Extreme Rückenbeschwerden - Osteopath? (lang)

Hallo liebe wwwler!

Meine Mutter leidet seit Jahren unter extremen Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich. Sie treten plötzlich durch unbedachte Bewegungen auf, verstärkt aber zur Zeit ihrer Periode.
Sie hat dann Schwierigkeiten, die Beine nach vorn anzuheben, kann also nur langsam rückwärts gehen. Lähmungserscheinungen hatte sie allerdings nie dabei.
Mittlerweile ist sie damit ca. 5 Mal im Krankenhaus gelandet. Jahrelang vermutete man Bandscheibenvorwölbungen und behandelte diese mit Cortison und Diclofenac (welches sie fast schon in Dauermedikation einnimmt). Anfang des Jahres (am Muttertag…) kam sie wieder mit denselben Beschwerden ins KH. Das KH hat ein neues MRT-Gerät, durch das sie sie dann geschoben haben. Nun kam heraus, dass die Nerven an den Austrittsstellen an den Wirbeln entzündet sind. Vor 2,5 Wochen hatte sie dann eine minimalinvasive Denervation und das Problem sollte für immer erledigt sein.
Seit gestern liegt sie wieder flach, mit den gleichen Symptomen und Schmerzen wie immer. Ihr (neuer) Hausarzt meinte, es würde wohl an den Sakralgelenken liegen, weil sie auch Probleme hat, Urin zu lassen…

Mann, da das nicht so weiter gehen kann, hier nun meine Frage:
Ist das etwas, womit sich ein Osteopath beschäftigt? Oder zu was für Spezialisten könnte man sie noch „schleifen“? (sie ist bereit alles gegen die Schmerzen zu tun, denn sie leidet wirklich extrem seit Jahren)

Bin dankbar für alle Tipps, möchte ihr wirklich gern helfen (auch nicht ganz uneigennützig, denn ich hoffe, dass ich das nicht geerbt habe… Mein Vater hat auch ständig Rückenprobleme…)

Dank und Gruß,
finnie

Hallo Finnie,

wie bei Alternativheilkunde üblich handelt es sich bei Osteopathie um eine Methode, die auf Theorien beruht, die dem wissenschaftlichen Verständnis der Funktionsweise des menschlichen Körpers widersprechen, und deren angebliche Wirksamkeit bislang gänzlich unbelegt ist.

«Tatsächlich fehlt bisher jeder Beweis, dass Osteopathie mehr ist als Placebo», bekennt Jörg Rüdiger von der SAOM*. Untersuchungen gibt es zwar viele: Insbesondere an den Osteopathie-Schulen werden zahlreiche Dissertationen geschrieben. Doch sie alle genügen nicht den Ansprüchen der Wissenschaft: Die eine Studie wird von Osteopathen ausgewertet und ist damit nur bedingt objektiv, der nächsten fehlt die Placebo-Kontrolle, und wieder die nächste hat nur zehn Probanden. (http://www.nzz.ch/2006/06/25/ws/articleE8L0K.html)

Beste Grüße

=^…^=

*Swiss Association of Osteopathic Medicine

Hallo =^…^= !
Danke für den Hinweis.

Ich arbeite in der Schulmedizin und bin selbst „alternativheilkundlich“ eingestellt. Mir ist es also egal, ob es ein hilfreiches Placebo ist oder eine handfeste OP, die hilft! Fakt ist, dass wissneschaftlich fundierte Medizin meiner Mutter jahrelang nicht geholfen hat und es nun an der Zeit ist auch mal links und rechts der Gleise zu gucken.

Hast du auch was Konstruktives?

Gruß
finnie

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Hallo,

Danke für den Hinweis.

Die leider völlig falsch sind. Seit 100 Jahren wird in den USA die Osteopathie von Ärzten praktiziert (Still legte seinerzeit die Grundlagen), später wurde sie von Upledger und Sutherland ergänzt.

In Frankreich und England ist die Osteopathie seit ca. 10 Jahren ein eigenständiger anerkannter medizinischer Beruf, in D wurde sie gerade erst anerkannt. Die ewig Gestrigen, könnte man dazu sagen… wie so viele hier im Forum.

Ich arbeite in der Schulmedizin und bin selbst
„alternativheilkundlich“ eingestellt. Mir ist es also egal, ob
es ein hilfreiches Placebo ist oder eine handfeste OP, die
hilft! Fakt ist, dass wissneschaftlich fundierte Medizin
meiner Mutter jahrelang nicht geholfen hat und es nun an der
Zeit ist auch mal links und rechts der Gleise zu gucken.

