He, Leute…
Ich schreibe heute für meine beste Freundin - ich bin ihre einzige. Eigentlich ist sie nett, lustig und unkompliziert. Aber erst erscheint sie komisch, abweisend, einfallslos. Ich war zu ihr in die WG gezogen, und weil wir eben zusammen wohnten, lernte ich sie kennen, mochte sie dann gern und wir freundeten uns an.
Ihr Problem: Sie macht eine Therapie, wegen ihrer Menschenscheu. Das gibt ihr schon Sicherheit mit sich selbst. Aber sie weiß auch: Umgang mit Menschen muss sie lernen. Also - wie???
Zu mir hat sie gesagt; sie könne ja nicht dauernd in WGs ziehen, um zu hoffen, lange genug mit netten Leuten zu leben, bis sie jeweils auftaut und sich mit einigen anzufreunden traut. Sie braucht immer echt lange!
Sie möchte in ihrer Freizeit gern etwas tun, wo sie Menschen trifft. Vor VHS Kursen oder so hat sie Angst - sie meint, da würde sie dann eben das machen, was man macht - Sprache oder Sport oder sonst… - und dann würde sie wieder gehen und wieder den Mund nie aufbekommen. Wie immer bis jetzt. (Sie ist 30.)
Habt ihr einen Tipp, wo man gut „Menschen kennen lernen“ kann - ohne Druck und mit ein bisschen Zeit? Günstigere Konstellationen als nebeneinander Aerobic zu machen und dann sagen zu müssen „ey, gehnwa noch was trinken?“ Oder so ?
(PS: Sie sucht keinen Freund!)
Sorry, das passt nur so halb hier ins Brett, aber unter „Freizeit“ noch weniger, da fand ich auch nichts.
Ich geb alle eure Tipps weiter!
Danke
Kassandra
guten morgen kassandra,
du erwähnst, sie hat eine therapie begonnen und so würde ich als freundin mich da nicht noch einmischen, nur unterstützend helfen,
beistehen. denn es braucht eben seine zeit bis sie den ursachen
auf den grund kommt und dann noch zeit bis sie dann irgendwann
mit ihre m/r therapeut/-in wege für sich entdeckt.
wenn es bei ihr soaufgesprägt ist dass sie selbst leidet und
professionelle hilfe gesucht hat, dann braucht sie auch noch diese
zeit und alles was mit der therapie zu tun hat.
also sei für sie da wenn sie erzählen will, unterstütze sie, hör ihr
zur, gib keine guten ratschläge solange sie selbst nicht mit eigenen
ideen kommt - denn es würde ohnehin nicht funktionieren und sie nur fustrieren. - versuch ihr doch lieber zu vermitteln, die zeit die sie
nun noch braucht ist wichtig und man muss nicht noch mehrgleisig fahren, solange man ja selbst noch gar nicht weiss, woher diese ängste
und auswirkungen denn kommen. nat. gehört noch mehr dazu, aber das merkt sie dann in der thera.
die dinge brauchen noch zeit sich zu kären und entwickeln und sie dahingehend zu stützen und sie in geduld zu motivieren, das halte
ich für die beste hilfe. - sie soll sich auf ihre therapie konzen-
tieren und nicht vorzeitig nebenher krampfhaft nebenkriegsschau-
plätze bearbeiten - im augenblick wäre das meiner meinung nach dann
nämlich der fall.
lasst es entstehen, wachsen - die zeit des austestens kommt früh genug und ich weiss von einem bekannten der auch eine thera gemacht hat auf grund ähnl. gründe, dass es ohnehin noch schwer wird den eigenen weg
unter so vielen möglichkeiten herauszufinden. - aber wenn sie soweit ist, ist sie auch stark genug für experimente bis sie ihren weg kennt.
gut gemeinte tips helfen nicht, sonst hätte sie in all den jahren schon lange keine probleme mehr. also, mach dir und ihr keinen druck, es wird sich finden
sie wird sich finden
))
LG
nina
Hi Kassandra,
ich weiß natürlich nicht, ob Deine Freundin (schon) in der Verfassung ist, meinen Tipp umzusetzen, das kann man aber auch später (ggf. öfter) machen:
Haupthindernis ist vermutlich mit anderen ins Gespräch (in Kontakt) zu kommen. Bezüglich Ihrer Geschichte WARUM das so ist und Was sie dabei tun kann, ist sie in guten Händen bei der Therapie. Mein Ansatz bezieht sich also auf TECHNIKEN. Vielleicht kann sie oder könnt ihr beide zusammen Mal einen Rhetorik-Kurs besuchen - man muss ja nicht mit dem Ziel dahingehen Cicero zu toppen . . . Wenn es angeboten wird, wäre natürlich ein Kurs zu „Small-Talk“ ideal.
Hi Nina,
weiß ich alles.
Von ihr kam die Frage, was sie ausser VHS machen könnte.
Ich bin niemand, der ungefragt Ratschläge erteilt.
Kassandra
Hi Nina,
hallo,
weiß ich alles.
aha.
Von ihr kam die Frage, was sie ausser VHS machen könnte.
mag ja sein, dennoch sehe ich es wie ich es schrieb.
Ich bin niemand, der ungefragt Ratschläge erteilt.
aha - im kern hat das aber nichts damit zu tun obs sinn macht.
und meiner ansicht nach machts keinen sinn zu weiteren „aktionen“
zu greifen - wie eben beschrieben.
Kassandra
nina
ich möchte mich gerne bei dir anhängen - weil mir etwas eingefallen ist als vorschlag.
ich haabe einen bekannten der eine etwas ausgeprägtere sozialphobie hatte und eine langzeittherapie angefangen hatte.
aber das reichte ihm nicht, er wollte endlich eine art privatleben
beginnen (der einzige aussenkontakt war chatten und die telefonate mit mir - wobei ihm beides geholfen hatte als einsteig!!!)
jedenfalls hatte er sich dann bei einer tanzschule angemeldet und es war echt nicht leicht für ihn - er ist einige male aus der stunde weggelaufen!!! - aber er hat gleich zu beginn der lehrerin gesagt, dass es bestimmte probleme geben könnte und so war es so, das die scham überwindbar war. zumal er ja auch probleme mit dem korperkontakt hatte - aber (fand ich echt ne gute idee) das ja beim tanzen ein muss ist und so ging es nach und nach immer besser. er ist dann richtig tanzwütig geworden im laufe der zeit*g - er verlor gewisse ängste frauen gegenüber, langer weg nat. und oft nur auf seine tanzpartnerin bezogen und auch nur in kleinen schritten, aber immerhin doch sehr beachtlich.
viele gespräche in der thera und auch mit mir über erlebtes, wahrgenommens, ängste, neue wege.
recht fix zog er mit einer frau zusammen die genau informiert war
und mit allem gut klarkam, weitere nicht lange zeit später war er verheiratet! (mal von anderen dingen die er gelernt hat und nun
konnte abgesehen, denn sein vordergründiges ziel warja vielfältiger
natur)
jedenfalls - ich will chatten nun nicht schönreden, aber für eine zeitlang kann es schüchternen ängstlichen menschen evtl eine echte hilfe sein als brücke - es kommt auf den (die!!!) versuch(e) an.
und evtl kann man dann da etwas schöpfen das einem verhilft auch
„real“ neues zu wagen. - bei ihm wäre das eine ohne das andere nicht
gegangen.
evtl wäre das ja ein versuch wert.
LG
nina