Fachmann gesucht

Hallo Leute,

Freunde von mir haben ein Problem mit Wasser im Keller bei Ihrem neu gekauften Haus. Jetzt haben sie drei unterschiedliche „Fachleute“ geholt und haben drei völlig unterschiedliche Meinungen bekommen, was es sei und wie man es beheben könne.

Meine Fragen:
Gibt es wirkliche(!) Fachleute für so was?
Gibt es dafür eine Berufsbezeichnung, nach der man suchen kann?
Kennt jemand zufällig jemanden im PLZ-Bereich 67?

Gruß
Stefan

Hi,

wenn es ein neues Haus ist, sollten siwe schleunigst einen Baugutachter einschalten bzw. vorher die Baufirma zurückpfeifen, damit die ihren Pfusch geradebiegt. Wenns nicht klappt --> Gutachter (öffentlich vereidigt!)
.

Gruß
Frank

Moin Frank,

wenn es ein neues Haus ist, …

Nö, Gebrauchtimobilie. Blöderweise hat der Verkäufer auch noch auf Probleme mit Wasser im Keller hingewiesen - mit Regress ist da nix, es geht um die Reparatur. (Warum man sich dann sowas kauft bitte nicht mich fragen!)

Gutachter (öffentlich vereidigt!)

Naja, „öffentlich vereidigt“ sagt noch nichts über die Fachkenntnisse in diesem speziellen Bereich. Die Leute hatten bisher schon einen Architekten, einen Bauunternehmer und einen Gutachter(?) drin. Wie gesagt: drei völlig unterschiedliche Diagnosen.

Gruß
Stefan

ist da nix, es geht um die Reparatur. (Warum man sich dann
sowas kauft bitte nicht mich fragen!)

Hallo !

Weil man sich entschlossen hat und dann ziemlich blind ist. Wäre Wasser im Keller gewesen während der Besichtigung, wärt Ihr sicher nicht drauf eingegangen, es zu kaufen.

Keller die lecken, sind ein altes Problem!

Wo ist er naß? Sind es die Wände oder nur der Boden?

Wohin läuft Euer Regenwasser vom Dach? Versickert es im Garten? Oder habt Ihr Regenwasserkanalisation?

Gruß max

Hallo Max,

Weil man sich entschlossen hat und dann ziemlich blind ist.
Wäre Wasser im Keller gewesen während der Besichtigung, wärt
Ihr sicher nicht drauf eingegangen, es zu kaufen.

Ich habe selber auch ein Feuchteproblem im Keller - aber wenn mich doch ein Verkäufer selber noch darauf hinweist und es auch in den Kaufvertrag schreiben lässt. So schnell könnte man garnicht gucken, wie ich dann rennen würde!

Keller die lecken, sind ein altes Problem!

Yup. Kann ich wie gesagt ein Lied von singen. Wasser ist eh’ was feines - wenn man’s irgendwie draussen halten kann.

Wo ist er naß? Sind es die Wände oder nur der Boden?
Wohin läuft Euer Regenwasser vom Dach? Versickert es im
Garten? Oder habt Ihr Regenwasserkanalisation?

Ich habe die Hütte noch nie gesehen, habe heute nur eine Klagemail meiner Freunde bekommen. Seit Weihnachten Wasser (1cm) im Keller, trotz laufender Pumpen.

Ich denke auch nicht, dass da irgendwelche Ferndiagnosen helfen - da muss ein Fachmann vor Ort ran. Nur, um mal wieder auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, wie finden?! Die „Experten“, die sich bisher die Sache angesehen haben, müssen wohl von Erneuern der Drainage/Absperrung über das Giessen einer zusätzlichen Betonschicht auf die Grundplatte bis zur Abrissbirne alles mögliche und unmögliche vorgeschlagen haben, was nicht grade zur Beruhigung meiner Freunde beiträgt…

Gruß
Stefan

Gruß max

Ich habe selber auch ein Feuchteproblem im Keller - aber wenn

mich doch ein Verkäufer selber noch darauf hinweist und es
auch in den Kaufvertrag schreiben lässt. So schnell könnte man
garnicht gucken, wie ich dann rennen würde!

