Hallo Stefan,
das Gewerbe, das sich mit der Trockenlegung von Gebäuden beschäftigt, heißt Bautentrocknung. Bautentrocknung ist ein handwerksähnliches Gewerbe, d. h. es gibt keine geregelte Ausbildung. Neben etlichen Scharlatanen mit Patentrezepten gibts darunter auch versierte Fachleute.
Die geeignete(n) Maßnahme(n) kann ich aus der Ferne nicht benennen. Aber so viel kann ich Dir verbindlich sagen: Man bekommt JEDEN Keller knochentrocken, ausnahmslos jeden. Das hat auch nichts mit dem Alter des Hauses zu tun. Wer sich mit einem feuchten Keller abfindet, nur weil das Haus alt ist, hat selbst Schuld. Im Idealfall kommt man rundherum von außen an das Gemäuer heran. Das Problem, das dann noch bleibt, ist die Kellersohle. Aber auch da läßt sich z. B. durch Verkieselung bzw Einpressen silikonhaltiger Mittel eine dauerhafte Abdichtung erzielen. Damit ein Haus nach Abdichtung dauerhaft dicht bleibt, leistet eine Drainage gute Dienste. Dabei muß man natürlich für eine Abflußmöglichkeit des Drainwasser sorgen. Außerdem ist durch intelligente Lüftung Kondenswasser vorzubeugen.
Der hier schon aufgetauchte Rat, den Keller mit Kies zu füllen, taugt nicht wirklich etwas. Das Haus hat dann nach wie vor nasse Füße und Wasser kann in Gemäuer mehrere Meter hoch steigen. Die Verfüllung ganzer Räume mit Kies ist nur in wenigen Ausnahmefällen eine brauchbare Methode und dabei handelt es sich niemals um Schutz vor Feuchtigkeit. Früher waren z. B. Zisternen üblich. Es gab auch Sickergruben direkt an der Hauswand. Solche Räume kann man trocknen und dann mit Kies füllen. In den nassen Hohlraum den Kies eingefüllt, gibt nach ein paar Jahren vorhersehbar eine ziemliche S§$$"/& ab. Wenn dauernd Wasser nachkommt, wird die Angelegenheit irgendwann unangenehm müffeln. Außerdem ist es schade um wertvollen Raum.
Davon sollte man unbedingt die Finger lassen: Innenanstriche und Innenbeschichtungen gleich welcher Art; Geräte, die mit geheimnisvollen el. Feldern trocknen sollen und Innenverkleidungen aller Art. Ansonsten bekommt man alles pottdicht und trocken, Mauerwerk aller Art, Beton und sogar Bruchsteinwände. Es ist nur eine Frage des geeigneten Verfahrens (das immer in gleicher Weise geeignete Allroundverfahren als eierlegende Wollmilchsau gibts dabei nicht).
Ach ja: Es kann passieren, daß die Trockenlegung nicht so ganz billig wird. Es muß zuvor genau untersucht und geplant werden und die Ausführung ist regelmäßig arbeitsintensiv. Aber preiswert ist die Maßnahme allemal, denn abgesehen von der Nutzbarkeit eines trockenen Kellers führen dauerhaft feuchte Wände über kurz oder lang zu Gebäudeschäden, die die gesamte Bausubstanz gefährden. Durchfeuchtete Wände können ihre feuchtigkeitsregulierende Funktion nicht mehr leisten, führen zu hohen Heizkosten und durch Schimmelbildung bestehen Gesundheitsgefahren.
Geeignete Maßnahmen müssen nicht unbedingt durch einen Fachbetrieb für Bautentrocknung durchgeführt werden. Es gibt Architekten, Bauingenieure und Statiker, die sich auf diesem Gebiet auskennen und die Arbeiten planen, durch Baufirmen ausführen lassen und überwachen. Ich halte diese Vorgehensweise nicht für die billigste, aber für die sicherste, weil man je nach den Gegebenheiten deutlich über Handwerkerwissen hinaus gehende Kenntnisse braucht.
Gruß
Wolfgang