Extemes Ekzem: Behandlung gesucht

Hallo WWW-lers!

Vorab: ich habe schon selbst gegoogelt, aber bei >1,3 Mio, Ergebnisse kann ich leider den Stroh von dem Weizen nicht unterscheiden und deshalb bräuchte ich Eure Hilfe.

Also es gibt eine ältere Dame, die sonst gesund ist und sich auch so ernährt, die seit ca. 3 Monaten von einer so heftigen Art vom Ekzem geplagt wird, daß sie kurz vom Verzweifeln ist. In ihrem Fall ist es so schlimm, daß sie sogar von Ärzten mit Cortison behandelt wird. Und das bringt nichts: Nachts nimmt sie die Dosierung die vom Arzt verschrieben wurde, aber in der früh ist den ganzen Körper so übersät von diesen geschwollenen Ekzemen, daß sie sich sogar blütig kratzt. Dabei sind Augenlider und Lippen auch ganz geschwollen. Im Laufe des Tages legt sich das ganze ein bißchen, aber nie ganz.

Ihr wurde Meereswasser empfohlen. Auch mit Brennesseltee hat sie es probiert. Das lindert etwas den Juckreiz aber nur sehr kurzzeitig (nie über 10 Minuten) und dann geht alles von vorne los.

Es handelt sich NICHT um Neurodermitis, sondern um eine sehr heftige Art von Nesselsucht, bzw. -ausschlag, Urticaria.^

Nun meine Frage an Euch:
Kennt Ihr Seiten, die sich auf solch Antiinmmun-Erkrankungen spezialisiert haben und die Vorschlägen im PFLÄNZLICHEN Bereich geben? Habt Ihr selbst Erfahrungen mit solche Behandlungen für diese Erkrankung gemacht?

Ich bin über jeden ernstgemeinten Rat dankbar!

Schöne Grüße,
Helena
PS. Der AZ der Dame ist ansonsten gut.

Hallo Helena,

ich geh davon aus, dass die Urticaria von einem Arzt diagnostiziert wurde.

Für eine Urticaria kann es eine ganze Liste von Gründen geben.

Grundsätzlich kann man es mit Diagnostik versuchen. Das sollte dann aber von einer Stelle aus organisiert werden… sonst läuft das ins Endlose… also ein Arzt, der die Schritte plant… und bei dem die Befunde zusammenlaufen… (Fokussuche d.h. Gyn, Zahnarzt, HNO, Innere usw.)

Von „Rumdoktorn“ möchte ich erstmal abraten… gerade mit irgendwelchen „Pflänzchen“ kann man das ganze noch triggern und verschlimmern.

Um akut den Juckreiz zu nehmen… Tempotaschentuch auffalten und nassmachen… und auf die juckenden Stellen legen… möglichst nicht kratzen… das provoziert die Histaminausschüttung und macht das ganze noch schlimmer. Wichtig ist, zum Kühlen keine Coldpacks (zu kalt) oder Waschlappen (zu dick) herzunehmen… auch die verschlimmern den Juckreiz…

Antihistaminika können sowohl die Urticaria selbst „ausbremsen“ als auch den Juckreiz nehmen… bitte nicht einfach so in der Apotheke holen… sondern direkt zum Arzt, für Extremfälle ist es möglich, die auch zu spritzen.
Je nach vorhandenem Auslöser kann man dann überlegen, was man macht… Es gibt Basis-Diäten, die allergenarm sind… usw.

Mit ihrem Arzt ist auch zu besprechen, was an bisherigen Medikamenten (dazu zählen auch Tees, Vitamine, Mineralstoffe usw.) evtl. erstmal pausiert werden kann, um mögliche Auslöser in diesem Bereich wegzulassen.

Ich hoffe, ich konnte ein paar erste Anhaltspunkte geben…

Bianka

Hallo Bianka,
Vorab: vielen herzlichen Dank für Deine Antwort!

ich geh davon aus, dass die Urticaria von einem Arzt
diagnostiziert wurde.

Natürlich. Siehe was ich geschrieben hatte:

In ihrem Fall ist es so schlimm, daß sie sogar von Ärzten mit
Cortison behandelt wird. Und das bringt nichts: Nachts nimmt sie die
Dosierung die vom Arzt verschrieben wurde …

Für eine Urticaria kann es eine ganze Liste von Gründen geben.

Das ist ja. Deshalb wollte ich mich nach möglichen Behandlungen erkündigen, die das ganze mildern, weil uns ja bekannt ist, daß die Suche nach dem Grund ja ewig dauern kann und womöglich zu keinem Erfolg führt.

