Fachwerkfassade an einem Neubau befestigen

Hallo
Bei uns in der Gegend gibt es einige Fachwerkhäuser aber es sind alles Hauptstraßendörfer. Deshalb wollen wir in einer ruhigen gegend neu bauen. Ein Fachwerkhaus können wir uns aber nicht leisten.
Im Nachbarort haben wir gesehen wie jemand ein neues Haus mit Balken verkleidet und ausgefacht hat. Dies finden wir eine tolle Idee zumal der Bauherr sich viel Mühe gegeben hat. Er hat das Holz vorher gealtert und behandelt und dann mit Winkeln am Haus befestigt.
Zwischen den Balken hat er isoliert und das dann verputzt. Mit was er isoliert hat weiß ich noch nicht. Müßte bestimmt etwas atmendes sein.

Unser Haus sollte aus Gasbeton gebaut werden.
Wir wollten einen ca. 40cm hohen Sockel freilassen. Dieser sollte ebenfalls isoliert werden und dann Feldsteine vorgesetzt werden.
Meine Frage bezieht sich auf Kondenzwasser und Taupunkt. Bitte sagen Sie Ihre Meinung.

Ein sog. Schmuckfacherk (z.B. 9x9 cm Hartholz Gr. W2) ist m.E. eine sinnvolle Lösung, obwohl das auch noch vom Bauamt vorab genehmigt werden muß. Statt Styropordämmung schlage ich vor: Fassadendämmung mit PUR (WLS 0,024), Stärke 8 cm im Gefach. Darauf ca. 6mm HD-Putz im Gefach.
Die Befestigung mit eingedübelten Zimmermannswinkeln ist ok. Unten sollte für die Abführung von Feuchtigkeit ein Lochwinkwel vorgesehen werden.
Andere Wünsche? Melden Sie sich bitte. Auch um Ihre Vorstellungen und die Stärke der Porenbeton-Wand (inkl. Lambda-Wert/WLS) genauer zu beschreiben.

Vorschlag 2: Das Problem Veralgung bei WDVS oder Vorhangfassaden kann im Grunde nur durch Hinterlüftung gelöst werden. Deshalb könnte man auch direkt auf die rohe Porenbetonmauer außen eine 80, 100, 120 mm usw. starke puren Holtafix-Platte andübeln (Lamda-Wert 0,19). Dies geht sehr gut mit den integrierten Fichte-Latten im PUR-Dämmstoff. Gleichzeitig wird damit die Hinterlüftung nach außen ab der unten angebrachten Lochwinkel-Schiene nach oben gewährleistet. Auf Holtafix sollten Sie ein 16 mm xella Powerpanel aufschrauben. Damit ist die Vorhangfassade schon einmal wetterfest. Nun müssen Sie sich entscheiden, ob Sie als Oberfläche in den Gefachungen z.B. 5 mm HD-Putz, oder 3 mm delport-Riemchen auf Kunstharz-Kleber etc. nutzen wollen. Das Fachwerk stellen Sie dar mithilfe 8 mm Saunaleisten (1/4Stab-Gehrung nach innen zum Gefach), direkt auf das Powerpanel geschraubt. Damit diese Latten - vor dem Einbau der entsprechenden Gefachungen (s.o., wenn Sie sie nicht als KDI bekommen) - wetterfest werden, streichen Sie diese zuerst 2 x satt mit Sikkens Cetol THB farblos; danach mit einem Acryl-Außenlack für Holz in der Farbe Ihrer Wahl. Stets mit rostfreien Stahl-Nägeln oder -Holzschrauben arbeiten!
Damit Sie die Stärke der Holtafix-Platte ermitteln können sowie den Gesamt-Dämmwert der Außenwand gem. EnEV 2009, können Sie dies unter folgendem Link berechnen:
a) http://www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/uwert.htm, oder
b) http://www.allpir.de/uwert/uwert.html.
Ich bin hierbai davon ausgegangen, dass Sie die Fachwerk-Fassade in Eigenarbeit herstellen wollen.

Hallo und vielen Dank! Ich habe Ihre Antwort unserem Baubetreuer geschickt. Leider bin ich jetzt vollkommen irretiert. Er meint, dass eine Hinterlüftung lt. neuesten Forschungen nicht sinnvoll ist und auch noch Energie verschwendet. Er will mir dazu noch Unterlagen schicken. Nun bin ich als Laie vollkommen in der Zwickmühle und habe Angst tausende Euro zu verbrennen und in ein paar Jahren alles wieder abreissen zu können.
Was soll ich nun tun?
Gruß

Dies ist nach neuesten Studien (z.B. Fraundorfer Institut) aber festgestellt worden, weil bei einer homogen eingebauten VWDS der Putz „hautnah“ auf die Dämmung aufgebracht wird, was Durchfeuchtung und auf Dauer Veralgung erzeugt. Bei einer Verklinkerung wird STETS Lüftung vorgesehen.

Deswegen habe ich ja auch u.a. „puren Holtafix“ vorgeschlagen, weil da VOR der PUR-Dämmung zur Außenbeplankung (Putz, Paneele etc.) sich eine fast 1cm dicke Luftschicht ergibt durch die integrierten Latten.
Da wurde ich leider mißverstanden. Die Lüftung muss stets AUF der Dämmung vorgesehen werden, wobei die Dämmung ohne Abstand direkt an dem vorh. Mauerwerk anliegen muss.

Gerade hier im Norden mussten ja die vor wenigen Jahren angebrachten VWDS teuer saniert werden, weil bes. an den kälteren Gebäudeecken großflächig Schimmel und Algen auftraten.

Vielen Dank für Ihre Mühe. Wir sind jetzt schon, auch durch Ihre Ratschläge, viel weiter in unseren Recherchen. Ich war vor einigen Tagen im Nachbarort mit dem Hauseigentümer reden von dem wir uns die Fachwervariante abgeschaut haben. Er hat Porotonwände. Darauf hat er die 5cm starken Bohlen mittels Regalsystem aus dem Baumarkt angeschraubt und mit Gasbetonplatten direkt auf die Wand geklebt. Laut der neuen Energiegesetze sollte das für uns nicht mehr reichen. Deshalb sind wir im Moment auf folgendem Stand. Gasbetonwände mit Winkeln angeschraubte Bohlen, Ausfachung mit Gasbeton, Pinselputz mit Dämmputz ohne jegliche Hinterlüftung. Das hatte ich vermutlich vergessen; es soll nicht mit Klinkern ausgefacht werden.
Sockel: Die untersten 40cm Wand (Sockelbereich) sollen 5-10cm, je nach erlaubter Statik, ins Hausinnere gesetz werden, damit ein Mauerziegel oder Katzenkopfpflaster (mal schauen) mehr Freiraum bekommt.
Dort muß man sehen, ob noch zusätzlich isoliert werden muß, wenn der Wandstein schmaler ist als im oberen Bereichen. Wir wollen zumindest, wie Sie auch schon erwähnten - wenn ich Sie richtig verstanden habe, keine Dämmung mitt Kunstoffanteilen verwenden, damit das Objekt atmen kann.
Dies ist bis dato der Stand der Dinge.

Viele Grüße

Heiko Haufe

danke für die Rückmeldung,Herr Hsaufe. Die Befestigung mit Winkeln an der Außenwand ist sicher das Richtige. Allerdings werden Sie wohlmit den vorgesehenen Dämmschichten kaum an die EnEV2009 für RSanierung herankommen. Außerdem bezieht sich die Lüftung dsowohl auf der Lochblech-Winkelschiene unter der neuen Vorhangfassade und denZwischenraum zwischen Wetterschutzschicht und Dämmung.