Fachmann gefragt: doof oder genial?

Hallo!
Ich komme nicht zu einem sicheren Schluß über folgendes Video:

Die USB-Bratpfanne!
Hätte er nicht so selbstverständlich die Keramikbeinchen hergestellt, wär mir klargewesen, daß nur ein Fake sein kann, - aber nun … ???

http://www.metacafe.com/watch/1582942/diy_usb_cookin…

Bin gespannt!
LG und schönes Wochenende
Mona

Fake
Hallo Mona,

Die USB-Bratpfanne!
Hätte er nicht so selbstverständlich die Keramikbeinchen
hergestellt, wär mir klargewesen, daß nur ein Fake sein kann,

  • aber nun … ???

AM USB liegen 5V an.
Maximal können 0.5A gezogen werden. Bei einer schlechten Implementierung kann es auch etwas mehr sein, aber gerade bei einem Laptop wird die Stromverwaltung recht genau genommen.

Also, 5V und 0.5A ergeben 2.5 Watt Leistung.

Eine normale Herdplatte hat zwischen 1’000 und 2’000 Watt.

Noch Fragen ??

MfG Peter(TOO)

Hallo Mona,

in der Spezifikation der USB-Schnittstelle ist auch eine Grenze angegeben, wieviel Strom ein USB-Gerät maximal ziehen darf. Andererseits sind gerade elektrische Heizgeräte die größten Stromverbraucher. Aus diesen beiden Tatsachen genügt die Bezeichnung:

Die USB-Bratpfanne!

, um zu sagen, das ist ein Fake.

Nichts desto trotz ist der Film recht nett gemacht. So wie die Heizspirale angebracht ist, wird aber das Ergebnis doch nur heiße Luft sein, selbst wenn genügend Strom zur Verfügung steht.

Viele Grüße
Stefan

evtl. gehts doch
Hallo,

Ich komme nicht zu einem sicheren Schluß über folgendes Video:
Die USB-Bratpfanne!
Hätte er nicht so selbstverständlich die Keramikbeinchen
hergestellt, wär mir klargewesen, daß nur ein Fake sein kann,

  • aber nun … ???

Naja, USB zum Kochen ist prinzipiell Blödsinn.

http://www.metacafe.com/watch/1582942/diy_usb_cookin…

Allerdings muß man die Details beachten und evtl. auch paar
Sachen annhemen, die nicht expliziert dargestellt werden.

Das soll nicht pauschal ein USB-Anschluß benutzt werden, sondern
ein USB-HUB.
Wenn an diesen aber mit eine externe leistungsfähige Stromversorgung
angeschlossen wird (z.B. 5A-Netzteil), dann hätte man bis
ca. 25W Heizleistung zur Verfügung.
Ist zwar immer noch sehr wenig zum Kochen, aber ein Ei könnte
man mit viel Geduld evtl. gerade zur Gerinnung bringen.

Voraussetzung ist dabei natürlich auch, daß der HUB keine
Sicherungen hat, die den hohen Strom abschalten.
Gruß Uwi

Hallo Uwi

Naja, USB zum Kochen ist prinzipiell Blödsinn.

http://www.metacafe.com/watch/1582942/diy_usb_cookin…

Richtig.

Allerdings muß man die Details beachten und evtl. auch paar Sachen annhemen, die nicht expliziert dargestellt werden.

Da soll nicht pauschal ein USB-Anschluß benutzt werden, sondern ein USB-HUB.
Wenn an diesen aber mit eine externe leistungsfähige Stromversorgung
angeschlossen wird (z.B. 5A-Netzteil), dann hätte man bis ca. 25W Heizleistung zur Verfügung.
Ist zwar immer noch sehr wenig zum Kochen, aber ein Ei könnte man mit viel Geduld evtl. gerade zur Gerinnung bringen.

Voraussetzung ist dabei natürlich auch, daß der HUB keine Sicherungen hat, die den hohen Strom abschaltet.

Nach meiner Erfahrung mit einem elektrischen Tischgrill, der prinzipiell den gleichen Aufbau und damit in etwa den gleichen Wirkungsgrad hat, brauchst Du, um den gleichen Effekt wie im Film zu erreichen, ca. 500W +/-50%

Ich halte den Film ebenfalls für ein Fake.