Hast du auch was Konstruktives?

Schau dir die Seite http://www.osteopathie.de an. Ich selbst, nach einer vieljährigen Odyssee durch orthopädische, physiotherapeutische und andere ähnliche Praxen, einer OP dazu, fand letztlich bei der Osteopathie endlich Hilfe: OHNE weitere Op, die man mir wieder vorgeschlagen hatte, OHNE Schmerzmittel mit ihren Nebenwirkungen. Die Osteopathie ist sanft, nachhaltig und ganzheitlich und hätte ich sie nicht gefunden, säße ich heute wohl im Rollstuhl und müßte Unmengen Schmerzmittel „futtern“. Beim Bewegungsapparat sind die Behandlungsprinzipien selbst für den Laien logisch nachvollziehbar und vieles mehr. Zwei Teilbereiche daraus habe ich selbst erlernt und mit Erfolg angewendet. Ich kann daher nur jedem Bandscheiben-, WS-geplagtem raten, diese Therapie auszuprobieren.

Gruß,
Cantate

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Hallo,

Meine Mutter leidet seit Jahren unter extremen Rückenschmerzen
im Lendenwirbelbereich. Sie treten plötzlich durch unbedachte
Bewegungen auf, verstärkt aber zur Zeit ihrer Periode.
Sie hat dann Schwierigkeiten, die Beine nach vorn anzuheben,
kann also nur langsam rückwärts gehen. Lähmungserscheinungen
hatte sie allerdings nie dabei.
Mittlerweile ist sie damit ca. 5 Mal im Krankenhaus gelandet.
Jahrelang vermutete man Bandscheibenvorwölbungen und
behandelte diese mit Cortison und Diclofenac (welches sie fast
schon in Dauermedikation einnimmt).

Bandscheibenvorwölbungen kann man mit Cortison und Diclofenac nicht beheben, hier wird mal wieder nur das Symptom Schmerz behandelt, aber nicht die Ursache.

Anfang des Jahres (am
Muttertag…) kam sie wieder mit denselben Beschwerden ins KH.
Das KH hat ein neues MRT-Gerät, durch das sie sie dann
geschoben haben. Nun kam heraus, dass die Nerven an den
Austrittsstellen an den Wirbeln entzündet sind.

Wenn die Nerven an den Wurzeln entzündet sind, gibt es da eine Störung, wahrscheinlich werden sie eingeklemmt, gereizt und entzünden sich dann. Diese Entzündung bzw. dieses Symptom kann man lindern. Dazu nimmt man 20g Magnesium-Chlorid, löst es in einem Liter Wasser auf und trinkt davon im akuten Stadium 4x täglich 50ml. Magnesium-Chlorid wirkt entzündungshemmend, regt die Leukozyten an und bewirkt noch so manches gesundende mehr im Körper.

Vor 2,5 Wochen hatte sie dann eine minimalinvasive Denervation und das
Problem sollte für immer erledigt sein.
Seit gestern liegt sie wieder flach, mit den gleichen
Symptomen und Schmerzen wie immer. Ihr (neuer) Hausarzt
meinte, es würde wohl an den Sakralgelenken liegen, weil sie
auch Probleme hat, Urin zu lassen…

Wenn Probleme beim Wasserlassen auftreten, liegt der Verdacht auf Lähmungserscheinungen nahe. Das Sakralgelenk, wenn es denn die Ursache ist, kann osteopatisch sehr gut und schonend behandelt werden!!! Hier sofort etwas unternehmen.

Mann, da das nicht so weiter gehen kann, hier nun meine Frage:
Ist das etwas, womit sich ein Osteopath beschäftigt? Oder zu
was für Spezialisten könnte man sie noch „schleifen“? (sie ist
bereit alles gegen die Schmerzen zu tun, denn sie leidet
wirklich extrem seit Jahren)

Es gibt auch bei uns inzwischen Ärzte und Physiotherapeuten die schon lange unter der Hand und nun endlich auch legal die Osteopathie anwenden können. In meinem Beitrag unten ist die Webseite genannt. Heute stehen sie auch in den Gelben Seiten.

Bin dankbar für alle Tipps, möchte ihr wirklich gern helfen
(auch nicht ganz uneigennützig, denn ich hoffe, dass ich das
nicht geerbt habe… Mein Vater hat auch ständig
Rückenprobleme…)

Die erbt man wohl weniger als daß man sie erwirbt, durch falsche Haltungen, ständiges Sitze oder Stehen, schweres Heben, Stürze bei denen die WS einen Schlag weg bekommt, was sich dann erst viel später auswirkt, schlechte Ernährung usw.

