Export Ägypten

Moin Export-Spezies,

ich habe Ware nach Ägypten zu liefern.
Gemäss K und M brauche ich dafür eine AE, EUR1 und ein Ursprungszeugnis (2-fach). Lieferung soll CFR Kairo oder Alexandria sein.
Das weiss ich momentan noch nicht genau, muss erstmal rausfinden was dichter dran ist. Nachlauf Egypt soll der Zolldeklarant des Kunden organisieren. Soweit klar.
Im K und M stand aber auch was von Einfuhrbeschränkungen. Also habe ich mich bei der IHK erkundigt.
Tatsächlich bekam ich eine Liste der sensiblen Güter per Fax.
Nun weiss ich das Kamele auf der Liste stehen , dummerweise aber auch Lichttechnische Produkte.
Da ich zwar viel Export mache aber bisher eben noch nie Ägypten, hier meine Frage:
Was ist jetzt zu tun? Muss ich jetzt eine Einfuhrgenehmigung beantragen? Wenn ja, wo? Beim Konsulat/Botschaft? Eher nicht, oder?
Mein Spediteur wusste es nicht, die IHK will es klären.
Beim Zoll will ich auch noch nachfragen, will aber möglichst jetzt schon mal abklopfen ob mich da nicht hinterher noch ein Hammer erwartet. Also, wer kennt sich da aus?

Gruss Sebastian

Hi!

Zuerst mal wegen der Dokumente. Eur1 wird sicher nicht benötigt, ist ein EU-Dokument, das UZ reicht vollkommen. Gibts bei der IHK.

Die Einfuhrbestimmungen muss dein Käufer abklären, bei CFR geht dich die Verzollung auch nichts mehr an. Ich bezweifle, dass der deutsche Zoll dir über die Bestimmungen in Ägypten Auskunft erteilen kann. Auch muss eine eventuelle Einfuhrgenehmigung dein Kunde beantragen, du importierst ja nichts.

Grüße
Dusan

Hi Dusan,

erstmal Danke für Deine Antwort.

Zuerst mal wegen der Dokumente. Eur1 wird sicher nicht
benötigt, ist ein EU-Dokument, das UZ reicht vollkommen. Gibts
bei der IHK.

EUR1 hatte mich auch gewundert, steht aber im K und M drin.
UZ ist klar, brauch ich regelmässig für die Ukraine.

Die Einfuhrbestimmungen muss dein Käufer abklären, bei CFR
geht dich die Verzollung auch nichts mehr an. Ich bezweifle,
dass der deutsche Zoll dir über die Bestimmungen in Ägypten
Auskunft erteilen kann. Auch muss eine eventuelle
Einfuhrgenehmigung dein Kunde beantragen, du importierst ja
nichts.

Das mit der Verzollung ist klar (ist ja CFR).
Wer nun was beantragen muss ist eben die Frage. Ich exportiere aber „restricted goods“. Ich möchte ungern riskieren das der Kram im Hafen von Alexandria vergammelt weil nix geregelt ist.
Angeboten wurde das Ganze EXW, aber der Kunde wälzt jetzt alles auf uns ab, sofern wir den Auftrag haben wollen, super :wink:
Zum einen möchten wir den Auftrag gerne haben, zum anderen habe ich aber keine Lust der Dumme zu sein. Daher sammel ich jetzt erstmal Informationen um auch dem Kunden gegenüber argumentieren zu können.
Die gute Dame, die das Angebot ohne Rückfrage nach den Formalitäten gemacht hat habe ich schon virtuell geköpft :wink:
Bei sowas informiert man sich doch vorher. Naja, wolln mal sehen.

Gruss Sebastian

Hi,

Dusan hat aber recht, du kannst für den deutschen Zoll alles klar machen um die Ware aufs Schiff zubekommen, damit es aber in Alex wieder vom Schiff runter, bzw. durch den dortigen Zoll kommt bist du auf die Anweisungen des Käufers angewiesen (Kaufvertrag).

Das K&M gibt eher Anhaltspunkte als verbindliche Regelungen, speziell wenn es um besondere Warenarten geht.

Viele Grüße
Me

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Hi!