Gruß
merimies

Hallo,

Nach meiner Erfahrung mit einem elektrischen Tischgrill, der
prinzipiell den gleichen Aufbau und damit in etwa den gleichen
Wirkungsgrad hat, brauchst Du, um den gleichen Effekt wie im
Film zu erreichen, ca. 500W +/-50%

Nö, das kann man nicht vergleichen, weil der Wirkungsgrad
höchst wahrscheinlich nicht gleich ist.
Ein Grill gibt seine Wärme hauptsächlich durch Strahlung ab.
Da wirkt die Konvektion eher kontraproduktiv, weil diese kalte
Luft ansaugt und somit eher kühlt.

Im gezeigten Fall ist die Heizspirale im Zwischenvolumen
eingesperrt, so daß nach unten nicht so viel Wärme weggeht.
Die Pfanne scheint auch relativ klein zu sein.

Dann gibt es noch einen Aspekt. Um ein Ei zu brutzeln, braucht nicht
die gesamte Pfannenfläche heiß zu herden. Es reicht, wenn punktuell
(über dem Heizdraht) die Temp. über der Gerinnungstemp. liegt.
Der Rest geht durch rühren. 80°C sollten schon reichen.
Das Ei selber wirkt auch isolierend. Die Oberfläche muß ja nicht
heiß sein, sondern nur die Grenzfläche zwischen Pfanne und Ei.

Ich halte den Film ebenfalls für ein Fake.

Naja, kann schon sein, obwohl es nicht so sehr weit weg von der
Realität liegt.
Man kann darüber diskutieren, ob nun 25W reichen oder doch 50W
nötig sind. 500W braucht man aber auf keinen Fall, bloß um
ein Ei zu braten. Klar, schneller gehts natürlich schon.

Fasse mal eine 100W Glühlampe an. Da verbrennst du dir ordentlich
die Finger. Die Oberfläche einer Glühlampe ist aber nicht so sehr
viel kleiner als die Pfannenoberfläche.

Ich habe hier z.B. eine Energiesparlampe mit 12W Leistungsaufnahme.
Die ist schon fast so heiß, daß man dauerhaft nicht mehr anfassen
kann. Die Oberfläche entspricht etwa einer 10cm Pfannenfläche.

Rein rechnerisch kann man die Oberflächentemp. abschätzen.
Strahlung vernachlässige ich mal, unter 100°C macht Konvektion
den Haupteffekt.
Bei einer Oberfläche von angenommen 4dm²=0,04m² braucht ca.
250mW für 1grd (Übergangskeff. = ca 6W/(1m² x 1grd) im
eingeschwungenen Zustand.
Mit 25W schafft man also schon ca. 100grd Erwärmung.
Da bleiben also auch noch paar % für Strahlungsverluste über.
Gruß Uwi

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Hallo, liebe Elektroniker!
Erstmal danke für Eure Beteiligung!
Daß es sich eher um eine theoretische Frage handelt ist mir auch völlig klar! Ich habe keinesfalls die Absicht, das nachzubauen! :wink:
Solange ich in der Lage bin, einen PC zu betreiben, auch wenn’s ein Schleppi ist, kann ich auch auf irgendwelche praktischere Kochstellen zurückgreifen. Die 15W-Lampe (220V-Wechselstrom allerdings) erzeugt ja auch Temperatur zum Eierbraten, wenn sie lange genug an ist.
Eigentlich sehe ich das Erstaunliche daran in der niedrigen Spannung. Ich hatte eigentlich eher die Vermutung, daß es was mit Hochfrequenz zu tun hat?? Da scheine ich mich geirrt zu haben.
Und die Verwendung des Wolfram-Wendels (wenn ich das richtig sehe). Das wird ja eingesperrt, ähnlich wie in der Glühlampe. Diese erzeugt eine umso größere Leistung, je größer der Wolfram-Draht ist … der allerdings bei Luftzufuhr sofort verbrennt. Entsteht ein Vakuum zwischen den Teilen? Wohl kaum …
Uwi, Dein Beitrag gibt mir gute Denkanstöße. :wink: Allerdings finde ich, daß die Energiesparlampe nicht zum Vergleich geeignet ist, weil sie mit Trafo betrieben wird und die sichtbare Energie - das Licht - nicht durch ein Wendel, sondern durch Leuchtstoff entsteht. Vielleicht verstehe ich Dich ja auch falsch …? Jedenfalls werde ich über Deine Beispiele nachdenken! Welche Rolle spielt der Widerstand dabei?
Noch weniger kann man die USB-Pfanne aber mit dem 220V-Wechselstrom-Tischgrill vergleichen. Das finde ich ein schlechtes Argument als Beweis für die Unmöglichkeit des USB-Grills!
Abschließend stelle ich fest, daß für mich nicht eindeutig geklärt ist, ob es nun ein Fake ist, oder nicht.
Es grüßt Euch
Mona *nachdenklich*