Hier noch Stichworte zur Websuche: Still, Sutherland, Upledger - die Ärzte, die die Osteopathie entwickelten, lehrten, Osteopathy, Cranio-Sacral-Therapy, Muscle Energy. Allerdings sollte man auf UK-, FR- und US-Seiten suchen, da bei uns fast alles verteufelt wird, was vorgeblich nicht medizinisch anerkannt ist, deshalb ist auch Wikipedia.de nicht zu empfehlen.

Viel Erfolg und gute Besserung für deine Mutter,
Cantate

Hallo Cantate,

Danke für den Hinweis.

Die leider völlig falsch sind.

das ist er (= der Hinweis) nicht. Ich möchte noch einmal die Gelegenheit nutzen und aus der Brettbeschreibung zitieren:

Alle im Brett angesprochenen und abgehandelten alternativmedizinischen diagnostischen oder therapeutischen Verfahren haben, auch wenn sie weit verbreitet sind und häufig angewandt werden, in der Regel keine naturwissenschaftliche Basis. Aus wissenschaftlicher Sicht sind weder Wirkung noch Nebenwirkung hinreichend belegt.

Seit 100 Jahren wird in den USA die Osteopathie von Ärzten praktiziert

Das stimmt so nicht; Osteopathie wird in den USA zwar - im Gegensatz zu Deutschland - an Universitäten gelehrt und die entsprechenden Curricula sind - ebenfalls im Gegensatz zu Deutschland - weitestgehend an die schulmedizinischen welchen angelehnt, der Abschluss ist aber ein anderer: http://en.wikipedia.org/wiki/Comparison_of_MD_and_DO…

Beim Bewegungsapparat sind die Behandlungsprinzipien selbst für den Laien logisch nachvollziehbar und vieles mehr.

Leider widerspricht diese laienhafte Logik dem derzeitigen Stand der Wissenschaft:

Die von Osteopathen postulierte Anregung der Selbstheilungskräfte ist nicht bewiesen (…)Eine besondere Rolle des Bindegewebes ist ebenso wenig wissenschaftlich belegt wie positive Effekte durch die osteopathische Stimulation des Bindegewebes. (http://www.amazon.de/Andere-Medizin-Alternative-Heil…)

Da Du aber so sehr von der Methode überzeugt bist, kannst Du sicher stichhaltige Studien verlinken, in denen der Nachweis erbracht wird, dass die Wirkung über den Placebo-Effekt hinausgeht.

Gruß

=^…^=

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Hallo Finnie,

es tut mir leid, dass ich nicht das geschrieben habe, was Du lesen wolltest.

Ich halte aber einen Hinweis darauf, welche Methode mit Sicherheit nicht helfen wird, für durchaus konstruktiv; der Placebo-Effekt wirkt natürlich auch bei schulmedizinischen Behandlungsmethoden - nur eben zusätzlich…

Da Deine Mutter gerade erst den Hausarzt gewechselt hat, würde ich es für sinnvoll erachten, zunächst mit ihm das weitere Vorgehen zu besprechen bzw. eine genaue Diagnose abzuwarten.

Gruß

=^…^=

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virtuelles marketing

Die Osteopathie ist
sanft, nachhaltig und ganzheitlich

irgendwie hatten wir diese diskussion schon.

kann es sein, daß in regelmäßigen abständen das pseudomedizinische marketing nach argumentativer ruhepause immer wieder von vorne anfängt?

außerdem heilt nur die bibel alles. das ist weltweit erwiesen.

e.c.

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Liebe Antwortenden!
Abgesehen von der Diskussion, ob ganzheitliche, Natur-, Alternativmedizin nun Humbug ist oder nicht: Kann jemand etwas zu dem geschilderten Problem berichten oder anraten? Ich (bzw. meine Mutter) bin natürlich auch gewillt, einen schulmedizinischen Spezialisten aufzusuchen. Hauptsache es hilft ihr irgendwie! Mit Mitte 50 ist man noch nicht so weit vom Schuss, dass man/frau den Rest des Lebens in der 90°-Stellung aufm Sofa oder im Krankenhaus verbringen möchte.
Danke an cantate, der einen Erfahrungsbericht beigesteuert hat und Dank an die anderen, die mich vor Scharlatanen bewahren wollen…

So, nun ist Schluß mit der Diskussion und BACK TO TOPIC PLEASE!

:wink: finnie