es gibt wohl kaum einen „seriösen“ psychologischen Test im Internet. Sicher könnte man einen standariserten Test, wie ihn auch Psychologen verwenden, ins Netz zur Verfügung stellen, aber ein Test ist professionell durchgeführt, komplexer als nur ein Ankreuzen von Antworten.
Dazu zählt insebesondere der Ausschluss von benachbarten Diagnosemöglichkeiten, bzw. die Kombination mit ihnen.
Beispiel: einer fühlt sich irgendwie „anders“ und stellt fest, dass er wesentlich schneller lernt als andere. Dann macht er einen Internet-IQ Test, wobei er überdurchschnittlich abschneidet. Jetzt könnte er behaupten, dass er hochbegabt ist und deswegen „anders“ ist. Ein geschulter Psychologe könnte aber weitere Beobachtungen in seiner Diagnose einschließen und herausfinden, dass die Person unter dem Asperger Syndrom „leidet“.
Weiterhin gibt es kaum ein psychologisches Syndrom, was da ist oder nicht. Es gibt viele Abstufungen und erst ab einer gewissen Ausprägung spricht man von einer Abweichung von der Norm.
„Leben Sie allein?“ - „Nein, wegen meinem Alter und meiner
finanziellen Situation ist das garnicht möglich, auch wenn ich
es vielleicht gerne würde.“
oder
„Waren Sie Einzelkind oder ältestes Kind?“ - „Hat wohl weniger
mit den Wesenszügen eines Exzentrikers, als mehr mit einer
statistischen Wahrscheinlichkeit zutun.“
Die Psychologie als Wissenschaft hat nun mal mit statistischen Wahrscheinlichkeiten zu tun - nur wenn man die Norm und deren Abweichungen kennt, kann man auch einen Test konstruieren, der etwas misst.
Wenn nun bei Untersuchungen von Exzentrikern festgestellt wird, dass diese überwiegend allein leben oder das älteste Kind oder Einzelkind sind, dann sind diese Fragen in einem Test gerechtfertigt. Die Beantwortung der Frage alleine sagt nichts aus, aber es ist ein Puzzleteil von Vielen. Wenn viele Antworten auf einen Exzentriker deuten, die betroffene Person aber ältere Geschwister hat, oder in einer Beziehung lebt, dann lassen diese Antworten nicht die Diagnose kippen. Beurteilen kann das letztendlich nur ein Psychologe in einer Diagnostik.
Die Krankenkasse wird so eine „nur-zum-Spass“ Diagnostik aber nicht übernehmen.
deswegen werden Menschen, die telefonisch um einen Diagnosetermin bitten abgelehnt, weil angenommen wird, dass sie nicht telefonieren können.
Und deswegen landen hochbegabte Kinder auf Sonderschulen, weil angenommen wird, dass wenn sie doch so schlau sind, dann sollten sie gefälligst auch gute Noten haben.
Hallo und vielen Dank!
Ich hatte bei den vielen, teils überheblichen, Antworten schon fast das vertrauen in dieses Forum verloren.
Ich bin sehr froh, dass es auch noch Menschen gibt, die auf die eigentliche Frage eingehen und einem kompetent antworten können!
Vielen Dank nochmal für die gute Antwort!
Lg Florian
Ich kann es ehrlich gesagt nicht verstehen, warum hier fast
alle ein Problem damit zu haben scheinen, wenn man etwas über
sich selbst herausfinden will. Hätte ich geschrieben „Ich
glaube, ich hab ADHS“ und würde Übereinstimmungen von
Symptomen finden, würdet ihr da auch so reagieren?
Wirklich helfen wollen hier wohl leider die wenigsten, habe
ich so langsam das Gefühl
Der Unterschied ist, dass jemand der ADHS hat, darunter leidet (zumindest wenn er es vermutet und deshalb Bestätigung sucht) und dass es eine medizinische Diagnose ist (wenn sie denn richtig gestellt ist) und dass es Therapien gibt, um damit besser leben zu können.
Was nicht klar ist, was du mit dem Label „Exzentriker“ machen willst.
Du sagst: Selbsterkenntnis. Ich sage: Nabelschau.
Was ändert sich am Verständnis deiner selbst, wenn du dir dieses Ettiket aufklebst? Ändern willst du es ja offensichtlich nicht.
