Guten Tag liebe VWL-Experten,
ich schreibe in Wirtschaftspolitik in zwei Wochen eine Klausur. Unser Lehrer meinte, wir sollten uns nochmal die Monatsberichte der EZB angucken und so eigentlich leicht erkennen was in den letzten Jahr so zur Debatte stand.
Ich denke mal er will auf die geldpolitischen Maßnahmen der EZB in der Fianzkrise hinaus oder wüsste einer vllt. einen wichtigeren Punkt?
Meine Frage ist nun eher speziell, es wird oft von „verstopften Kanälen“ gesprochen?! Was kann ich darunter verstehen und wie wurden/werden Sie verstopft?
Vllt. hat auch jemand kurz Zeit in einer Kausalkette kurz diese ganze Thematik EZB/Finanzkrise zur erörtern…wäre echt super nett!!!
Vielen Dank im voraus!
Hallo, schwer zu erahnen auf was er genau hinaus will. Die reine Bilanzsummenaufblähung , vielleicht stören ihn auch die Bondkäufe , oder sonst was.
Was die verstopften Kanäle angeht. Allgemein geht man davon aus, dass monetäre Impulse der Zentralbank recht schnell doch auch auf die Wirtschaft wirken. Ich persönlich denke, dass es noch sehr viele andere Faktoren als die Geldpolitik ( und hier vorwiegend den kurzfristigen Zins ) gibt, die auf die Konjunkturentwicklung wirken. Außerdem wird im Zuge der vermeintlichen Kreditklemme und des zum erliegen gekommenen Interbankmarktes von „verstopften Kanälen“ gesprochen. Allerdings ist dies auch etwas kurz gesprungen wie ich denke. Hier spielt die allgemeine Risikoscheu der Banken und eine immer noch vorhandene Tendenz zur Bilanzreduzierung ( Eigenkapital !! ) die sicher wichtigere Rolle.
Wichtig anzuschauen im Monatsbericht sind sicher die beiden Seiten hauptsächlich bei Forderungen und Verbindlichkeiten gegen MFI ! Viele Leute wundern sich nur, wo das viele Geld geblieben ist, dass die EZB den Banken geliehen hat und übersehen, dass ein sehr großer Teil von den Banken wieder bei der EZB angelegt wird.
Das mal auf die schnelle. Stehe gerne für weitere Fragen zur Verfügung wenn es konkret um einzelne Dinge geht.
Beste Grüße