Ja, aber wenn man sich in ein Haus verliebt hat, ist der feuchte keller kein Problem. Ich habe selbst mehrere Häuser gekauft und verkauft (privat) und man wollte einfach nicht sehen. Vor allem sind es die Frauen, die sich dann nichts sagen lassen.

Ich habe die Hütte noch nie gesehen, habe heute nur eine
Klagemail meiner Freunde bekommen. Seit Weihnachten Wasser
(1cm) im Keller, trotz laufender Pumpen.

Man müßte auch wissen, für die Ferndiagnose, Beton oder gemauert? Wahrscheinlich gemauert.

Ich denke auch nicht, dass da irgendwelche Ferndiagnosen
helfen - da muss ein Fachmann vor Ort ran. Nur, um mal wieder
auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, wie finden?! Die
„Experten“, die sich bisher die Sache angesehen haben, müssen
wohl von Erneuern der Drainage/Absperrung über das Giessen
einer zusätzlichen Betonschicht auf die Grundplatte bis zur
Abrissbirne alles mögliche und unmögliche vorgeschlagen haben,
was nicht grade zur Beruhigung meiner Freunde beiträgt…

Ja, mehr wird es auch nicht werden an „Expertenvorschlägen“.
Nur, eines ist sicher, haben sie keine Regenwasserkanalisation, hilft es alles nichts. Dann nützt auch keine Drainage. Wo sollte die hinführen? Aufs Nachbargrundstück?!

Das Beste wäre, sich zu überlegen, ob sie den Keller überhaupt benötigen. Wenn nicht, mehrere Lkw mit groben Kies bestellen und hinein damit. Problem weg! Haben mehrere Bekannte von uns so gemacht.

Gruß max

Frust!

Ja, mehr wird es auch nicht werden an „Expertenvorschlägen“.

Soll heissen: während man sonst für jedes noch so exotische Wissensgebiet einen Hansel findet, der sich genau darauf spezialisiert hat, gibt es im Baugewerbe nur den „Gutachter“ und der hilfesuchende Kunde muss sich darauf verlassen, dass diese Nase seine Ausbildung nicht in der Wüste Gobi absolviert hat und daher von Wasser und Kellern keine Ahnung hat???

Das ist ja schlimmer als bei den Anwälten! Bei denen kann man wenigstens noch bei Gericht erfragen, wer in diesem und jenem Fachgebiet spezialisiert ist.

Das Beste wäre, sich zu überlegen, ob sie den Keller überhaupt
benötigen. Wenn nicht, mehrere Lkw mit groben Kies bestellen
und hinein damit. Problem weg! Haben mehrere Bekannte von uns
so gemacht.

Netter Vorschlag. Den spare ich mir auf, wenn ich die Leutchens mal wieder persönlich treffe. *prust*

Aber mal im Ernst: Hülfe das auch gegen das aufsteigende Wasser im Mauerwerk, welches ja wohl nicht lange auf sich warten ließe wenn die Grundplatte absäuft?

Gruß und Danke
Stefan

Aber mal im Ernst: Hülfe das auch gegen das aufsteigende
Wasser im Mauerwerk, welches ja wohl nicht lange auf sich
warten ließe wenn die Grundplatte absäuft?

Ja, natürlich, da irgendwo in Höhe des Erdbodens (etwas höher) eine Feuchtigkeitssperre eingelegt ist. (Falls man sie nicht vergessen hat!!).
Diese Feuchtigkeitssperre ist eine Gummimatte oder Teerpappe, welche das Mauerwerk im Boden von dem über dem Boden trennt. Feuchtigkeit bleibt hier hängen. Das Gute ist, diese Matte, ist sie mal eingelegt, kann nicht mehr entfernt werden, da das Gewicht der Mauer drauf lastet.
man kann sie bei den meisten Häusern sehen.