Hallo Mona,

Dein Argument ob 5V, 230V oder 400V und ob Gleichspannung oder Wechselspannung spielt keine Rolle, selbst Gas oder Kohle spielt hier keine Rolle.

Die erreichbare Temperatur ist ist ein rein physikalisches Problem und die Art der Heizung spielt dabei keine Rolle.

5v und 100A ergeben 500W. 230V und 2.17A ergeben auch 500W. Ab diesem Punkt ist der restliche Rechenweg identisch !

Normgerecht können aus dem USB-Stecker maximal 2.5W bezogen werden.
Selbst bei 10W, und diesem Aufbau, wird man keine Eier kochen können !

MfG Peter(TOO)

Hallo,

Die 15W-Lampe
(220V-Wechselstrom allerdings) erzeugt ja auch Temperatur zum
Eierbraten, wenn sie lange genug an ist.
Eigentlich sehe ich das Erstaunliche daran in der niedrigen
Spannung. Ich hatte eigentlich eher die Vermutung, daß es was
mit Hochfrequenz zu tun hat?? Da scheine ich mich geirrt zu
haben.

Ein ganz einfacher Heizdraht hat nix mit HF zu tun.
Peter hat es schon erklärt.

Und die Verwendung des Wolfram-Wendels (wenn ich das richtig sehe).

Das ist kein Wolram sein, sondern eine spezielle Widerstandslegierung
z.B. Konstantan.
http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantan

Das wird ja eingesperrt, ähnlich wie in der Glühlampe.
Diese erzeugt eine umso größere Leistung, je größer der
Wolfram-Draht ist

Die Zusammenhänge sind etwas komplizierter.

… der allerdings bei Luftzufuhr sofort verbrennt.

Vor allem deshalb, weil in einer Glühlampe die Temperatur knapp
unter der Schmelztemp. vom Wolfram liegt (ca. 3000k).

Entsteht ein Vakuum zwischen den Teilen? Wohl kaum

Natürlich nicht. Der Heizdraht muß ja auch nur auf ca. 300-400°C
erwärmt werden. Das glüht der Draht noch nicht mal.

Uwi, Dein Beitrag gibt mir gute Denkanstöße. :wink: Allerdings
finde ich, daß die Energiesparlampe nicht zum Vergleich
geeignet ist, weil sie mit Trafo betrieben wird und die
sichtbare Energie - das Licht - nicht durch ein Wendel,
sondern durch Leuchtstoff entsteht.

Die Energiesparlampe ist ein viel besserer Vergleich als eine
Glühlampe, weil bei der Energiesparlampe auch die meiste
Verlustwärme durch Konvektion abgeben wird.
Bei der Glühlampe wird aber der größte Teil abgestrahlt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan-Boltzmann-Gesetz

Noch weniger kann man die USB-Pfanne aber mit dem
220V-Wechselstrom-Tischgrill vergleichen. Das finde ich ein
schlechtes Argument als Beweis für die Unmöglichkeit des USB-Grills!

Wie Peter schon schrieb, entscheidend ist nur die Wärmeleistung.

Abschließend stelle ich fest, daß für mich nicht eindeutig
geklärt ist, ob es nun ein Fake ist, oder nicht.

Naja, ich habe ja auch Einschränkungen für die Machbarkeit dargestellt.
Wenn man sich an die USB-Spec. hält, geht es sicher nicht.

Wer aber so einen Blödsinn wie Eier braten per USB macht, muß sich
auch nicht sklavisch an Spezifikationen halten.
Gruß Uwi

geht nicht!
Danke Euch allen - ich bin nun auch von der Unmöglichkeit überzeugt!
Habe mich hingesetzt und dank Eurer Hinweise ein bißchen Physik nachgeholt!
Hat doch 'ne Menge gebracht!
Sehr nett von Euch, daß Ihr Euch so viel Mühe gemacht habt!
Es grüßt
Mona