Ich würde dir empfehlen eine Spedition mit dem Transport zu beauftragen

Schenker hat in Ägypten auch ein Büro, der ruft seinen Kollegen an und schwupps, hat er die Auskünfte die du brauchst.

Grüße
Dusan

Hi Dusan,

Ich würde dir empfehlen eine Spedition mit dem Transport zu
beauftragen

Äh ja, das dachte ich auch und hatte gestern auch schon bei Hellmann angefragt. Leider ziemlich ahnungslos der Verein.

Gruss Sebastian

Hi,

Dusan hat aber recht, du kannst für den deutschen Zoll alles
klar machen um die Ware aufs Schiff zubekommen, damit es aber
in Alex wieder vom Schiff runter, bzw. durch den dortigen Zoll
kommt bist du auf die Anweisungen des Käufers angewiesen
(Kaufvertrag).

Tja, da waren sie wieder meine drei Probleme.
Der Kunde in Ägypten ist Franchisenehmer einer grossen Filialkette. Der Kontakt zum Kunden fand bisher über die Zentrale in Deutschland statt. Das trägt auch nicht unbedingt zur Schaffung klarer Verhältnisse bei.
Aber heute hatte ich nochmal einen „alten Zollhasen“ beim HZA gefragt und ausserdem dann Kontakt direkt zum Kunden in Giza.
Der Kunde hat mir die benötigten Dokumente und Verfahrensweisen genannt, sein Deklarant spricht leider kein englisch.
Ich habe den Kunden darauf verpflichtet, das alle Einfuhrbestimmungen seine Baustelle sind und er allein dafür verantwortlich ist.
Hat er auch akzeptiert.

Das K&M gibt eher Anhaltspunkte als verbindliche Regelungen,
speziell wenn es um besondere Warenarten geht.

Eben. Da stand ja auch man möge sich bei der IHK über den aktuellen Stand erkundigen. Leider hatten die bei der IHK in HH auch nicht allzuviel Ahnung.
Eigentlich erschreckend das einem IHK und Hellmann keine Auskünfte geben können (Hellmann wusste nichtmal welche Begleitpapiere überhaupt erforderlich sind).

Ich mach halt normal nur Schweiz, UAE und Ostblock.
Naja, jetzt ist alles in Sack und Tüten.
Jedenfalls besten Dank für Euren „Support“.

Gruss Sebastian

Äh ja, das dachte ich auch und hatte gestern auch schon bei
Hellmann angefragt. Leider ziemlich ahnungslos der Verein.

Hellmann sagt mir gar nichts. Ich hätte es zuerst bei Schenker probiert. Die haben eigene Nah-Ost-Abteilungen.

Das irgendeiner, der mit Ägypten nichts am Hut hat, keine Auskunft geben kann wundert mich auch nicht. Auch die Zollabteilungen wissen nicht Bescheid. Das sind Spezialisten für deutschen Zoll nicht für Ägyptischen.

Stell dir mal vor es landet jemand bei dir an der Strippe und will wissen was eine 25-Watt-Birne kostet:smile:

Grüße
Dusan

Hi Dusan,

Hellmann sagt mir gar nichts. Ich hätte es zuerst bei Schenker
probiert. Die haben eigene Nah-Ost-Abteilungen.

Echt nicht? Ist aber eigentlich ziemlich bekannt.
http://www.hellmann.net/

Das irgendeiner, der mit Ägypten nichts am Hut hat, keine
Auskunft geben kann wundert mich auch nicht. Auch die
Zollabteilungen wissen nicht Bescheid. Das sind Spezialisten
für deutschen Zoll nicht für Ägyptischen.

Hmm, also da habe ich mit „meinem“ Zoll andere Erfahrungen. Sehr kompetent und hilfsbereit. Und wenn die nicht weiter wissen, dann wissen die aber wo ich nachfragen kann.