Gruß max

Hallo Stefan,

das Gewerbe, das sich mit der Trockenlegung von Gebäuden beschäftigt, heißt Bautentrocknung. Bautentrocknung ist ein handwerksähnliches Gewerbe, d. h. es gibt keine geregelte Ausbildung. Neben etlichen Scharlatanen mit Patentrezepten gibts darunter auch versierte Fachleute.

Die geeignete(n) Maßnahme(n) kann ich aus der Ferne nicht benennen. Aber so viel kann ich Dir verbindlich sagen: Man bekommt JEDEN Keller knochentrocken, ausnahmslos jeden. Das hat auch nichts mit dem Alter des Hauses zu tun. Wer sich mit einem feuchten Keller abfindet, nur weil das Haus alt ist, hat selbst Schuld. Im Idealfall kommt man rundherum von außen an das Gemäuer heran. Das Problem, das dann noch bleibt, ist die Kellersohle. Aber auch da läßt sich z. B. durch Verkieselung bzw Einpressen silikonhaltiger Mittel eine dauerhafte Abdichtung erzielen. Damit ein Haus nach Abdichtung dauerhaft dicht bleibt, leistet eine Drainage gute Dienste. Dabei muß man natürlich für eine Abflußmöglichkeit des Drainwasser sorgen. Außerdem ist durch intelligente Lüftung Kondenswasser vorzubeugen.

Der hier schon aufgetauchte Rat, den Keller mit Kies zu füllen, taugt nicht wirklich etwas. Das Haus hat dann nach wie vor nasse Füße und Wasser kann in Gemäuer mehrere Meter hoch steigen. Die Verfüllung ganzer Räume mit Kies ist nur in wenigen Ausnahmefällen eine brauchbare Methode und dabei handelt es sich niemals um Schutz vor Feuchtigkeit. Früher waren z. B. Zisternen üblich. Es gab auch Sickergruben direkt an der Hauswand. Solche Räume kann man trocknen und dann mit Kies füllen. In den nassen Hohlraum den Kies eingefüllt, gibt nach ein paar Jahren vorhersehbar eine ziemliche S§$$"/& ab. Wenn dauernd Wasser nachkommt, wird die Angelegenheit irgendwann unangenehm müffeln. Außerdem ist es schade um wertvollen Raum.

Davon sollte man unbedingt die Finger lassen: Innenanstriche und Innenbeschichtungen gleich welcher Art; Geräte, die mit geheimnisvollen el. Feldern trocknen sollen und Innenverkleidungen aller Art. Ansonsten bekommt man alles pottdicht und trocken, Mauerwerk aller Art, Beton und sogar Bruchsteinwände. Es ist nur eine Frage des geeigneten Verfahrens (das immer in gleicher Weise geeignete Allroundverfahren als eierlegende Wollmilchsau gibts dabei nicht).

Ach ja: Es kann passieren, daß die Trockenlegung nicht so ganz billig wird. Es muß zuvor genau untersucht und geplant werden und die Ausführung ist regelmäßig arbeitsintensiv. Aber preiswert ist die Maßnahme allemal, denn abgesehen von der Nutzbarkeit eines trockenen Kellers führen dauerhaft feuchte Wände über kurz oder lang zu Gebäudeschäden, die die gesamte Bausubstanz gefährden. Durchfeuchtete Wände können ihre feuchtigkeitsregulierende Funktion nicht mehr leisten, führen zu hohen Heizkosten und durch Schimmelbildung bestehen Gesundheitsgefahren.

Geeignete Maßnahmen müssen nicht unbedingt durch einen Fachbetrieb für Bautentrocknung durchgeführt werden. Es gibt Architekten, Bauingenieure und Statiker, die sich auf diesem Gebiet auskennen und die Arbeiten planen, durch Baufirmen ausführen lassen und überwachen. Ich halte diese Vorgehensweise nicht für die billigste, aber für die sicherste, weil man je nach den Gegebenheiten deutlich über Handwerkerwissen hinaus gehende Kenntnisse braucht.

Gruß
Wolfgang

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