der wesentlich massereichere „Restkörper“ nicht folgen kann? Welche „Materialeigenschaft“ des Körpers (Muskel, Sehnen, Knochen) ist es, die diesen Schaden erst möglich macht - das müßte dann doch so etwas wie geringe „Reißfestigkeit“ sein. Können Minenräumer - zumindest in geringem Umfang - durch geeignete Schutzkleidung die Folgen einer Detonation auf den Körper abschwächen?

Dank für die Mühe und Gruß
Michael

Anatomie des menschl. Körpers
Ich bin zwar auch kein Experte,
aber die Sprengwirkung wird bei
den Minen dadurch erzeugt,
das der Druck nicht in alle Richtungen verteilt wird, sondern nach oben auf den Menschen gerichtet ist.
Das mit den Füßen wegreißen würde nur dann klappen, wenn der Rest des „Körpers“
abgeschirmt ist, sodass die Wucht nur auf die Füße stößt.
Ansonsten würdest du wohl total zerfetzen.
Ich denke auch, das der Menschliche Körper
schon etwas Reißfest ist,
aber wenn man an einem Hochhaus unten
Sprengsätze anbringt, wird es auch unten
auseinandergerissen und kracht dann zusammen.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Frage eines Total-Laiens: Ich nehme mal
an, daß die Wirkung von
Anti-Personen-Minen (zumindest nicht
aller) nicht primär durch Splitterbildung
zustande kommt.

DOCH ! Das ist die HAUPTWIRKUNG !

Ist es so, daß sich mit

den relativ kleinen Mengen Sprengstoff,
die diese enthalten, tatsächlich allein
aufgrund der Druckwirkung solche Schäden
anrichten lassen?

Nur bei unmittelbarer Nähe - diese verliert sich aber recht schnell, wenn das ganze bspw. „im Sprung“ passiert.
Hängt aber sehr von der Konstruktion ab !

Was passiert denn

eigentlich, wenn in unmittelbarer Nähe
meines Beins ein Sprengkörper detoniert?
Wird das Bein deswegen abgetrennt, weil
es plötzlich so stark beschleunigt wird,
während der wesentlich massereichere
„Restkörper“ nicht folgen kann?

teils, aber die Splitter an sich nehmen eben auch einen teil mit - die Eindringwirkung der Splitter, kombiniert mit dem Gasdruck der Explosion führt zue Ergebnis !

Welche

„Materialeigenschaft“ des Körpers
(Muskel, Sehnen, Knochen) ist es, die
diesen Schaden erst möglich macht - das
müßte dann doch so etwas wie geringe
„Reißfestigkeit“ sein.

nein - im Gegenteil : Es ist der Massenwiderstand !
Bei geringem Widerstand würden die Splitter leichter durchdringen, damit weniger Energie abgeben (siehe auch „man-stop-Wirkung“)

Können Minenräumer

  • zumindest in geringem Umfang - durch
    geeignete Schutzkleidung die Folgen einer
    Detonation auf den Körper abschwächen?

Ja - aber eben nur abschwächen - falls die Kleidung die Auftreffenergie

  • a ableitet und
  • b absorbiert

Ich bin zwar auch kein Experte,
aber die Sprengwirkung wird bei
den Minen dadurch erzeugt,
das der Druck nicht in alle Richtungen
verteilt wird, sondern nach oben auf den
Menschen gerichtet ist.

bedingt : Er ist natürlich nicht ausschließlich nach oben gerichtet - sonst wäre die Wirkung ja auf einen einzelnen Soldaten begrenzt!
der Druck verteilt sich naturgemäß Trichterförmig !

Das mit den Füßen wegreißen würde nur
dann klappen, wenn der Rest des „Körpers“
abgeschirmt ist, sodass die Wucht nur auf
die Füße stößt.

Falsch !

Ansonsten würdest du wohl total
zerfetzen.

Die Beispiele sprechen dagegen !
Wenn Du vor einer nur mit Sprengmittel (Pulver) geladenen Kanone stehst, während diese abgefeuert wird, war’s das !

Ich denke auch, das der Menschliche
Körper
schon etwas Reißfest ist,
aber wenn man an einem Hochhaus unten
Sprengsätze anbringt, wird es auch unten
auseinandergerissen und kracht dann
zusammen.

Hmm . hinkt aber stark ! Schon mal was von Elastizität gehört ?
Wie hoch schätzt Du die Elastizität eines Hochhauses ein ? :smile:
whk

Frage eines Total-Laiens: Ich nehme mal
an, daß die Wirkung von
Anti-Personen-Minen (zumindest nicht
aller) nicht primär durch Splitterbildung
zustande kommt.

DOCH ! Das ist die HAUPTWIRKUNG !

Verblüffend! Die häufigsten Verletzungen sind ja wohl abgerissene Gliedmaßen: das passiert tatsächlich durch umher fliegende Splitter? Interessant.

nein - im Gegenteil : Es ist der
Massenwiderstand !
Bei geringem Widerstand würden die
Splitter leichter durchdringen, damit
weniger Energie abgeben (siehe auch
„man-stop-Wirkung“)

Moment: Splitter wird durch Explosion beschleunigt und trifft auf Kleidung, Haut, Fleisch. Aufgrund des hohen Massenwiderstands (hat das was mit der Dichte des Materials zu tun?) wird viel Energie vom Projektil auf - sagen wir mal - den Unterschenkel übertragen. Jetzt wird dieser beschleunigt (also irgendwie hoch gerissen) und er reißt aufgrund der Trägheit des Restbeins/Restkörpers ab?

Können Minenräumer

  • zumindest in geringem Umfang - durch
    geeignete Schutzkleidung die Folgen einer
    Detonation auf den Körper abschwächen?

Ja - aber eben nur abschwächen - falls
die Kleidung die Auftreffenergie

  • a ableitet und
  • b absorbiert

Funktioniert das dann im Prinzip so, wie die „schußsichere Weste?“ Bedeutet „ableiten der Auftreffenergie“ deren Verteilung auf eine größere Fläche?

Und wo ich gerade schon mal einen auskunftsbereiten Experten gefunden habe: da mir selbst die elementarsten Physikkenntnisse fehlen, kann ich einfach nicht verstehen, warum man nicht die Wirkung einer (kleinen) Mine irgendwie abschirmen kann. Das liegt wahrscheinlich daran, daß ich keine Vorstellung davon habe, wie energiereich so ein weggeschleuderter Splitter ist.

Danke und herzlichen Gruß
Michael