Grundsätzlich kann man es mit Diagnostik versuchen. Das sollte
dann aber von einer Stelle aus organisiert werden…

Ja klar. Dabei sind wir jetzt. Aber es hilft (zunächst) nix.

Von „Rumdoktorn“ möchte ich erstmal abraten… gerade mit
irgendwelchen „Pflänzchen“ kann man das ganze noch triggern
und verschlimmern.

Es ist so, daß manche Erkrankungen sich wesentlich lindern (zumindest die Erscheinungen) wenn man bestimmtes macht (oder eben läßt). Ich denke dabei an diese Getreideuntoleranz, die bis richtig diagnostiziert wurde, haben tausende darunter gelitten und sogar daran gestorben. Ähnliches könnte für diese Urticaria geben, daß z.B. wenn man XY nimmt, den Juckreiz verschwindet.

Um akut den Juckreiz zu nehmen… Tempotaschentuch auffalten…

Vielen Dank für diese Tipps (habe ich gelöscht um diesen Beitrag zu kürzen), aber die kennen wir schon. Auch toll sind Brenneseltees.

Antihistaminika können sowohl die Urticaria selbst
„ausbremsen“ als auch den Juckreiz nehmen… bitte nicht
einfach so in der Apotheke holen… sondern direkt zum Arzt,

Das hat sie auch vom Arzt. Aber ich möchte, daß sie damit aufhört. Geht aber nicht solange der Juckreiz so schlimm ist. (Bei ihr in der früh ist den ganzen Körper übersätt!!)

Je nach vorhandenem Auslöser kann man dann überlegen, was man
macht… Es gibt Basis-Diäten, die allergenarm sind… usw.

Genau! Und gerade danach habe ich ja gefragt.

Mit ihrem Arzt ist auch zu besprechen, was an bisherigen
Medikamenten (dazu zählen auch Tees, Vitamine, Mineralstoffe
usw.) evtl. erstmal pausiert werden kann, um mögliche Auslöser
in diesem Bereich wegzulassen.

Schon passiert und nichts ist geschehen. Denn die Dame nimmt eh keine Tbl. oder sonstige Präparate (AZ sonst gut und Patient gesund)

Ich hoffe, ich konnte ein paar erste Anhaltspunkte geben…

Vielen Dank für Deine Mühe, Bianka!

Liebe Grüße,
Helena

Hallo Helena,

http://forum.urtikaria.net/

dieses Urtikaria-Forum ist sehr gut, es gibt einen Bereich für Erfahrungsaustausch unter Betroffenen und einen Bereich, in dem man Fachmediziner um Rat fragen kann.

Viele Grüße
Diana

Liebe Helena,

solang man keine Ursache findet /gefunden hat, wird man nur symptomatisch behandeln (Kortikosteroide, Antihistaminika).

Bei den Therapieversuchen kann man auch mit A anfangen und irgendwann bei Z enden… aber das gleicht dann einem ähnlichen Lotteriespiel. Vielleicht erwischt man das richtige, vielleicht auch nicht.

Lass es einen unbemerkten Entzündungsherd im Körper sein, dann müsste der z.B. medikamentös saniert werden. Da würde eine bestimmte Auslassdiät nichts bringen. Wenn es eine Reaktion z.B. auf Gewürze ist, dann würde vielleicht eine Auslassdiät / Suchdiät auf die richtige Spur führen, die helfen aber nicht, wenn man sie mal 3 Tage macht, sondern auch das ist eine Geschichte, die oft über Wochen geht.

Du führst das Beispiel einer „Getreideintoleranz“ an… ich denke, du meinst damit die Sprue oder auch Zöliakie … also die Glutenunverträglichkeit. Auch da steht vor der Therapie die Diagnose, um mit der Glutenmeidung kausal zu therapieren.

Du schreibst, Du möchtest, dass sie mit den Antihistaminika aufhört. Warum?
Grundlage der Urticaria ist die Histaminfreisetzung. Die Antihistaminika greifen genau dort an, in dem sie „kurz umrissen“ die Histamin-Ausschüttung mindern. Also eigentlich einer der Mittel der Wahl bei dieser Erkrankung.

Ich verstehe, wie furchtbar der Juckreiz und wie notwendig die Linderung ist. Aber ich befürchte der Wunsch nach der kausalen Therapie lässt sich erst mit einer erfolgreichen Diagnostik befriedigen. Die Urticaria ist leider nur das Aushängeschild für X mögliche dahintersteckende Ursachen. „Die“ allgemeingültige, kausale Therapie gibt es leider nicht…

Viele Grüsse.

