Rumprobieren? Chkdsk? FDisk? Nein. NEIN. NEEEEEEEIIIIIIN!
Danach sind von den Daten mit Sicherheit nur noch Fetzen übrig. Jeder der schon mal bei einem nichttrivialen Festplattenproblem auf CHKDSK /f zurückgegriffen hat, weiß das.
Du brauchst jemanden, der was von Festplatten versteht, und der einen PC hat, wo er die Platte anhängen und vorsichtig untersuchen kann. Und nicht irgendein blindes Brachialtool, das auf gut Glück mal irgendwie irgendwas zu retten versucht. Außer die Daten wären Dir egal, dann kannst Du Durchaus irgendeinem Recovery-Tool eine Chance geben. Sobald es bei seinem Rettungsversuch auf die Platte schreibt, bist Du in Bezug auf Deine Daten in Gottes Hand.
Aber eigentlich können die Recovery-Programme Daten nur in zwei relativ trivialen Fällen wiederherstellen: der Benutezr hat sie selbst unvorsichtig gelöscht oder er hat die Platte formatiert. Das kommt aber versehentlich relativ selten vor, da man vorhe ja durchaus Rückfragen abnicken muss (Gehe mal von Windows als OS aus). Immerhin passiert es ab und an, weil Windows - doof wie es nun mal ist - bei nicht ganz einwandfreier Erkennung der Platte (was bei USB Anschluss durchaus ab und zu vorkommt - Stecker raus, bisschen warten und wieder rein reicht zur Behebung) vorschlägt, die „unbekannte“ Platte doch gleich neu einzurichten (=partinionieren und formatieren). Tschüss, Daten. Da aber „nur“ Systemtabellen überschriebenw erden kann man das gerade noch so rückgängig machen, aber Windows hatd afür kein geeigentes Tool, weder ChkDsk noch FDisk helfen da.
Eine „echte“ Reparatur (jenseits unbezahlbarer Profi-Recovery-Dienstleistung im Reinstraum) sieht so aus, dass man das Problem auf die Wurzel, also die Festplatte, zurückführt. Man muss sie dazu aus dem Gehäuse schrauben und an einen als zuverlässig geltenden PC als zweite Platte anschließen. Dann kann man sie vorsichtig mit Spezialtools (gibts idR vom Hersteller zum Download) untersuchen - selbstverständlich erst mal nur lesend.
Stellt man dabei fest, dass Mechanik und Elektronik an sich intakt sind, und nur dann, kann man die Platte mit dem OS der Hilfsmaschine weiter untersuchen. Oft erscheinen die Daten dann - dann wars nicht die Platte, sondern das externe Gehäuse war kaputt - Glück gehabt, das lässt sich für wenig Euro ersetzen. Oder man zieht mit dem Hilfs-PC eine Kopie der Daten auf eine andere Platte.
Werden dagegen trotz intakter Elektronik und Mechanik keine Daten sichtbar, verwendet man erst mal low-level Lesetools (Hex Editor der die Platte Sektor für Sektor lesen kann) um sich einen überblick über die wichtigsten Systemtabellen der Platte (Partitionstabelle, Haupt-Inhaltsverzeichnis und MFT) zu machen. Aus dem Bild das sich dann ergibt, sieht man, ob ein Recovery-Tool überhaupt eine Chance hat, irgendwelche Daten zu retten. Wenns so ist (in sagen wir mal 1 von 10 Fällen …) dann hat der Anwender Glück, und dann kann man das automatische Recovery-Tool seiner Wahl auf den Patienten loslassen. Die besseren ihrer Art machen vorher eine Kopie des alten Standes auf einen anderen Datenträger, damit man wenns nicht auf Anhieb klappt einen weitren Versuch hat, oder ein „besseres“ Tool probieren kann.
Sorry, aber so geht das, und für einen Gelegenheitstäter ist das nicht beherrschbar, und die guten Recovery-Tools ihrer Art kosten Geld und man muss sich in sie einlernen - Du brachst also jemanden mit Erfahrung auf diesem Sektor, so jemand arbeitet normalerweise im PC Support eines Computerhändlers oder einer größerern Firma, und wird normalerweise als „Der Schrauber“ bezeichnet.
Das blinde Anwenden eines Wundertüten-Tools dagegen kann ich nur Leuten empfehlen, die beste Beziehungen zu mindestens einem staatlich geprüften Glücksgott haben.
Alle Anderen sollten sich übrigens mit dem Thema Backup auseinandersetzen. Besonders die Besitzer nagelneuer Platten. Stichwort Badewannenkurve. Mein Stand derzeit bei 2TB Platten eines namhaften Herstellers, die ich von Berufs wegen in größeren Stückzahlen verbaue: Ausfallrate innerhalb der ersten 3 Monate: 1/6. Danach geht kaum mehr eine kaputt.
Armin.