Hinzukommt das Paradoxon, dass gerade ein Exzentriker sich einen Sch@* um solche Einordnungen und Kategorisierungen scheren wird.
Als ich mich über diese Art der Leute mal informiert habe,
ein Exzentriker ist jemand, der außerhalb der Normen lebt. Und so leid es mir tut, im Zeitalter der Massenmedien ist diese Spezies zum Aussterben verdammt. Überall kriegt man Klischees eingebläut.
Lies’ mal Romane aus dem (vor-)letzten Jahrhundert. Da gibt es Menschen, die keine Konventionen kennen - nicht immer zu ihrem und ihrer Umwelt besten. Wenn du dich schon informierst, wer du evtll. bist, bist du kein Original im bairischen und eigentlichen Sinn.
Aber da bist du in bester Gesellschaft. Frag einfach ohne zu fragen „darf ich fragen“ was du wissen willst, dann bist du schon originaler als (zum Glück noch) manche andere.
Wie ich schonmal schrieb, geht es mir um das Verständnis
meiner Selbst. Ich will mir kein „Etikett aufkleben“, aber da
es diesen Wissenschaftlich belegbaren Menschenschlag gibt,
wäre es Interessant, zu wissen, ob man dazu gehört oder nicht.
ja, gut, warum nicht. Ich kann und werde mir kein Urteil darüber erlauben, inwieweit dir diese Kategorisierung weiterhilft oder nicht.
Aber eine Sache gebe ich doch hiermit zu bedenken: Gäbe es diesen standardisierten, objektiven, allgemein gültigen, anerkannten, streng wissenschaftlich evidenzbasierten Exzentrikertest wirklich und würde dieser in deinem Fall ein dir alles andere als genehmes Ergebnis generieren, also jetzt beispielsweise (Vorsicht, mega-überspitzte Formulierung!) glasklar nachweisen, dass du dich im Gegenteil zum allersterbenslangweiligsten Durchschnitt zu zählen hast, würdest du dieses auf reinen evidenzbasierten Standards beruhende Ergebnis denn überhaupt anerkennen?
Würdest du nicht im Gegenteil mindestens die verwendete Methodik oder so in Bausch und Bogen in Frage stellen?
Die Seriosität in Zweifel ziehen?
Oder am Besten gleich deine Singularität herausstreichen und daraus folgend diesen Test einfach für ungültig erklären?
Na?
(Du brauchst jetzt hier beileibe nicht in aller Öffentlichkeit darauf eingehen, sondern allein für dich offen und ehrlich diese objektiv vorhandene Möglichkeit in Betracht ziehen).
Aber Vorsicht Falle: Solltest du von vorneherein allein aus deinem subjektiven Bauchgefühl raus in vollster Gänze von deiner noch gar nicht mal bewiesenen Exzentrizität überzeugt sein, geht es dir wie mit allen Gegnern der Wissenschaft. Sie urteilen halt allesamt ebenso aus dem Bauch heraus, deswegen dreht sich die Sonne ganz klar um die Erde und bei Vollmond gibt es viel mehr Babys. Das wäre dann in der Tat nichts weiter als reine Bauchpinselei.
Hallo.
Selbst, wenn ich in dieser Gruppe einzuordnen wäre, würde sich an mir selber nichts ändern. Ich bin so, wie ich bin und würde mich deswegen nicht anders benehmen oder würde damit hausieren gehen.
Es würde mir lediglich sagen, dass andere anders denken und ich könnte sie somit besser verstehen und einordnen.
Für mich ist die Frage also weniger: Was bin ich?
Sondern: Sind die meisten Menschen anders?
Und das fänd ich schon interessant zu wissen.
Es ist mir vollkommen egal, was die anderen von mir denken, falls ich unter diese Gruppe falle, oder nicht. Ich werde mich nicht dadurch definieren oder profilieren, es würde mir nur helfen, die Gesellschaft besser einzuordnen.
Also sehe ich da kein Paradoxon drin!
Hallo und danke für deinen guten Beitrag.
Ich weiß, dass es keine genaue Abgrenzung zwischen Exzentrikern und „Normalen Menschen“ gibt.
