leider finde ich kein besseres Board, daher versuche ich es mal hier mit der Hoffnung,dass ich hier ein paar Experten finde.
Stellt euch mal folgendes Szenario vor:
Eine Fachabteilung in einem Großkonzern ist sehr unzufrieden mit der IT-Abteilung des Mutterkonzerns, der für sie zuständig ist. DIe Fachabteilung wird zu sehr reglementiert und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis passt nicht.
Jetzt möchte die Fachabteilung eine eigene IT betreiben, d.h. mit dem (überhöhten) Kosten der internen IT-Abteilung soll nun eine eigene (kostengünstigere) IT betrieben werden. Bei den Anfoderungen der Fachabteilung handelt es sich z.B. um Anschaffung von Hardware, Exchange (oder Alternativen), Pflege des Datencenters, Support für die 30 Mitarbeiter, … halt klassische IT-Aufgaben, die jetzt selbst gemacht werden sollen.
Natürlich ist hier noch die Frage nach einer Lösung offen (z.B. Eigenbetrieb, Cloud, …).
So, nun bin ich als Mitarbeiter der Abteilung beauftrat, mich darum zu kümmern. Leider habe ich keine Ahnung was ich nun machen soll. Und jetzt kommt ihr ins Spiel
Folgende Fragen sind für mich offen:
Was muss ich allgemein beachten?
Was seht ihr noch für Möglichkeiten, außer ein Eigenbetrieb, Cloud, …
Gibt es irgendwo zahlen, was eine IT pro CLient kosten darf?
Was gibt es noch für Lösungsmodelle?
WIe würdet ihr an das Thema rangehen, wenn es nur heißt, dass man weg von der eigenen teuren IT möchte
die betreuung der it einer größeren firma durch nicht wirklich qualifizierte personen geht nur so lange gut so lange alles läuft und nur kleinigkeiten anfallen. im laufe der zeit wird sich das netzwerk immer mehr zu einer bastellösung entwickeln und irgendwann kommt dann der bigbang und es geht garnichts mehr.
d.h. für euch: entweder einen richtigen administrator einstellen, das wird sich bei 30 clients aber nicht lohnen. oder auf einen externen dienstleister setzen. hier würde man halt nur das zahlen was wirklich anfällt, kann meist einen vertrag mit garantierten reaktionszeiten aushandeln und steht auch nicht vor dem problem „was mach ich wenn mein admin krank/im Ulraub ist und es einen ausfall gibt“.
was das konzept angeht muss man halt einfach mal durchrechnen. am beispiel von exchange: hosted exchange kostet bei 30 boxen etwa 5,50€ bis 6€ pro box im monat sind etwa 2200€ im Jahr. Ein Server hat laut Afa Tabelle eine Abschreibungsdauer/Nutzungsdauer von 5 Jahren wären also 11000€ für Hosted exchange. ein exchangeserver für 30 clients und anteilige kosten für eine zentrale datensicherung dürften die 5000€ in der anschaffung nicht übersteigen. aber hier müssen halt auch noch kosten für strom, kühlung, wartung mit eingerechnet werden.
wenn es an diesen elementaren überlegungen schon scheitert werdet ihr um einen eigenen admin bzw externen dienstleister nicht herumkommen.
Zusätzlich hierzu finde ich es erstaunlich, dass sich offenkundig gegen die interne Regelung gestellt wird. Wird eurer Abteilung eine Rechnung der internen EDV geschrieben? Oder was ist mit den hohen Kosten gemeint? Wenn die euch wirklich eine Rechnung schreiben ist es ja eigentlich eine Firma in der Firma?! Oder habt ihr einfach ein Budget und da werden die entstandenen Kosten von abgezogen?!
Ansonsten kann ich mich der Aussage von hilman2 nur anschließen: Wenn ihr keinen Admin in den eigenen Reihen habt müsst ihr entweder einen einstellen oder einen Wartungsvertrag mit einem externen Dienstleister abschließen. Ob das im Endeffekt wirklich günstiger wird … ich weiß ja nicht. Außerdem hängt es auch von der Art und Weise ab, wie euer Bereich mit dem Rest der Firma zusammenarbeiten muss. Wenn hier eine Abhängigkeit besteht, muss sichergestellt sein, dass euer Netz auch mit dem Anderen zusammenarbeiten kann, denn so wie sich das anhört wollt ihr euch komplett abnabeln!?
„DIe Fachabteilung wird zu sehr reglementiert“
Ich hab noch nie gehört, dass eine Abteilung das nicht gesagt hat.
Sicherheit bringt diese strengen Vorgaben einfach mit und kostet einfach Geld. Wenn euere Firma verstanden hat, das der User nichts darf wird sie kaum zulassen, das ihr in ihrem Produktivnetz ein eigenes Süppchen kocht.
Gruß
Tipp von jemanden der die Auswirkungen von so einem Projekt schonmal aufräumen musste: Macht VORHER aus welcher Kopf rollt wenn die Abteilungsrechner Amok laufen.
Damals haben es 2 Rechner (Server A und B) hinbekommen die Internet-Verbindung der Abteilung dicht zu machen. Nach dem Plattmachen und Neuinstallieren hat man nach den Backups gesucht: keine mehr da. Server A hat seine Backups auf B gemacht, Server B auf A. Tapes gab es zwar, aber die Bänder waren alle komplett verschlissen und der Admin hat die Warnemails nicht beachtet. Bye-Bye 2 Jahre Emails (alle Clients auf IMAP, keine lokalen Kopien), Dokumente, Pläne, Verträge… Von den Verträgen gab es Hardcopies und nach 2 Monaten waren die auch wieder eingetippt. Vom Rest fehlt bis heute jede Spur. Man hätte die gelöschten Daten von den Platten wiederherstellen können wenn die Abteilung sich gemeldet hätte bevor man die RAIDs neu erstellt hat. Das ReSyncen ist ein recht effektiver Weg der Datenernichtung.
Grund war auch recht schnell gefunden: auf den Servern waren ftp-Server für interne Dokumente installiert worden. Und dann wollte einer von aussen drauf zugreifen. Bei deren Passwortpolitik war es nur eine Frage der Zeit.