Stell dir mal vor es landet jemand bei dir an der Strippe und
will wissen was eine 25-Watt-Birne kostet:smile:

Wo ist das Problem? Dann kriegt er einen Preis :wink:

Gruss Sebastian

Hallo,Sebastian,

HH hat keine IHK! Nur eine Handelskammer.
Wenn Du nach Ägypten exportieren willst, brauchst Du CO etc., das sagt Dir Dein Kunde. Oder Du exportierst über eine Spedition, die Agenten oder Offices vor Ort hat.
CFR ist doch Klasse! Verzollung drüben ist Dir egal. Sonst wäre es ja DDP.
Die Ex A brauchst Du, um das Zeugs aus D rauszukriegen. Als Kleinkunde würde ich immer kleinere Speditionen fragen, also weder Hellmann noch Dachser noch Schenker oder sowas. Die schieben soviel Ware durch, dass nichtmal Zeit bleibt, Deine Fragen suffizient zu beantworten.

Grüße

Die Info, dass keine EUR.1 erforderlich ist, ist definitiv falsch. Für EU-Ursprungserzeugnisse können EUR.1 ausgestellt werden, da seit einiger Zeit ein Freihandelsabkommen (also zollfrei) besteht. Alternativ kann man natürlich ein UZ ausstellen.

Meine Erfahrung mit Ägypten sind allerdings sehr schlecht. Von ca. 120 Ländern mit denen ich Erfahrung habe, gehört Ägypten sicherlich zu den miesesten.
Fast jede Sendung -egal wie perfekt die Dokumente sind- wird vom Zoll blockiert. Ich kann mich des Eindrucks nicht verwehren, dass es sich dabei um eine jahrhundertealte Taktik handelt, um vom Einführer ein kleines „Bakschisch“ einzufordern.

Viel Erfolg

Hi,

HH hat keine IHK! Nur eine Handelskammer.

Richtig. Für uns ist auch die IHK Lübeck zuständig. Da die dort keine Ahnung hatten hat man das an Hamburg weitergegeben.

Die Ex A brauchst Du, um das Zeugs aus D rauszukriegen. Als
Kleinkunde würde ich immer kleinere Speditionen fragen, also
weder Hellmann noch Dachser noch Schenker oder sowas. Die
schieben soviel Ware durch, dass nichtmal Zeit bleibt, Deine
Fragen suffizient zu beantworten.

Öhm, so klein sind wir nicht. Nur machen wir mehr Richtung Ostblock, Schweiz, Dubai, Hongkong…
Aktuell habe ich Zypern an den Backen. Ist zwar EU, aber irgendwie scheint Nikosia schwieriger zu sein :wink:
Hellmann gibt sich schon Mühe, aber ich hätte da einen besseren Informationsgehalt erwartet.
Egal, erstmal muss der Kunde die Vorkasse zahlen.
Aber Danke Dir für Deine Antwort.

Gruss Sebastian

Schick den Kram nach Zypern auf T2A:smile:
Dann bestätigst Du quasi von hier aus, dass es Gemeinschaftsware ist. Der Zoll in Zypern ist dadurch in seiner Intelligenz etwas…gehemmt:smile:
Hab ich mit Schiffsersatzteilen dauernd gemacht. Warum sollte das nicht mit anderer Ware funktionieren?
Ich rate aber weiter von Massengutspeditionen ab. Solange Du da nicht richtig wichtig bist…
Ex HH: Seabridge, Rohde&Liesenfeld, Alfons Köster, Hamburg Express.

Cheers,

Marcus

Hi Marcus,

Schick den Kram nach Zypern auf T2A:smile:

Du meinst T2L ?
Sowieso :wink:

Ich rate aber weiter von Massengutspeditionen ab. Solange Du
da nicht richtig wichtig bist…
Ex HH: Seabridge, Rohde&Liesenfeld, Alfons Köster, Hamburg
Express.

Naja, was heisst richtig wichtig?
Den Speditionen gehts nicht mehr so gut. Hellmann und Schenker bemühen sich schon um uns, wie viele andere auch, die früher nichts mit uns zu tun haben wollten.
Die EU-weiten Sendungen laufen nach wie vor über Euroline, die ja nach Übernahme der ABX auch nicht mehr so klein sind :wink:
Aber hast schon recht: besser geworden sind die seit der Übernahme auch nicht, eher schlechter.
Die haben auch schon zugegeben, das sie sich da wohl etwas verhoben haben.

Gruss Sebastian