Würde ich einen vernünftigen Test machen, bei dem ich auch vorher von der Richtigkeit des Ergebnisses überzeugt bin (also keinen billigen Onlinetest, sondern einem guten Psychologischen Test) würde ich das Ergebnis auch auf jeden Fall akzeptieren!
Ich lege es nicht darauf an, ein Exzentriker zu sein, es interessiert mich nur, etwas neues über mich selber in Erfahrung zu bringen.
Und ich bin auf keinen Fall ein Verleugner der Wissenschaft, habe ich doch selber Physikalische Technik studiert und finde, dass jede Theorie auf der Wissenschaft basieren muss.
Hi,
Könnte man solche Personen dann nicht schon fast dem Asperger-Syndrom zuordnen? Aber auch hier ist der Übergang wohl wieder fließend.
Aber wenn um diesen Grad des Exzentrischen geht, da hast du wohl recht, dann würde ich wohl nicht mehr dazu gehören.
Hi,
wenn man davon absieht, dass ich hier von keinem wissen wollte, was ich bin oder nicht bin (dazu fehlt hier wahrscheinlich fast allen die fachliche Qualifikation), wäre es schön, wenn du deine Auffassung auch belegen könntest, um mich zu überzeugen oder mir zu zeigen, dass deine Aussage so nicht ohne Einbehalte stimmen kann.
aber natürlich dürfen sie auch mein Alter erfahren.
kannst mich duzen - ist hier üblich
Ich bin 20 Jahre (fast 21),
Ahh - danke
es hat also nichts mit kindischem
„Ich hab da mal was gehört und will das jetzt sein“ zu tun.
In diese Richtung gingen meine Gedanken garnicht - aber Deine Reaktion stützt meine Vermutung:
Du bist genauso exzentrisch wie alle, die kein Kind mehr sind, aber noch nicht wissen, was für ein Erwachsener sie sein werden.
ja, Du hast recht - ich hätte es begründen sollen.
Es ist ein wichtiges Merkmal von Exzentrikern, dass sie ihre Exzentrik eben nicht wahrnehmen bzw. wahrhaben wollen (sie negieren diess vehement) - sondern alle anderen um sich rum als sonderbar empfinden.
Jemand, welcher es überhaupt für möglich hält, Exzentriker zu sein, ist sicherlich keiner.
Ich hoffe, meine Einlassung wurde dadurch für Dich verständlicher.
wenn man davon absieht, dass ich hier von keinem wissen
wollte, was ich bin oder nicht bin (dazu fehlt hier
wahrscheinlich fast allen die fachliche Qualifikation), wäre
es schön, wenn du deine Auffassung auch belegen könntest, um
mich zu überzeugen oder mir zu zeigen, dass deine Aussage so
nicht ohne Einbehalte stimmen kann.
Ich arbeite/te seit Jahrzehnten im Kulturbetrieb, war immer von Exzentrikern umgeben, die das nie nötig hatten, sich als solche zu betiteln. Wenn Dir das als Qualifikation nicht reicht, hat das mit Exzentrik allerdings nix zu tun (nur mal zur Vorwarnung).
hast Du eine Quelle für Deine Begründung (Exzentriker nehmen sich als solche nicht wahr)?
Das wäre wirklich interessant zu wissen, obwohl es eher wenig aussagt. Die Warhnehmung einer Person ist so vielfältig wie es Menschen auf dieser Welt gibt. Der eine nimmt sich schlank wahr, ist aber übergewichtig. Ein anderer hält sich für schlau, obwohl er nichts weiss…
Die Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung ist ein Thema für sich - egal um welche Persönlichkeit(störung) es sich handelt.
Hallo,
ich arbeite auch seit Jahrzehnten im Kulturbetrieb - mir ist noch kein diagnostizierter Exzentriker über den Weg gelaufen. Ein schräger Vogel macht noch lange keinen Exzentriker aus.
Ich wäre da sehr vorsichtig mit dieser Art von „Alltagspsycholgie“ - mit Qualifikation hat das nichts zu tun.
die wirklichen Experten für Exzentriker sitzen in England.
Eine exzentrische Dame namens Edith Sitwell hat dort ein Buch herausgebracht des Titels „Englische Exzentriker“. Mit dessen Hilfe dürfte sich herausfinden lassen, ob diese Bezeichnung auf Dich zutrifft.