Hallo Helena,

abgesehen von der Ursachensuche, die natürlich weiterlaufen muss, hilft mir bei meiner Nesselsucht, die ich hin und wieder bekomme, die Salbe Halicar von der DHU ganz gut (pflanzlicher Wirkstoff Cardiospermum). Die Salbe aber erst mal an einer Stelle ausprobieren, bevor man sich überall damit einreibt, um zu testen, wie die Haut darauf reagiert.
Zusätzlich hat auch vielen die Einnahme des gleichen Wirkstoffs als homöopathisches Mittel (Cardiospermum D2) schon geholfen.
Einen Versuch könnte man äußerlich auch mit hochkonzentriertem Aloe Vera Gel starten.

Grüße
Michael

früh ist den ganzen Körper so übersät von diesen geschwollenen
Ekzemen, daß sie sich sogar blütig kratzt. Dabei sind
Augenlider und Lippen auch ganz geschwollen. Im Laufe des
Tages legt sich das ganze ein bißchen, aber nie ganz.

Ich bin absoluter Laie, aber wenn ich das so lese: Nachts schlimmer, tagsüber bessert es sich.

Hat sie schon mal woanders geschlafen? (Hotel, Freunde)
Ist das da gleich?
Vielleicht liegt die Ursache in ihrem Schlafzimmer?
Petra

Hallo Petra,
danke Dir für Deine Antwort.

Ich bin absoluter Laie, aber wenn ich das so lese: Nachts
schlimmer, tagsüber bessert es sich.

Nein es ist NICHT so.
In der Nacht kann sie wie gewohnt schlafen und hat keine Schmerzen bzw. kein Juckreiz.

Hat sie schon mal woanders geschlafen? (Hotel, Freunde)

Nein, hat sie in den letzten Monaten nicht. Nur bei sich daheim. Und diese Neselsucht hat sie seit rund 3 Monate.

Ist das da gleich?

???

Vielleicht liegt die Ursache in ihrem Schlafzimmer?

Das kann ich mir nun nicht vorstellen: Ihr Zimmer ist dasselbe wie in den letzten 30 Jahren.

Gruß,
Helena

Hallo Diana,

http://forum.urtikaria.net/

Vielen herzlichen Dank für diesen Link. Ich werde mich dort unbedingt anmelden und schauen was andere Betroffenne tun.

dieses Urtikaria-Forum ist sehr gut, es gibt einen Bereich für
Erfahrungsaustausch unter Betroffenen und einen Bereich, in
dem man Fachmediziner um Rat fragen kann.

Genau das ist wonach ich gesucht habe! Viiiiiiielen Dank! Dafür ein dickes Sternchen für Dich!

Viele Grüße

Dir auch ganz schöne und viele Grüße!
Dein Beitrag war mir eine sehr große Hilfe!

Helena

Hallo Michael,
Vielen herzlichen Dank für Deinen Beitrag.

abgesehen von der Ursachensuche, die natürlich weiterlaufen
muss, hilft mir bei meiner Nesselsucht, die ich hin und wieder
bekomme, die Salbe Halicar von der DHU ganz gut (pflanzlicher
Wirkstoff Cardiospermum).

Ich werde das auf jeden Fall weiter empfehlen. Vielen Dank! Genau so etwas (+ eine entsprechende Webseite) ist was ich mir von meiner Frage/Bitte versprochen hatte!

Die Salbe aber erst mal an einer
Stelle ausprobieren, bevor man sich überall damit einreibt, um
zu testen, wie die Haut darauf reagiert.

Auf jeden Fall!

Zusätzlich hat auch vielen die Einnahme des gleichen
Wirkstoffs als homöopathisches Mittel (Cardiospermum D2)
schon geholfen.

Ich werde mich im web erkündigen wo und genau was ich kaufen kann/soll.

Einen Versuch könnte man äußerlich auch mit hochkonzentriertem
Aloe Vera Gel starten.

Werden wir es an der zweiten Stelle probieren.

Ich danke Dir nochmals und ein Sternche für Dich!

Ganz schöne, dankbare Grüße,
Helena

Hallo Bianka,

Auch Dir danke ich für Deinen Beiträgen!

Aber das was Du sagst, entweder wußte ich schon (siehe ViKa) bzw. ist mir irgendwie „zu theoretisch“ im Vergleich zu dem was ich hier gesucht habe. Denn mir ging es um praktische Hinweise.

Daß man Antihistaminika bzw. Kortikoiden der Mitte der Wahl ist, habe ich natürlich schon gewußt. Aber mir geht es eben um einen anderen, zusätzlichen Weg zu finden, die eine Linderung verspricht.

Troztdem danke ich Dir!

Schöne Grüße,
Helena